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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Psychologisch raffiniert, tiefgründig und überraschend bis zur letzten Seite

The Exes
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Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren ...

Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren bei Natalie hinterlassen haben. Am Anfang wirkt das Ganze wie ein Puzzle, bei dem man noch nicht weiß, welches Teil wohin gehört. Aber die Autorin schafft es auf den nachfolgenden Seiten, jeden Faden wieder aufzunehmen. Was erst wirr erscheint, entpuppt sich rückblickend als sehr klug konstruiert.

Natalie ist so vielschichtig, dass die paar Zeilen hier gar nicht ausreichen, um sie zu beschreiben. Wir erleben vor allem tiefe Gedanken in einen Mensch, der viel durchgemacht hat - selber aber auch nicht unschuldig ist. Diese Spiel zwischen Engel und Teufel war einfach nur genial inszeniert. Zudem werden zwischen den Zeilen wichtige Themen angesprochen.

Hervorheben möchte ich auch den Schreibstil: melodisch, tiefgründig, voller Metaphern, aber trotzdem total flüssig zu lesen. Außerdem ist die Anzahl der kleinen Plot-Twists mit großer Wirkung hier schon fast absurd. Eine Theorie zu entwickeln ist hier sinnlos. Das Ende hab ich bis jetzt zwar nicht ganz verstanden, aber je länger ich drüber nachdenke - vielleicht war auch das genau der Plan haha.

Fazit: Die Geschichte könnte wahrscheinlich auch ein Roman sein, weil es kein klassischer Thriller ist. Aber ob Roman oder Thriller…für mich war die psychologische Tiefe hier brutal genial in Zusammenspiel mit der Erzählweise, dem Schreibstil. Ich bin ohne große Erwartungen reingegangen und hab unfassbar viel bekommen.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Zwischen Gier, Kontrolle und Traumhaus

Tödliches Angebot
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Das zentrale Thema hat mich sofort gepackt: die verzweifelte Suche nach der perfekten Immobilie. Das kann ich nur zu gut nachvollziehen. Abgesehen von absurden Preisen und harter Konkurrenz ist allein ...

Das zentrale Thema hat mich sofort gepackt: die verzweifelte Suche nach der perfekten Immobilie. Das kann ich nur zu gut nachvollziehen. Abgesehen von absurden Preisen und harter Konkurrenz ist allein der gesamte Prozess extrem kräftezehrend – und genau das spiegelt sich in der Hauptfigur Margo wider. Beim Lesen merken wir deutlich, wie sie Schritt für Schritt moralische und persönliche Grenzen überschreitet, nur um ihr Traumhaus endlich zu bekommen.

Die Handlung entwickelt sich eher ruhig, es gibt ein paar Nebenfiguren, doch Margo und ihre Zukunftspläne steht permanent im Mittelpunkt. Sie wirkt eigenwillig, teilweise befremdlich und oft schwer greifbar. Sympathisch fand ich sie nicht unbedingt aber ich hab sie auch nicht gehasst, weil ich vieles auch nachvollziehen konnte – gerade das hat es interessant gemacht. Ständig schwebte die Frage im Raum: Was wird sie als Nächstes tun? Themen wie Kontrolle, Gier und Lügen werden dabei präzise und eindringlich verarbeitet.

Im letzten Drittel zieht das Tempo spürbar an und die Ereignisse überschlagen sich. Die Geschichte fühlt sich durch den grandios flüssigen Schreibstil irgendwie an wie eine Welle, die man ein paar Stunden surft. Auch wenn die Welle nicht die wildeste ist, hat sie einfach unglaublich Spaß gemacht.

Fazit: Für mein eigenes Traumhaus würde ich vermutlich auch einiges in Kauf nehmen – wenn auch längst nicht so viel wie Margo. Insgesamt hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten, starke Themen angesprochen und durch den gelungenen Schreibstil zusätzlich überzeugt. Klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Aufgewärmt statt aufregend

The Woman in Suite 11
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Das Luxushotel in der Schweiz ist wohl die Chance auf einen Neuanfang für Lo. Allerdings stecken dahinter nicht die Absichten, die sie vermutet. Das zeigt sich auch recht schnell bei ihrer Ankunft, da ...

Das Luxushotel in der Schweiz ist wohl die Chance auf einen Neuanfang für Lo. Allerdings stecken dahinter nicht die Absichten, die sie vermutet. Das zeigt sich auch recht schnell bei ihrer Ankunft, da sie viele Gesichter aus der Vergangenheit wiederkennt und darüber nicht gerade begeistert ist. Die Geschichte von Band 1 wird dementsprechend noch mal aufgewärmt. Und das für meinen Geschmack leider viel zu lange. Die Geschichte tröpfelt und tröpfelt…zwar landen wir irgendwann wieder in der Gegenwart, aber auch hier passiert gefühlt nichts oder halt einfach viel zu wenig.

Die Figuren bleiben leider sehr oberflächlich, viele Handlungen erscheinen unlogisch, Spannung ist für mich an einer Stelle mal kurz aufgekommen aber das wars leider schon. Das Gähnen muss man sich hier schon sehr stark verkneifen. Eigentlich schade, weil Ruth Ware hier trotzdem zeigt, dass sie Schreiben kann: total flüssig und bildstark. Inhaltlich hats mir aber nicht gefallen.

Das war viel zu wenig für einen spannenden rasanten Thriller und hat mich leider eher enttäuscht.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein düsteres winterliches Setting, eine abwechslungsreich erzählte Geschichte und eine sympathische Protagonistin - sehr empfehlenswert!

Coram House
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Der Klappentext hat mich hier sofort gepackt – und die Geschichte liefert endlich mal wieder genau das, was sie im Klappentext verspricht. Von der ersten Seite an konnte ich schnell in Alex’ Welt eintauchen: ...

Der Klappentext hat mich hier sofort gepackt – und die Geschichte liefert endlich mal wieder genau das, was sie im Klappentext verspricht. Von der ersten Seite an konnte ich schnell in Alex’ Welt eintauchen: eine gescheiterte Karriere als Autorin, verwitwet und ziemlich verloren. Am liebsten hätte ich sie mal fest gedrückt.

Doch sie bekommt die Chance auf einen Neuanfang: als Ghostwriterin soll sie die mysteriösen Ereignisse der späten 60er im Waisenhaus Coram House aufarbeiten. Dabei stößt sie auf alte Zeugenprotokolle und befragt ehemalige Waisenkinder. Diese Mischung aus dokumentarischer und persönlicher Spurensuche und der Wechsel der Zeitebenen hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt war die Geschichte durch den Erzählstil sehr lebendig. Je tiefer Alex gräbt, desto ungemütlicher wird ihr ihre Spurensuche.

Besonders mochte ich die Atmosphäre: Ich konnte die klirrende Kälte spüren, hatte das alte Waisenhaus und seine Bewohner deutlich vor Augen und konnte die Gefühle der Figuren nachempfinden. Zudem ist die Geschichte nicht so einfach gestrickt, wie man erst vermutet. Einziger Kritikpunkt: Manche Passagen wiederholen sich einen Ticken zu oft.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ganz nett mit Schwächen

Die Bibliothek meines Großvaters
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Das Buch ist mir vor allem durch das tolle Cover und den wunderschönen Farbschnitt ins Auge gestochen. Der Klappentext verrät nicht viel, dennoch bin ich gut in die Geschichte reingekommen. Die Enkelin ...

Das Buch ist mir vor allem durch das tolle Cover und den wunderschönen Farbschnitt ins Auge gestochen. Der Klappentext verrät nicht viel, dennoch bin ich gut in die Geschichte reingekommen. Die Enkelin und ihr Großvater führen eine ganz rührende Beziehung miteinander, die vor allem durch eins geprägt ist: Geschichten. Obwohl der Opa demenzkrank ist, sitzt er immer noch in seinem Studierzimmer umgeben von Geschichten und hört seiner Enkelin auch gerne zu, wie sie welche erzählt. Der Autor lässt hier etwas Cozy Crime miteinfließen, da die beiden vor allem über Kriminalfälle rätseln und verschiedene Lösungen besprechen. Dabei ist der Großvater trotz mentalem Nebel immer noch ein Gedanke voraus, stets mit einer Zigarette in der Hand. Mir hat das ganze Szenario toll gefallen und mich auf eine wohlige Art eingemummelt. Leider gab es aber zu keinem Kriminalfall eine richtige Lösung, das läuft mehr oder weniger immer wieder ins Leere. Auch hätte ich mir gewünscht, dass der Großvater über eine eigene Geschichte spricht, die er erlebt hat. So waren die Figuren doch etwas unnahbar und der Fokus war auf vielen Seiten bei fremden Figuren, die mich nicht interessiert haben. Auch die vielen aufgezeigten Szenarien der Kriminalfälle mit Person A, B usw. haben meinen den Lesefluss gestört und waren mir irgendwie zu flach dargestellt. Insgesamt hätte ich mir irgendwie mehr von der Geschichte gewünscht, vor allem mehr Tiefe.

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