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Veröffentlicht am 23.01.2020

Der Titel ist Programm

Opernführer für Einsteiger
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Eine Oper ist ein sehr komplexes Konstrukt aus verschiedenen Kunstformen. Es gibt Musik, Gesang, Schauspiel, Kostüme und ein Bühnenbild, ganz zu schweigen von der Geschichte, die erzählt wird. Gerade diese ...

Eine Oper ist ein sehr komplexes Konstrukt aus verschiedenen Kunstformen. Es gibt Musik, Gesang, Schauspiel, Kostüme und ein Bühnenbild, ganz zu schweigen von der Geschichte, die erzählt wird. Gerade diese Geschichte ist nicht immer leicht zu verfolgen, der Komponist macht es dem Zuhörer da nicht immer leicht. Je nachdem wie genial der Künstler gewesen ist, ist seine Vision meist sehr detailreich, oft kompliziert und verwirrend, mit einer Vielzahl an handelnden Personen. Da kann man, gerade als Neuling, schon mal den Überblick verlieren und damit vielleicht auch die Freude am Gesamtwerk.

Die Autorin hat sich in ihrem Buch gerade den Neulingen gewidmet und versucht durch ihre Erklärungen den Einstieg in das Medium Oper zu erleichtern. Sie nimmt sich drei sehr bekannte Werke und gibt einen Überblick über die handelnden Personen und ihre Beziehungen zueinander, ebenso wird die Handlung kurz und nachvollziehbar geschildert. Die Autorin bedient sich einer Erzählerfigur, die ebenfalls aus einer Oper stammt, die uns dann durch das jeweilige Werk führt. Das Ganze ist sehr kurzweilig und amüsant geschrieben, die Geschehnisse und Zusammenhänge sind leicht verständlich und eine große Hilfe beim nächsten Besuch im Opernhaus.

Das Buch ist zweigeteilt. Ähnlich einem Wörterbuch gibt es eine deutsche Fassung und, man höre und staune, eine im wunderbaren fränkischen Dialekt. Leider muss ich gestehen, dass ich diesen Teil nur kurz angelesen habe, denn ich verstehe kein einziges Wort davon. Aber natürlich ist der Text absolut deckungsgleich mit dem ersten Teil. Wer dem Fränkischen mächtig ist, wird sicher großen Spaß haben.

Für Einsteiger sehr zu empfehlen, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und würde mir das gern für weitere Werke, oder als Vorwort im Programmheft der Aufführung wünschen.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

Alte Wunden

Rache und roter Schnee
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Ich habe das Buch passenderweise in der Weihnachtszeit gelesen. Passenderweise, weil in Erik Donners zweitem Fall übel zugerichtete Leichen auf einem Weihnachtsmarkt entdeckt werden. Eigentlich sollte ...

Ich habe das Buch passenderweise in der Weihnachtszeit gelesen. Passenderweise, weil in Erik Donners zweitem Fall übel zugerichtete Leichen auf einem Weihnachtsmarkt entdeckt werden. Eigentlich sollte der Job dort Donner nur beschäftigen, das er plötzlich mitten in der Jagd nach einem Mörder steckt gefällt keinem so wirklich.

Im zweiten Buch bin ich nun endlich auch etwas näher an dem Erik Donner, den ich aus den bereits gelesenen, späteren Büchern kenne. Während der erste Teil noch stark an den sonntäglichen Tatort erinnert hat, bekommt der unbequeme Ermittler hier nun den Dreh, der ihn ausmacht. Natürlich hadert die Figur noch immer mit ihrer Vergangenheit, ist nicht wirklich umgänglicher, oder freundlicher geworden, damit muss man als Leser umgehen können und das gefällt sicher nicht jedem. Auch ich möchte Donner gern manchmal einfach schütteln, aber das übernimmt ja schon eine andere Frau in der Story.

