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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2024

Einschlafhilfe für kleine Gespenster

Huiii, wer ist denn da noch wach? – Ab ins Bett und Gute Nacht!
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Das kleine Gespenst Theo lebt in einem Schloss. Zur Geisterstunde ist er unterwegs und durchquert sein Zuhause und begibt sich dann hinaus ins Moor. Auf seiner Runde trifft er auf die Hexe Lotte, die aufgrund ...

Das kleine Gespenst Theo lebt in einem Schloss. Zur Geisterstunde ist er unterwegs und durchquert sein Zuhause und begibt sich dann hinaus ins Moor. Auf seiner Runde trifft er auf die Hexe Lotte, die aufgrund von Bauchschmerzen nicht schlafen kann. Kurz darauf begegnet er dem Werwolf, der ebenfalls Probleme mit dem Einschlafen hat. Auf seinem Weg kommt er noch bei einer Spinne, einer Vogelscheuche und einem Vampir vorbei. Alle schaffen es mit Theos Hilfe in den Schlaf zu finden. Am Ende kann auch Theo selig einschlummern. Die Illustrationen halte ich für sehr gelungen. Die Seiten sind durchgehend liebevoll und mit vielen Details gestaltet. Man kann auf den zweiten und auch dritten Blick noch jede Menge entdecken, wie einen Besen mit Augen, viele Fledermäuse und ein Mäuschen, das durch die Seiten huscht. Der Text ist in kindgerechten kurzen und netten Reimen gefasst. Und dann gibt es noch die Klappen. Welches Kind liebt es nicht, hinter verborgene Türen bzw. Klappen zu blicken? So werden die Kleinen einbezogen und können selbst Theos Weg aktiv begleiten. Die dicken Kartonseiten erscheinen stabil genug für Kinderhände. Die Altersangabe von 2 Jahren finde ich okay, wobei ich nicht weiß, ob man in diesem Alter schon Vampire und Werwölfe kennt. Insgesamt ist es ein niedliches Buch mit dem wichtigen Thema Schlafengehen, das ich auf jeden Fall empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 13.09.2024

Das Rätsel um die Drachenschatulle

Invictum
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Mike Brink, der nach einem Schädel-Hirn-Trauma an dem Savant-Syndrom leidet, ist ein Spezialist für komplexe Rätsel aller Art. Er wird von der undurchsichtigen Sakura angesprochen, die ihm eine Einladung ...

Mike Brink, der nach einem Schädel-Hirn-Trauma an dem Savant-Syndrom leidet, ist ein Spezialist für komplexe Rätsel aller Art. Er wird von der undurchsichtigen Sakura angesprochen, die ihm eine Einladung vom japanischen Kaiser übermittelt. Mike soll nach Tokio reisen und das Geheimnis der Drachenschatulle enthüllen. Dies stellt sogar für ihn eine enorme Herausforderung dar, denn ein kleiner Fehler kann bei diesem Rätsel den Tod bedeuten. Die Geschichte erinnerte mich an manchen Stellen an die Thriller von Dan Brown. Es gibt Spannungselemente, temporeiche Action, ein tolles Setting, jede Menge Rätsel und einen sympathischen Protagonisten. Dennoch fehlte es mir bei den Figuren an Tiefe und so bleibt alles ein wenig an der Oberfläche haften. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die vielen Hinweise auf die japanische Geschichte und Kultur haben mir sehr gut gefallen und geben diesem Buch auch eine besondere Note. Das KI-Thema war dann allerdings nicht so nach meinem Geschmack. Unbedingt zu erwähnen sind der schöne blaue Buchschnitt und die Rätsel, die teilweise graphisch aufbereitet wurden.
Insgesamt ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Buch, das aber aufgrund der fehlenden Tiefe nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Weniger wäre mehr gewesen

Todeskalt
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Die Kriminalpsychologin Caro Löwenstein wird telefonisch von ihrer Freundin Melanie kontaktiert. Sie befindet sich augenscheinlich in Gefahr, aber bevor sie sich genauer erklären kann, bricht das Gespräch ...

Die Kriminalpsychologin Caro Löwenstein wird telefonisch von ihrer Freundin Melanie kontaktiert. Sie befindet sich augenscheinlich in Gefahr, aber bevor sie sich genauer erklären kann, bricht das Gespräch abrupt ab. Caro begibt sich sofort in das Dorf im Taunus, denn von dort kam Melanies Hilferuf. Anstatt Melanie findet Caro die Leiche einer jungen Frau. War es tatsächlich Selbstmord, wie die dortige Bürgerwehr und die örtliche Polizei vermuten? Caro kommen immer mehr Zweifel und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, wobei sie bei den Dorfbewohnern auf Granit beißt. Alle mauern und niemand will ihr helfen. Ganz im Gegenteil, sie wird bedroht und gedrängt, das Dorf zu verlassen. Zur selben Zeit kämpft Kommissar Simon Berger mit seiner schmerzhaften Vergangenheit und einer Depression. Dennoch hilft er Caro bei ihren Nachforschungen.
Der Krimi wartet mit kurzen und knackigen Kapiteln auf. Schauplätze und die Erzählperspektive wechseln laufend. Dadurch bekommt die Geschichte richtig Tempo und lässt sich flüssig lesen. Die Spannung kommt definitiv auch nicht zur kurz und dem Leser werden viele Verdächtige präsentiert.
So weit, so gut. Was mich allerdings immer mehr an dem Krimi störte, waren die vielen Alleingänge der Protagonisten und die Zunahme der psychischen Störungen. Es wurde mit jeder Seite unrealistischer. Manche Figuren erschienen mir zudem wenig authentisch. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor zu viel in die Geschichte hingepackt hat. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen.
Wer es mit der Realitätsnähe nicht so genau nimmt und mehr auf Action steht, der kann getrost zu diesem Buch greifen. Für mich bleibt es am Ende ein solider Krimi, der mich aber nicht vollends überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Zauberhaft

It's me oder Wie mein Leben plötzlich glitzerte
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Gwinny lebt mit ihrer süßen kleinen Schwester und ihrer Mutter zusammen. Den Vater sieht sie nur ab und an, da die Eltern getrennt leben. Dann gibt es da noch ihre beste Freundin Leo, die männliche Fee ...

Gwinny lebt mit ihrer süßen kleinen Schwester und ihrer Mutter zusammen. Den Vater sieht sie nur ab und an, da die Eltern getrennt leben. Dann gibt es da noch ihre beste Freundin Leo, die männliche Fee Noam und ein wundervolles Café mit dem Namen Blueberry. Gwinny hat das Gefühl, dass ihr Leben wie ein Test sei, für den sie nicht gelernt hat. Da kommen die drei Wünsche, die Noam ihr gewährt, genau richtig. Zuerst bekommt sie sieben Wochen lang verschiedene Aufgaben gestellt. Die Erfüllung dieser Aufgaben verändert Gwinnys Leben enorm und bringt ihre Welt zum Glitzern.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Der Stil ist humorvoll und die Tagebucheinträge, die durch verschiedene Schriftarten und Zeichnungen aufgelockert werden, sind leicht und flüssig zu lesen. Obwohl doch einige schwierige Themen zur Sprache kommen, hält die Autorin einen stets positiven Grundton bei. Vielleicht ist es am Ende schon einen Hauch kitschig, aber was soll’s, denn es ist auch herzerwärmend. Neben witzigen Begebenheiten und sympathischen Charakteren fungiert das Buch zudem als Ratgeber. Es werden Themen wie Ängste und Selbstwert angesprochen. Ich hatte viel Spaß dabei in Gwinnys Welt abzutauchen und hätte mich gerne zu ihr gesetzt, um einen Bubble Tee im Blueberry zu trinken. Ein wundervolles Buch, das zum Nachdenken anregt und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Beeindruckendes Debüt

Ava liebt noch
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Ava ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Vor den Kindern arbeitete sie als Lektorin. Inzwischen ist sie eine funktionierende Hausfrau und Mutter. Ihr Mann ist ein viel beschäftigter Anwalt und ...

Ava ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Vor den Kindern arbeitete sie als Lektorin. Inzwischen ist sie eine funktionierende Hausfrau und Mutter. Ihr Mann ist ein viel beschäftigter Anwalt und die Ehe der beiden hat schon bessere Zeiten erlebt. Bei einem Einkauf im Supermarkt fällt ihr ein attraktiver junger Mann auf. In diesem Moment spürt Ava wieder Leben in sich. Sie schmachtet ihn bei ihren Einkäufen an und erträumt sich ein imaginäres Leben mit ihm. Kieran ist fast zwanzig Jahre jünger als Ava, und schon aus diesem Grund ist für sie eine Affäre unrealistisch. Aber es kommt anders.
Ich habe dieses Buch fast in einem Rutsch durchgelesen und es hat mich sehr beschäftigt. Ich war überrascht, dass es über einen so langen Zeitraum spielt. Die wechselnden Perspektiven haben mir richtig gut gefallen, denn so konnte man sowohl Avas als auch Kierans Innenleben besser nachvollziehen. Die Autorin hat meines Erachtens einen scharfen Blick für das Zwischenmenschliche und vor allem für die Gefühlswelt von Müttern, die ihre Identität irgendwann verloren haben. Es ist eher ein Buch der leisen Töne, die aber deutlich nachhallen. „Ich könnte weinen über das Mädchen, das in mir verschollen ist. Ich könnte um die Frau in mir weinen, die verschwunden ist, und mit ihr all ihr Wissen.“
Eine prägnante Aussage war für mich auch folgende: „Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Ich weiß nur, dass man Kinder lieben und Mutterschaft trotzdem hassen kann.“
In der Geschichte habe ich viele Beobachtungen und Aussagen gefunden, die mich berührt und nachdenklich gestimmt haben. Mich hat dieses Debüt von Vera Zischke definitiv beeindruckt und ich werde die Autorin auf jeden Fall im Blick behalten.

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