Cover-Bild Freischwimmen
(2)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kampa Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 29.07.2021
  • ISBN: 9783311100768
Caleb Azumah Nelson

Freischwimmen

Nicolai von Schweder-Schreiner (Übersetzer)

»Eure Blicke begegnen sich in der Stille. Es braucht keine Worte. Dies ist eine ehrliche Begegnung.« Zum ersten Mal sehen sie sich in einem Pub in South East London. Beide sind schwarz, beide haben schon in der Schule nicht recht dazugehört. Und beide versuchen nun als junge Künstler - er ist Fotograf, sie Tänzerin - ihren Platz zu finden in der englischen Hauptstadt, die sie mal umarmt und mal abstößt. Sie teilen so viel miteinander, die Liebe zu afroamerikanischen Autoren, zum Hip- Hop, und er weiß schon bei der ersten Begegnung, dass sie füreinander bestimmt sind. Aber sie bewegen sich nicht im luftleeren Raum, und die Welt kann ein grausamer Ort sein. Caleb Azumah Nelson erzählt auf schmerzlich schöne Weise die große Liebesgeschichte zweier junger Menschen und erkundet zugleich Fragen von Identität, Diskriminierung und Unterdrückung. Wie (über)lebt man in einer Welt, in der man nicht gesehen wird, in einer Gesellschaft, die einem ein Label aufdrückt? Was heißt es, jedes Mal Angst haben zu müssen, sobald man seine Wohnung verlässt, was, verletzlich zu sein, wenn nur Stärke zu zählen scheint? Und wie fühlt es sich an, in der Liebe Geborgenheit zu finden - und wieder zu verlieren? Caleb Azumah Nelson hat einen der aufregendsten und aufrichtigsten, einen der wichtigsten Debütromane des Jahres geschrieben.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2024

Ein sehr poetischer Coming of Age-Roman

0

„Angesehen werden ist das eine, gesehen werden etwas ganz anderes.“ S. 121

Es sind Sätze wie diese, die „Freischwimmen“ von Caleb Azumah Nelson ausmachen. Spitze Sätze von großer Intensität, die unter ...

„Angesehen werden ist das eine, gesehen werden etwas ganz anderes.“ S. 121

Es sind Sätze wie diese, die „Freischwimmen“ von Caleb Azumah Nelson ausmachen. Spitze Sätze von großer Intensität, die unter die Haut gehen und dort nachhallen. Jetzt, Tage später, kommen mir seine Worte immer wieder in den Sinn und halten mich mehr gefangen, als ich geahnt hatte.

Du und sie. Nur Personalpronomen, keine Namen. Mehr schenkt uns der Autor nicht und überlässt seine Protagonisten damit einer sicher sehr bewusst eingesetzten Anonymität, welche mich zu Beginn ein bisschen auf Distanz hielt, dann aber plötzlich ganz nah heranholte, zur direkten Beobachterin machte. Schon bei eurer ersten Begegnung erkanntet ihr euch. Beide schwarz, jung, Künstler, ja, doch das war es nicht (alleine). Eure Verbindung geht tiefer; von außen gut verborgen liegen die Verletzungen, trieben in genau diesem Moment an die Oberfläche und euch beide unaufhaltsam aufeinander zu.

„Was ist eine Verbindung? Was ein Riss? Was ein Bruch?“ S. 30

„Freischwimmen“ ist der Struggle eines jungen Menschen, für den Sicherheit nicht existiert und das Leben ein Kraftakt ist, überleben heißt; zu lieben hinausschwimmen, das sichere Ufer verlassen bedeutet - und zu riskieren, unterzugehen. Es ist die Geschichte einer tiefen, ersten Liebe und großer Freundschaft und des schmalen Grats zwischen beidem. Ein sehr poetischer Coming of Age-Roman, der die zarte, geschundene Seele eines jungen Mannes freilegt, dem nur noch die Flucht in die Passivität bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2026

Poetisch und unglaublich wertvoll

0

Bücher, die schon damit beworben werden, dass sie in ganz besonderer Sprache verfasst sind - catcht mich sofort! "Open Water" verbindet hierbei eine sehr poetische Sprache mit einer ebenfalls fast lyrischen ...

Bücher, die schon damit beworben werden, dass sie in ganz besonderer Sprache verfasst sind - catcht mich sofort! "Open Water" verbindet hierbei eine sehr poetische Sprache mit einer ebenfalls fast lyrischen Form in kurzen Kapiteln mit wiederkehrenden Motiven und Phrasen. Ein besonderes Buch, und gleichzeitig eines, dessen Bewertung mir sehr schwerfällt, weil es mich nicht komplett überzeugen konnte.
Der namenlose Erzähler - ein Schwarzer junger Mann, der in London lebt - lernt eine Frau kennen, und eine Liebesgeschichte entsteht, geprägt von Nähe und Distanz, von Verschließen und Offenbaren, von Angst und Hoffnung. Scheinbar ganz nebenbei werden Familiengeschichte und Rassismus mit eingeflochten; dies sind die Szenen, mit denen die Leichtigkeit der Romanze kontrastiert wird, die richtig reinhauen. Dem entgegen werden Heilung und Verstandenwerden durch Musik und Kunst gestellt.
Tatsächlich habe ich mich hier an mein Gefühl zu "This is How You Loose the Time War" erinnert; auch hier habe ich die Poesie der Sprache absolut geliebt, es gibt für mich kaum etwas Prägenderes, als wenn jemand schöne Worte findet. Allerdings abstrahiert das für mich die Geschichte an manchen Stellen so sehr, dass ich fürs wirkliche Mitfühlen und -fiebern mehr Details bräuchte, mehr konkrete Beschreibungen, Namen, Angaben. "Open Water" als Geschichte hat mich daher leider nicht vollends erreicht - als Werk allerdings fand ich es wirklich wichtig und empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere