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Veröffentlicht am 04.06.2024

Tödliche Wanderroute

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat ...

Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat sich Jacob, der neue Freund von Milena, der Gruppe angeschlossen. Dieser schlägt ein gänzlich anderes Ziel vor und setzt sich durch. Die von ihm angestrebte Route ist anspruchsvoller, aber auch gefährlicher und die Dynamik zwischen den Personen entwickelt sich immer mehr in die falsche Richtung. Bald eskaliert eine Situation und das Misstrauen wird größer.

Aus der Sicht der Ich-Erzählerin Anna erfuhr ich, was passiert ist, unterbrochen wurde diese Erzählung durch Wechsel der Perspektive, Anna wurde vernommen und beantwortete Fragen zum Geschehen. Anna war keine gute Erzählerin, sie verlor sich in seitenweisen Beschreibungen der Natur, hängte sich an Kleinigkeiten fest, manches mal sehnte ich mich nach den Passagen mit der Vernehmung zurück, die im Laufe der Geschichte mein einziger Lichtblick waren im Buch. Die restlichen Charaktere blieben bis zum Ende für mich nicht greifbar, ich weiß nicht, ob dies geheimnisvoll wirken sollte, oder der fehlenden Phantasie geschuldet ist.

Die komplette Story hätte gekürzt wahrscheinlich ihre Wirkung nicht verfehlt, so aber bleibe ich enttäuscht zurück. Nur wenig Spannung war zu spüren, ein minimaler Nervenkitzel hier und da, und lediglich die Hoffnung auf eine gute Auflösung hielt mich im Buch, aber auch da hatte ich kein Glück. Für Fans von sehr ruhigen Spannungsromanen, die gleichzeitig naturliebend sind, wäre dies sicherlich das passende Buch.

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Veröffentlicht am 03.06.2024

Mehr Schein als Sein und der Tod

Alles schweigt
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Mae Pruett arbeitet als Krisenspezialistin bei einer PR-Agentur, die sich in Hollywood um VIPs und Stars kümmert, deren sprichwörtlichen Brände löscht und Probleme im Keim erstickt. Als ihr Vorgesetzter ...

Mae Pruett arbeitet als Krisenspezialistin bei einer PR-Agentur, die sich in Hollywood um VIPs und Stars kümmert, deren sprichwörtlichen Brände löscht und Probleme im Keim erstickt. Als ihr Vorgesetzter Dan Hennigan erschossen wird, glaubt sie der offiziellen Version eines gewöhnlichen Raubüberfalls nicht und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Ein schwangeres Mädchen, seltsame Partys und berühmte Personen scheinen in die Geschichte verwickelt zu sein, die Strippenzieher sitzen ganz weit oben und bald wird Mae klar, dass sie in ein Wespennest gestochen hat. Mit Hilfe ihres Ex-Freundes, des Ex-Polizisten Chris Tamburro, sucht Mae nach der Wahrheit, muss aber bald feststellen, dass die Mächtigen ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheinen.

„Man kann eine Ameise töten, aber wenn der Zucker auf dem Boden liegen bleibt, werden weitere Ameisen kommen. Vielleicht eine andere Art, aus einer anderen Kolonie. Genauso ist es mit Menschen - man kann Monster bekämpfen, aber wenn Geld, Sex und Macht locken, tauchen schon bald andere Monster auf.“ (Seite 298)

Vor Jahren konnte mich Jordan Harper mit seinem abgefahrenen Thriller „Die Rache der Polly McClusky“ wunderbar unterhalten, umso gespannter war ich auf sein neues Buch, das mich mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch ein bisschen mehr begeistern konnte, wie ich zugeben muss. Die Scheinwelt von Hollywood, wo Träume wachsen und manchmal schneller als Seifenblasen platzen, dazu ein mysteriöser Mordfall, zwei außergewöhnliche Charaktere mit einer interessanten Vergangenheit und eigenen Dämonen und schon haben wir eine Geschichte, die durch überraschende Wendungen und einen spannenden Plot überzeugt. Gewisse Parallelen zu lebenden Personen können nicht vermieden werden, der letzte riesige Skandal ist in der realen Welt noch immer nicht abgeschlossen, beim Gedanken daran kommen bei mir erneut Wut und Abscheu zum Vorschein. Die hässliche Fratze der Filmindustrie, hier trat sie ins Licht. Großes Kino und mehr als lesenswert!

