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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2023

Sommer, Sonne, Drama

Malibu Rising
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Die einmal im Jahr stattfindenden Partys bei Nina Riva sind legendär, und das nicht nur wegen der Promidichte. Einladungen gibt es nicht; wer die Adresse kennt, ist automatisch eingeladen. Dieses Jahr ...

Die einmal im Jahr stattfindenden Partys bei Nina Riva sind legendär, und das nicht nur wegen der Promidichte. Einladungen gibt es nicht; wer die Adresse kennt, ist automatisch eingeladen. Dieses Jahr würde Nina die Party am liebsten absagen, denn ihr Mann Brandon hat sie betrogen und verlassen; ausgerechnet mit Carrie Soto! Ihre drei Geschwister sind allerdings bereits mitten in den Vorbereitungen und so fügt sich Nina in ihr Schicksal, ohne zu ahnen, dass diese Nacht unvergesslich wird.

Dies ist mein zweites Buch von der Autorin und ich hätte nicht gedacht, dass dieses noch besser als das letzte wird! Passenderweise habe ich zuerst die Geschichte von Carrie Soto gelesen, die hier zwar nur am Rande eine Rolle spielt, aber einige Ereignisse im letzten Buch auf unterhaltsame Art in Erinnerung bringt. Man muss „Carrie Soto is back“ nicht zwingend gelesen haben, um diese Ereignisse zu verstehen, aber wenn man das Buch kennt, wird man sicherlich das ein oder andere mal schmunzeln, wie ich es getan habe.

Das Buch erzählt die Geschehnisse in der Partynacht mit Sprüngen in die Vergangenheit, die dazu beitragen, dass ich die Familie besser kennenlernen kann. Die Story setzt dort zu dem Zeitpunkt an, als der Vater von Nina und ihren Geschwistern ihre Mutter kennenlernt. Anfangs sind die Sprünge in vergangene Zeiten dadurch viel unterhaltsamer und spannender als die Gegenwart, allerdings gleicht sich dies im Laufe der Geschichte an, denn die Partynacht entwickelt sich ganz anders als gedacht.

Das Verhältnis der Geschwister untereinander, die unterschiedlichen Charaktere, die auf dem Fest erscheinen, die Berühmtheit von Mick Riva, dem Vater der vier Geschwister, und einige andere Vorfälle, die ich ungerne spoilern möchte, machen aus dem Buch ein unterhaltsames, abwechslungsreiches und stellenweise sehr amüsantes Werk, das mir tolle Lesestunden beschert hat. Dazu gab es auch einige Stellen, die mich berührt und emotional sehr bewegt haben. Dieser Mix aus Familiengeschichte, Drama, einer Prise Liebe und einem Schuss Humor machte einen großen Reiz aus und steigerte das Lesevergnügen ungemein. Dafür gibt es von mir fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Spurlos verschwunden

Going Zero
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Fusion, das Privatunternehmen des Social-Media-Moguls Cy Baxter, startet ein Projekt, an dem US-Geheimdienste beteiligt sind, um zu beweisen, dass es nicht möglich ist, dreißig Tage lang unauffindbar zu ...

Fusion, das Privatunternehmen des Social-Media-Moguls Cy Baxter, startet ein Projekt, an dem US-Geheimdienste beteiligt sind, um zu beweisen, dass es nicht möglich ist, dreißig Tage lang unauffindbar zu bleiben. Ziel ist es, in Zukunft Verbrechen nicht nur zu minimieren, sondern im Vorfeld zu vereiteln. Zehn Personen, sogenannte Zeros, haben die Möglichkeit, dem Betatest von Fusion beizuwohnen, an dessen Ende es für einen möglichen Sieger drei Millionen Dollar zu gewinnen gibt. Sollte Cy Baxter gewinnen, wovon er fest überzeugt ist, folgt ein 10-Milliarden-Vertrag mit der CIA. Eine der zehn KandidatInnen ist Kaitlyn Day, eine unscheinbare Bibliothekarin aus Boston. Diese hat eigene Pläne und ist fest entschlossen, diese auch umzusetzen, koste es, was es wolle.

