Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2024

Schade

Eine Fingerkuppe Freiheit
0

Paris 1821. In Frankreichs Nationaler Blindenanstalt lebt Louis Braille und entdeckt mit 12 Jahren zum 1. Mal die Möglichkeit, dass auch Blinde lesen und schreiben lernen. Nach und nach entwickelt er die ...

Paris 1821. In Frankreichs Nationaler Blindenanstalt lebt Louis Braille und entdeckt mit 12 Jahren zum 1. Mal die Möglichkeit, dass auch Blinde lesen und schreiben lernen. Nach und nach entwickelt er die nach ihm benannte Blindenschrift...

Das Buch erzählt die Geschichte von Louis Brille. Allerdings ist es kein biografischer Roman, sondern über sein Leben wird episodisch aus verschiedenen Sichten berichtet, seien es die Eltern, der Pfarrer usw. Es ist gut, dass über diesen beeindruckenden Erfinder geschrieben wird. Er hat es in jeder Weise verdient. Doch leider bin ich mit dem Buch nicht sehr gut zurechtgekommen. Das ist schade, aber der Stil war so gar nicht meins. Er wirkte irgendwie altmodisch und vor allem wurden kleine Nebensächlichkeiten sehr breit ausgewalzt und umständlich beschrieben und die eigentliche Geschichte von Louis kam viel zu kurz. So wurde für mich viel Potential verschenkt und das Buch kommt leider über den Durchschnitt für mich nicht hinaus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2024

Nicht mein Stil

Murder in the Family
0

Vor 20 Jahren wurde ein junger Mann ermordet. Die Polizei untersuchte den Fall, aber weder seine ältere Witwe noch die drei Stiefkinder noch irgendjemand in der Nachbarschaft hatte etwas gesehen und so ...

Vor 20 Jahren wurde ein junger Mann ermordet. Die Polizei untersuchte den Fall, aber weder seine ältere Witwe noch die drei Stiefkinder noch irgendjemand in der Nachbarschaft hatte etwas gesehen und so bleibt der Fall ungelöst. 20 Jahre später wird aus dem Fall eine Fernsehserie und die Ermittlungen erneut aufgenommen. Mit überraschenden Ergebnissen.

Das Buch hätte richtig gut werden können. Doch leider konnte ich mit dem Stil so überhaupt nichts anfangen. Wenn ich einen Film sehen möchte, sehe ich einen Film. Wenn ich ein Buch lesen möchte, lese ich ein Buch. Doch ich möchte weder einen Film sehen, in dem die ganze Zeit gelesen wird, noch möchte ich ein Buch lesen, in der die ganze Zeit über eine Fernsehsendung geschrieben wird. Die ersten 100 Seiten habe ich mich regelrecht durchgequält und die Versuchung, das Buch abzubrechen, wurde immer größer. Irgendwann beschloss ich dann, weder die Namen, noch die Regieanweisungen, noch die Bemerkungen, was die Menschen gerade tun, zu lesen. Ab dann wurde es für mich wesentlich lesbarer. Und ich habe auch nicht das Gefühl, wirklich etwas wesentliches verpasst zu haben. Im letzten Drittel wurde es sogar noch richtig spannend. Doch das konnte insgesamt das Buch für mich nicht retten. Ich fand es schade, in anderer Form geschrieben, wäre es bestimmt ein richtiger Knaller geworden.
Noch eine Anmerkung zum Klappentext. Wenn der Schreiber desselben das Buch selbst nicht liest und die Filmarbeiten drei Jahre nach dem Mord verortet, obwohl es 20 Jahre sind, ist das für mich ein sehr großer Fauxpas.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2024

Sehr viel Capri

Der blaue Salamander
0

Im Beichtstuhl in der Kirche wird die Leiche von Rosalinda gefunden. Sie hat eine kleine Boutique und verkauft Ledersachen. Schnell ist mit dem Straßenfeger Salvatore ein Verdächtiger gefunden. Doch der ...

Im Beichtstuhl in der Kirche wird die Leiche von Rosalinda gefunden. Sie hat eine kleine Boutique und verkauft Ledersachen. Schnell ist mit dem Straßenfeger Salvatore ein Verdächtiger gefunden. Doch der Polizist Rizzi glaubt nicht daran, dass er der richtige Schuldige ist. Rizzi beginnt weitere Ermittlungen zusammen mit seiner Kollegin Antonia und bald stoßen sie auf die Spur der verschwundenen berühmten Handtasche, die sich der Blaue Salamander nennt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich finde, die Reihe steigert sich mehr und mehr. Zum einen sind die Ermittler, auch wenn sie Ecken und Kanten haben, sehr sympathisch. Zum anderen spielt natürlich Capri und seine Bewohner eine riesengroße Rolle und macht sehr viel von dem Charme des Buches aus. Unabhängig davon gibt es realistische Ermittlungen und auch wenn die Spannung nicht superhoch ist, lässt sich das Buch sehr gut lesen und ist ein traditioneller Krimi, der in der oberen Liga mitspielt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2024

Starke Frau

Gussie
0

Gussi heiratet mit Mitte 20 den 19 Jahre älteren Konrad Adenauer, der drei Kinder aus erste Ehe mit in die Verbindung bringt. Sie liebt ihn von Herzen, aber sie sind sehr verschieden. Sie schafft es, ein ...

Gussi heiratet mit Mitte 20 den 19 Jahre älteren Konrad Adenauer, der drei Kinder aus erste Ehe mit in die Verbindung bringt. Sie liebt ihn von Herzen, aber sie sind sehr verschieden. Sie schafft es, ein unabhängiges selbstständiges Leben zu führen und dabei noch 5 Kinder zu bekommen, von denen vier überleben. Alles findet sich zusammen, bis die Nazis an die Macht kommen und Adenauer mehrfach verhaftet wird.

Das Buch stellt eine starke Frau vor, die gar nicht so bekannt ist, und es ist gut, dass ihr Schicksal und ihr Leben einen größeren Leserkreis finden kann. Das gesamte Buch ist aus Sicht von Gussi geschrieben. Die große Politik findet eher am Rand statt. Adenauer wird als eher streng, verschlossen und vor allem sehr diszipliniert dargestellt. Der Stil des Buches ist ähnlich und oft ein wenig karg. In den Teilen, in denen es um Adenauer selbst geht, fand ich das sehr angemessen. In den Teilen, in denen die vor allem in jungen Jahren sehr lebenslustige Gussi beschrieben wird, hätte ich mir auch einen etwas lockereren Stil gewünscht. Alles in allem ist das Buch aber mehr als gelungen und von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2024

Empfehlenswert

Das Wunder vom Little Bighorn
0

Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, möchte ich anmerken, dass ich durchweg den Begriff „First Nation“ verwenden werde. Ich weiß, dass er vorwiegend in Kanada gebraucht wird und nicht von allen ...

Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, möchte ich anmerken, dass ich durchweg den Begriff „First Nation“ verwenden werde. Ich weiß, dass er vorwiegend in Kanada gebraucht wird und nicht von allen akzeptiert wird. Doch ich empfinde es bei der Rezension einfacher und verständlicher, wenn ich nur einen Begriff verwende, statt zwischen Dakota/Lakota/Sioux usw. zu wechseln.

Mir war der Autor des Buches vorher völlig unbekannt. Ich bin mit den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich aufgewachsen und habe sich auch als Erwachsener nochmals gelesen. Erst hier im Vorwort wurde mir klar, wie Welskopf-Henrich den Namen des Autors verwendet und auch verschiedene von ihm aufgezeichnete Begebenheiten in ihren Büchern eingearbeitet hat, so dass sein Vermächtnis auf moderne Art weitergeben wird.

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte aufgeteilt. So geht es um die Anfänge der First Nation, einigen ihrer Regeln oder um die Heilige Pfeife des Weißen Büffelskalbs. Es geht um das Aufzeigen der Veränderungen, die mit dem Auftauchen des weißen Mannes und dem Bruch vieler Verträge einhergingen.

Die jeweilige aufgeschriebene Geschichte über diverse Rituale und Überlieferungen erhalten oft noch eine anschließende Erklärung und Ergänzung aus Sicht des Autors.

Mit dem Kurzroman „Maiden Chief“ konnte ich nicht so wirklich viel anfangen. Es ist eine interessante Geschichte, die vom Stil her allerdings sehr idealisiert, teilweise schwülstig bis kitschig ist und am Ende sogar stark an Karl May (Zuwendung zur christlichen Religion) erinnert. Trotzdem ist es gut, dass sie veröffentlicht und bekannt gemacht wird. Denn das für mich Interessante an der Geschichte ist, dass dort detailliert die Sitten und Bräuche speziell der Sioux aufgeführt werden und man so aus erster Hand viel Wissenswertes erfährt, das unbedingt erhalten werden muss. So kann man über die in meinen Augen stilistischen „Mängel“ (immerhin ist der Kurzroman rund 100 Jahre alt) hinweglesen.

Die auf die Geschichte folgenden kurzen Kapitel - sei es über die Büffel, den Ursprung der First Nation oder verschiedene andere Fakten - sind dann wieder eher sachlich und vermitteln sehr viele Details.
Heraus sticht natürlich die Schlacht am Little Bighorn. Bisher wurde sie fast ausschließlich aus Sicht der Sieger (auch wenn die Armee die Schlacht verloren hat, am Ende war sie der Sieger) beschrieben. Hier kommt endlich die andere Seite zu Wort und so kommen auch andere Fakten zutage.

Alles im allem kann ich das Buch wirklich sehr empfehlen. Es gibt Einsichten in das wirkliche Leben, es macht einen unbekannten Autor bekannt – und ich hoffe auf einen großen Leserkreis. Vor allem verklärt es weder noch idealisiert (bis auf den Kurzroman).
Besonders erwähnen möchte ich die für meine Begriffe außerordentlich gute Übersetzung, die dem modernen Leseempfinden sehr entgegenkommt, aber gleichzeitig die Poesie des Originals erhält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere