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Veröffentlicht am 03.07.2017

Falsche Haut

Falsche Haut
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Frag einen Franzosen nie, was im Zweiten Weltkrieg wirklich passiert ist. Er wird es nicht mögen – und dich auch nicht.

Professor Alex Kauffmann reist zu seiner besten Freundin Natalie, um ihr bei dem ...

Frag einen Franzosen nie, was im Zweiten Weltkrieg wirklich passiert ist. Er wird es nicht mögen – und dich auch nicht.

Professor Alex Kauffmann reist zu seiner besten Freundin Natalie, um ihr bei dem Verlust ihres Adoptivvaters Régis beizustehen. Sie finden heraus, dass Régis vor seinem Tod erpresst wurde. Als dann auch noch während der Beerdigung das Testament nebst Begleitschreiben aus dem Notariat gestohlen werden, ist klar, dass es Geheimnisse gibt, die Natalie niemals aufdecken soll. Doch davon lassen die beiden sich nicht abhalten. Sie versuchen, hinter die Geheimnisse zu kommen und geraten dabei in Lebensgefahr. Wem können sie noch trauen?

Dieser Thriller hat mich vor lauter Spannung regelrecht umgehauen.
Durch einen leichten und flüssigen Schreibstil konnte ich sofort in die Geschichte eintauchen. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende total gefesselt, so dass ich es nicht abwarten konnte, weiter zu lesen. Einfach Spannung pur!
Die Charaktere, egal ob gut oder böse, wurden authentisch und greifbar beschrieben. Es gab diverse Situationen, in denen ich mir nicht mehr sicher war, wer Natalie und Alex unterstützen will oder wer ein falsches Spiel spielte. Da hat mich der Autor schon ein paar Mal auf's Glatteis geführt, was absolut passend und spannungssteigernd war.
Natalie und Alex kommen ungeheuerlichen Machenschaften und Vertuschungen auf die Spur, die in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückreichen. Diese geschichtlichen Verbindungen und Hintergründe fand ich sehr gelungen. Sie machten mich nachdenklich und zeigten auf, wie sich skrupellose Menschen an dem Leid und der Angst der Juden bereichert haben.
Der Plot war extrem dicht, komplex und nicht durchschaubar und ließ mir fast keine Zeit zum Luftholen. Das fand ich einfach genial.
Das Ende war super spannend und wartete noch mit einer großen Überraschung auf.

Dieser unglaublich spannende und fesselnde Thriller hat fünf Sterne mehr als verdient.

Veröffentlicht am 01.07.2017

Liebe ihn und leide

Liebe ihn und leide
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Der erfolgreiche Schriftsteller Jan Hellmann ist seit fünf Jahren Single. Die damalige Enttäuschung, als seine Frau Claudia ihn verließ, steckt seitdem ganz tief in ihm. Als er Sandra kennenlernt, verändert ...

Der erfolgreiche Schriftsteller Jan Hellmann ist seit fünf Jahren Single. Die damalige Enttäuschung, als seine Frau Claudia ihn verließ, steckt seitdem ganz tief in ihm. Als er Sandra kennenlernt, verändert sie sein Single-Dasein, denn Jan verliebt sich auf der Stelle in Sandra und auch Sandra entwickelt tiefe Gefühle für Jan. Doch dann erhält Jan Drohbriefe, die die den Eindruck erwecken, dass der Verfasser aus dem unmittelbaren Umfeld von Jan und Sandra kommt. Zu den Drohbriefen kommen noch weitere Abscheulichkeiten, die Jan und Sandra in Angst und Schrecken versetzen. Kann ihre noch junge Liebe das überstehen?

Ich habe diesen Thriller voller Vorfreude begonnen, weil mich das Cover und der Klappentext sehr angesprochen hatten.
Der Schreibstil war leicht verständlich und ließ sich gut lesen.
Die Grundidee des Plots gefiel mir wirklich gut. Jan lernt Sandra kennen, sie verlieben sich, aber irgendjemand will Sandra dafür leiden sehen. Wen stört dieses Glück?
Der überwiegende Teil des Buches beschäftigt sich mit der Beziehung von Jan und Sandra. Zu Beginn wird das Kennenlernen der beiden sehr ausführlich beschrieben. Man lernt sie dadurch gut kennen. Die Dialoge zwischen den beiden sowie deren Verhalten empfand ich allerdings überwiegend gestelzt und hölzern, teils unecht, was mich ziemlich störte. Dadurch gelang es mir auch nicht, komplett in die Geschichte abzutauchen, sondern ich stolperte immer wieder über solche Dialoge, die mich dann stocken ließen.
Es wurden diverse Personen präsentiert, die als Täter infrage kamen. Ich hatte da auch meinen “Favoriten”, lag damit allerdings falsch. Wer der Täter war, löste sich erst ganz am Ende auf und hat mich daher überrascht.
Die Spannung baute sich bei mir leider erst im letzten Drittel auf, was mir für einen Thriller einfach zu wenig ist.

