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Veröffentlicht am 02.04.2026

Spiel um dein Leben

Darkly
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Die siebzehnjährige Dia bekommt einen der sieben begehrten Praktikumsplätze bei der Louisiana Veda Stiftung in London. Die geniale Entwicklerin der Darkly-Spiele, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben ...

Die siebzehnjährige Dia bekommt einen der sieben begehrten Praktikumsplätze bei der Louisiana Veda Stiftung in London. Die geniale Entwicklerin der Darkly-Spiele, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben und deren Prototypen für Millionen von Dollar gehandelt werden, ist seit Jahren tot, dennoch bleibt die Begeisterung für ihre Spiele ungebrochen. Nach der Ankunft in London werden die Jugendlichen auf eine abgelegene Insel gebracht, wo sie sich in einem Darkly-Spiel auf Leben und Tod wiederfinden. Nur wer es schafft, die Rätsel zu knacken, kommt weiter oder findet ein ungewisses Ende. Die Zeit läuft.

»Darklys sind kein Übel. Aber sie enthalten Übles. In den Spielen wimmelt es von Mörderinnen und Folterknechten, Entführerinnen und Kobolden, und viele von ihnen wirken auf den ersten Blick vertrauenswürdig und harmlos.« (Seite 146)

Nach »Die amerikanische Nacht« und »Niemandsland« ist dies meine dritte Begegnung mit Marisha Pessl und meine Begeisterung für ihre Geschichten bleibt ungebrochen, genauso wie dies im Buch für die Werke der genialen und mysteriösen Louisiana Veda gilt. Wie schon im zuerst genannten Buch wird auch diese Geschichte unterbrochen durch Zeitungsartikel, Briefe, Fotos und Notizen, die auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn ergeben, letztendlich aber zum Gesamtbild gehören und zur Lösung beitragen. Und diese hat es in sich, denn nach einem Höllenritt durch das letzte Werk der Spielentwicklerin habe ich das Gefühl, selbst einem Fiebertraum erlegen zu sein.

Der vorliegende Roman ist kein reißerisches Werk, die Suche nach Antworten nimmt nur langsam an Fahrt auf, aber dies ist notwendig, um eine Atmosphäre aufzubauen, die durch das Buch trägt. Ich hätte sehr gerne noch mehr Zeit mit Dia verbracht, gebe mich aber auch zufrieden damit, viele spannende Lesestunden geschenkt bekommen zu haben. Für mich ein weiteres Meisterwerk aus der Feder der großartigen Autorin.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zu einseitig für mich

2033
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Deutschland im Jahr 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND ist an der Macht. Als auf die Parteizentrale ein Anschlag verübt und die Generalsekretärin der Oppositionspartei REFORM angeklagt wird, hinter ...

Deutschland im Jahr 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND ist an der Macht. Als auf die Parteizentrale ein Anschlag verübt und die Generalsekretärin der Oppositionspartei REFORM angeklagt wird, hinter dem Bombenanschlag zu stecken, soll die junge Anwältin Marie Wigand ihrer Chefin im Strafverfahren assistieren bei deren Vertretung. Es steht einiges auf dem Spiel. Sollte die Politikerin verurteilt werden, droht ein Verbotsverfahren ihrer Partei, was wiederum zur Folge hätte, dass der AUFSTAND das Grundgesetz abschaffen würde.

Seit ich vor Jahren DER WÜRFEL gelesen habe, wartete ich auf ein neues Buch des Autors, der Jurist, Politologe sowie Bürgerrechtler ist und deutsch-iranische Wurzeln hat. Weil mir sein erstes Werk wirklich sehr gefallen hat, habe ich zugegriffen, obwohl ich politische Bücher nicht gerne lese, sogar dann nicht, wenn es Thriller sind. Das Gedankenexperiment hat mich wahrscheinlich deswegen auch nicht überzeugt, denn die Geschichte war nicht nur überspitzt, sondern auch überzeichnet und ziemlich einseitig. David gegen Goliath, das Gute gegen das Böse und dazwischen das große Nichts. Das ist mir persönlich zu wenig und nicht realistisch genug. Ich empfehle jedem, sich selbst ein eigenes Bild zu machen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Leicht und voller Optimismus

Drei Tage im Schnee
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Hannah nimmt sich eine Auszeit, ganze drei Tage fährt sie weg, hat ein kleines Häuschen gemietet und will entspannen. Als die kleine Sophie auftaucht und sie auffordert, ihr beim Bau einer Schneefigur ...

Hannah nimmt sich eine Auszeit, ganze drei Tage fährt sie weg, hat ein kleines Häuschen gemietet und will entspannen. Als die kleine Sophie auftaucht und sie auffordert, ihr beim Bau einer Schneefigur zu helfen, zögert Hannah erst, lässt sich dann aber auf das Abenteuer ein und kommt bald zu überraschenden Erkenntnissen.

»Ich fragte mich, wann mir zuletzt etwas so viel Freude bereitet hatte. Oder vielmehr, ob Spaß in meinem Leben überhaupt eine Rolle spielte, ein Kriterium war. Die meisten Dinge, die ich tat, tat ich nur, weil man das eben so machte. Weil andere das so machten.« (Seite 24)

Dieses kleine Büchlein ist perfekt für Leserinnen und Leser, die nach Entschleunigung suchen, nach einer bewussten Verlangsamung ihres Lebensrhythmus, um ihre Lebensqualität zu steigern und vielleicht auch, um achtsamer mit sich und den eigenen Bedürfnissen umzugehen. Die Erkenntnisse sind nicht neu, aber es ist schön, sich diese mit dieser Geschichte noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Sich daran zu erinnern, was wichtig ist im Alltag und was nicht. Besinnen wir uns darauf, wie schön das Leben sein kann.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Traf leider nicht meinen Geschmack

Rift
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Zuzanna und Janko erfüllen sich einen Kindheitstraum und fliegen in die USA. Janko ist krank, er wird in absehbarer Zeit sterben, beide wissen also, dass dies seine letzte Reise sein wird. Der Roadtrip ...

Zuzanna und Janko erfüllen sich einen Kindheitstraum und fliegen in die USA. Janko ist krank, er wird in absehbarer Zeit sterben, beide wissen also, dass dies seine letzte Reise sein wird. Der Roadtrip gestaltet sich nicht ganz so einfach, die Krankheit bremst die Geschwister aus und auch das Tagesbudget von fünfzehn Dollar lässt keine großen Sprünge zu. Oft kreisen Zuzannas Gedanken darüber, was sein wird, wenn Janko nicht mehr da ist, was es mit einem macht, wenn ein geliebter Mensch gegangen ist.

»Wonach wird die verbleibende Zeit berechnet, nach dem Zerfall der Zellen, nach dem Wachstum einer Masse in Jankos Körper? Welche Konsistenz hat diese Masse, wurde das berücksichtigt, und wer hat die Ergebnisse zusammengetragen?« (Seite 8)

Nach einem starken Anfang flachte die Geschichte leider ziemlich schnell ab, verlor sich zwischen Anspruch und Wirklichkeit, schaffte es nicht, mich zu fesseln. Ganz kurz nur kamen bei mir Emotionen auf, danach verfolgte ich die Reise von Bruder und Schwester, ohne dass eine richtige Bindung hätte entstehen können zu den Figuren. Das ist bedauerlich, denn der Klappentext versprach emotionale Lesestunden, ich war darauf vorbereitet, die Schönheit der Natur und die Traurigkeit der Situation gegeneinander ausspielen zu müssen. Dies passierte leider nicht. Es gab einige schöne Sätze, die mich berührten, aber insgesamt blieb das gewünschte Gefühl beim Lesen unglücklicherweise aus. Schade.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ffions dritter Fall

Die Toten der anderen
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Eine Immobilienmaklerin wird tot aufgefunden, sie treibt in einem Kajak auf einem walisischen See. Detective Constable Ffion Morgan geht von Mord aus. Im englischen Cheshire hat Detective Sergeant Leo ...

Eine Immobilienmaklerin wird tot aufgefunden, sie treibt in einem Kajak auf einem walisischen See. Detective Constable Ffion Morgan geht von Mord aus. Im englischen Cheshire hat Detective Sergeant Leo Brady ebenfalls viel zu tun, eine Einbruchsserie erschüttert das noble Viertel The Hill. Im Laufe der Ermittlung ergeben sich plötzlich Parallelen zwischen den Fällen und bald ist klar, dass diese zusammenhängen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Teil der großartigen Reihe mit Ffion Morgan und Leo Brady. Man muss die vorherigen Bücher nicht zwingend gelesen haben, allerdings würde ich dies, zumindest was den ersten Band betrifft, empfehlen, denn das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten sowie deren persönliche Situation und Entwicklung sind maßgeblich für das bessere Verständnis ihrer Beziehung untereinander sowie der zu anderen Beteiligten. Wer dies nicht möchte: Die wichtigsten Aspekte werden am Rande in diesem Buch wiederholt und erklärt, sodass es keine Probleme geben dürfte, die Zusammenhänge zu verstehen.

Nach einem phänomenalen ersten Teil und einer etwas schwächeren Fortsetzung war ich gespannt, wie es mit Ffion und Leo weitergeht. Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht, der aktuelle Kriminalroman war genau nach meinem Geschmack. Der ermittlungstechnische Anteil ist diesmal deutlich geringer, die Geschichte mehr Roman als Krimi, aber dies hat meinen Lesegenuss nicht geschmälert, eher im Gegenteil! Ein bisschen True Crime, ein wenig Drama, eine große Prise Desperate Housewives und fertig ist eine Geschichte, die, zumindest für mich, keine Wünsche offen ließ. Ich habe mich köstlich amüsiert, wäre bereit für ein weiteres Treffen mit den beiden Akteuren und freue mich drauf.

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