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Veröffentlicht am 27.08.2020

Runaway Girl

Und wenn sie tanzt
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Nach dem Tod ihres Mannes zieht sich Tess in eine Hütte auf dem Runaway Mountain in Tennessee zurück. Ihre nächsten Nachbarn sind der Street-Art-Künstler Ian North und seine hochschwangere Freundin Bianca. ...

Nach dem Tod ihres Mannes zieht sich Tess in eine Hütte auf dem Runaway Mountain in Tennessee zurück. Ihre nächsten Nachbarn sind der Street-Art-Künstler Ian North und seine hochschwangere Freundin Bianca. Als Bianca bei der Geburt des Babys stirbt, übernimmt Tess die kleine Wren und kümmert sich um sie, während Ian nach dem Vater des Kindes sucht. Doch schon bald entwickelt Tess Gefühle – nicht nur für Wren, sondern auch für den wütenden Künstler. Doch kann hieraus eine Familie entstehen?

Was für eine schöne Geschichte. Ich habe die Romane von Susan Elizabeth Phillips schon immer gemocht und freute mich sehr, dass nun ein weiterer erschienen ist. Die Geschichte von Tess und Ian hat alles, was ihre früheren Werke ausgemacht hat – sie ist witzig und charmant und sehr unterhaltend. Ich liebe Tess, die so hartnäckig ist und sich nicht nur um Wren und Ian, sondern auch um die Einwohner des kleinen Ortes kümmert. Und dabei lässt sie sich nicht beirren, auch nicht von Drohungen, die gegen sie ausgesprochen werden. Und ich liebte Ian. So ein toller und trauriger Mann, der in Wren und Tess eine Familie findet, von der er nie etwas wissen wollte.

Das Buch hat alles, was einen guten Liebesroman ausmacht. Es wird gelacht und geweint, man bangt mit Tess um ihre kleine Pflegetochter, spürt die Verzweiflung und die Angst – und natürlich die Liebe.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich, dass S.E. Phillips mal wieder einen Roman außerhalb ihrer Reihen geschrieben hat. Ich hoffe, es geht bald mit einer neuen Geschichte weiter – und ich bin sicher, dass die dann ebenso unterhaltend ist wie dieser Roman um Tess und Ian!

Veröffentlicht am 26.08.2020

Wer ist der Puzzlemörder?

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Als in der Stadt verteilt verschieden Körperteile gefunden werden, muss die Serial Crime Unit, das Dezernat für Serienmorde, die Ermittlungen aufnehmen. Detective Inspector Anjelica Henley und ihr neuer ...

Als in der Stadt verteilt verschieden Körperteile gefunden werden, muss die Serial Crime Unit, das Dezernat für Serienmorde, die Ermittlungen aufnehmen. Detective Inspector Anjelica Henley und ihr neuer Kollege Ramouter nehmen die Ermittlungen auf. Der Fall erinnert an einen alten Fall erinnert, für den der Täter verurteilt wurde, stellt sich die Frage, ob es sich um einen Nachahmungstäter handelt oder der ursprüngliche Täter involviert ist. Henley und Ramouter müssen alles tun, um den Mörder zu stoppen.

Schon Cover und Klappentext haben mich total angesprochen und ich wollte den Jigsaw Man unbedingt kennenlernen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich mochte die Geschichte und das Ermittlerteam, allen voran Henley und Ramouter, über die ich in folgenden Romanen gerne mehr lesen würde.

Auch der Fall ist spannend, denn der Täter hinterlässt weitere Opfer und der ursprüngliche Täter kann fliehen und sich in die Ermittlungen einmischen. Da er mit dem Team noch eine Rechnung offen hat, wird es hier auch für die Serienmörder-Einheit gefährlich. Das fand ich gut gemacht – aber auch die Frage nach dem Motiv des Täters ließ einigen Raum für Spekulationen. Auch das mochte ich sehr.

Obwohl man früh ahnte, wer der Mörder sein könnte, fand ich das Buch spannend und gut erzählt. Ich mochte den Fall, das Katz-und-Maus-Spiel mit dem ursprünglichen Täter, die Ermittler und ihre Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, wie es mit Henley und Ramouter weitergehen wird und wäre deshalb bei einem zweiten Fall des Teams gerne wieder dabei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 24.08.2020

Was ist Heimat?