Anfangs hatte ich Bedenken, dass die Geschichte gegebenenfalls verwirrend und technologisch zu kompliziert sein könnte, aber diese waren vollkommen unbegründet. Die Technik, die im Buch geschildert wird, mag ausgefeilt sein, der Autor hat aber ein großes Talent dafür, die Einzelheiten verständlich zu erklären. Durch den Wechsel der Perspektive konnte ich beiden Seiten folgen, bekam Einblick in Gedanken und Gefühle vieler Personen. Dies war interessant und spannend zu verfolgen, stellenweise gab es dazu einen feinen Humor, der passend eingesetzt wurde. Bereits früh klebte ich an den Seiten, konnte und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Immer wieder gab es Neues zu entdecken, passierte etwas, das die Spannungskurve konstant oben hielt. Ich habe mitgefiebert und Daumen gehalten, war gespannt, wer die Nerven behält und wer unachtsam wird.

Lange Zeit dachte ich, ich wüsste, worauf die Geschehnisse zusteuern, als es eine Wendung gab, die so unerwartet und überraschend kam, dass ich kaum glauben konnte, was folgte. Als klar wurde, in welche Richtung es geht, war ich entsetzt. Dies also war das Ziel! Das dachte ich jedenfalls, aber so einfach war es natürlich nicht, denn trotzdem hat der Autor es noch mehrmals geschafft, mich zu verblüffen und baute Komponenten ein, die so raffiniert waren, dass ich nur staunen konnte. Die Auflösung war stimmig, das Ende brutal. Vielleicht war dies aber nicht der Abschluss, das wäre allerdings fatal! Volle Punktzahl und ein extra Sternchen gibt es von mir, eine Leseempfehlung versteht sich von selbst. Highlight!

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Veröffentlicht am 24.04.2023

Vorhang auf

Böses Licht
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Am Wiener Burgtheater taucht mitten in der Inszenierung eines Stückes von Shakespeare eine Leiche auf. Der Tote ist der allseits beliebte Garderobier Ulrich Schreiber, dessen Tod Entsetzen und Unglauben ...

Am Wiener Burgtheater taucht mitten in der Inszenierung eines Stückes von Shakespeare eine Leiche auf. Der Tote ist der allseits beliebte Garderobier Ulrich Schreiber, dessen Tod Entsetzen und Unglauben auslöst, ein Grund für den Mord ist nicht erkennbar. Die Theaterwelt steht Kopf, da gibt es einen weiteren Toten, der diesmal eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Die Polizistin Fina Plank und ihre Kollegen tauchen ein in die Künstlerwelt voller schillernder Persönlichkeiten, in der es mehr Schein als Sein gibt.

Dies ist der zweite Teil der Buchreihe und ich würde empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, da es in beiden Büchern einen unbekannten Akteur gibt, der unerkannt und ungefragt seinen sprichwörtlichen Senf zu allem gibt. Wer das ist und was er damit bezweckt, habe ich selbst noch nicht herausgefunden, da seine Ausführungen voll kryptischer Andeutungen sind, die nicht immer verständlich erscheinen. Hinzukommt, dass auch Fina Plank eine gewisse Entwicklung durchmacht, die wenig Sinn macht, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Dass ich den ersten Teil außerdem sehr empfehlen kann, versteht sich von selbst, weil ich sonst kaum die Fortsetzung hätte lesen wollen.

Wie bereits im ersten Teil wird der Fokus auch hier nicht alleine auf die Ermittlung gelegt. Es gibt eine weitere Person, die in die Geschehnisse verwickelt ist und deren Weg ich verfolgen durfte, wie bereits im Reihenauftakt geschehen. Dies lockerte die Geschichte ein wenig auf, zudem fand ich die Theaterwelt schon immer außerordentlich faszinierend. Mir war lange nicht klar, worauf die Story hinausläuft, die Auflösung war aber schlüssig und nachvollziehbar. Bemängeln möchte ich lediglich einige Ereignisse in der Ermittlergruppe selbst; gewisse Verhaltensweisen empfand ich als überzogen und nicht mehr zeitgemäß, es gibt genug Mechanismen heutzutage, die so etwas unterbinden. Ansonsten habe ich mich aber wieder sehr gut unterhalten gefühlt und finde auch, dass das Buch mit einem Kriminalroman die richtige Zuordnung gefunden hat. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 20.04.2023

Gehen oder bleiben?

Das Liebespaar des Jahrhunderts
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Nachdem mich der erste Teil der autofiktionalen Trilogie von Julia Schoch vor kurzem begeistert hat, war ich auf die Fortsetzung sehr gespannt und meine Erwartungen dementsprechend hoch. Diesmal ging es ...

Nachdem mich der erste Teil der autofiktionalen Trilogie von Julia Schoch vor kurzem begeistert hat, war ich auf die Fortsetzung sehr gespannt und meine Erwartungen dementsprechend hoch. Diesmal ging es um das Erlöschen der Liebe, um den Prozess, der dazu führt, die Gedanken und Erinnerungen, ein Resümee des Lebens. Dies ist in meinen Augen nur bedingt gelungen, denn trotz der Kürze des Buches war es für mich zu viel. Zu viel Bedauern, zu viel Wehleidigkeit, zu viel Kritik an sich selbst und dem Partner. Nun könnte das normal sein, wenn ein Kapitel nach dreißig Jahren zu Ende geht, aber ich hatte etwas anderes erwartet. Mir fehlte hier ein wenig der Kick, so richtig mitgerissen hat mich die Erzählung nicht.

Dies mag wahrscheinlich mit daran liegen, dass die Autorin versucht, allzu privates privat zu lassen, ich aber denke, dass ich dringend gerade das erfahren muss! So drehten wir uns also beide im Kreis und kamen uns nicht in die Quere, zusammengefunden haben wir so aber leider auch nicht. Schade, denn ich liebe den Schreibstil und schöne Sätze, die mich im ersten Band begeistert haben, findet man ebenfalls hier. Es war durchaus interessant, nicht dass wir uns falsch verstehen, aber für ein großartiges Leseerlebnis hat mir etwas gefehlt. So bleibt mir nur, auf den Abschlussband zu warten. Macht euch am besten selbst ein eigenes Bild.

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Veröffentlicht am 18.04.2023

Einmal Hölle und zurück

Seventeen
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Seventeen ist der gefürchtetste Auftragskiller der Welt, er löste Sixteen ab, allerdings nicht wie üblich dadurch, dass er ihn ausgeschaltet hat, denn Sixteen ist verschwunden und niemand weiß, warum und ...

Seventeen ist der gefürchtetste Auftragskiller der Welt, er löste Sixteen ab, allerdings nicht wie üblich dadurch, dass er ihn ausgeschaltet hat, denn Sixteen ist verschwunden und niemand weiß, warum und wohin. Der nächste Auftrag für Seventeen wird es sein, seinen Vorgänger aufzuspüren und zu eliminieren, was sich einfacher anhört, als es ist, denn Sixteen trickst den Auftragskiller aus und plötzlich wird dieser vom Jäger zum Gejagten. Erschwert wird das Ganze zusätzlich dadurch, dass der Auftraggeber die Seiten gewechselt zu haben scheint. Seventeen muss dringend herausfinden, wem er überhaupt noch trauen kann.

Seventeen ist der Ich-Erzähler, ich bekomme aber durch kurze Wechsel der Perspektive zwischendurch auch immer wieder Einblick in parallel ablaufende Geschehnisse geboten. Der Fokus liegt allerdings überwiegend auf Seventeen, der mir bis zum Schluss seinen echten Namen nicht verrät, wie es sich für einen echten Auftragskiller gehört. Mit einem Grinsen im Gesicht folge ich der Geschichte, denn der Humor ist göttlich, und habe das Gefühl, einen Actionfilm in Buchform vor mir zu haben, was mir wahre Glücksgefühle beschert, weil ich solche Bücher sehr gerne lese, diese aber rar geworden sind. Dieses Buch wollte ich eigentlich nicht lesen, weil mich die Leseprobe nicht so richtig überzeugt hatte. Im Nachhinein frage ich mich, ob ich geistig umnachtet gewesen bin, weil mir dadurch fast dieser grandiose Thriller entgangen wäre. Der Autor steht nach Beendigung des Buches für mich auf einer Stufe mir Harlan Coben, Simon Kernick und Greg Iles, wenn es um rasante, spannende, dabei aber auch humorvolle Action- und Agententhriller geht.

Die Story ist nicht neu, aber durch die interessanten Charaktere, den lockeren Ton und den unglaublich spannenden Plot bin ich für Stunden gefesselt und höre nicht auf zu lesen, bis die letzte Seite erreicht ist. Man merkt, dass der Autor Drehbücher schreibt, was bei einem Agententhriller natürlich von Vorteil ist. Ich bin begeistert und möchte mehr davon, da trifft es sich gut, dass John Brownlow bereits an einer Fortsetzung schreibt. Der Titel wird, wenig überraschend, voraussichtlich Eighteen sein. Ich kann es kaum erwarten und freue mich drauf. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es dafür von mir.

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