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Krissi

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Zarter und doch einprägsamer Feminismus

Paradise Beach
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Ich freue mich immer sehr, wenn Themen, die "nur" Frauen* betreffen, mehr Sichtbarkeit bekommen - in diesem Roman war die Endometriose das Zentrum und gleichzeitig der Katalysator für ein Gesamtbild an ...

Ich freue mich immer sehr, wenn Themen, die "nur" Frauen* betreffen, mehr Sichtbarkeit bekommen - in diesem Roman war die Endometriose das Zentrum und gleichzeitig der Katalysator für ein Gesamtbild an "Symptomen", mit denen Mädchen und Frauen sich tagtäglich auseinandersetzen müssen und die sie stillschweigend ertragen, weil ihnen Scham dafür beigebracht wird.
Wir begleiten Protagonistin Ada kurz nach einer OP, von der sie sich Erinnerungen an ihre Teenagerzeit durchlebend erholt. Wir erfahren so gewissermaßen, "wie alles begann", in dem Sommer ihrer ersten Periode, und gleichzeitig, wie Adas aktuelle Lebensrealität aussieht. Unterschiedliche Nebenfiguren beeinflussen dabei ihr Erleben und ihr Handeln - andere Mädchen, die ebenfalls mit ihrer Rolle und den Erwartungen an sie kämpfen, erwachsene Frauen, die ihre schützende und leitende Position nicht ausfüllen können, und auch übergriffige, diskriminierende Männer. Was die Frauen alle vereint, ist ihr Schweigen - über den Schmerz, die Fragen, die Angst.
Das war für mich auch das Einprägsamste an diesem Roman: Wie gut diese gesamtgesellschaftliche Form des Kleinhaltens funktioniert, weil Frauen nicht erlaubt wird, sich zu verbünden, sondern ihnen für ganz normales Erleben so viel Scham eingeredet wird, dass sie nicht darüber sprechen.
Wer hier einen Ratgeber oder ein aufklärendes Sachbuch über Endometriose erwartet, ist an der falschen Stelle; dieses Buch ist so viel mehr. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Poetisch und unglaublich wertvoll

Freischwimmen
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Bücher, die schon damit beworben werden, dass sie in ganz besonderer Sprache verfasst sind - catcht mich sofort! "Open Water" verbindet hierbei eine sehr poetische Sprache mit einer ebenfalls fast lyrischen ...

Bücher, die schon damit beworben werden, dass sie in ganz besonderer Sprache verfasst sind - catcht mich sofort! "Open Water" verbindet hierbei eine sehr poetische Sprache mit einer ebenfalls fast lyrischen Form in kurzen Kapiteln mit wiederkehrenden Motiven und Phrasen. Ein besonderes Buch, und gleichzeitig eines, dessen Bewertung mir sehr schwerfällt, weil es mich nicht komplett überzeugen konnte.
Der namenlose Erzähler - ein Schwarzer junger Mann, der in London lebt - lernt eine Frau kennen, und eine Liebesgeschichte entsteht, geprägt von Nähe und Distanz, von Verschließen und Offenbaren, von Angst und Hoffnung. Scheinbar ganz nebenbei werden Familiengeschichte und Rassismus mit eingeflochten; dies sind die Szenen, mit denen die Leichtigkeit der Romanze kontrastiert wird, die richtig reinhauen. Dem entgegen werden Heilung und Verstandenwerden durch Musik und Kunst gestellt.
Tatsächlich habe ich mich hier an mein Gefühl zu "This is How You Loose the Time War" erinnert; auch hier habe ich die Poesie der Sprache absolut geliebt, es gibt für mich kaum etwas Prägenderes, als wenn jemand schöne Worte findet. Allerdings abstrahiert das für mich die Geschichte an manchen Stellen so sehr, dass ich fürs wirkliche Mitfühlen und -fiebern mehr Details bräuchte, mehr konkrete Beschreibungen, Namen, Angaben. "Open Water" als Geschichte hat mich daher leider nicht vollends erreicht - als Werk allerdings fand ich es wirklich wichtig und empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Düstere Vampirstory mit coolen Antihelden

Das Reich der Vampire
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Mit "Das Reich der Vampire" habe ich mich mal wieder auf einen klassischen Fantasy-Klopper eingelassen, der mehrere Motive und Themen vereint, die ich liebe: Antihelden, eine wild zusammengewürfelte Truppe, ...

