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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2019

den Tod besiegen

Scythe – Die Hüter des Todes
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Citra & Rowan leben in einer Welt in der Krankheiten und Tod der Vergangenheit angehören. Doch dasWachstum der Menscheit muss reguliert werden, hierfürgibt es die Scythe - die Hüter des Todes. Sie kümmern ...

Citra & Rowan leben in einer Welt in der Krankheiten und Tod der Vergangenheit angehören. Doch dasWachstum der Menscheit muss reguliert werden, hierfürgibt es die Scythe - die Hüter des Todes. Sie kümmern sich um die Nachlese und sorgen so für ein geregeltes Wachstum. Doch nicht alle werden von moralischen Grundsätzen geleitet. Citra & Rowan werden alsLehrlinge angenommen und geraten schnell in das Netz aus Intrigen und Machtansprüchen, denn der Rat bestimmt, dass nur einer von ihnen überleben darf. Derjenige, der zum Scythe gewählt wird nachihrer Ausbildung muss den anderen töten.

Die Welt, die Neil Shusterman erschaffen hat wirkt auf der einen Seite wie das Ziel aller Dinge, doch auf der anderen Seite auch nicht sehr einladend. Obwohl alle Krankheiten besiegt wurden und man nun ewig lebt, haben die meisten Einwohner furchtbare Angst, von den Scythe ausgewählt zu werden. Sie versuchen sich einzuschmeicheln um so Immunität zu erlangen oder verschont zu werden. Auch das Handeln der Scythe an sich finde ich sehr makaber. Der grundgedanke dahinter ist natürlich berechtigt, dennoch finde ich die Ausführung und auch die Diskussionen des Rates sehr makaber und nicht gerade menschlich. Auch das ewige Leben klingt nicht gerade verlockend. Viele Menschen langweilen sich, Arbeiter werden eigentlich nicht mehr benötigt und der Hand zur ewigen Jugend wird immer größer. Shusterman hebt immer wieder die Moralvorstellungen bzw. auch die fehlende Moral bei einigen Scythe hervor und betrachtet das Scythetum sehr kritisch. Denn im Endeffekt verhalten sich die Scythe nur wie normale Menschen und sind deswegen genau soanfällig für Eitelkeiten und Macht.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Spannung hat sich langsam aufgebaut und man konnte die zwigespaltenen Gefühle und Gedanke der Protagonisten deutlich spüren. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Citra & Rowan und wir erleben, wie unterschiedlich ihre Ausbildung verläuft. Immer wieder gab es unerwartete Änderungen, wodurch das Lesen niemals langweilig wurde. Die Personen fand ich alle gut herausgearbeitet. V.a. fand ich es gut, dass es viele verschiedene Charakterzüge gibt und eben nicht alle perfekt oder böse sind. Manche erscheinen zunächst fest auf einer Seite zu sein, doch später stellt sie sich heraus, dass sie sehr sensibel und menschlich sind.
Durchbrochen werden die Erzählstränge immer wieder von diversen Tagebucheinträgen verschiedener Scythe. Dies gibt einen tollen und intensiven Einblick hinter die Kulissen des Scythetum und die verschiedenen Arten der Scythe werden deutlich. Diese tagebucheinträge haben den Lesefluss dabei nicht gestört, viel mehr haben sie den Weg gezeigt zu einem spannenden Finale.
Schön fand ich auch, dass die Handlung nicht durch eine im Vordergrund stehende Liebesbeziehung an Tiefe verliert. Es deutet sich zwar eine Zuneigung zwischen den Protagonisten an, dennoch liegt der Fokus auf den Geheimnissen und Geschehnissen.

Alles in Allem hat mir dieser erste Teil sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie die Geschichte im Folgeband weitergeht.

Veröffentlicht am 16.04.2019

verwirrende Erinnerungen

Vater unser
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Eva wird von der Polizei in die Psychiatrie eingeliefert, sie soll angeblich eine Kindergartengruppe erschossen haben. Doch das ist eine Lüge, nicht die erste und nicht die letzte die Eva in ihrem Leben ...

