Eine wahre Perle
HanaAlena Mornštajnovás „Hana“ werde ich so schnell nicht vergessen, wie könnte ich? Diese Geschichte hat mich gepackt und hineingesogen, wie im Rausch habe ich sie innerhalb kürzester Zeit inhaliert und doch ...
Alena Mornštajnovás „Hana“ werde ich so schnell nicht vergessen, wie könnte ich? Diese Geschichte hat mich gepackt und hineingesogen, wie im Rausch habe ich sie innerhalb kürzester Zeit inhaliert und doch manch-mal einfach nicht weiterlesen können - zu grausam ist das Geschilderte, zu sehr ist die Welt gerade wieder aus den Fugen, zu beklemmend die Realität, zu illusorisch die Vorstellung, damals könne sich heute nicht wiederholen. Die Geschichte der jungen Mira beginnt mit einem süßen Gebäck an einem Sonntagnachmittag und endet bei Hana, ihrer merkwürdigen Tante, die immer Brotkanten in der Tasche hat, wie um sich daran festzuhalten. Dazwischen liegt eine verfluchte Liebe, ein Moment bloß - eine falsche Entscheidung, die alles und jeden verändert, ein Krieg; ein verlorenes Leben.
Einen Blick aus Kinderaugen auf eine unberechenbare, grausame Welt gewährt uns die Autorin in wunderschöner, poetischer Sprache; einen noch unwissenden Blick, der sich vortastet zur eigenen Geschichte, der die Erinnerungen erst noch entdecken muss, die doch das Leben der ganzen Familie bestimmen.
Versteckt unter einem etwas seltsamen, mich nicht gerade ansprechenden Cover verbirgt sich eine wahre Perle von Buch, ein Buch, das sich spielend bei den großen Klassikern zum Thema Holocaust einreihen kann.