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Veröffentlicht am 01.06.2024

Eine bühnenreife Katastrophe

Romeos Tod
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Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die ...

Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die sie kurz davor in einem Zug kennengelernt und kurzerhand eingeladen hat. Monas einziger Besitz passt in eine Sporttasche, die geheimnisvolle Frau fasziniert Jan vom ersten Augenblick an. In den nächsten Tagen verbringen die beiden jede freie Minute zusammen und Mona erzählt Jan ihre Lebensgeschichte. Erbost darüber, was ihr zugestoßen ist, macht sich Jan kurz darauf auf den Weg nach Italien, um das Unrecht, das seiner Geliebten zugestoßen ist, zu rächen.

„Denn dieser Schauspieler mochte vielleicht genial sein - das konnte er nicht beurteilen -, aber er hatte unter Garantie einen an der Waffel. Und insgeheim rechnete Wolf jeden Abend damit, dass er nicht erschien.“ (Seite 119)

Ich bin mir nicht ganz sicher, wo ich das Buch einordnen soll, ich bin immer noch etwas irritiert von der Geschichte. Kein Roman, kein Krimi, mehr Tragödie oder Drama, aber vorrangig wahrscheinlich eine Hommage an den verstorbenen Schauspieler Klaus Kinski, der ähnliche Charakterzüge aufwies, wie der Protagonist im vorliegenden Werk. Die cholerischen Momente, die Beschimpfungen und Beleidigungen, die zuweilen vulgäre Art und Weise beider Hauptfiguren sollten wahrscheinlich schocken, erzeugten bei mir allerdings eher das gegenteilige Gefühl.

„Es gibt Katastrophen, die brechen aus heiterem Himmel über einen herein, und andere nähern sich langsam und unaufhörlich. Das hier war so eine von den langsamen.“ (Seite 92)

Leider hatte ich stellenweise das Gefühl, einen Groschenroman zu lesen, aber keinen von den Guten, wie ich sie früher wirklich gerne gelesen habe, sondern eher einen, der sich nicht um einen literarischen Anspruch schert und eher auf Schockmomente sowie billige körperliche Reize setzt. So etwas bin ich von der Autorin nicht gewohnt und bleibe enttäuscht zurück. Da half auch die Enthüllung am Ende nichts, die folgende Auflösung konnte ebenfalls nicht mehr retten, was nicht zu retten war. Schade, denn dies habe ich nicht erwartet und nicht gewünscht. Ich hoffe, das nächste Buch wird mich besser unterhalten.

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Veröffentlicht am 29.05.2024

Ein farbenfrohes Märchen

Das verborgene Leben der Farben
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Mio ist ein außergewöhnliches Kind und wächst zu einer besonderen Frau auf, in dem Atelier ihrer Eltern fühlt sie sich am wohlsten. Ihre Familie näht und bestickt traditionelle Hochzeitskimonos. Die Welt ...

Mio ist ein außergewöhnliches Kind und wächst zu einer besonderen Frau auf, in dem Atelier ihrer Eltern fühlt sie sich am wohlsten. Ihre Familie näht und bestickt traditionelle Hochzeitskimonos. Die Welt der Farben fasziniert Mio ungemein, weil sie eine besondere Gabe hat; sie kann alle Farben benennen und sieht ihre Abstufungen, wo andere einfach nur einen Farbklecks erkennen. Aoi begleitet Beerdigungszeremonien, hat das Geschäft von seinen Eltern übernommen und lebt in einer gänzlich anderen Welt. Als Mio und Aoi sich begegnen, geschieht dies nicht ohne Grund, denn ihre Begegnung war kein Zufall.

„Wo ein anderer einfach nur ein schlichtes Rot sah, kannte Mio von einem Farbton mindestens zehn verschiedene Abstufungen. Und sie alle mit einem einzigen Wort zu bezeichnen, erschien ihr ein Fehler.“ (Seite 20)

Nach ihrem Roman „Die Telefonzelle am Ende der Welt“ habe ich mich auf das neue Buch von Laura Imai Messina sehr gefreut. In einer schönen Sprache verstand es die Autorin, mir die fremde und faszinierende Kultur näherzubringen und mich stundenlang zu fesseln. Hierbei verwebte sie die Geschichten der beiden Hauptfiguren, sprang aber auch in die Vergangenheit und wieder zurück. Die Geschichte blieb dabei zurückhaltend und sehr ruhig, wer aufregende Erzählungen mag, der wird hier nicht fündig. Mich konnte das Buch gut unterhalten, ein paar Längen gab es zwar, aber das fand ich nicht schlimm, denn die vielen schönen Sätze entschädigten mich dafür, ich fühlte mich immer wieder versetzt in eine vergangene Zeit. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 27.05.2024

Angst, Schmerz, Tod

Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)
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Der Schauplatz des Mordes, an den Hunter und Garcia gerufen werden, entsetzt selbst die erfahrenen Ermittler, obwohl die beiden im Laufe ihrer Karriere bereits viele Grausamkeiten gesehen haben. Eine Tote ...

Der Schauplatz des Mordes, an den Hunter und Garcia gerufen werden, entsetzt selbst die erfahrenen Ermittler, obwohl die beiden im Laufe ihrer Karriere bereits viele Grausamkeiten gesehen haben. Eine Tote hängt an der Decke, aufgespießt an einem Angelhaken, der ihr zu Lebzeiten von unten durch ihr Kinn getrieben wurde. Bei der Autopsie macht die zuständige Gerichtsmedizinerin eine verblüffende Entdeckung. Bevor die Suche nach der Täterperson Fortschritte machen kann, werden die Detektives zu einem weiteren Tatort gerufen. Die Mordserie hat nämlich gerade erst begonnen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den zwölften Teil der gleichermaßen brutalen wie genialen Buchreihe mit Robert Hunter und dessen Partner Carlos Garcia. Ergänzt wird diese übrigens durch eine Novelle mit dem Titel „One Dead: Der erste Fall für Robert Hunter“, die allerdings nur als E-Book erschienen ist. Diese Serie ist nichts für sensible Menschen, handelt sie von der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD, kurz UV-Einheit genannt, die für die blutigsten und brutalsten Fälle zuständig ist. Die Taten werden ausführlich beschrieben, beschönigt wird dabei wirklich nichts. Dies geschieht immer in allen Einzelheiten, sodass sich der Leser oder die Leserin ein umfassendes Bild machen kann, was für manche Person kaum zu ertragen sein könnte. Jedes Buch kann unabhängig voneinander gelesen werden, wichtige Informationen werden immer wieder eingestreut, sodass sich ein ausreichendes Gesamtbild ergibt.

Das erste Kapitel gab mir bereits einen kleinen Vorgeschmack darauf, was mich erwarten wird. Um mich auf die Folter zu spannen, folgte zuerst eine kleine Ablenkung, bis es dann endlich losging. Ich konnte kaum glauben, was ich da las, denn obwohl ich nicht zart besaitet bin, gab es bereits bei diesem Tatort einen Moment, als meine Hand sich hob, um mein Gefühl des Ekels zu unterdrücken. WTF?! Meisterlich verstand es der Autor, jede kleinste Einzelheit zu benennen und so zu beschreiben, dass keine Frage offen blieb. Faszinierend und abstoßend war dies. Die Ermittlungen erstreckten sich in viele Richtungen, mit seinem großartigen Schreibstil führte mich Chris Carter durch eine Geschichte, die unglaublich komplex, aber eben auch ungemein brutal war. Das Weglassen bestimmter Kleinigkeiten führte neben der permanenten Spannung dazu, dass ich voller Ungeduld darauf gewartet habe, erlöst zu werden, indem mir diese verraten werden. Einige überraschende Wendungen gaben der Story eine zusätzliche Würze, sogar als ich glaubte, die Auflösung zu kennen, riss Carter das Ruder rum und präsentierte einen Umweg, der es in sich hatte. Genial!

Diese Buchreihe begleitet mich seit vielen Jahren und meine Begeisterung bleibt von Buch zu Buch ungebrochen. Umso größer meine Freude, dass bereits in Kürze der nächste Teil erscheinen wird. Ich kann es kaum erwarten!

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