Eine berührende Geschichte
Ein neuer HimmelMargit Steinborn entführt uns in ihrem äußerst gelungenen Debütroman von Berlin, über Würzburg auf den abgelegenen Sandnerhof. Hierher muss unsere Protagonistin, die junge Jüdin Hannah Rosenberg, im Jahr ...
Margit Steinborn entführt uns in ihrem äußerst gelungenen Debütroman von Berlin, über Würzburg auf den abgelegenen Sandnerhof. Hierher muss unsere Protagonistin, die junge Jüdin Hannah Rosenberg, im Jahr 1933 mit ihrer kleinen Tochter Melina fliehen, nachdem sie in Würzburg ihre Arbeit als Musiklehrerin und ihre Wohnung verloren hat. Hier auf dem abgelegenen Sandnerhof findet sie bei liebevollen Menschen für sich und die kleine Melina einen Unterschlupf. Doch die Lage wird auch auf dem Land immer gefährlicher und so entschließt sich Hannah zu einem folgenschweren Entschluss…
Ihre große Liebe, der Jurist Peter Hagen, macht mittlerweile Karriere im Reichsministerium und steigt die Karriereleiter mit schnellen Schritten empor. Doch hierfür musste er eine schwerwiegende Entscheidung treffen und als er merkt, dass er seine Seele verkauft hat, ist es fast zu spät……
Wow! Diese Geschichte geht wirklich unter die Haut. Der Schreibstil der Autorin ist spitzenmäßig. Die Lektüre hat mich von Anfang an gefesselt und hat mit bis tief in die Seele berührt. Ich lerne außergewöhnliche Menschen kennen und in verschiedenen Handlungssträngen wird uns ihr Schicksal während des zweiten Weltkrieges nahe gebracht. Vergangene Geschichte erwacht mit fiktiven Personen wieder zum Leben. In dieser Lektüre lerne ich bemerkenswerte Menschen kennen, allen voran die junge Hannah und ihre Tochter Melina. Sie hat Berlin den Rücken gekehrt und sich in Würzburg mit Melina ein neues Leben aufgebaut. Hier schien sie endlich glücklich zu werden. In Peter Hagen hat sie ihre große Liebe gefunden, eine Liebe die nicht sein durfte. Eine Jüdin und Jurist – einfach undenkbar. Nach Unruhen flüchtet sie aus Würzburg und findet auf dem Sandnerhof ein neues Zuhause. Aber der Krieg macht auch vor dieser ländlichen Idylle nicht Halt. Und wenn ich mir gewisse Szenen vorstelle, habe ich sofort ein Gänsehautfeeling. Von dem Leben auf dem Sandnerhof habe ich beeindruckende Bilder vor Augen, in dieser schrecklichen Zeit sind die Menschen zusammengewachsen und haben sich gegenseitig Halt gegeben. Und der Schmerz war förmlich zu spüren. Für mich ist dieser herausragende Roman ein Lesehighlight, das mich sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen hat. Das Cover ist auch sehr beeindruckend. Gerne vergebe 5 Sterne.