Jahresringe
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Nach dem Krieg flieht Leonore aus Ostpreußen und landet im Rheinland. In dem kleinen Ort Lich-Steinstraß findet sie beim Bäcker Immerath und seiner Mutter ein neues Zuhause. Sie bekommt einen Sohn und ...

Nach dem Krieg flieht Leonore aus Ostpreußen und landet im Rheinland. In dem kleinen Ort Lich-Steinstraß findet sie beim Bäcker Immerath und seiner Mutter ein neues Zuhause. Sie bekommt einen Sohn und erbt Bäckerei und Haus, als der Bäcker stirbt. Doch eine neue Bedrohung ihrer Heimat steht schon in den Startlöchern. Denn Lich-Steinstraß soll dem Bagger weichen, der unter dem Ort Braunkohle fördern soll.

Da ich selbst in der Nähe des Tagebaus lebe und so sowohl die Umsiedlung der Ortschaften als auch den Tagebau hautnah mitbekommen habe und mitbekomme, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Auch weil ich mich fragte, ob die Geschichte zu einseitig erzählt sein könnte. Aber von Anfang an.

Leonores Geschichte ist in drei Teile unterteilt. Teil 1 spielt in den Jahren 1946 bis 1964 und erzählt Leonores Flucht und ihre Ankunft in Lich-Steinstraß, wo sie sich ein neues Leben aufbaut. Diesen Teil fand ich persönlich am interessantesten und am besten erzählt. Vielleicht auch, weil es nicht hauptsächlich um die „böse“ Rheinbraun und den Abbau der Kohle sowie die Umsiedlung des Ortes ging. Hier stand wirklich Leonore im Vordergrund. Allerdings muss ich hier sagen, dass ich ein paar Episoden seltsam fand. Eleonores außerkörperliche Erfahrungen, die im Bürgewald über sie kamen, habe ich zum Beispiel überhaupt nicht verstanden, ebenso die Episode, die zur Geburt ihres Sohnes Paul führten. Aber darüber kann ich hinwegsehen.

Teil 2 behandelt dann die Jahre 1976 bis 1986. In diesem zweiten Teil geht es hauptsächlich um Leonores Sohn Paul – und die Umsiedlung spielt hier schon eine große Rolle. Dabei waren mir die Teile mit dem Unterhändler des Unternehmens und der Ungerechtigkeit, die hier über die Leute kommt, schon ein bisschen dramatisch. Ja, es ist schlimm, wenn man seine Heimat verliert, aber hier fand ich es alles schon ein bisschen drüber – so sehr, dass ich hier und da die Augen verdrehen musste.

Teil 3 spielt dann in den Jahren 2017 und 2018. Hier stehen Paul und seine Kinder Jan und Sarah im Vordergrund. Paul und sein Sohn arbeiten beide bei Rheinbraun (heute RWE Power) und Sarah ist eine der Aktivistinnen im Hambacher Forst. So ist die Familie in zwei Lager gespalten – einmal Paul und Jan und auf der anderen Seite Leonore und Sarah. Obwohl ich hier beide Seiten verstehen kann, hat mich dieser Teil am meisten aufgeregt. In erster Linie fand ich den Schluss des Buches wirklich zu kitschig und viel zu drüber. Diese plötzliche Läuterung Pauls und Jans konnte ich nicht so richtig nachvollziehen. Das hat mich wirklich schnauben und mit den Augen rollen lassen.

Insgesamt eine schön erzählte Geschichte, wobei ich den ersten Teil über Leonore und die Nachkriegsjahre am besten erzählt fand. Den Rest des Buches fand ich einfach zu sehr den Aktivisten gewidmet, ohne die Stromerzeugung, die einfach sein muss, im Auge zu behalten. Ich fand es einfach zu einseitig erzählt. Schade!

Veröffentlicht am 24.08.2020

Familie Schaf wünscht gute Nacht

Emil das kleine Einschlafschaf. Eine Gutenachtgeschichte zum Vorlesen und Betrachten. Pappbilderbuch ab 18 Monaten. Vom Autor von "Schüttel den Apfelbaum"
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Schäfchen Emil macht sich am Ende des Tages auf den Weg nach Hause. Überall sind schon die Lichter aus und alle Tierkinder schlafen schon in Sicherheit bei ihren Eltern. Da kuscheln die Entenkinder, die ...

