Profilbild von rallewu

rallewu

Lesejury Star
offline

rallewu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit rallewu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2025

Ein Zeitenwechsel im Donnerstagsmordclub kündigt sich an

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
0

Im vierten Band der Erfolgsreihe um den "Donnerstagsmordclub" - bestehend aus den vier noch äußerst agilen Rentnern Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim schlägt der Autor Richard Osman über weite Strecken ...

Im vierten Band der Erfolgsreihe um den "Donnerstagsmordclub" - bestehend aus den vier noch äußerst agilen Rentnern Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim schlägt der Autor Richard Osman über weite Strecken des Buches ungewohnte Töne an und widmet sich einigen sehr ernsten Themen. Dennoch kommt der Humor und die Finesse der Ermittlungsarbeit des Teams natürlich nicht zu kurz.

Und die Mitglieder des Donnerstagsmordclubs sind diesmal ja auch sehr direkt betroffen, denn mit dem Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar wird ausgerechnet ein guter Freund von Elizabeths' Ehemann Stephen eines morgens in seinem Auto mit einer Kugel im Kopf aufgefunden. Der Donnerstagsmordclub beginnt unmittelbar und wildentschlossen mit den Ermittlungen und stößt auf ein Nest aus Kokainschmugglern und anderen krimininellen Subjekten, mit denen sich der eigentlich sehr bodenständige Kuldesh wohl abgegeben hat.

Ein spannender Fall, ungeahnte Wendungen und tolle, ebenso außergewöhnliche wie abgedrehte Charaktere - auch in Band Vier der Reihe überzeugt der Donnerstagsmordclub wieder mit der gewohnt hochklassigen Lesequalitität. Und doch ist diesmal vieles anders - das bislang bei weitem persönlichste, intensivste und emotionalste Buch der Reihe. Nach dem Lesen muss sich so mancher Leser mit Sicherheit erstmal ein wenig Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten nehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2025

Von der Erfüllung eines Lebenstraums

Mit einem Propellerflugzeug in 80 Tagen um die Welt
0

Der Autor Johannes Burges hat einen Traum - der Hobbypilot aus Bayern möchte die Erde umrunden. Mit einem Flugzeug - aber nicht als Passagier, sondern am Steuerknüppel. Und nicht an Bord einer hochmodernen ...

Der Autor Johannes Burges hat einen Traum - der Hobbypilot aus Bayern möchte die Erde umrunden. Mit einem Flugzeug - aber nicht als Passagier, sondern am Steuerknüppel. Und nicht an Bord einer hochmodernen Maschine, sondern mit einem älteren Kleinflugzeug, wo das Fliegen noch echte Handwerkskunst ist.

Und so kommt es, dass Johannes Burges auf einem Pilotentreff in Hessen auf Wolf Schroen trifft, einen Deutsch-Amerikaner, den derselbe Wunsch umtreibt. Beide gehen die Verwirklichung ihres gemeinsamen Traums an. Als Wolf im Amerika eine "Mooney", ein einmotoriges Kleinflugzeug mit Kolbenmotor kauft, wird es ernst.

Johannes Burges und Wolf Schroen machen sich gemeinsam auf den Weg - von Bayern aus immer gen Westen. Sie landen auf ihrem Weg um die Welt unter anderem auf Grönland, in den USA, auf Papua-Neuguinea, in Japan und Australien. Auch Bangladesch, Bhutan, Indien und der Oman sind Zwischenziele auf ihrer Reise, die nach zweieinhalb Monaten wieder in Bayern endet. Die beiden Piloten erleben viele Abenteuer, sammeln einmalige, unvergesslichen Eindrücke und überstehen manchmal auch unschöne, teils nicht ungefährliche Situationen.

Der Autor erzählt in diesem Buch mit viel Leidenschaft, Emotionen und Enthusiasmus vom Verlauf der Reise und nimmt den Leser mit auf diese nicht alltägliche, eindrucksvolle Reise um die Welt, die für die beiden Piloten die Erfüllung eines Lebenstraums darstellt. Sehr lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2025

Ein Buch, das die Lust auf einen Norderney-Besuch weckt

SOLLTEST DU KENNEN
0

Von der Inselgeschichte über Sturmschäden, Gästelisten in früheren Zeiten, von tierischen und menschlichen Bewohnern, und natürlich auch von Preisen, Betrieben und Auszeichnungen. Die Autoren Bastian Struwe ...

Von der Inselgeschichte über Sturmschäden, Gästelisten in früheren Zeiten, von tierischen und menschlichen Bewohnern, und natürlich auch von Preisen, Betrieben und Auszeichnungen. Die Autoren Bastian Struwe und Marius Ross liefern in diesem lesenswerten Buch genau das, was sie im Titel ankündigen - 444 Fakten über die "Königin der Nordsee", die zweitgrößte ostfriesiche Insel Norderney.

Ein tolle Zusammenstellung von interessanten und skurilen, aber sicher nicht unnützen Fakten - mal zum Schmunzeln, mal ernst, mal informativ, mal einfach nur "nice to know", aber immer ehrlich und wahr.

Für Norderney-Fans ein Muss, denn sie werden mit Sicherheit einige Dinge über ihre Lieblingsinsel erfahren, die sie bislang noch nicht wussten. Für Leser, die die Insel noch nicht kennen, eine Inspiration, die neugierig macht und das Interesse an einem Besuch weckt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2025

Von der Suche nach dem Wolf und der Liebe zur Natur

Wolfsspur
0

Der norwegische Autor Reidar Müller ist ausgebildeter Geologe und renommierter Wissenschaftsjournalist, der unter anderem für Aftenposten, die auflagenstärkste Tageszeitung Norwegens, arbeitet.

Müller ...

Der norwegische Autor Reidar Müller ist ausgebildeter Geologe und renommierter Wissenschaftsjournalist, der unter anderem für Aftenposten, die auflagenstärkste Tageszeitung Norwegens, arbeitet.

Müller schreibt in diesem Buch von der Faszination der Natur im Allgemeinen und der Anziehungskraft der riesigen norwegisch-schwedischen Waldgebiete im Besonderen. Er beschäftigt sich intensiv mit den Pflanzenwelt des Waldes und liefert vor allem sehr viele hochinteressante Fakten und Forschungsergebnisse zu den Baumbeständen Skandinaviens.

Der Autor ist darüber hinaus neugierig darauf, die Tierwelt der ausgedehnten Waldgebiete näher kennenzulernen und läßt sich schnell vom Wolf als sagenumwobenen, fast mytischen Bewohner dieser Gebiete faszinieren. Reidar Müller sucht gemeinsam mit einem alten Studienkollegen und einem schwedischen "Wolfsflüsterer" nach dem sehr scheuen, geheimnisumrangte Tier. Er nimmt die Leser mit auf seine Jagd nach einem Mythos und erklärt dabei sowohl seine Faszination für den Wolf, als auch seine immer stärker werdende Sehnsucht, diese Tiere in freier Wildbahn zu hören und möglichst sogar zu sehen. Er berichtet vom Konflikt zwischen Wolfbefürworteren und (auch militanten) Wolfkritikern, sowie von den Auswüchsen, die dieser Konflikt mit sich bringt - eine Diskussion, die ja auch seit einiger Zeit in Deutschland intensiv und durchaus kontrovers geführt wird.

Reidar Müller bringt dem Leser in "Wolfsspur" jedoch vor allem die Liebe zur Natur und zum Wolf einfühlsam und mit sehr viel Herzblut näher - man merkt in jeder Zeile die Leidenschaft, mit der sich der Autor diesem Thema widmet. Eine echte Hommage an die Natur und einen seiner sagenumwobensten, faszinierensten Bewohner.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2025

Einzigartiger Stil, sehr detailiert und schlau konzipiert

Die rätselhaften Honjin-Morde
0

Japan im Winter 1937 - Kenzo, der Sproß der angesehenen japanischen Familie Ichiyanagi, und seine Frau Katsuko sterben in ihrer Hochzeitsnacht auf brutale Art und Weise. Der Fall ist mehr als mysteriös, ...

Japan im Winter 1937 - Kenzo, der Sproß der angesehenen japanischen Familie Ichiyanagi, und seine Frau Katsuko sterben in ihrer Hochzeitsnacht auf brutale Art und Weise. Der Fall ist mehr als mysteriös, denn der Raum, in dem das Verbrechen stattfand, war von innen verschlossen. Keinerlei Einbruchsspuren, nichts deutet auf ein Eingreifen von außen hin. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren, tappt aber lange im Dunkeln - bis der junge, ebenso scharfsinnige wie eigenartige Privatdetektiv Kosuke Kindaichi sich des Falls annimmt. Kann Kosuke das verworrene Rätsel lösen?

Ein echter Klassiker der japanischen Kriminalliteratur. Der seit langem verstorbene Autor Seishi Yokomizo (1902 - 1981) gilt als "Japans Antwort auf Agatha Christie" - völlig zurecht, wenn man diesen ersten Fall seines Protagonisten Kosuke Kindaichi gelesen hat. An den eigenwilligen Erzählstil muss man sich gewöhnen, aber das gelingt schnell. Die schlau und sehr detailiert konstruierte Geschichte nachzuverfolgen, und vor allem nachzuvollziehen, macht sehr viel Spaß - und Lust auf hoffentlich noch viele Fortsetzungen. Der Leser ist nicht nur beeindruckt von der Kombinationsgabe des Privatdetektivs, sondern erfährt auch sehr viel Interessantes und nicht zuletzt Erstaunliches über die japanische Gesellschaft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere