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Veröffentlicht am 02.10.2022

Was zählt mehr in Indien - die Familie oder die sogenannte "Ehre der Familie"?

Teen Couple Have Fun Outdoors
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In "teen couple have fun outdoors" läßt der Autor Aravind Jayan den jüngeren von zwei Brüdern erzählen, wie ein einzelnes gravierendes Ereignis das scheinbar ohnehin fragile Familiengerüst vollends zum ...

In "teen couple have fun outdoors" läßt der Autor Aravind Jayan den jüngeren von zwei Brüdern erzählen, wie ein einzelnes gravierendes Ereignis das scheinbar ohnehin fragile Familiengerüst vollends zum Einsturz bringt und die Familienmitglieder größtenteils entzweit.

Die Eltern haben sich im vom Kastensystem und engen gesellschaftlichen Erwartungen bestimmten, mittelständigen Indien langsam, aber stetig emporgearbeitet. Der Kauf eines neues Fahrzeugs, einem Honda Civic, markiert für sie die nächste Stufe des Aufstiegs - der Stolz, sich dieses Statussymbol leisten zu können, ist enorm. Ausgerechnet in diese Stimmung fällt die Enthüllung, dass ihr älterer, 22-jähriger Sohn im Internet in einem scheinbar heimlich gefilmten, anstößigen Video zu sehen ist. Ebenso schnell, wie sich dieses Video im World Wide Web verbreitet, kippt die Stimmung in der Familie und ein Familiendrama nimmt seinen Lauf. Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder und die Familie des ebenfalls beteiligten Mädchens geben in dieser Ausnahmesituation ungewollte Ratschläge und erhöhen den gesellschaftlichen Druck, dem die Familienmitglieder bald nicht mehr gewachsen sind - Eskalation vorprogrammiert.

Was zählt wirklich im Leben, worauf kann man sich verlasssen? Muss man seine Kinder stets verteidigen, ihnen zur Seite stehen oder steht das Ansehen und die sogenannte Familienehre im Vordergrund? Solche Fragen stellt sich der Leser während der Lektüre dieses Buches und eine Antwort zu geben fällt sehr schwer. Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten in Indien sind völlig anders als in Westeuropa - Traditionen und Moralvorstellungen spielen eine andere Rolle. Insofern muss sich der Leser auf diese Geschichte einlassen und versuchen, sie vor dem fremden kulturellen Hintergrund zu betrachten.

Aravind Jayan hat mit "teen couple have fun outdoors" ein sicher schon in vielen Facetten aufgekommenes Thema aufgegriffen, das aufgrund seiner Komplexität, bestehend z.B. aus gesellschaftlichen Normen, Familienehre, technischen Neuerungen, Machtlosigkeit gegen Cyberkriminalität, usw. nur schwer zu greifen ist. Gerade in einem, von uns konservativ eingeschätzten Land wie Indien, aber auch in ähnlich strukturierten Ländern wie Korea oder Japan dürfte der in diesem Buch beschriebene Konflikt enorm sein.

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Veröffentlicht am 13.09.2022

Kurzweiliger Krimi mit viel ostfriesischem Lokalkolorit

Surfermord in Neuharlingersiel. Ostfrieslandkrimi
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Mit "Surfermord in Neuharlingersiel" setzt der Autor Rolf Uliczka seine Erfolgsreihe um die Wittmunder Kriminalkommissare Bert Linnig und Nina Jürgens fort.

Diesmal geht es mitten in der Urlaubszeit ...

Mit "Surfermord in Neuharlingersiel" setzt der Autor Rolf Uliczka seine Erfolgsreihe um die Wittmunder Kriminalkommissare Bert Linnig und Nina Jürgens fort.

Diesmal geht es mitten in der Urlaubszeit nach Neuharlingersiel, wo in einem Camper offensichtlich ein Mord geschehen ist. Der Baugutachter Theo Thönes hat sich nicht zuletzt durch seine berufliche Tätigkeit einige Feinde gemacht, so dass die Suche nach dem Mörder sehr breit angelegt ist und umfangreiche Ermittlungen erfordert. Im Laufe der Geschichte kommen viele Details und unschöne Verwicklungen ans Licht, wobei oft nicht ganz klar ist, ob die Einzelheiten Einfluss auf diesen Fall haben oder unabhängig vom Mord in Neuharlingersiel von Bedeutung sind. Für den Leser entwickelt Rolf Uliczka zunächst ein undurchsichtiges Geflecht an Verdächtigen, Intrigen und möglichen Motiven, ehe er nach und nach der Auflösung entgegensteuert - nicht ohne den Leser noch auf so manche falsche Fährte zu locken.


Insgesamt wieder ein sehr gelungener, flüssig zu lesender Ostfriesland-Krimi, der jedoch aufgrund mehrfacher ausführlicher Beschreibungen desselben Sachverhalts aus verschiedenen Blickwinkeln einige Längen aufweist. Dennoch sehr lesenswert - Rolf Uliczka steht für gute, leichte Krimi-Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 13.09.2022

Es sieht nicht gut aus für das größte Land-Ökosystem der Welt

Amazonas
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Martin Specht ist ein Experte für das Amazonasgebiet. Er beschreibt in seinem Buch "Amazonas. Gefahr für die grüne Lunge der Welt" die vielfältigen Herausforderungen Gefahren, die dieses weltweit größte ...

Martin Specht ist ein Experte für das Amazonasgebiet. Er beschreibt in seinem Buch "Amazonas. Gefahr für die grüne Lunge der Welt" die vielfältigen Herausforderungen Gefahren, die dieses weltweit größte Land-Ökosystem des Planeten aktuell ausgesetzt ist.

Er beschränkt sich dabei nicht allein auf die vielzitierte und von vielen in ihrer Interpration oft missbrauchte Bedeutung des Gebietes für das Klima der Welt, sondern erzählt vor allem anschaulich von der existenziellen Grundlage eines intakten Amazonasgebietes für die dort lebenden indigenen Bevölkerungsgruppen.

Specht beschreibt eindrucksvoll, wie die Indigenen als einzige in der Lage sind, mit dem und im Regenwald zu leben, ohne ihn zu zerstören oder unverhältnissmäßig auszubeuten. Er spart nicht an berechtigter Kritik an den Regierungen der Anreinerstaaten, den profitsüchtigen Unternehmen und den ebenso korrupten, wie brutalen kriminellen Kartellen, die in der Gegend tätig sind, aber er zeigt auch auf, dass die Europäer und US-Amerikaner in Zeiten der Kolonialisierung und Industralisierung ihren erheblichen Beitrag zur Ausbeutung dieses Lebensraumes geleistet haben.

Außerdem deutet Specht sein objektiv nachvollziehbares Verständnis für die ausbeuterischen Handlungsweisen der Regierungen an, und bietet jede Menge Lösungs- und Alternativmöglichkeiten an, die dafür sorgen könnten, dass diesem zerstörerische Verhalten der Verantwortlichen Einhalt geboten werden könnte.

Ein aufrüttelndes Buch, das Probleme anschaulich aufzeigt, Lösungsmöglichkeiten bietet und zu Diskussionen und realen Handlungen auffordert - ehe es zu spät ist...

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Persönlich und fernab des Mainstream - auch das ist Amerika

Die Vereinigten Zutaten von Amerika
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Anna Engelke und Jörg Thadeusz stellen in ihrem Buch "Die Vereinigten Zutaten von Amerika" ein sehr persönliches Amerika vor - fernab des Mainstream, sympathisch und mit ebenso selbstbewußten, wie starken ...

Anna Engelke und Jörg Thadeusz stellen in ihrem Buch "Die Vereinigten Zutaten von Amerika" ein sehr persönliches Amerika vor - fernab des Mainstream, sympathisch und mit ebenso selbstbewußten, wie starken Charakteren.

