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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2019

Ab auf die Insel

Wild Games - In einer heißen Nacht
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Abby, die als Journalistin für eine Zeitschrift Bücher rezensiert (oder wie sie gerne sagt: verreißt), wird von ihrer Chefin zur Teilnahme an einer Reality-Show gezwungen. Zusammen mit den anderen Kandidaten ...

Abby, die als Journalistin für eine Zeitschrift Bücher rezensiert (oder wie sie gerne sagt: verreißt), wird von ihrer Chefin zur Teilnahme an einer Reality-Show gezwungen. Zusammen mit den anderen Kandidaten wird sie auf einer einsamen Insel ausgesetzt und muss fortan ausgerechnet mit dem arroganten Dean im Team Aufgaben bewältigen, um am Ende die Chance auf den Gewinn von 2 Mio. Dollar zu haben. Zuerst sind Dean und sie wie Hund und Katz, doch nach und nach findet Abby ihn immer weniger blöd und auch er scheint angetan von ihr.

Ich finde die Grundidee und die Umsetzung dieser im Roman wirklich witzig. Abby ist nicht unbedingt die perfekte Kandidatin für die Show, sie findet sich viel zu gewöhnlich zwischen all den gutaussehenden Paradiesvögeln, die mit ihr auf die Insel gezogen sind. Die Scharmützel zwischen ihr und Dean fand ich wirklich amüsant und so musste ich bei den Show-Spielen oft laut lachen, weil die beiden einfach zu köstlich waren, wenn sie sich gegenseitig beschimpften. Auch die entstehende Liebesbeziehung zwischen ihnen fand ich nett und so las ich das Buch mit einem Dauergrinsen.

Das Buch ist gute Unterhaltung und liest sich mal eben so weg. Nett!

Veröffentlicht am 20.03.2019

Es ist kalt, so kalt

Eisige Tage
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Ein Anwalt der russischen Mafia wird tot in seinem Wagen gefunden. Die Polizisten Seiler und Novic ermitteln in dem Fall und erkennen bald, dass es um Mädchenhandel geht, weshalb der Anwalt sterben musste. ...

Ein Anwalt der russischen Mafia wird tot in seinem Wagen gefunden. Die Polizisten Seiler und Novic ermitteln in dem Fall und erkennen bald, dass es um Mädchenhandel geht, weshalb der Anwalt sterben musste. Doch wie hängen die vielen verschwundenen Teenager mit den Russen zusammen?

Das Buch beginnt spannend und ich war gespannt auf die komplette Geschichte. Den Schreibstil mochte ich auch, wobei ich sagen muss, dass ich es nicht mochte, wie die beiden Kommissare eingeführt werden. Man erfährt nur Bruchstücke aus ihrem Leben und ich mochte nicht die kleinen Cliffhanger mit Andeutungen am Ende der ersten Kapitel. Warum mochte ich die nicht? Weil sie nicht vernünftig aufgeklärt werden. Ja, ich erfahre, warum Novic keine Kälte mag und ein bisschen seltsam ist, aber habe ich da wirklich schon alles erfahren? Und Seiler … ihre Verwicklungen mit „Onkel Wadim“, dem Boss der russischen Gangster, ihr Sohn Jonas, über den es nur Andeutungen, aber keine konkreten Aussagen gibt, und den Selbstmord ihres Mannes. Alles bleibt seltsam distanziert und wird – meiner Meinung nach – nicht fertig erzählt. Das hat mich gestört.

Die Geschichte um die beiden russischen Jungs, Neffen von „Onkel Wadim“, und ihr eigenes kleines Geschäft ist dennoch spannend und gut erzählt, aber irgendwie blieben mir die Protagonisten seltsam fremd, was mich das Buch auch nur distanziert lesen ließ.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Das Herz sagt: Spring!

Sterne sieht man nur im Dunkeln
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Eigentlich müsste Anni umfassbar glücklich sein: Ihr langjähriger Freund Thies macht ihr einen Heiratsantrag und ihr Chef bietet ihr eine Beförderung an, für die sie allerdings von Bremen nach Berlin ziehen ...

Eigentlich müsste Anni umfassbar glücklich sein: Ihr langjähriger Freund Thies macht ihr einen Heiratsantrag und ihr Chef bietet ihr eine Beförderung an, für die sie allerdings von Bremen nach Berlin ziehen müsste. Doch nichts ist so, wie Anni es sich gewünscht hat, denn eigentlich hatten Thies und sie beschlossen, auch ohne Heiratsurkunde glücklich zu sein, und nach Berlin ziehen nur junge Leute. Kurzentschlossen lässt sie sich beurlauben und folgt dem Ruf ihrer einstigen besten Freundin nach Norderney, wo diese ein Café betreibt. Hier will sich Anni darüber klar werden, was sie wirklich vom Leben will.

Eigentlich mochte ich Anni und konnte ihre Zweifel an den Veränderungen in ihrem Leben gut nachvollziehen. Dem Ruf der Postkarte ihrer Jugendfreundin nach Norderney zu folgen konnte ich auch gut verstehen. Ein bisschen genervt hat mich das Hin und Her zwischen Anni und Marie. Zuerst war alles Friede, Freude, Eierkuchen und im nächsten Moment waren die beiden zickig zueinander, ohne dass man als Leser wusste, warum. Irgendwann erfuhr man den Grund, was mich aber dann an Annis spontaner Reise zweifeln ließ. Trotzdem fand ich Annis Aufenthalt an der Nordsee mit dem heimeligen Café, der kleinen Dachwohnung und den neuen Leuten schön zu lesen.