Mit "Das Reich der Vampire" habe ich mich mal wieder auf einen klassischen Fantasy-Klopper eingelassen, der mehrere Motive und Themen vereint, die ich liebe: Antihelden, eine wild zusammengewürfelte Truppe, die von einer Motivation zusammengehalten werden, und mit über 1000 Seiten ganz viel Zeit, die Geschichte sich entfalten zu lassen. Wer außerdem auf die düstere Art von Vampirgeschichten und "niemand ist gut, es gibt nur schlecht und schlechter" steht, liegt mit diesem Buch genau richtig.
In mehreren Erzähl- und Zeitebenen erfahren wir nach und nach die Geschichte des Protagonisten Gabriel, der sich in einer Welt wiederfindet, in der die Sonne seit Jahrzehnten verdunkelt ist und eine ganze Dynastie an Vampiren sie sich immer mehr zu eigen macht. Er schließt sich einem Orden an, der sich die Bekämpfung und Vernichtung der Vampire zur Aufgabe gemacht hat und damit auf (wie ich finde ziemlich coole Weise sichtbar gemachten) Glauben angewiesen ist. Etliche Jahrzehnte später befindet sich Gabriel auf einer anderen Mission mit dem Ziel, den "Tagestod", also die Verdunklung der Sonne, rückgängig zu machen.
Da die Geschichte mindestens drei Teile umfassen wird und wir in der Rahmenhandlung den erzählenden Gabriel als Ausgangspunkt haben, wird immer wieder zwischen den Zeitebenen gesprungen und einiges, aber nicht alles enthüllt, was Gabriel erlebt hat. Sprachlich sind wir hierbei sehr derb und grafisch unterwegs, Gabriel als klassischer selbstgerechter gefallener Krieger trieft vor Zynismus, was auch einige witzige Momente auslöst. Diese generell düstere Stimmung, explizite Beschreibungen von Gewalt und eine mittelalterliche Welt mit zugehörigem Frauenbild muss man allerdings lesen können und wollen.
Wer Lust auf ein Vampir-Crossover von "Der Name des Windes", "Game of Thrones" und "Der Witcher" hat, dem sei diese Story ans Herz gelegt! Ich hatte auf jeden Fall Spaß (auch, wenn man hier und da Kritik anführen könnte) und werde auch die nächsten Teile lesen.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Macht einfach Spaß

Der Hausmann
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Dieses Buch war für mich definitiv eine kleine Überraschung und gestalterisch etwas, das ich so noch nie gelesen habe. Wichtige Gesellschaftsthemen wie Rassismus, Klassismus, Altersarmut, Vereinsamung, ...

Dieses Buch war für mich definitiv eine kleine Überraschung und gestalterisch etwas, das ich so noch nie gelesen habe. Wichtige Gesellschaftsthemen wie Rassismus, Klassismus, Altersarmut, Vereinsamung, Klimawandel und Carearbeit werden hier auf gleichzeitig sehr witzige und sehr prägnante Art aufgezeigt - so, dass es Spaß macht und man trotzdem sensibilisiert wird.
Mehrere Protagonist:innen führen uns in unterschiedlichen Textsorten durch das Buch; sie alle leben im gleichen Haus, sie alle haben die unterschiedlichsten Päckchen zu tragen, und finden auf teilweise irrwitzige Weise zueinander. Der Titelgebende Hausmann, Tim, arbeitet mit mäßigem Erfolg an einer Graphic Novel, deren Fortschritt wir als tatsächliche Graphic Novel verfolgen. Seine Partnerin Thea unterdessen bekommen wir nur über einen Teams-Chat zu Gesicht, da sie mehr und mehr in ihrem neuen Job versinkt. Ukrainer Maxim möchte unbedingt Deutsch lernen, was wir in seinem Deutschlernheft lesen können, und Rentnerin Frau Birkenbergs Blog übers Sparen ist ihre Art, die Geschichte zu erzählen. Die kleinen Krisen ihres Lebens summieren sich schließlich in einem Finale, in dem jede:r von ihnen irgendwie dazu beiträgt, dass schlussendlich alle ehrlich miteinander und vor allem mit sich selbst sein können. Der Stil der Autorin hat allen Figuren eine passende Stimme gegeben, ist humorvoll, spitz, teilweise auch etwas rau, aber immer angebracht.
Klare Empfehlung, vor allem für diejenigen, die Spaß an kreativer Textgestaltung und den oben genannten Themen haben.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Exzentrisch, humorvoll, empowerend!

This isn't happiness
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Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil hier wie sonst sehr selten eine langjährige Beziehung im Fokus steht; tatsächlich rückt hier aber so viel Wichtigeres im Mittelpunkt!
Bei Protagonist*innen ...

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil hier wie sonst sehr selten eine langjährige Beziehung im Fokus steht; tatsächlich rückt hier aber so viel Wichtigeres im Mittelpunkt!
Bei Protagonist*innen Amy und Josh läuft nicht mehr viel, und das, obwohl sie schon lange zusammen und sogar verlobt sind. Als die Hochzeit dann plötzlich schneller als erwartet geplant werden muss, beginnt Amy ganz langsam, nicht nur ihre mangelnde Schlafzimmeraction in der Beziehung zu hinterfragen - was ihr nur mit der Unterstützung einiger ungewöhnlicher Begleiterinnen gelingt...
Amy ist eine richtig coole Frau, doch wir merken als Lesende schnell, dass sie fast all das in ihrer Beziehung zurückstellt. Direkt zu Beginn gibt es einige Situationen mit unterschiedlichen Personen, die sehr frustrierend sind, weil Amy massiv bevormundet wird und keinen Rückhalt erhält. Diese frustrierenden Begegnungen, mitunter mit den wichtigsten Personen in ihrem Leben, ziehen sich durch das ganze Buch; erst eine neue Unbekannte scheint Amys Denken und Handeln auf den Kopf zu stellen und sie in eine neue Richtung zu pushen, was eine Kettenreaktion von Entscheidungen hervorruft.
Wie inzwischen von Pola-Büchern gewohnt, fährt "This isn't happiness" exzentrisch auf, Charaktere und Handlungsstränge wirken vor allem gegen Ende überzeichnet, was meiner Meinung nach ein richtig cooles Stilmittel ist, um Amys bisheriges Leben zu kontrastieren. Dieser wilde Humor hat richtig Spaß gemacht! Wie so oft im Leben hat auch dieses Buch gezeigt: Frauen sind so viel stärker, wenn sie miteinander sprechen und zusammenarbeiten. Und Liebesbeziehungen sind bei weitem nicht die wichtigste Art von Beziehungen.

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