Generell hat der Autor hier eine Figur geschaffen, die man entweder liebt, oder hasst, dazwischen gibt es nichts. Man muss sich hier, wie so oft auf die Geschichte, die Figur einlassen und darf nicht alles auf die Realität ummünzen.

Wie auch schon in anderen Büchern mangelt es nicht an Verdächtigen und Theorien, wie auch vorher schon lag ich mit meinen Vermutungen daneben. Die Aufklärung ist dann durchaus plausibel und nachvollziehbar. Das Buch endet mit einem, wie ich finde, grandiosen Showdown, der jedem Hollywood Blockbuster Ehre machen würde. Wenn ich in Zukunft ein Räumfahrzeug sehe, werde ich mit Sicherheit an Erik Donner denken.

Ich gehöre eindeutig zu denen, die Erik Donner lieben.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

Leider nur bedingt spannend

Diabolic – Fatales Vergehen
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Es ist ja momentan nicht ungewöhnlich, dass sich mehrere Autoren für ein gemeinsames Projekt zusammentun. So auch bei diesem Thriller. Lisa Jackson kenne ich natürlich, die anderen beiden Namen sagten ...

Es ist ja momentan nicht ungewöhnlich, dass sich mehrere Autoren für ein gemeinsames Projekt zusammentun. So auch bei diesem Thriller. Lisa Jackson kenne ich natürlich, die anderen beiden Namen sagten mir nichts. Der Titel und die Beschreibung des Buches liesen auf eine spannende und nervenaufreibende Story schließen. Spannend wird es dann auch direkt zu Beginn, als die Freundinnen Ruth, Shiloh und Kate beim nächtlichen Baden von einem Psychopathen aufgeschreckt werden. Eines der Mädchen wird vergewaltigt und nur mit viel Glück können die Drei ihm entkommen. Die eigentliche Geschichte setzt dann einige Jahre später an, als die Mädchen wieder in ihrer Heimatstadt sind und der Täter von damals wieder auf sie aufmerksam wird.

Die Geschichte besteht hauptsächlich aus drei Teilen, in denen der Fokus jeweils auf einer der Frauen liegt. Der Leser erfährt über ihre Vergangenheit, den Umgang mit dem damaligen Erlebnis, den aktuellen Ereignissen und auch der psychopathische Täter kommt zu Wort. Der Plot ist nicht neu und wurde in ähnlicher Form schon in einigen Büchern und Filmen behandelt. Leider bieten die Autorinnen in ihrer Version wenig Neues, die Ereignisse plätschern, bis auf wenige Ausnahmen vor sich hin. Das Buch wimmelt von Klischees zu den Bewohnern und dem Leben in einer amerikanischen Kleinstadt, die Figuren sind stereotyp, zeigen ein oft nicht nachvollziebares Verhalten, einfach nur, weil die Geschichte das grad so braucht. Um die Längen im Mittelteil zu füllen, werden Liebesbeziehungen inszeniert, die angesichts der anderen Ereignisse nicht so ganz passend erscheinen. An sich, passt ein Flirt, oder eine Liebesgeschichte immer ganz gut in einen Thriller, kann sie doch dem Handeln der Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit geben, in diesem Fall wirkte das Ganze aber eher konstruiert und war leider sehr vorhersehbar. Zum Ende hin wird das Tempo nochmal angezogen, der Showdown wird dann aber ziemlich schnell abgearbeitet und der Leser noch mit einigen Fragezeichen zurück gelassen.

Ich habe es schon oft erlebt, dass gerade weibliche Autoren oft eine härtere Gangart einlegen. Auf Grund des Titels hatte ich aich eine gewisse Erwartungshaltung an das Buch, diese wurde aber kaum erfüllt. Natürlich ist der Grundgedanke der Story heftig, die Umsetzung aber dann eher weichgespült. Mich konnte das Buch nicht ganz packen, stellenweise hatte es durchaus gute und spannende Momente, es war jetzt aber auch nicht so, als das ich es nicht hätte aus der Hand legen können.
Für Fans der Autorinnen, für Leser, die Romantik in einem Thriller mögen, und die es nicht ganz so nervenaufreibend möchten aber sicher ein angenehme Lektüre.

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Veröffentlicht am 05.01.2020

Was vom Osten übrig blieb

Ost Places
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Beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen großformatigen Bildband, der Titel ist angelehnt an den Begriff Lost Places, verlassene, verlorengegangene Orte. Verlassen oder bereits verschwunden sind ...

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen großformatigen Bildband, der Titel ist angelehnt an den Begriff Lost Places, verlassene, verlorengegangene Orte. Verlassen oder bereits verschwunden sind viele der im Buch beschriebenen Orte, einige existieren nur noch als Ruinen, während manche tatsächlich gerettet werden konnten und heute in neuem/altem Glanz erstrahlen. Der Autor hat eine Reise in die DDR Vergangenheit der neuen Bundesländern unternommen und ist Orten nachgespürt, die den Alltag, das Leben, die Landschaft im Osten geprägt haben.

Ich bin ein Kind des Ostens und mit der beschriebenen Architektur, dem bildnerischen Kulurgut, den Parolen groß geworden. Viele der im Buch beschriebenen Orte kenne ich tatsächlich. Ich habe miterlebt, wie direkt nach der Wende vieles davon nicht schnell genug abgerissen werden konnte, wie plötzlich Straßen, Schulen umbenannt werden mussten, um das Erbe der jüngsten Geschichte zu verleugnen und sich möglichst schnell an den goldenen Westen anzugleichen.

Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Themengebiete, zu denen es dann eine Sammlung von Fotos gibt, vorangestellt ist jedem Kapitel eine kurze Einführung und die Fotos sind kurz beschrieben mit Bedeutung und Ortsangabe. Die Beschreibungen sind zweisprachig in deutsch und englisch verfasst, so ist das Buch auch interessant für kulturhistorisch interessierte Besucher aus anderen Ländern. Der Inhalt reicht von den typisch ostdeutschen Bauten, über riesige Wandbilder bis hin zu Verkehrsmitteln und Denkmälern. Es werden wirklich viele verschiedene Facetten gezeigt.

Ich habe es sehr genossen in Erinnerungen zu schwelgen, ein bisschen Wehmut war allerdings ebenfalls in die Nostalgie gemischt, wenn einem bewusst wird, wie viel unvergleichbares für immer verschwunden ist. Um so mehr freut es mich dann, dass gerade ein umdenken stattfindet und heute viele Versuche unternommen werden um einzigartiges Kuturgut zu erhalten. Auch hierzu gibt es einige Beispiele im Buch.

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Veröffentlicht am 03.01.2020

Schön

Lektüre zwischen den Jahren
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Das hübsch aufgemachte Büchlein aus dem Inselverlag kommt in einem eher ungewöhnlichem Format daher. Es liegt gut in der Hand, eignet sich perfekt zum mitnehmen und zum verschenken. Die Optik des Covers ...

Das hübsch aufgemachte Büchlein aus dem Inselverlag kommt in einem eher ungewöhnlichem Format daher. Es liegt gut in der Hand, eignet sich perfekt zum mitnehmen und zum verschenken. Die Optik des Covers erinnert mich sehr an "Der kleine Prinz".

Enthalten sind Momentaufnahmen in Form von Gedichten, kurzen Geschichten und Gedanken verschiedener Autoren. Am Ende des Buches gibt es ein Quellenverzeichnis, in dem man sich Informationen zu Autor und Werk holen kann, um weiterzulesen. Viele der Autoren waren mir bekannt, kamen mir durch die Lektüre wieder ins Bewusstsein, andere Autoren kannte ich noch nicht. Die meisten Autoren sind mehrfach vertreten.

Das Büchlein ist mir durch das schöne Cover ins Auge gefallen, ich fand die Idee schön, die Zeit zwischen den Feiertagen mit etwas philosophischem zuverbringen und wurde nicht enttäuscht.

Sehr schön als Geschenk!

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