Spione unter sich
Hinter dem NebelMan findet den Schriftsteller Johan Oskarsson erhängt vor, die Polizei geht von Selbstmord aus. Ein Autorenkollege und früherer Freund glaubt jedoch nicht daran und fängt an, die Arbeit von Oskarsson, ...
Man findet den Schriftsteller Johan Oskarsson erhängt vor, die Polizei geht von Selbstmord aus. Ein Autorenkollege und früherer Freund glaubt jedoch nicht daran und fängt an, die Arbeit von Oskarsson, der zuletzt an einer Biographie über die berühmte schwedische Autorin Ingrid Klinga geschrieben hat, zu überprüfen. Die Recherchen führen in die 1950er Jahre, sie betreffen schwedische Nachrichtendienste und legen Praktiken offen, die bis heute heikel sind. Und sie betreffen Menschen, die gegen ihren Willen beteiligt waren, ihre Seele verkauft haben und dadurch traumatisiert wurden oder sind.
»Hinterher versucht sie, sich einzureden, dass dies der Wendepunkt war, der Augenblick, in dem ihr Entschluss fiel. Aber wann beginnt Verrat? Verrat hat keinen Anfang. Seine Wurzeln lassen sich in die Tiefe verfolgen, doch niemals bis zum Ursprung. Nur tiefer.« (Seite 135)
Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der Halland-Krimireihe, alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden. Diesen Teil empfand ich etwas aus der Reihe gefallen, denn politische Themen interessieren mich nicht beziehungsweise nur, wenn sie für die Geschichte wichtig, aber nicht hauptsächlich sind. Vordergründig sind hier zwar die zwischenmenschlichen Beziehungen, aber die politische und besonders die Seite der Spionage und der Agenten nimmt einen großen Raum ein. Hinzukommt, dass die Sprünge zwischen Personen, Orten und Jahren für mich teilweise verwirrend waren, ich wusste an manchen Stellen nicht, wer gemeint ist und wo ich bin. Diese Geschichte verlangt volle Konzentration, was schwierig ist, wenn ein Thema nicht interessiert.
Der vierte Teil der tollen Halland-Krimireihe lässt mich insgesamt zwiegespalten zurück. Die Art und Weise der Erzählung gefällt mir, die politische Komponente allerdings nicht. Es gab viele Stellen, die mich völlig gefesselt haben, andere wiederum überhaupt nicht. Ich erfreue mich also an den vielen großartigen Zitaten, die ich mir markiert habe, und warte geduldig, bis es weitergeht.