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Veröffentlicht am 03.10.2018

Samurai, Magie und ein starkes Mädchen

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Puh! Was für ein spannendes Ende, das eigentlich direkt nach dem nächsten Teil verlangt. Aber von vorn.

Mir hat Renée Ahdiehs neuer Roman, "Das Mädchen aus Feuer und Sturm", sehr gut gefallen! Gepackt ...

Puh! Was für ein spannendes Ende, das eigentlich direkt nach dem nächsten Teil verlangt. Aber von vorn.

Mir hat Renée Ahdiehs neuer Roman, "Das Mädchen aus Feuer und Sturm", sehr gut gefallen! Gepackt haben mich vor allem die interessanten Charaktere, die fantastischen, mystischen Elemente der Story und der gewohnt sehr bildhafte Schreibstil der Autorin, der sehr zu dem märchenhaften Stil der Geschichte passt. Renée Ahdieh entführt uns dieses Mal in die Welt der Samurai, Geishas und mächtigen Kaiser nach Japan.

Wir werden nach einem Auftakt, der uns zunächst nur wenige Informationen liefert, jedoch direkt eine entscheidende Tat in der Vergangenheit liegend beschreibt, direkt in den Geleitzug der Protagonistin, Mariko, geführt, der sich auf dem Weg zum Kaiserpalast befindet. Mariko soll den Sohn des Kaisers heiraten - zu politischen Zwecken und von ihrem Vater befohlen. Doch wir kommen nicht weit: Der Geleitzug wird angegriffen, die Samurai und alle Bediensteten getötet, und Mariko kann sich nur knapp davor retten, selbst den Überfällern zum Opfer zu fallen. Jedoch findet sie heraus, dass das Ziel des Überfalls nur sie war. Mariko weiß, dass ihr Bruder sie finden wird, entscheidet sich schließlich jedoch, herauszufinden, wer und warum dieser jemand beauftragt wurde, sie zu töten. Als Junge verkleidet macht sie sich auf die Suche nach dem berüchtigten "Schwarzen Clan", der Hauptvertdächtiger zu sein scheint.

Mariko als Protagonistin hat mir von Anfang an gefallen. Sie war mutig, ohne jedoch komplett furchtlos oder unerschrocken zu sein, was sie sehr echt und nahbar gemacht hat. Sie ist klug, teilweise aber naiv, was vor allem daher rührt, dass sie in eine wohlhabende Familie geboren wurde und daher nicht viel über die raue Art der Welt außerhalb ihres kleinen Palastes weiß. Sie reflektiert aber ständig, das hat mir sehr gut gefallen.
Über die anderen Protagonisten will ich gar nicht zu viel sagen, da ich jetzt, am Ende des Buches angelangt, viel mehr über sie weiß, als der erste Eindruck vermittelt. Nur so viel sei gesagt: Mariko muss sich zwischen einigen Männern behaupten, was ihr aber großartig gelingt.

Es gab nur wenige Stellen, an denen mir die Handlung etwas überstürzt oder nicht ganz logisch vorkam, was aber den Erzählfluss insgesamt überhaupt nicht beeinträchtigt hat. Es blieb stets spannend, auch durch ein paar Perspektivenwechsel beispielsweise zu Marikos Bruder, der sich auf die Suche nach ihr gemacht hat. Wie bei Renée Ahdiehs vorheriger Reihe haben mir die leichten, wie nebenbei eingefügten fantastischen Elemente sehr gut gefallen; sie haben das mystische, undurchschaubare der Geschichte super ergänzt und sich perfekt eingefügt.

Ich bin total gespannt auf Band 2 und freue mich nach einem doch etwas gemeinen Cliffhanger schon sehr darauf, zu erfahren, wie Marikos Reise und die ihrer Gefährten weitergeht!

  • Cover
  • Abenteuer
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Thema
Veröffentlicht am 23.10.2017

Gefühlvoll, echt, bittersüß, bezaubernd!

Berühre mich. Nicht.
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Mit ihrem allerersten New Adult Roman hat Laura Kneidl bei mir absolut ins Schwarze getroffen.
Davon abgesehen, dass jegliche Klischees auf den Kopf gestellt werden und die handelnden Charaktere mich mit ...

Mit ihrem allerersten New Adult Roman hat Laura Kneidl bei mir absolut ins Schwarze getroffen.
Davon abgesehen, dass jegliche Klischees auf den Kopf gestellt werden und die handelnden Charaktere mich mit ihrer Echtheit und Nahbarkeit total verzaubert haben, entwickelt sich die Handlung mit viel Sanftheit, in Ruhe - denn die Autorin muss nicht mit Sexszenen catchen, um eine besondere Liebesgeschichte zu erzählen!

Wir steigen in das Leben der Protagonistin Sage ein, als sie einen Neustart weit weg von ihrer Familie beginnt, um zu studieren. Dabei wagt sie einen mutigen Schritt, indem sie ganz auf sich alleine gestellt und mit nur wenig Hab und Gut an der Uni ankommt. Schon direkt auf den ersten Seiten wird klar, dass Sage nicht umsonst die Reißleine aus ihrem alten Leben gezogen hat; eine Angst, deren Ursprung wir im Laufe der Geschichte noch gut kennenlernen werden, ist ihr stetiger Begleiter und bringt sie immer wieder dazu, an ihre Grenzen zu stoßen. Obwohl es ihr schwer fällt, knüpft sie nach und nach Kontakte, und lernt so auch Luca kennen. Luca - über ihn will ich nicht zu viel verraten, auch wenn ich es gerne würde, denn er ist einer der besten männlichen love interests, die ich je "belesen" durfte. Eins nur zu ihm: Wer hier einen Bad Boy erwartet, ist garantiert falsch

Dass sich zwischen Sage und Luca bald eine Beziehung entwickelt, scheint unausweichlich, und doch schafft es Laura Kneidl, dass ich anfangs total gespannt darauf war, wie die beiden nun zusammenpassen mögen. Auch hier ein kleiner Hinweis: Vor allem hinter Luca steckt so viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint!
Das wahnsinnig tolle an der Entwicklung der beiden, und das ist meiner Meinung nach auch bislang relativ einzigartig in diesem Genre, ist die Sensibilität, die dahintersteckt. Sage und Luca fallen nicht bereits in Kapitel drei übereinander her, und Sage bekommt auch nicht jedes Mal einen roten Kopf oder ein brennendes Verlangen tief in ihrem Bauch - ganz im Gegenteil. Und so können wir als Leser mit Sage mitwachsen, nicht nur im Umgang mit Luca, sondern auch mit sich selbst, mit ihren Ängsten, mit den Hürden, die sie immer wieder überwindet, und dabei ist man am Ende sehr stolz auf sie.
Naja - zumindest bis kurz vor dem Ende. Die eigentlichen letzten Seiten stellen nämlich alles noch einmal gehörig auf den Kopf und brechen vielleicht auch einen klitzekleinen Teil im Herzen. Die einzige Hoffnung hierbei: Band zwei, der im Januar erscheinen wird.

Mein Fazit: Diese New Adult Geschichte ist etwas ganz besonderes! Hier liegt viel Gefühl in der Handlung und viel Liebe in den tollen Charakteren. Trotzdem schafft Laura Kneidl mit dem sehr sensiblen Thema einer Angststörung Tiefgang und lässt den Leser damit sehr lebhaft mit der Protagonistin Sage mitleiden - und mitlieben. Eine definitive Empfehlung!

  • Cover
  • Dramaturgie
  • Figuren
  • Gefühl
  • Geschichte