Insgesamt hat mich dieser Thriller leider nicht komplett überzeugt, so dass ich nur drei Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 28.06.2017

Anders - ein Krimi, der anders ist

Anders
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Eine Gruppe Jugendlicher überfällt zwei Obdachlose und misshandelt sie so stark, dass einer der beiden stirbt. Der aus Berlin stammende Icke überlebt die Tat schwer verletzt. Der Sozialpädagoge Oliver ...

Eine Gruppe Jugendlicher überfällt zwei Obdachlose und misshandelt sie so stark, dass einer der beiden stirbt. Der aus Berlin stammende Icke überlebt die Tat schwer verletzt. Der Sozialpädagoge Oliver Hartmann soll sich um Icke kümmern. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Freundschaft. Die jugendlichen Täter rutschen derweil immer weiter in die Kriminalität ab.

Der Schreibstil ist leicht verständlich, so dass die ca. 200 Seiten sehr fix gelesen sind.
Dieser Krimi ist tatsächlich „anders“, denn hier steht nicht die Ermittlungsarbeit der Polizei im Vordergrund. Die Autorin legt ihr Augenmerk auf die Umstände, die bei den Jugendlichen zur Tat geführt haben und wie sie sich danach weiter verhielten. Ebenso auch auf das Leben von Icke nach dieser schrecklichen Tat, wie er sein Leben fortführte und wie er neue Freunde fand. Auf die soziale Randgruppe „Obdachlose“ geht die Autorin warmherzig ein.
Icke, der mir mit seinem Berliner Akzent sehr gut gefiel, wurde wunderbar beschrieben. Es wird aufgezeigt, welche Schicksalsschläge er erleiden musste, durch die er auf der Straße landete. Icke ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen, ein toller Charakter.
Den Sozialpädagogen Oliver fand ich ebenfalls toll beschrieben. Er ist total lebensfroh und hilfsbereit und hat für seine Freunde stets ein offenes Ohr. Die Freundschaft, die sich zwischen ihm und Icke entwickelte, war sehr schön zu lesen.
Auch die Freunde von Oliver spielen eine Rolle und man nimmt an ihren Leben teil. Irgendwann gehört dann auch Icke wie selbstverständlich zu diesem Kreis.
Gelungen fand ich den Einblick in die Gruppe der Jugendlichen und deren soziale Hintergründe. Der Anführer Lukas beeinflusst die anderen so stark, dass diese sich nicht gegen ihn wehren können. Dazu trägt bei, dass sie alle unter Drogeneinfluss stehen. Der Gruppenzwang, der letztlich zu der schrecklichen Tat führt, wird deutlich gemacht. Erschreckend fand ich, dass Lukas die Einsicht fehlte, dass die Tat grausam und falsch war.

Ein Krimi, der sich mit Randgruppen der Gesellschaft beschäftigt und Verständnis für diese schafft. Ich fand das Buch lesenswert und vergebe vier Sterne.

Veröffentlicht am 25.06.2017

Denn wer da hat, dem wird gegeben

Denn wer da hat, dem wird gegeben
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Direkt an der Ostsee soll eine neue, exklusive Urlaubsanlage entstehen, die den Namen “Bernsteinstadt” tragen soll. Allerdings müssen dafür die ortsansässigen Kleinbetriebe verschwinden. Die Bürger versuchen ...

Direkt an der Ostsee soll eine neue, exklusive Urlaubsanlage entstehen, die den Namen “Bernsteinstadt” tragen soll. Allerdings müssen dafür die ortsansässigen Kleinbetriebe verschwinden. Die Bürger versuchen sich mit aller macht dagegen zu wehren und gründen deshalb eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Küstenlandschaft. Bei einer Ortsbegehung wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wer war sie? Hängt ihr Tod mit der geplanten Anlage zusammen? Tom Schroeder, der neue Polizeiseelsorger in dem Bezirk, macht sich seine eigenen Gedanken und stößt dabei auf ein undurchschaubares Netz aus Lügen und Korruption.

