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Veröffentlicht am 24.01.2017

Wie der Traum vom Fliegen war wird

Der Jahrhunderttraum (Jahrhundertsturm-Serie 2)
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Die Geschichte beginnt im Jahre 1891, die Geschwister von Briest, Otto, Amalie und Levin werden erwachsen und wissen noch nicht so recht, wie ihr Leben verlaufen soll. Gleichzeitig finden die ersten Versuche ...

Die Geschichte beginnt im Jahre 1891, die Geschwister von Briest, Otto, Amalie und Levin werden erwachsen und wissen noch nicht so recht, wie ihr Leben verlaufen soll. Gleichzeitig finden die ersten Versuche statt, sich in die Lüfte zu erheben. Die Jungen sind fasziniert davon. Vor allem Levin träumt den großen Traum vom Fliegen. Otto zieht es eher in die Laufbahn eines Detektivs, wobei dies im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht unbedingt schicklich ist, für einen Jungen aus adligem Haus. Auch Amalie weiß noch nicht so richtig, wie es mit ihr weiter gehen soll, aber alle haben sie eins gemeinsam, sie suchen und träumen von der großen Liebe.

„Der Jahrhunderttraum“ ist der zweite Band zu „Der Jahrhundertsturm“ allerdings beginnt seine Geschichte einige Jahre nach dem Ende des ersten Teils. Hier wird zwar die Geschichte der Familie Briest weitererzählt, aber ich denke, man kann ihn trotzdem auch ohne Vorkenntnisse lesen. Die Protagonisten sind hier die Enkel, die erwachsen geworden sind. Jeder für sich hat seinen eigenen Traum und versucht diesen zu verwirklichen, was nicht immer einfach ist.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht aber zweifellos der Menschheit wohl größter Traum. Der Traum, die Lüfte zu erobern. So schildert der Autor ausführlich davon, wer alles an Fluggeräten arbeitete. Über Lilienthal, Zeppelin und die Gebrüder Wright ist alles vertreten, was Rang und Namen zu dieser Zeit hatte. Dübell hat eine schöne Intrige darum gesponnen, das politische Zeitgeschehen wunderbar mit eingearbeitet und ein interessantes Gesamtbild geschaffen. Vielleicht ist die Schilderung an der einen oder anderen Stelle etwas zu ausführlich in technische Details gegangen oder einige Szenen zu langatmig geraten, aber im ganzen gesehen hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Zu erleben, wie der Traum vom Fliegen langsam wahr wurde. Dabei zuzusehen, wie die Kinder der Familie Briest ihre eigenen Träume verwirklichten. Wie sie Freundschaften knüpften und ihre wahren Ziele im Leben fanden. Und wie ein Jahrhundert zu Ende ging, um dem nächsten Platz zu machen.

Mir hat dieser zweite Band gut gefallen. Auch wenn ich fand, dass die eigentlichen Protagonisten etwas zu sehr im Hintergrund standen. Hier waren einfach mehr die technischen Neuheiten vordergründig. Für sich allein genommen war es richtig interessant, aber die Charaktere wie Otto, Amalie und Levin blieben dabei leider etwas blass und konnten nicht so richtig überzeugen. Mir fehlte einfach ein Charakter, mit dem ich so richtig mitfiebern konnte. Erst zum Ende hin, fand ich diesen.

Eine Karte zu Beginn hilft dabei sich rund um Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts zurechtzufinden und ein ausführliches Nachwort zum Schluss klärt Fiktion und Wahrheit.

„Der Jahrhunderttraum“ ist ein schöner, ausführlicher Roman über das ausgehende 19. Jahrhundert. Er erzählt von den technischen Neuheiten der Zeit. Davon wie es politisch im Land aussah. All dies anhand der Lebensgeschichte der Familie von Briest. Mir hat er gut gefallen.

Veröffentlicht am 22.01.2017

Die Tage der Sintflut

Die Tage der Sintflut
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1248: Aachen steht einer Katastrophe bevor. Die Stadt wird belagert, weil sich hier der Graf Wilhelm von Holland, zum König krönen lassen will. Aber noch ist Friedrich Kaiser, auch wenn er unter dem Kirchenbann ...

1248: Aachen steht einer Katastrophe bevor. Die Stadt wird belagert, weil sich hier der Graf Wilhelm von Holland, zum König krönen lassen will. Aber noch ist Friedrich Kaiser, auch wenn er unter dem Kirchenbann steht und die Aachener ihrem Kaiser treu ergeben sind. Sie werden ihre Stadt so schnell nicht aufgeben. Ein friesischer Kriegsherr rät dazu, einen Damm zu bauen und die Stadt somit zu fluten, aber bringt dies auch den gewünschten Erfolg? In diesem ganzen Chaos trifft Beatrix, die Frau des Sattlers, auf ihren früheren Geliebten, Reimar. Dieser steht im Dienst des Grafen von Jülich und dieser wiederum vor den Stadtmauern, da er auf Seiten Wilhelm von Holland kämpft. Ob die Zwei wohl eine Chance bekommen werden? Was wird die Zukunft bringen?

Der Autor Günter Krieger erzählt hier die Geschichte der Belagerung Aachens. Diese historische Begebenheit hat der Autor gelungen in seine fiktive Geschichte um Beatrix und Reimar eingebettet. Gekonnt schildert er die Zusammenhänge, und wie es zu der Belagerung kam und natürlich, was sie vor allem für die Menschen in der Stadt bedeutete. Da er auf beiden Seiten der Stadtmauern seine Protagonisten agieren lässt, entgeht dem Leser eben auch nicht, wie es gerade so steht. Reimar eben als Ritter aufseiten der Belagerer und Beatrix in der eingeschlossenen Stadt.

Krieger hat seinen Charakteren alles mit auf den Weg gegeben, was sie für eine gute Geschichte brauchen. Beatrix und Reimar haben eine gemeinsame Vergangenheit, die hier so nach und nach zutage kommt. Beatrix ihr Leben ist dabei sicher nicht einfach, wie sie die Belagerung überstand, wird genauso geschildert, wie eben das Leben ihres Geliebten auf der anderen Seite. Dadurch erhält die Geschichte ihre Lebendigkeit. Es macht einfach Spaß, hier zu lesen und mitzuerleben, wie sich die Dinge entwickeln. Durch die ständigen Wechsel der Perspektiven bleibt es spannend und vor allem interessant. Mir hat es Spaß gemacht, hier zu lesen und zu sehen, wie die Dinge vorangehen, wie sich die Protagonisten verhalten und wie sie ihre schwierige Situation gemeistert haben.

In einem Nachwort klärt Krieger noch kurz Fiktion und Wahrheit und ein Zeitungsartikel erzählt noch mal ausführlich davon, was vermutlich im Jahre 1248 geschehen ist.

„Die Tage der Sintflut“ ist ein spannender historischer Roman über die Belagerung einer Kaiserstadt im 13. Jahrhundert. Er hat alles, was einen guten Roman ausmacht, eine interessante Geschichte, Protagonisten, die nicht zu vorhersehbar sind und eine kleine Liebesgeschichte, die zwar durch die gesamte Handlung führt, aber trotzdem nicht zu vordergründig ist.

Veröffentlicht am 27.12.2016

Abschluss einer spannenden Trilogie über einen grausamen Fürsten

Das Ende des Teufelsfürsten
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Buda 1463: Floarea ist die Flucht gelungen, sie hat das Martyrium durch Vlad Draculea überlebt. Nun ist sie wieder bei ihrer Tante. Diese päppelt das Mädchen auf und besorgt ihr schließlich eine Anstellung ...

Buda 1463: Floarea ist die Flucht gelungen, sie hat das Martyrium durch Vlad Draculea überlebt. Nun ist sie wieder bei ihrer Tante. Diese päppelt das Mädchen auf und besorgt ihr schließlich eine Anstellung bei Hofe. Floarea wird die Vorleserin der Königin, der Gattin von König Matthias Corvinus. Was das Mädchen nicht ahnt, auch Vlad weilt am Hof des Königs. Hier wartet er auf sein weiteres Schicksal. Als Floarea erfährt wie nahe sie dem verhassten Mann ist, fast sie einen Entschluss. Sie wird ihn töten, auch wenn es sie selbst in höchste Gefahr bringt. Zur selben Zeit macht sich Carol, der Sohn von Draculea auf den Weg, den Vater ins Jenseits zu befördern. Floarea und Carol ahnen beide nicht, auf was sie sich einlassen.

