Realistischer und komplexer Krimi
WaldmannIm Prolog wird geschildert wie Waldmanns Frau Maria in Nigeria verschwindet. Die bildhafte Schilderung hat mich sofort gepackt. Doch dann - Abbruch - Zeitsprung. Sieben Jahre später leidet Kriminaloberkommissar ...
Im Prolog wird geschildert wie Waldmanns Frau Maria in Nigeria verschwindet. Die bildhafte Schilderung hat mich sofort gepackt. Doch dann - Abbruch - Zeitsprung. Sieben Jahre später leidet Kriminaloberkommissar immernoch an einer Belastungsstörung. Er ist nun nicht nur Vater sondern auch Großvater. Die Schilderung der familiären Umstände Waldmanns sind wichtig und sind einfühlsam geschrieben, drängen aber nicht im den Vordergrund. Die Figur Waldmann ist ein kauziger, eigenwilliger, komplexer und sehr menschlicher Charakter. In seinem aktuellen Fall geht es um einen brutalem Mord an einer bekannten männlichen, fiktiven Persönlichkeit und das spurlose Verschwinden ukrainischer Frauen in Deutschland. Schnell entsteht der Verdacht, dass die Frauen von Menschenhändlern ins Rotlichtmilieu verschleppt werden.
In einem zweiten Erzählstrang wird das Erleben der Flucht von einer Ukrainerrin geschildert, die plötzlich keinen Kontakt mit ihren Fluchtgefährtinnen mehr hat.
Ziebula hat einen brandaktuellen, spannenden Krimi geschrieben, der durch Perspektivenechsen lebt. Er ist daher durchaus anspruchsvolle Lektüre und kein Roman für Zwischendurch. Die Dialoge der Protagonisten sind glaubwürdig und lebendig. Gerage durch diese Lebendigkeit kombiniert mit einer bildhaften Sprache, ist dieser Roman nichts für sehr zart beseite Leser. Es handelt sich definitiv nicht um einen Cosy-Krimi. Für Leser, die einen durch den Krieg in der Ukraine besonders aktuellen, Roman lesen wollen und eine realistische Darstellung der Ermittlungsarbeit der Polizei schätzen, ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung.