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Veröffentlicht am 02.05.2017

Fesselnder Thriller - nichts für schwache Nerven!

Der Näher
1

Abel, der als Fallanalytiker für das LKA Baden-Württemberg arbeitet, muss nach seinem letzten Fall Vorträge für den Nachwuchs halten. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen - er will endlich wieder an ...

Abel, der als Fallanalytiker für das LKA Baden-Württemberg arbeitet, muss nach seinem letzten Fall Vorträge für den Nachwuchs halten. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen - er will endlich wieder an die Ermittlerfront! Da schickt ihn sein Chef nach Gummersbach - dort sind zwei Frauen verschwunden. Beide haben Abschiedsbriefe hinterlassen. Für die Kollegen dort ein klarer Fall von Suizid. Abel soll dies überprüfen und macht sich dort erstmal keine Freunde. Als dann die Leichen einer Frau und ihres Säuglings auftauchen und herauskommt, dass die verschwundenen Frauen ebenfalls schwanger waren, ist für Abel schnell klar, dass dort ein Serientäter am Werk ist...

Ein wirklich spannender und fesselnder Thriller! Auch ohne die Vorgänger um den Fallanalytiker Martin Abel gelesen zu haben, hatte ich keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden.

Der Autor wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven (Ermittler, Täter, Opfer) und erzeugt so eine kaum auszuhaltende Spannung. Der Schreibstil ist flüssig und detailliert und zieht den Leser in seinen Bann.

Es gibt auch immer wieder Sprünge in die Vergangenheit des Täters, die erklären, warum er so geworden ist. Teilweise waren diese Szenen wirklich brutal und sind nichts für Zartbesaitete.

Die Handlung ist gut nachvollziehbar, lediglich am Ende hat man als Leser noch ein, zwei offene Fragen, die aber eher nebensächlich sind. Und ganz wichtig - ich konnte zu keiner Zeit des Buches erahnen wer der Täter ist. Ein riesiger Pluspunkt hierfür!

Letztendlich ist Rainer Löffler hier ein spannender und und fesselnder Thriller gelungen, den ich nur weiterempfehlen kann!

  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Spannung
Veröffentlicht am 16.12.2016

Interessanter Thriller in düsterer Atmosphäre

Schattenkiller
1

Inhalt:

Seit Wochen schüttet der Septemberhimmel gewaltige Wassermassen über Rom aus. Nahe des Tiber werden an düsteren Orten drei Leichen entdeckt, deren Entstellungen der Polizei Rätsel aufgeben. Profiler ...

Inhalt:

Seit Wochen schüttet der Septemberhimmel gewaltige Wassermassen über Rom aus. Nahe des Tiber werden an düsteren Orten drei Leichen entdeckt, deren Entstellungen der Polizei Rätsel aufgeben. Profiler Enrico Mancini, anerkannter Experte für Serienmorde, sieht zunächst keine Verbindung zwischen den Fällen. Doch dann erhält er verschlüsselte Botschaften, alle von einem Absender, der sich Schatten nennt. Botschaften, die ein neues Licht auf die Taten werfen. Denn ein grausamer Racheplan ist offenbar noch nicht vollendet. Und weist bald in eine einzige Richtung - in die Mancinis.



Meine Meinung:

Ich habe eigentlich schnell in die Story reingefunden. Gleich zu Beginn ist man dabei, als der kleine Niko eine Leiche findet. Durch den Wechsel der Erzählperspektiven während des gesamten Thrillers bleibt dieser spannend und lebendig.

Der Schreibstil des Autors gefällt mir richtig gut – er passt einfach zu dem Bild des verregneten Roms, das in dem Thriller dargestellt wird. Vor allem aber sehe ich alles bildlich vor Augen, wenn ich die Beschreibungen der Stadt lese. Auch die Mischung zwischen Spannung und Information hat mir sehr gut gefallen.

Enrico Mancini ist ein Charakter, der die Meinungen spaltet. Durch den Krebstod seiner Frau wurde er aus der Bahn geworfen und hat nun Schwierigkeiten ins Leben zurückzufinden. Dies merkt man vor allem daran, dass er in den Erinnerungen an seine Frau schwelgt, aber auch daran, dass er kleine Ticks entwickelt hat (z. B. das Aushängen der Türen). Sein Interesse an dem Fall ist zu Beginn recht gering – er ist nur interessiert daran den verschwundenen Chirurgen zu finden, der seine Frau behandelt hat. Vielen Lesern erschien Mancini daher unsympathisch und unnahbar. Ich finde es allerdings gut, dass der Autor Mancini so gebrochen darstellt- dies macht ihn umso menschlicher. Ich konnte sehr gut mit ihm fühlen. Er hat seine Macken, aber gerade das macht ihn interessant.

Leider wird die Ermittlungsarbeit (nach einigen Alleingängen der Ermittler) recht schnell abgehandelt. Auch dass am Ende nicht noch die große Überraschung bezüglich des Täters kam fand ich schade. Jedoch war die Handlung sehr gut durchdacht. Die Verbindungen zwischen den Opfern und die Hinweise, die der „Schatten“ gab, waren wirklich nicht leicht zu erkennen.



Fazit:

Es war ein interessanter und spannender Thriller, eingebettet in ein düsteres Rom, das man so noch nicht kannte. Leider fehlt dem Buch am Ende der große Überraschungsmoment. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass dies der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe um den Profiler Mancini und sein Team ist und kann den „Schattenkiller“ allen Krimi- und Thriller-Fans empfehlen.

  • Cover
  • Charaktere
  • Spannung
  • Handlung
  • Stil
Veröffentlicht am 01.11.2016

Smokey Barrett ist zurück

Die Stille vor dem Tod
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Smokey Barrett ist zurück – Cody McFadyen hat die Rückkehr zu seinem spannungsgeprägten Schreibstil leider nicht ganz geschafft.

Smokey Barrett und ihr Team werden nach Denver gerufen, da sich dort ein ...

Smokey Barrett ist zurück – Cody McFadyen hat die Rückkehr zu seinem spannungsgeprägten Schreibstil leider nicht ganz geschafft.

Smokey Barrett und ihr Team werden nach Denver gerufen, da sich dort ein schrecklicher Mord ereignet hat. Eine Familie wurde brutal ermordet – die Botschaft, die für Smokey hinterlassen wurde, lautet: Komm und lerne.
Dies bleibt aber nicht der einzige Mord. In dieser Nacht wurden drei Familien auf die gleiche Weise getötet – alle in der Nachbarschaft.

Weit gefehlt, wenn man als Leser nun denkt, dass sich das Buch darum dreht, den Mörder zu finden. Dieser wird leider viel zu früh entlarvt. Vielmehr geht es darum, die Verschwörung, die dahinter steckt aufzudecken.

Der Anfang des Buches hat mich gepackt, aber mit der Zeit kamen immer unrealistischere und (wie ich finde) an den Haaren herbeigezogene Ereignisse hinzu, die dem Ganzen eine enorme Unglaubwürdigkeit verliehen. Smokey sollte in diesem Buch verletzlicher erscheinen. Meiner Meinung nach hat es der Autor dabei aber immer wieder übertrieben. Er wirft mit Metaphern um sich, die den Lesefluss enorm stören und selbst nach mehrmaligem Lesen keinen Sinn ergeben.

Im zweiten Abschnitt flaut dann die Spannung ab und ist quasi gar nicht mehr vorhanden. Man wurde mit einem Cliffhanger zurückgelassen und erfährt dann in diesem Abschnitt alles was geschehen ist aus Zeitungsartikeln – die Spannung war weg und obwohl es mehrere Zeitungsartikel waren, konnte ich trotzdem nicht genau herauslesen was sich nun tatsächlich zugetragen hat. Dieser Abschnitt ist geprägt von Smokeys Träumen und ihrer inneren Gefühlswelt. In Maßen ist das ja okay, aber hier habe ich eigentlich auf die beginnende Ermittlungsarbeit gehofft.

Im dritten Abschnitt beginnen dann auch endlich mal die Ermittlungen – wenn man eine einzige Teamsitzung so bezeichnen kann. In dieser klärt sich dann alles auf, auch wenn ich die Gedankengänge und die Schlüsse, die sie daraus zogen, bis heute nicht verstanden habe. Es war einfach viel zu wirr, da sich die Zusammenhänge für mich nicht wirklich erschlossen haben.

Letztendlich wird man als Leser mit vielen unbeantworteten Fragen zurückgelassen. McFadyen hatte einen guten Ansatz, aber man hätte viel mehr daraus machen können. Mir kam es so vor, als hätte er sein Pulver bereits zu Beginn verschossen und versuchte dann sich immer weiter zu übertrumpfen, was aber dazu führte, dass er irgendwann den roten Faden verloren hat.

Meiner Meinung nach war dies das schwächste Werk aus der Feder des Autors. Ich hoffe, dass er in seinen zukünftigen Büchern zu seiner alten Form zurückfindet.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Handlung
  • Schreibstil