Kommt langsam, dann aber gewaltig
Das kalte MoorVor dreißig Jahren verschwand die Frau von Wiking Stormberg spurlos im Moor, nur der gemeinsame Säugling wurde gefunden, dehydriert und von Mücken zerstochen. Nun ist Wiking Polizeichef, seine Kinder erwachsen, ...
Vor dreißig Jahren verschwand die Frau von Wiking Stormberg spurlos im Moor, nur der gemeinsame Säugling wurde gefunden, dehydriert und von Mücken zerstochen. Nun ist Wiking Polizeichef, seine Kinder erwachsen, als ein Brief eintrifft, der in der Handschrift seiner Frau verfasst und mit einem unverwechselbaren Zeichen unterschrieben ist. Der Inhalt eine Drohung, die Wiking nicht ernst nimmt, bis es fast zu spät ist.
Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Polarkreis-Trilogie von Liza Marklund, der ein Jahr nach den Ereignissen vom ersten Band spielt. Es ist nicht zwingend notwendig, die Reihenfolge einzuhalten, denn obwohl es ein Wiedersehen mit Land und Menschen gibt, sind die Geschichten in sich abgeschlossen. Ich empfehle den Auftakt der Trilogie dennoch, denn dieser war phänomenal gut!
Ich hatte mich wahnsinnig auf die Fortsetzung der Trilogie gefreut, bedauerlicherweise muss ich jedoch sagen, dass meiner Vorfreude eine große Enttäuschung folgte. Die Rückblende war Anfangs die spannendste Stelle im Buch, diese vier Seiten waren der Grund, dass ich drangeblieben bin, denn ich wartete lange vergeblich darauf, dass es endlich richtig losgeht. Dies passierte jedoch vorerst nicht, stattdessen verlor sich die Autorin in ausschweifenden Nebensächlichkeiten und erklärte mir die Welt. Nein, natürlich nicht die ganze Welt, aber die Themen, die sie sich ausgesucht hat, waren wahrlich unspektakulär, zumindest für mich, die ich fast versucht war, ganze Seiten vorzublättern. Nur die Furcht, etwas Wichtiges zu verpassen, hielt mich davon ab. Meine Freude war riesig, als es nach hundert Seiten endlich anders wurde. Ich behaupte, dass niemand auf meinem Sofa in diesem Moment glücklicher war als ich.
Als die Story endlich zündete, tat sie dies auf ganzer Linie! Ab da konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und las es fast in einem Rutsch durch. Dabei waren die Rückblenden in die 1980er Jahre fast spannender als die Gegenwart, die jedoch schnell aufschloss und mich fesselte. Nie hätte ich eine solche Wendung erwartet, die folgte, und was danach kam, das entzückte mich. Und obwohl ich noch ein bisschen verstimmt war, hat der wahnsinnig tolle Abschluss mich endgültig überzeugt, keinen Abzug bei der Bewertung vorzunehmen. Im Gegenteil verdient dieser Teil durch das phantastische Ende die Gesamtbewertung Highlight! Nun erwarte ich ungeduldig, aber freudig das Finale, das nächstes Jahr erscheint.