Für mich machten die gedruckten Grußkartentexte, die Anni nebenberuflich entwarf, einen großen Reiz des Buches aus. Zum Glück gibt es eine Adresse, wo man die Poster oder Postkarten bestellen kann, denn die Texte sind wirklich herzallerliebst.

Insgesamt hat mich Annis Geschichte gut unterhalten, obwohl ich sie manchmal gerne schütteln wollte, weil sie vermeintlich alles hatte und doch nicht glücklich werden wollte! Am Ende wird ja alles irgendwie gut, was mich sehr gefreut hat. Schöne Liebesgeschichte vor toller Kulisse!

Veröffentlicht am 17.03.2019

Fesselnder historischer Krimi

1793
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Aus dem Fatburen wird eine grausam zugerichtete Leiche geborgen. Dem Toten fehlen Arme, Beine und Augen. Gemeinsam versuchen der Jurist Cecil Winge und der einarmige Jean Michael Cardell, der die Leiche ...

Aus dem Fatburen wird eine grausam zugerichtete Leiche geborgen. Dem Toten fehlen Arme, Beine und Augen. Gemeinsam versuchen der Jurist Cecil Winge und der einarmige Jean Michael Cardell, der die Leiche aus dem Fluss geborgen hat, den Mörder zu finden. Dabei müssen sie tief eintauchen in das Leben in Stockholm im Jahre 1793. Keine einfache Aufgabe, die beiden Männern alles abverlangt.

Normalerweise lese ich keine historischen Romane, doch die Geschichte hat mich einfach angesprochen, weshalb ich Cecil und Jean Michael bei ihren Recherchen begleiten wollte. Der Autor schafft es, dem Leser das Leben in Stockholm 1793 so nahe zu bringen, dass man den Schmutz und das Elend geradezu riechen kann. Für das normale Volk ist das Leben in der Stadt kein Zuckerschlecken und die Armen müssen Tag für Tag um ihr Überleben kämpfen.

Im ersten Teil des Romans geht es um das Auffinden der Leiche und das Zusammenfinden von Cecil Winge und Jean Michael Cardell, während im zweiten und dritten Teil die Geschehnisse vor dem Mord geschildert werden. Alles ist faszinierend und treibt die Geschichte voran. Gleichzeitig bekommt man einen Einblick in das Leben der Menschen in dieser Zeit. Es ist schmuddelig, brutal und spannend und lädt nicht direkt zum Verweilen ein.

Cecil und Jean Michael sind ein tolles Ermittlerteam. Der erste ein Denker, der analytisch an den Fall herangeht, während Jean Michael der „Aufräumer“ ist, der auf seine Art die Leute zum Reden bringt. Ich könnte mir sehr gut weitere Fälle der beiden vorstellen, wenn da nicht Cecils Krankheit wäre, die das unmöglich macht. Schade, wirklich sehr schade.

Ein historischer Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat, während ich noch vieles über die Weltgeschichte gelernt habe. Gut erzählt, vielschichtig und grausam. Tolle Geschichte!

Veröffentlicht am 17.03.2019

Magisch

Witchmark. World Fantasy Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres 2019
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Miles Singer entging einst seiner Bestimmung, indem er zum Militär floh. Nach seiner Rückkehr arbeitet er als Arzt und kümmert sich um Kriegsheimkehrer, die an einer seltsamen psychischen Störung leiden. ...

Miles Singer entging einst seiner Bestimmung, indem er zum Militär floh. Nach seiner Rückkehr arbeitet er als Arzt und kümmert sich um Kriegsheimkehrer, die an einer seltsamen psychischen Störung leiden. Einige von ihnen fühlen sich besessen und hegen den Wunsch, ihnen nahestehende Personen zu töten. Als ein sterbender Mann in die Klinik eingeliefert wird, der behauptet, vergiftet worden zu sein, muss Miles zusammen mit dem Amaranthine Tristan versuchen, den Mord aufzuklären. Leider führen diese Ermittlungen Miles zurück in den Schoß seiner Familie. Sturmsänger, die Hexen wie Miles an sich binden, um mit deren magischer Energie ihre eigene Magie zu verstärken. Kann Miles seiner Bestimmung entgehen und die Wahrheit hinter dem Mord und dem Leiden der Kriegsheimkehrer aufdecken?

Ich liebe dieses Buch. Die Welt von Aeland, die Magie und vor allem Miles und Tristan verzauberten mich, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Idee der Sturmsänger, den an sie gebundenen Personen, Miles‘ Magie, die er vor seinen Mitmenschen verbergen muss, weil Hexen gefangengenommen und weggesperrt werden, all das ist fantastisch erzählt und bildlich vorstellbar. Aeland und die Menschen, die dort leben, ließen mich immer an „Interview mit einem Vampir“ denken, nur ohne das Beißen und das Blut.

Für mich machte aber die Beziehung zwischen Miles und Tristan den Charme des Buches aus. Und auch die Frage, ob Miles‘ Familie, in erster Linie seine Schwester Grace, die ihn an sich binden will, um ihre Macht zu verstärken, Verständnis dafür haben wird, dass Miles sein eigenes Leben führen will, in dem er Arzt ist und nicht nur eine Art Batterie für die Magie seiner Schwester. Die aufgedeckten Geheimnisse, die zum Tod von Nick Elliot führten, sind spannend. Ich hatte nicht mit dieser Auflösung gerechnet, war aber mit dem Ende des Romans mehr als zufrieden. Gerne würde ich wieder nach Aeland reisen, um Miles und Tristan durch einen weiteren Band zu begleiten.

Ein wirklich magisches Buch mit einer toll erzählten Geschichte. Eins meiner Lesehighlights dieses Jahres!