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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2024

Flucht vor der großen Liebe

Dynasty of Hunters, Band 1: Von dir verraten (Atemberaubende, actionreiche New-Adult-Romantasy)
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Das Cover zu "Dynasty of Hunters" von P.J.Ried gefällt mir sehr gut. Es spiegelt mit seinem dunklen Blauton und den violetten Blumen genau meine Lieblingsfarben wieder. Die silberne Schrift fügt ...

Das Cover zu "Dynasty of Hunters" von P.J.Ried gefällt mir sehr gut. Es spiegelt mit seinem dunklen Blauton und den violetten Blumen genau meine Lieblingsfarben wieder. Die silberne Schrift fügt sich harmonisch ins Gesamtbild. Das Relief der Schrift fühlt sich hochwertig an.

Ich liebe die Reihe "Die Tribute von Panem" und hier versprach der Klappentext und die Leseprobe eine ähnliche Richtung. Damit wurde ich nicht enttäuscht. Es wird eine interessante dystopische Welt beschrieben, die wunderbar für zahlreiche spannende Wendungen gemacht ist. Zudem konnte ich mich in die Hauptfigur Laelia gut hineinfühlen. Der Schreibstil ist temporeich und emotional. Es macht Spaß zu lesen und man möchte zu jederzeit wissen wie es weitergeht. Leider macht das Ende es etwas schwer noch so lange auf den Abschlussband warten zu müssen.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Eigene Erfahrungen

Strong Female Character
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In dem Buch "Strong Female Character" nimmt uns die schottische Comedian Fern Brady mit auf ihre eigene ungeschönte Lebensreise. Dabei beleuchtet sie in verschiedenen Phasen ihre Schwierigkeiten ...

In dem Buch "Strong Female Character" nimmt uns die schottische Comedian Fern Brady mit auf ihre eigene ungeschönte Lebensreise. Dabei beleuchtet sie in verschiedenen Phasen ihre Schwierigkeiten als zunächst undiagnostizierte Autistin.

Das Buch ging mir sehr nah. Auch wenn ich mich in gewissen Dingen nicht ganz mit Fern Identifizieren kann, haben wir eine Sache gemeinsam: Einen langen Weg bis zur entsprechenden Diagnose. Daher kann ich den Unmut in ihr sehr gut nachvollziehen. Ihre Diagnose kam mit 30, vorher hatte sie Vermutungen, die ihr stetig von Fachpersonal ausgeredet worden waren. Ähnlich erging es mir.

Es macht traurig und wütend wie schwer es gerade autistischen Frauen gemacht wird einen Platz in dieser Welt zu finden. Wahrscheinlich ist dies aufgrund zu vieler neurotypischer, sozialer Regeln auch einfach nie ganz gegeben. Gerade von Frauen wird sozial und emotional einiges mehr erwartet und ganz sicher weniger irgendwelche trockenen Sprüche. Manches Verhalten autistischer Frauen wird höchstens eher Männern zugeschrieben. Deshalb verwirren wir andere Menschen, zumindest wenn Masking auf ein Mindestmaß reduziert wird. Doch selbst mit Masking werden die sozialen Codes vor allem unter Frauen schnell eine Herausforderungen. Selbst wenn man denkt es geknackt zu haben und endlich Freundinnen gefunden zu haben. Man bemerkt immer wieder anders zu sein als die anderen. Anders muss allerdings keineswegs schlecht sein.

Mir persönlich gefiel das Buch, würde aber Menschen, die sich nicht oder wenig mit Autismus bei Frauen auskennen raten dies nicht als einen Leitfaden zu sehen. Das Autismus-Spektrum kann sich sehr verschieden zeigen. Fern ist ein Beispiel von vielen. Jede ist anders! Ich gehe allerdings auch nicht davon aus, dass es Ferns' Anliegen war als großes Sprachrohr für alle zu dienen. Trotz allem zeigt ihre Biografie wie hart der Weg für eine spätdiagnostizierte Autistin ist und wie schwer es auch danach ist geeignete Hilfen zu kriegen. Das Thema bedarf so viel mehr Beachtung. Ich selbst weiß nicht wie mein Leben verlaufen wäre, wenn man als Jugendliche meine Vermutung Autistin zu sein direkt Ernst genommen hätte. Vermutlich um einiges angenehmer. Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Aufklärung und nicht nur autistische Frauen als unbedeutende Randnotiz im System. Wir sind mehr als Frauen mit mehr Ecken und Kanten, die in keine Schublade passen.

Der Schreibstil war für mich angenehm und nie langweilig. Ich hatte das Buch sehr schnell durch. Auch das Nachwort gefiel mir und gibt mir Hoffnung, dass es nachkommende Generationen vielleicht einfacher haben zu verstehen inwiefern sie anders sind als andere. Zumindest, wenn sich einiges im System ändert. Den harten Weg zur Diagnose wünsche ich keinem.

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Veröffentlicht am 31.10.2024

Einerseits kompakt, andererseits ausschweifend

Glückskompetenz
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Das Cover gefällt mir mit dem pastelligen Gelb, Blumen und dem weißen Kreis, in dem der Titel "Glückskompetenz" steht sehr gut. Die Farbgebung findet sich auch stimmig im Layout des Buches wieder. So macht ...

Das Cover gefällt mir mit dem pastelligen Gelb, Blumen und dem weißen Kreis, in dem der Titel "Glückskompetenz" steht sehr gut. Die Farbgebung findet sich auch stimmig im Layout des Buches wieder. So macht es beim Durchblättern erstmal optisch einen visuell gut strukturierten Eindruck.

Wie sieht es inhaltlich aus? Im Grunde steht hier nicht viel Neues. Das meiste habe ich bereits in anderen Sachbüchern über Achtsamkeit und Selbstliebe gelesen. Es wiederholt sich alles. Daran möchte ich das Buch allerdings nicht bewerten. Ich nehme es eher als Erkenntniss für mich in Zukunft in andere Sachgebiete tiefer einzutauchen.

Die Autorin bietet eine gute Anzahl verschiedener Übungen an, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Das meiste ist der Impuls dazu verschiedene Punkte im Leben zu beobachten. Wie kann ich mein Denken positiv beeinflussen? Wo liegen meine Stärken? Wie kann ich diese gezielter einsetzen? Es gibt zahlreiche Tabellen zur Umformung von Gedanken und Gefühlen. Ähnlich der Affirmationsarbeit. Für mich persönlich in dieser Art etwas schwerfällig, aber das mag persönliches Empfinden sein und anderen gut helfen. Mir hilft ein einfaches "Da ist Trauer" besser als im schlimmsten Fall in einen inneren Monolog zu verfallen, was ich mit diesem Gefühl alles verknüpfe. "Ich bin traurig, weil..." ist nicht für jeden zielorientiert. Es mag aber natürlich einigen helfen.

Holzig empfand ich die Art wie sie beschrieb, dass sie ihren Kunden als Coach half bestimmte Denkmuster zu durchbrechen, aber nicht schrieb wie. Das ist nicht sonderlich hilfreich. Man könnte demnach getrost einige Texte überspringen und zu den Übungen und Zusammenfassungen übergehen und hat nur wenig verpasst. Das gefiel mir ehrlich gesagt nicht so gut. Hingegen die kleinen philosophischen Geschichten, unabhängig ihrer Arbeit, fand ich gut eingebracht. Ansonsten war mir der Text oft zu ausschweifend. Zwischendurch wiederum änderte sich der Erzählstil und war für mich angenehmer und fließender.