Eva wird von der Polizei in die Psychiatrie eingeliefert, sie soll angeblich eine Kindergartengruppe erschossen haben. Doch das ist eine Lüge, nicht die erste und nicht die letzte die Eva in ihrem Leben erzählt hat. Schnell stellt sich heraus, dass auch ihr Bruder Bernhard in ebenjener psychiatrischen Einrichtung in Behandlung ist. Die Familienverhältnisse sind schwierig, doch Eva hat sich in den Kopf ihrem Bruder zu helfen. Und sie hat auch schon einen Plan: Der Vater muss sterben, damit es Bernhard wieder besser gehen kann.

Eva war für mich zu Beginn ein furchtbarer Charakter. Sie ist unhöflich, egoistisch, manipulativ, aufbrausend, leicht eingeschnappt und sieht nur das, was sie sehen will. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, Bernhard zu retten, seien es die Ärzte, die Mutter oder die Vergangeheit. Dabei geht sie in der Sorge um ihren Bruder einfach über die Gefühle anderer hinweg und nur ihr Weg ist der richtige, alles andere akzeptiert sie nicht. Dass ihr Bruder diese Hilfe gar nicht möchte ist dabei nebensächlich. Nach und nach werden die psychischen Abgründe Evas immer offensichtlicher, etwas hat sie in der Vergangenheit stark traumatisiert und der Leser kommt nur langsam hinter die Geheimnisse. Auch die Familienverhältnisse sind recht schwierig, alles hängt irgendwie mit dem vater zusammen, doch so ganz wird die Vergangenheit nicht aufgedeckt. Der Leser muss ständig zwischen den Zeilen lesen, um zu erkennen, was der Wahrheit entspricht und was nur in Evas Phantasie stattfindet/stattfand. Den Erinnerungen von Eva kann man nicht trauen, oft will sie damit provozieren, an anderen Stellen scheint sie selbst nicht zu wissen, was real ist.

Die Sprache ist bissig, manchmal provokativ und erfrischend ehrlich. Immer wieder sind österreichischen Begriffe eingestreut, die jedoch auch für Nicht-Österreicher sofort verständlich sind. Das ist vielleicht nicht unbedingt nötig, aber es hat mich auch nicht weiter gestört. Die Vergleiche und Beschreibung sind zwar nicht immer nett, passen jedoch wie die Faust aufs Auge. Angela Lehner schafft es, das Verwirrspiel von Eva auf die Spitze zu treiben. Man hat das Gefühl mit jeder Seite versteht man weniger. Immer wieder werden zwar Bröckchen der (vermeintlichen?) Wahrheit eingestreut, doch das Gesamtbild erschließt sich dem Leser bis zum Schluss nicht. Und hier ist auch mein größter Kritikpunkt: Das Ende hat mich extrem enttäuscht zurück gelassen. Man hat das Gefühl, dass nichts abschließend geklärt wurde. Ich bin zwar stets dafür, Raum für die Fantasie des Lesers zu lassen, dennoch blieb mir hier am Ende doch zu viel ungeklärt.

Eva ist ein komplizierter Charakter, der es einem nicht leicht macht, sie zu mögen. Leider bleiben die anderen Figuren ein klein wenig blass neben ihr. Die Sprache ist ein großer Pluspunkt des Romans, doch alles in allem blieb mir zu viel offen. Es lohnt sich definitiv, das Buch zu lesen, konnte mich jedoch nicht vollends überzeugen.

Veröffentlicht am 13.04.2019

sehr enttäuschend

Das Licht
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Der wissenschaftliche Assistent und Doktorand im Fachbereich Psychologie in Harvard wird endlich in den engeren Kreis seines Professors Leary eingeführt. Leary arbeitet mit einem neuen Präparat, dass zur ...

Der wissenschaftliche Assistent und Doktorand im Fachbereich Psychologie in Harvard wird endlich in den engeren Kreis seines Professors Leary eingeführt. Leary arbeitet mit einem neuen Präparat, dass zur Heilung psychischer Probleme erforscht wird, LSD, und Futz erhofft sich davon, einen Sprung auf der Karriereleiter zu tun. Doch die LSD-Partys werden immer wilder und die Beteiligten streben nach einem Leben losgelöst von sozialen Zwängen und Normen. Mitgerissen von dieser Vision bricht Fitz mit seinem alten Lebne und schließt sich zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Learys Truppe an. Doch nach und nach bekommt die Fassade einen Riss.

Zunächst einmal fand ich den Schreibstil wirklich gut. T.C. Boyle schreibt flüssig und klar. Das war jedoch leider alles was ich positivies an diesem Buch finden konnte. Die Charaktere blieben alle sehr blass und viele Gedanken und Handlungen konnte ich absolut nicht nachvollziehen. Die Personen verhalten sich allesamt furchtbar verantwortungslos und naiv und gieren nur nach dem nächsten Trip. Ich hatte gehofft, Einblicke in die damalige Forschung und Ansichten in der Psychologie zu bekommen und zu verstehen, was die Menschen zu diesen Experimenten führte. Doch stattdessen gab es nur die immer gleichen Gedankengänge während der Trips und dazwischen das Warten auf neuen Stoff. Die Partys werden immer größer und die Mitglieder des engeren Kreises brauchen immer mehr um überhaupt noch etwas zu erleben. Sie schotten sich mehr und mehr von der Außenwelt ab, immer noch unter dem scheinheiligen Motto der Forschung. Dabei geht es darum schon lange nicht mehr, doch nur Die Frau von Fitz scheint dies irgendwann zu begreifen. Die anderen geben sich weiter ihren Fantasien hin und driften so imer weiter ab.

In der Beschreibung auf dem Klappentext heißt es "T.C. Boyle at his best". Dem kann ich nicht wirklich zustimmen. Das Buch ist nur eine Aneinanderreihung von Drogen-Partys und sexuellen Ausschweifungen und nachden 384 Seiten frage ich mich noch immer, was das alles sollte. Ich hätte mir gewünscht, dass die Hanldung etwas abwechslungsreicherwäre und dass mehr Raum für die psychologischen Studien und Gedanken gäbe. Doch so konnte mich das Buch leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Die Mauer

Die Mauer
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Nach einer Klimakatastrophe ist die Welt nahezu unbewohnbar und die Menschen sind auf der Flucht in bessere Gebiete. Um sich zu verteidigen hat Großbritannien eine großeMauer rund um die Insel errichten ...

Nach einer Klimakatastrophe ist die Welt nahezu unbewohnbar und die Menschen sind auf der Flucht in bessere Gebiete. Um sich zu verteidigen hat Großbritannien eine großeMauer rund um die Insel errichten lassen. Jeder junge Mann und jede junge Frau muss einen zweijährigen Dienst auf der Mauer leisten, um sie vor "den Anderen" zu verteidigen. Joseph Kavanagh ist einer von ihnen und er kennt den Preis für ein mögliches Versagen: Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Wir begleiten nun Joseph ab seinem Dienstantritt auf der Mauer.

Anfangs ist noch nicht klar, wer "die Anderen" sind, gegen die die Mauer verteidigt werden soll und was sie wollen. Doch nach und nach erkennt man, um was es geht und man fragt sich: Darf ein Mensch so handeln? Gerade mit Blick auf aktuelle Entwicklungen fand ich die Idee der Mauer sehr kritisch. Die Verbannung der Verteidiger hat für mich nicht direkt Sinn gemacht, da immer wieder betont wird, wie wichtig es ist, dass die Mauer immer besetzt wird, weswegen auch die sogenannten Fortpflanzler Privilegien erhalten. Wieso also potentielle Verteidiger in den Tod schicken? Die Charaktere fand ich gut, gerade auch weil man nichts über ihre Vergangenheit erfährt. Sie haben mit dem Dienst auf der Mauer ein neues Leben begonnen. Das Verhältnis zu den Eltern ist bei allen wohl eher kritisch zu betrachten, da sie nicht verstehen können, wie die Eltern die negative Entwicklung der Welt einfach so hinnehmen konnten ohne etwas dagegen zu unternehmen. Es wird zwar nicht erklärt, wie es zum Wandel kam, dennoch finde ich, dass es zwischen den Zeilen steht, da viel angedeutet wird. Mir hat dies an dieser Stelle ausgereicht, denn nicht immer muss alles haargenau erklärt werden.

Zugegebenermaßen ist Kavanagh an sich eine etwas schweirige Persönlichkeit. Er ergibt sich kommentarlos in sein Schicksal und hat nicht wirklich eine Meinung. Das Geschehen um ihn herum scheint ihn nicht wirklich zu berühren und v.a am Ende hätte ich mir eine etwas reflektiertere Sicht auf die Dinge gewünscht. Er bleibt nach wie vor sehr unpolitisch und hinterfragt die Handlungen anderer nicht, erfährt also keine Entwicklung bzw. lernt nicht aus dem Geschehenen. Obwohldie Figuren an manchen Stellen etwasoberflächlich blieben,hat mich das im Gesamtkonzept des Roman nicht allzu sehr gestört. Es ging mehr um die Geschihcte, die erzählt wird, als um die Personen selbst.

Der Schreibstil ist sehr bildlich aber auch etwas ausschweifend, was die Handlung manchmal etwas langsam erscheinen lässt. Die Umgebung und Gedanken werden erst lang und breit beschrieben, bevor es weiter geht. Dies war an manchen Stellen etwas ermüdend,v.a. am Anfang fiel es mir deshalb schwer, in die Geschichte zu finden. Man gewöhnt sich jedoch daran und am Ende liest es sich recht flüssig.

Wenn der Klappentext schreibt "John Lanchester geht in seinem neuen Roman alle Herausforderungen unserer Zeit an – Flüchtlingsströme, wachsende politische Differenzen und die immer größer werdende Angst in der Bevölkerung" so stimmt dies zwar, denn unterschwellig geht es genau um diese Themen, man sollte sich jedoch kein hochpolitisches Manifest erwarten. Es ist am Ende immer noch ein Roman, der jedoch die aktuellen Themen gut verpackt und den Leser selbst dazu anregt, Dinge zu reflektieren.

Veröffentlicht am 05.04.2019

eine unübersichtliche Familiengeschichte

Eine eigene Zukunft
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Nach dem Tod der Großmutter gehen Victoria, Mona und Luz notgedrungen mit ihrer Mutter nach New York um zu ihrem Vater zu ziehen, wenn auch sehr unwillig. Den Vater kennen sie nicht wirklich und so wissen ...

Nach dem Tod der Großmutter gehen Victoria, Mona und Luz notgedrungen mit ihrer Mutter nach New York um zu ihrem Vater zu ziehen, wenn auch sehr unwillig. Den Vater kennen sie nicht wirklich und so wissen sie nicht, was sie in diesem Amerika eigentlich sollen. Dementsprechend zeigen sie sich sehr distanziert und gehen ihren Arbeiten nur äußerst lustlos nach. Doch dann kommt der Vater bei einem Unfall am Hafen ums Leben und plötzlich sind die vier Frauen auf sich alleine gestellt in einer Stadt, in der sie niemanden wirklich kennen. Verzweifelt versucht jede auf ihre Weise in der fremden Stadt Fuß zu fassen und ein neues Leben zu finden.