„Das Ende des Teufelsfürsten“ ist gleichzeitig der Schlussband der Trilogie über und mit Vlad Draculea. Hier schließt sich nun der Kreis und es geht dem Ende zu. Noch einmal nehmen die Protagonisten den Kampf gegen den grausamen Fürsten auf. Für Floarea und Carol ist es ein Kampf gegen ihre Vergangenheit und für ihre Zukunft. Für den Fürsten ein Kampf auf sein Leben und sein Reich. Die Autorin schafft es auch hier wieder, eine spannende Geschichte zu erzählen. Ein letztes Mal noch gelingt es Vlad sich zu behaupten und verbündete zu gewinnen. Die Hintergründe hat Silvia Stolzenburg wunderbar in ihre fiktive Geschichte um die jungen Leute gesponnen. Auch wenn der Fürst als grausam bekannt war, hier gibt es zu mindestens ein paar Antworten auf die Frage, wie ein Mensch so werden kann. Ich fand die fiktive Geschichte, rund um Floarea und Carol, spannend zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin und viel zu schnell war die letzte Seite gelesen.

Es empfiehlt sich die beiden Vorgänger „Der Teufelsfürst“ und „Das Reich des Teufelsfürsten“ gelesen zu haben, da die Bücher aufeinander aufbauen und dann auch besser verständlich sind.

Eine Karte im Buch sorgt für den nötigen Überblick, ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und eine Bibliografie lädt dazu ein, selbst etwas über diese Zeit nachzulesen.

„Das Ende des Teufelsfürsten“ ist ein gelungener Abschluss der Romanreihe über den als sehr grausamen bekannten Graf Vlad Draculea. Gleichzeitig ist es aber auch ein Liebesroman, indem die Protagonisten einiges zu überstehen haben, bis sie ihr Glück finden. Auch wenn die Trilogie hier abgeschlossen ist, gibt es doch einen kleinen losen Faden am Ende der durchaus hoffen lässt, das man zu mindestens von einigen Protagonisten noch mal etwas zu hören, sehen oder lesen bekommt.

Veröffentlicht am 27.12.2016

Spannend geht es weiter im Reich von Gression

Richarda von Gression 2: Die Königin
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Der erste Tag im neuen Jahrtausend ist angebrochen und die Welt nicht untergegangen. Das Leben geht weiter und auch Richardas Vision einer besseren Welt bleibt bestehen. Die Menschen vertrauen ihr weiterhin ...

Der erste Tag im neuen Jahrtausend ist angebrochen und die Welt nicht untergegangen. Das Leben geht weiter und auch Richardas Vision einer besseren Welt bleibt bestehen. Die Menschen vertrauen ihr weiterhin und gehen sogar noch weiter, Richarda wird die neue Königin des neuen Gression. Aber kann sie dieser Rolle auch gerecht werden? Immer mehr Menschen schließen sich der kleinen Gemeinschaft an und wollen in Frieden leben. Sogar Graf Gerhard lässt sie gewähren.

„Die Königin“ ist der zweite Band der Trilogie um Richarda von Gression im Jahre 1000. Er schließt direkt an Band 1 an. So ist es auch unbedingt nötig Teil 1 zu kennen, um hier weiterlesen zu können. Das Leben der Menschen wird hier weitererzählt. Man ist dabei wie sich das kleine Reich entwickelt, und wie neue Protagonisten dazu kommen. Unter anderem bekommt Richarda einen Schreiber an die Seite. Dieser notiert ihren Werdegang und nennt sich selbst der Chronist der Königin. Er hält nun alle wichtigen Details fest. Insgesamt gesehen ist es spannend, hier weiterzulesen, auch wenn für mich zu wenig Richarda in der Geschichte vorkommt. Eigentlich wird hier mehr von den Menschen drum herum erzählt. Wie sie ihr Leben gestalten wollten und was im Wesentlichen alles schief gegangen ist. Auch gibt es Einblicke in die einzelnen Charaktere, die sich eben auf Handlungen aus „Die Visionärin“ beziehen. So kommen eben einige Taten ans Licht, und einige Zusammenhänge werden geklärt.

Gut gefallen hat mir der Bezug zu historischen Ereignissen der Zeit. So trifft die Königin auf den jungen Kaiser Otto. Obwohl mir diese Szenen dann doch auch wieder zu kurz waren. Überhaupt habe ich mehr Szenen direkt mit Richarda erwartet, nach wie vor ist sie mir zu blass und unscheinbar, so als wäre sie als Protagonistin gar nicht greifbar. Im Ganzen gesehen hat mir aber dieser zweite Teil etwas besser gefallen wie der Vorgänger. Die einzelnen Charaktere bekommen mehr Raum und handeln nachvollziehbar. Nun bin ich gespannt, was mich in dem letzten Teil der Trilogie erwarten wird.