Eine Formulierung gefiel mir zudem überhaupt nicht. Bei dem Punkt "Vergebung" schrieb sie, dass man wenn man ein Verhalten nicht nachvollziehen kann, immer die gute Absicht versuchen soll zu erkennen. Dem stehe ich kritisch gegenüber. Bei den meisten Handlungen mag dies zutreffen, aber es gibt Menschen mit dem Ziel einfach nur zu verletzen oder zumindest dem Ziel nur sich selbst zu bereichern, ohne Hinsicht auf andere. Genauso fand ich ihre Betonungen bezüglich ihrer Coachings wie sich die meisten in bestimmten Situationen verhalten bzw. was diese als angenehm wahrnehmen. Unterschwellig wird dadurch ein Normativ gebildet, in dem im Grunde jeder gleich ist. Sie betont zudem immer wieder, dass man sich nicht selbstoptimieren sollte, sondern sein authentisches Selbst werden soll. Dem widerspricht sie im Verlauf des Buches wiederum mit der Art ihrer Beobachtungen und Erkenntnisse. Am Ende geht es dann zb. bei der Charakterstärkenanalyse darum auch die Schwächen anzugehen. Versteht mich nicht falsch. Es ist wichtig sich auch diesen zu stellen und sich dies näher anzuschauen. Ich finde es allerdings ungünstig erst davon zu sprechen sich nur auf Stärken zu konzentrieren und diese auszubauen, um am Ende dann doch in den Punkt der Selbstoptimierung zu gehen. Die Art der Formulierungen im Aufbau sind teilweise ungünstig. Ich denke nicht, dass dies beabsichtigt wurde.

Trotz der Kritik, möchte ich das Buch nicht schlecht bewerten. Ich denke anderen könnte der Stil sicher besser zusagen. Die Sammlung an Übungen und Erklärungen zur positiven Psychologie ist gut. Für Einsteiger in das Thema gibt es hier definitiv ein guten Überblick.

Nicht zuletzt möchte ich keine allzu negative Kritik geben, da für mich als neurodivergenter Mensch einiges einfach anders funktioniert. Während neurotypische Menschen wohl einfacher Abwegen können, ob sie irgendwas wirklich wollen, indem sie nach kurzer Bedenkzeit mit einem klaren "Ja" antworten, muss ich viele Dinge in Bezug auf Reizüberflutung usw. mitberücksichtigen. Auch deswegen waren die Beispiele aus ihren Coachings selten etwas, in das ich mich konkret hinein versetzen konnte.

Fazit: Ich hätte mir ein wenig etwas anderes gewünscht als die üblichen Gedankenansätze. Allerdings finde ich es zumindest ganz gut, dass auch der Umgang mit anderen Menschen eingebracht und nicht nur auf das derzeitige Trend-Thema "Selbstliebe" eingegangen wird. Zudem gibt es einen guten Einblick für Einsteiger bezüglich Achtsamkeit, Resilienz und Selbstannahme.

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Veröffentlicht am 24.10.2024

Manche Dinge sind unbezahlbar

Der Erinnerungshändler
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"Der Erinnerungshändler" ist ein Bilderbuch, geschrieben von Orit Gidali und illustriert von Tami Bezaleli. Auf poetische und künstlerische Weise handelt das Buch von der Bedeutung schöner Erinnerungen. ...

"Der Erinnerungshändler" ist ein Bilderbuch, geschrieben von Orit Gidali und illustriert von Tami Bezaleli. Auf poetische und künstlerische Weise handelt das Buch von der Bedeutung schöner Erinnerungen.

Der Erinnerungshändler macht sein Geschäft damit und kauft anderen für ein wenig Geld ihre kostbaren Gedankenschätze ab. So hält er bei einem alten Mann, der ihm die Erinnerung an seine große Liebe verkauft. Unbedacht tritt er den Heimweg an und merkt erst jetzt, dass ihm etwas fehlt. Die Geschichte geht an dieser Stelle noch weiter, aber ich möchte an dieser Stelle spoilerfrei bleiben.

Das Buch zeigt auf kreative Art und Weise, dass manche Dinge einfach unbezahlbar sind. Geld ist nur Kupfer oder Papier. Man mag damit auch lebenswichtige Dinge wie Essen kaufen können. Gerade Menschen, die einmal in Armut leben mussten oder auch noch müssen, dürften das sehr gut verstehen. Nur glückliche und schöne Momente lassen sich nicht erkaufen. Solche Momente erschafft man nur selbst oder mit anderen. Auch wenn die Erinnerung irgendwann verblasst, bleibt sie ein Teil dessen, der dich geformt hat. Somit hat das Buch eine sehr schöne Message. Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene. Ich würde es tatsächlich auch als Geschenkbuch empfehlen und nicht nur als reine Kindergeschichte. Einige Elemente versteht man ab einem gewissen Erfahrungsschatz ganz anders.