Ich finde der Klappentext weckt ein wenig falsche Erwartungen im Leser. Ich bin davon ausgegangen, dass es vornehmlich um die Probleme beim Eröffnen und Führen eines Nachtclubs, noch dazu als Frauen, gehen wird. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wir erfahren zwar viel über den Alltag und die Probleme der Frauen, jedoch spielt der Nachtclub nur eine sehr untergeordnete Rolle. Viel mehr geht es um die Familie selbst, ihren Zusammenhalt, ihre Probleme. Doch ich muss gestehen, es war nicht sehr spannend ihnen auf ihrem Weg in ein neues Leben zu folgen. Zunächst einmal werden viele Figuren eingeführt, die nicht zwingend etwas mit der Geschichte zu tun haben, was zusammen mit den recht ähnlichen Namen aller Beteiligten den Leser verwirren kann. Oft war mir nicht klar, von wem nun gerade die Rede ist, was seine Funktion ist und nicht wenige Male habe ich die Figuren verwechselt. Die vier Frauen selbst verhalten sich erschreckend naiv und leichtgläubig. Sie sehen in den Männern ihre Rettung und lassen sich von ihen zu Dingen überreden, die sie gar nicht wollen. Bis zu einem gewissen Punkt kann ich das verstehen, sie kommen aus einem anderen Land und ärmlicheren Verhältnissen, doch gerade dann sollte man doch in einem unbekannten Land, in dem man alleine lebt, vorsichtiger sein oder nicht? Noch dazu scheint die Mutter stetig überfordert mit ihren drei aufgeweckten Töchtern. Ständig wird herumgeschrien oder es werden Ohrfeigen verteilt. Aber auch die Schwestern streiten sich scheinbar nur, sind dann aber doch wieder ein Herz und eine Seele. Insgesamt erschließt sich mir das Verhältnis der vier Frauen in der Familie nicht ganz. Folgende Textpassage beschreibt das Verhalten ganz gut finde ich:"Sie vergötterten einandner und keiften sich eine Weile später ebenso inbrünstig an,sie stritten sich wie die Kesselflicker, verteidigten einander jedoch mit derselben Leidenschaft, sie warfen sich gegenseitig die brutalsten Wahrheiten an den Kopf, hätten aber jedem die Augen ausgekratzt, der es gewagt hätte, die Mutter oder eine der drei in Frage zu stellen." Dieses Verhalten war auf Dauer auch irgendwie irritierend.
Die Männer kommen nicht sehr gut weg in diesem Buch. Die meisten sind entweder notgeile und/oder geldgierige Machos, die Frauen schlecht behandeln oder schüchterne Jungs, die sich vergebens um ihre Angegebeteten bemühen. Nur vereinzelt ist ein Mann dabei, der uvorkommend und hilfsbereit ist, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Durch die Naivität der Frauen und das Verhalten der anderen Figuren geraten die vier immer wieder in neue Schwirigkeiten, die sie versuchen irgendwie zu meistern. Man fragt sich, ob ein einzelner mensch wirklich so viel Unglück haben kann wie es jedem Familienmitglied hier zu widerfahren scheint. Auf Dauer war dies etwas ermüdend.

Der Schreibstil an sich ist zwar gut und flüssig, aber auch nichts bewegendes, was nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Auch fand ich die Angewohnheit, bei jedem Aufeinandertreffen von Personen erst noch die Gedanken nd Handlungen der einzelnen Personen vor diesem Treffen zu erläutern, störend. Es war mitunter recht verwirrend und ich wusste am Ende nicht, um was es denn nun geht, da ohne Übergang zur Gegenwart zurück gekehrt wurde. Dies führt trotz dem spannenden Einstieg am Ende zu einem überladenen Durcheinander an Personen und Handlungen. Obwohl mir das Schicksal der drei Schwestern nicht gleichgültig war konnte es mich leider auch nicht wirklich fesseln. Auch die Kehrtwende auf den letzen Seiten fand ich etwas unglaubwürdig.

Alles in allem also leider nur ein mittelmäßiger Roman, der nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.