Veröffentlicht am 14.12.2016

Eine starke Frau, in einer von Männern beherrschten Welt

Die Frauenburg
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Loretta wächst als unbedarftes Mädchen auf der Burg Blieskastel auf. Sie hat sich dem Willen des Vaters zu fügen. Dieser, hoch verschuldet, verheiratet die Tochter mit dem Erben von Starkenburg-Sponheim. ...

Loretta wächst als unbedarftes Mädchen auf der Burg Blieskastel auf. Sie hat sich dem Willen des Vaters zu fügen. Dieser, hoch verschuldet, verheiratet die Tochter mit dem Erben von Starkenburg-Sponheim. Loretta fügt sich unglücklich in ihr Schicksal. Ihr zukünftiger Gemahl ist keine Schönheit und schnell wird Loretta klar, ihre Ehe wird nicht glücklich werden. Trotz Schwierigkeiten bekommt sie drei Kinder von ihrem Gemahl, dann stirbt dieser früh und Loretta übernimmt die Aufgabe, das Erbe für ihren ältesten Sohn Johann zu sichern. Als Regentin im 14. Jahrhundert hatte sie es nicht leicht. Eine Frau, die es den Männern gleichtun wollte, das konnte unmöglich funktionieren. Aber Loretta beweist es allen. Zudem steht ihr der Kurfürst Balduin von Trier zu Seite. Loretta und er stehen sich näher als es nach außen scheint. Auch für die junge Frau scheint es so etwas wie Liebe zu geben. Doch dann schmiedet sie ungeheure Pläne, eine Burg will sie bauen und damit die Ländereien sichern. Kann das funktionieren?

Marita Spang erzählt hier die Lebensgeschichte der Gräfin Loretta von Starkenburg-Sponheim. Diese Frau ist historisch belegt und gilt als eine der wenigen Frauen im ausgehenden Mittelalter die ihre Ländereien selbst regierten. Loretta tat dies, bis zu dem Tag, an dem ihr Sohn mündig wurde. Erst dann übergab sie die Grafschaft in seine Hände. Ihr größter Sieg war wohl, der Bau einer eigenen Burg. Die Frauenburg. War es schon ungewöhnlich als Frau zu regieren, so war der Bau einer eigenen Burg wohl noch ungewöhnlicher. Die Autorin hat es geschafft, hier ein nachvollziehbares Bild dieser Frau zu zeichnen. Loretta wirkt so lebendig und echt. Es macht einfach Spaß hier zu lesen.

Gekonnt hat Spang historische Details mit einer fiktiven Geschichte verwoben, sodass ein glaubwürdiges Gesamtbild entstanden ist. Ihr Erzählstil ist dabei der Zeit durchaus angepasst. Natürlich gut lesbar für die Leserschaft von heute, aber immer wieder mit Floskeln der Zeit verwoben, die für einen authentischen Text sorgen.

Das Leben von Loretta war wohl kein einfaches und jeder hätte ihr bestimmt ein bisschen Glück gewünscht. So hat die Autorin ihr hier eine Liebschaft gestattet. Ob es die tatsächlich auch gegeben hat, sei dahin gestellt, schön zu lesen war sie in jedem Fall. Diese Liebesgeschichte fügt sich zudem wunderbar in die gesamte Geschichte ein.

Ein ausführliches Nachwort beschließt die Frauenburg. Hier werden Fiktion und Wahrheit getrennt und ein paar interessante Details schließen sich an. Auch zwei Karten sind vorhanden, sodass sich der Leser einen schönen Überblick verschaffen kann. Ein Personenregister zu Beginn sorgt dafür, dass auch bei den Protagonisten die Übersicht nicht abhandenkommt. Ich mag solche Details sehr gern in historischen Romanen.

„Die Frauenburg“ ist ein toller, unterhaltsamer Roman über eine starke Frau im 14. Jahrhundert. Sie ist lebendig und echt, gefühlvoll und dramatisch. Kurzum, ein rundherum gelungener historischer Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Gerne mehr davon!!!