Die Illustrationen sind skizzenhaft, in hellen beigetönen. Die wertvolle Erinnerung des alten Mannes wird als gelber Beutel hervorgehoben. Ein schlichter und wirkungsvoller Stil. Kein Bild ist überladen und auch der Text fügt sich passend ins Layout. Ein Buch für jeden, der entspannende Geschichten mit wertvoller Message mögen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Hab keine Angst vor den Stürmen des Lebens

Das Mädchen und die Lehre vom Fluss
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Das Cover, auch der Titel ist passend und stimmig zum Cover. Allerdings finde ich die Schriftart des Titels und die dicke Umrandung der Buchstaben nicht ganz ansprechend. Eine schlichte Font ohne Rand ...

Das Cover, auch der Titel ist passend und stimmig zum Cover. Allerdings finde ich die Schriftart des Titels und die dicke Umrandung der Buchstaben nicht ganz ansprechend. Eine schlichte Font ohne Rand hätte ich schöner gefunden. Die Tuschezeichnung bekäme so mehr Gewichtung und es wäre harmonischer. Ansonsten gefällt mir Konzept und Farbgebung.

Inhaltlich ist es eine sehr schöne Geschichte, gespickt mit buddhistischen Weisheiten. Man begleitet ein namenloses Mädchen auf der Suche nach ihrem Großvater, der ihr ein Mentor war. Auf ihrer Reise lernt sie selbst mehr über sich und begreift die Lektionen ihres Großvaters durch eigene Erfahrungen und Begegnungen.

"Ich werde im Regen einen Sonnenschirm ausspannen, dachte sie..." (Kapitel 13, S.98). Dieser Satz fasst kurz und knapp zusammen, was das Buch mitgeben möchte. Schlechte Erfahrungen gehören zum Leben, doch man muss lernen durch sie hindurchzutreten. Am Ende ist alles eine Lektion. Gute Erlebnisse sind schön, aber sie formen den Charakter nicht. Es erinnert an Bücher von James Norbury und Charlie Mackesy, beziehungsweise steht diesen in nichts nach.

Da es viele schöne Zitate im Buch gibt, hier eine kleine Auswahl:

"Es gab genug positive Beispiele, dass die guten Kräfte im Leben stärker sind und man seine Dämonen besiegen kann (...)" (S.116)

"Gefühle kommen und gehen, wie die Wolken am Himmel. Du kannst sie vorbei ziehen lassen oder sie festhalten. Klug ist, nicht zu lange bei einem Gefühl zu verweilen, besonders wenn es Schaden anrichtet" (S.129)

"Wandelbar musste sie sein, damit sie den Schwierigkeiten des Lebens gerecht werden konnte. Beweglich musste sie sein, damit sie sich stets den Hindernissen anpassen oder ausreichen konnte. Offen musste sie sein, damit sie neue Lösungen sehen konnte, falls sie einmal nicht mehr weiter wusste." (S.155)

"Jetzt verstehe ich (...), dies muss man erfahren haben, um Kenntnis zu erlangen." (S.177)

Allgemein gefällt mir das Layout im Inneren, die Qualität der Zeichnungen schwankt. Ich finde tatsächlich, dass es dem Buch dadurch einen gewissen Charme gibt. Das ist allerdings Geschmackssache. Es wirkt so als hätte man ein Buch von einer Freundin oder einem Freund in der Hand. Es hat etwas perfekt unperfektes. Auch die Wahl der kaligrafischen Schrift gefällt mir. So hat man beim Lesen ein wenig das Gefühl etwas handgeschriebenes in der Hand zu haben. Das passt einfach wunderschön zu der Geschichte.

Ein Buch wie eine warme, kuschelige Decke. Schön abends mit Kerzenlicht ist es besonders schön in diese Welt einzutauchen.

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