Schäfchen Emil macht sich am Ende des Tages auf den Weg nach Hause. Überall sind schon die Lichter aus und alle Tierkinder schlafen schon in Sicherheit bei ihren Eltern. Da kuscheln die Entenkinder, die kleinen Biber, Mäuse, das Fuchskind, das Rehkitz und das Wildschweinchen. Und auch Emil ist müde und kuschelt sich zwischen seine Eltern.

Das kleine Einschlafschaf Emil ist absolut niedlich. Und so sind auch die Illustrationen. Mit vielen liebenswerten Details sind die kleinen Tierkinder ausgestattet und machen so die einzelnen Seiten zu sehr schönen Schaubildern. Da tragen die Entenkinder kleine Schlafmützen, das Fuchskind hält einen Teddybär und das kleine Wildschwein einen Fußball. So macht eine Gute-Nacht-Geschichte gleich noch viel mehr Spaß, denn das Kind hat viel zu schauen.

Auch die kleinen Texte in Gedichtform sind schön und schnell vorgelesen, so dass die Gute-Nacht-Geschichte für die Kleinen nicht langweilig wird.

Mir gefällt Emil richtig gut und ich finde das Buch altersgerecht (es ist ab 18 Monaten empfohlen, aber ich kann es mir auch schon interessant für kleinere Kinder vorstellen) und total niedlich!

Veröffentlicht am 24.08.2020

Was ist Zuhause?

Adresse unbekannt - Nominiert zum Deutschen Jugendliteraturpreis
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Felix lebt allein mit seiner Mutter und Rennmaus Horatio. Anfangs wohnen sie in einem Haus, ziehen dann in eine Eigentumswohnung, von da in eine Mietwohnung, in ein Kellerzimmer – und dann bleibt nur noch ...

Felix lebt allein mit seiner Mutter und Rennmaus Horatio. Anfangs wohnen sie in einem Haus, ziehen dann in eine Eigentumswohnung, von da in eine Mietwohnung, in ein Kellerzimmer – und dann bleibt nur noch der Westfalia-Bus, den Astrids letzter Freund vor ihrer Tür stehen ließ. Und so leben die beiden jetzt in ihrem mobilen Zuhause. Felix geht zur Schule, findet Freunde – aber niemand darf wissen, dass er nicht in einer Wohnung wohnt. Doch mit der Zeit wird es schwerer und schwerer, dieses Geheimnis für sich zu behalten.

Susin Nielsen hat mit „Adresse unbekannt“ ein tolles Kinderbuch mit einem ernsten, aber aktuellen Thema geschrieben. Es geht um Kinderarmut und um Obdachlosigkeit, eine Mutter, die das Wohl ihres Kindes zwar im Blick hat, aber unfähig ist, alles zu tun, um dieses Wohl auch aufrecht zu erhalten. Es spielt zwar auch Pech eine Rolle beim Verlust der Eigentumswohnung, aber Astrid ist auch nicht in der Lage, ihren jeweiligen Job lange zu halten, da sie sich nicht gerne etwas sagen lässt. Sie ist auch nicht immer ein gutes Vorbild für ihren Sohn, auch wenn der wirklich gut geraten ist.

Felix erzählt seine Geschichte mit allen Auf und Abs. Er erzählt von seinen Freunden, auf die er sich immer verlassen kann, die aber auch nichts von seiner Situation erfahren dürfen. Von den Schwierigkeiten, die das Leben in einem Bus mit sich bringen, davon, wie sehr er sich eine Badewanne und eine eigene Toilette wünscht. Davon, dass er sich schämt, vom Stehlen, um satt zu werden.

Die Geschichte ist wichtig, denn sie erzählt von den Obdachlosen, von denen man nichts erfährt. Denjenigen, die bei Familie oder Freunden unterkommen können, wenn es für eine eigene Wohnung nicht mehr reicht. Das Buch ist aber auch ein Buch über Freundschaft – und darüber, was man erreichen kann, wenn man sich anderen Leuten anvertraut.

„Adresse unbekannt“ hat mir sehr gut gefallen. Felix ist ein toller Protagonist, mit dem man sich freut und mit dem man leidet. Ich fand auch gut, dass es am Ende nicht so Friede, Freude, Eierkuchen war, ohne dass Felix und seine Mutter etwas dafür tun müssen. Sie bekommen Hilfe, müssen aber mitarbeiten – auch das gefiel mir.

Ernstes Thema gut verpackt. Gibt Kindern einen Einblick darin, dass es nicht für alle einfach ist im Leben!