Die pointierten Portraits von 16 Menschen, die alle auf eigene Art einzigartig sind und jeweils mindestens eine erstrebenswerte Charaktereigenschaft symbolisieren, zeigen eindrucksvoll, wie auch (oder gerade) in Amerika Menschen im Kleinen wirken und dabei viel bewirken können.

Das Buch erschien bereits 2012 und gibt auch zehn Jahre später noch Hoffnung, dass im Amerika nach dem präsidialen Trump-Supergau, der beim Erscheinen des Buches wohl noch nicht absehbar war, und auch nach Corona - bei aller Zerissenheit des Landes - weiterhin engagierte, weltoffene und einfach gute Menschen existieren.

Als kleines Schmankerl gibt es für den Leser zum Ende jeden Portraits ein Rezept aus dem persönlichen Repertoire des jeweiligen Protagonisten. Mal einfach, mal Haute Cuisine - halt genauso abwechslungsreich, wie der "melting pot" USA und die hier vorgestellten Charaktere.

Sehr lesenswert und inspirierend

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Veröffentlicht am 11.09.2022

Eindrucksvoller zweiter Band der Norderney-Saga um die starken Frauen des Inselsalons

Sturm über dem Inselsalon
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In ihrem zweiten Roman der auf vier Bände ausgelegten historischen "Inselsalon"-Reihe rund um die starken Frauen des "ersten Friseursalons am Platze" auf Norderney, nimmt die Autorin Sylvia Lott ihre Leserinnen ...

In ihrem zweiten Roman der auf vier Bände ausgelegten historischen "Inselsalon"-Reihe rund um die starken Frauen des "ersten Friseursalons am Platze" auf Norderney, nimmt die Autorin Sylvia Lott ihre Leserinnen und Leser mit in die schweren, entbehrungsreichen und mit Schicksalsschlägen gespickten Jahre des ersten Weltkriegs und in die darauffolgende, nicht minder problembehaftete Nachkriegszeit.

Während ihre Männer im Krieg Dienst für das Deutsche Kaiserreich leisten, haben Seniorchefin Jakomina Fisser und die eingeheiratete Juniorchefin Frieda Fisser, unterstützt von Friedas' Freundin Grete, sowie den Familienmitgliedern, Nachbarn und treuen Angestellten alle Hände voll zu tun, den Salon und ihre persönlichen Leben möglichst unbeschadet durch die schweren Zeiten zu manövrieren. Das gelingt nur teilweise, in vielen Aspekten jedoch auch nicht, denn der Krieg fordert letztlich auch von den Frauen des Inselsalons einen hohen Tribut - von jeder Einzelnen.

Aber vor allem Frieda läßt sich nicht unterkriegen - sie geht voran, übernimmt Verantwortung und "funktioniert", auch wenn die Kräfte oft am Ende sind. Aber reicht das - gerade in der Zeit nach dem Ende des Krieges mit Depression, Rezession, Geldentwertung, Lebensmittel- und Versorgungsknappheit mit Grundgütern - um den Salon am Leben zu halten ohne sich selber zu verlieren?

Sylvia Lott ist mit "Sturm über dem Inselsalon" ein eindrucksvolles Buch gelungen, das mit sehr vielen, akribisch recherchierten, historischen Fakten über das Norderney der 1910er Jahre aufwarten kann. Viele Schauplätze der Handlung kann der geneigte Leser bei einem Besuch auf der Insel auch heute noch problemlos wiederfinden. Auf der Grundlage der historisch belegten Ereignisse und tatsächlichen Orte baut die Autorin eine toll zu lesende, realistsich wirkende Handlung auf, die zwar Fiktion ist, aber ohne Weiteres auch so passiert sein könnte.

Ein eindrucksvoller zweiter Band einer uneingeschränkt zu empfehlenden Reihe, der Lust auf die beiden noch folgenden Fortsetzungen macht.

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