Der Schreibstil war flüssig und verständlich. Dadurch konnte ich das Buch zügig lesen.
Zu Beginn gab es mehrere Personen und Erzählungen, die ich nicht gleich zuordnen konnte. Das folgte dann aber recht bald, so dass die Zusammenhänge und Verbindungen immer klarer wurden.
Die Personen waren anschaulich beschrieben und entsprechend ihrer Rollen sympathisch oder unsympathisch. Einige waren sehr durchtrieben und spielten ein falsches Spiel. Tom Schroeder als Hauptprotagonist hätte gerne noch greifbarer und intensiver beschrieben werden können, so dass er noch mehr hervorsticht.
Die Korruptionen und Intrigen wurden sehr realistisch dargestellt. Genauso kann es sich wirklich zutragen.
Die Beschreibungen der Abläufe und Umgebungen waren insgesamt sehr detailliert und ausführlich. Dadurch bekam ich einen guten Einblick in alles. Manchmal waren mir die Details allerdings zu viel und mir hätte nur ein grober Anriss genügt, da es so zu Lasten der Spannung ging.
Die Spannung baute sich erst allmählich auf. Ab ca. der Hälfte des Buches stieg die Spannung dann deutlich an und hielt sich bis zum Ende.
Das Ende empfand ich als realistisch, denn ich hatte den Eindruck, dass der Filz nicht besiegt werden kann und die durchtriebenen Menschen einfach so weitermachen wie bisher.
Den Plot fand ich gut durchdacht. Es gab Raum für Spekulationen zum Täter und zum möglichen Motiv. Die Auflösung und damit das ganze Ausmaß des Geschehens wurde erst zum Ende hin präsentiert, so wie es sein sollte.

Ein solides Krimidebüt, das von mir drei Sterne bekommt.

Veröffentlicht am 24.06.2017

Fighting to Be Free - Nie so geliebt

Fighting to Be Free - Nie so geliebt
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Jamie ist frisch aus dem Gefängnis entlassen und fest entschlossen, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Er will sich nie wieder auf krumme Geschäfte einlassen. Doch das ist gar nicht so einfach. ...

Jamie ist frisch aus dem Gefängnis entlassen und fest entschlossen, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Er will sich nie wieder auf krumme Geschäfte einlassen. Doch das ist gar nicht so einfach. Als er Ellie begegnet, verliebt er sich sofort in sie. Und auch Ellie ist gleich fasziniert von Jamie. Beide werden in einem wahren Gefühlssturm mitgerissen. Doch hat ihre Beziehung eine Chance? Immerhin trägt Jamie ein Geheimnis mit sich, das er Ellie nicht anvertraut hat - er hat einen Menschen umgebracht.

Das Buch hat mich aufgrund des Covers und des Klappentextes sofort angesprochen. Der Schreibstil war angenehm leicht und flüssig zu lesen, so dass die Seiten regelrecht dahin flogen. Ich war sofort von Jamie und Ellie gefangen genommen und konnte mit ihnen mitfühlen.
Der Aufbau des Buch gefiel mir sehr gut. Es wurde jeweils in der Ich-Form von Jamie und Ellie erzählt, so dass mir beide Charaktere und deren Gefühle und Gedanken sehr nahe gebracht wurden.
Jamie war mir durchgängig sympathisch. Ich habe mich stets gefragt, was da in seiner Vergangenheit geschehe sein mochte, dass er im Gefängnis war. Dass er kein schlechter Mensch sein konnte, war mir sofort klar, denn er benahm sich sehr aufmerksam und fürsorglich Ellie gegenüber. Seine Vergangenheit, die der Leser später erfährt, machte mich fassungslos und geschockt. Was mich an Jamies Charakter etwas störte, war sein Alter. Er war gerade mal 18 Jahre, was ich einfach zu jung fand. Ich habe das aber gedanklich ausblenden können, so dass das kein Problem mehr für mich war.
Ellie fand ich auch sehr sympathisch. Sie hatte sich gerade von ihrem Freund getrennt, als sie Jamie kennenlernte. Anfangs wehrte sie sich noch gegen ihre Gefühle, doch die waren einfach zu stark. Ellie war ein aufrichtiger und warmherziger Charakter. Manchmal war sie ein wenig zu naiv, aber sie war ja auch erst 17 Jahre.
Die Geschichte der beiden gefiel mir gut. Es war eine Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen, Schmerz und Leid, aber auch Glück und wahrer Liebe. Die verschiedensten Gefühle, die die beiden durchlebten, wurden mir von der Autorin prima nahe gebracht. Auch wenn vieles recht vorhersehbar war, war ich doch gespannt und neugierig, was den beiden alles passiert und ob ihre Liebe stark genug ist, das alles zu überstehen.

Insgesamt fand ich das Buch toll und absolut lesenswert und ich freue mich auf die Fortsetzung, die ich unbedingt lesen möchte. Ich vergebe vier Sterne.