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Veröffentlicht am 01.09.2018

Verlockende Fotos, die Tasty-Rezepte überzeugen mich aber nur begrenzt

Tasty
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Tasty, also geschmackvoll sehen die Gerichte in diesem Appetit anregenden Rezeptbuch alle mal aus.

Wer die Schritt-für-Schritt-Bilder der Tasty-Reihe im Internet kennt und verfolgt, wird hier einige ansprechende ...

Tasty, also geschmackvoll sehen die Gerichte in diesem Appetit anregenden Rezeptbuch alle mal aus.

Wer die Schritt-für-Schritt-Bilder der Tasty-Reihe im Internet kennt und verfolgt, wird hier einige ansprechende und außerdem recht leicht nachzumachende Koch- und Backideen vorfinden.

Dieses Buch spielt mit besonderen innovativen Ideen und enthält effektvolle Fotos, die die Ergebnisse toll in Szene setzen. Es gibt aber nicht zu allen Rezepten auch Bildbeispiele.

Die Fotos überzeugen jeden Kochmuffel und man möchte eigentlich nur gleich in die Küche eilen und etwas nachkochen. Bei diesem Buch sind die Namen der Gerichte jedoch nicht immer so umgesetzt, wie man es von jeher kennt. Hier wird Innovation groß geschrieben.

Die Anordnung der Rezepte ist zwar in einzelne Kapitel unterteilt (Party, Landküche, Süßes, Vegetarisch etc.), die Kochüberbegriffe finde ich jedoch etwas kunterbunt und unübersichtlich.

Eine Aufteilung in Gemüse, Suppen, Fleisch/Fisch und Süßes wäre mir lieber gewesen.
Ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis sorgt allerdings für einen guten Überblick und man kann sich dann von den Zutaten leiten lassen.
Die einzelnden Rezepte sind klar umrissen, die Mengenangaben lassen mich etwas zweifeln. Denn hier wird eher knapp berechnet.

Was mir bei diesem Buch besonders fehlt, sind Nährwertangaben. Wenn man sich die vielen überbackenen, süßen und recht kohlenhydrathaltigen Speisen ansieht, kann man aber verstehen, warum vielleicht bewusst auf solche Angaben verzichtet wurde.
Für Kalorienzähler ist dieses Buch eher nicht geeignet.

Warum müssen Cookies eigentlich weich sein? Ich mag sie knusprig und damit fallen die Rezepte schon komplett raus. Auch Emoji-Pommes empfinde ich eher als eine Spielerei.

Perfekt finde ich dagegen die Pizza mit Blumenkohlboden nach der Low-carb-Methode und auch die Ofen-Ratatouille kommt meinem Geschmack sehr nahe.

Es sind leider gerade die innovativ anmutenden Rezepte, die mir nicht behagen.
Lasagne in der Guglhupfform mag witzig aussehen, der dazugehörige Aufwand ist mir zu groß. Die Nudelblätter müssen dafür auch extra gekocht werden, dabei entfällt ja genau dieser Arbeitsschritt bei den meisten Nudeln in einer Lasagne.

Auch sind gefärbte Kuchen nicht mein Ding, selbst wenn es für Kinder wohl der Hit sein wird.

Insgesamt gesehen wird mir hier zu süß, zu fettig und auch zu dekorativ gekocht, sodass diese Rezepte von mir nicht als alltagstauglich übernommen werden können.

Für die Fans der Internet-Reihe ist "Tasty" durchaus ein Wunsch-Kochbuch, mich überzeugt das Buch nur begrenzt.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Sprachlich absolut besonders, aber als Krimi etwas undurchsichtig.

Der Bulle vom Ammersee
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Zu Beginn hat mich dieser Krimi völlig in seinen Bann gezogen, denn der sprachliche Erzählton ist außergewöhnlich und bringt auch einige humorvolle Gedanken und Sätze der teilnehmenden Figuren mit sich. ...

Zu Beginn hat mich dieser Krimi völlig in seinen Bann gezogen, denn der sprachliche Erzählton ist außergewöhnlich und bringt auch einige humorvolle Gedanken und Sätze der teilnehmenden Figuren mit sich.

Der Unfall des Drehbuchautors bringt Viktor Lässig in eine missliche Lage, denn er wird erpresst. Nun ist Viktor kein "Opfertyp", der die Erpressung gleich der Polizei mitteilen würde. Ganz im Gegenteil, er ist ein Alphatier, wortgewandt, mutig und voller detektivischer Neugierde macht er sich selbst auf die Suche nach dem wahren Täter und seinem Erpresser.


Gleichzeitig untersucht Marlene, die ehemalige Freundin von Laura, deren Tod und hält Viktor für den Täter. Sie bittet die Detektivin Henny um ihre Mithilfe und lässt keine Chance aus, ihre Anschuldigungen offen auszusprechen.

Es geht bald drunter und drüber und man wird konfrontiert mit den unterschiedlichsten Figuren, die zwar beschrieben werden, die man aber nicht genau vor Augen hat. Es sind einfach zu viele Personen und welche Figuren oder Szenen wirklich wichtig für die Geschichte sind, ist nur schwer zu sagen.


Zusätzlich ist die Handlung durch die wechselnde Durchmischung von Realität und schauspielerischer Darstellung ebenfalls nicht immer einfach zu verfolgen. Insgesamt bleibt die Spannung nach einiger Lesezeit auf der Strecke und man kann sich nur den witzelnden Wortspielereien der Personen hingeben und abwarten, wer denn nun als Täter in Frage kommen könnte.


Dieser Krimi konnte mich leider nicht völlig überzeugen, ich vergebe dank des besonderen sprachlichen Erzählstils 3 Sterne.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Eine vielfältige und witzige Sammlung von verschiedenen Cartoons über Bären.

Bärige Cartoons
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Warum gehen Koalas zum Therapeuten? Wie verreist der Urlaubär? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Honig und Diäthonig? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet. Mit Bildern von Dennis ...

Warum gehen Koalas zum Therapeuten? Wie verreist der Urlaubär? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Honig und Diäthonig? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet. Mit Bildern von Dennis Metz, Dorthe Landschulz, Martin Zak, Oliver Ottitsch, Rudi Hurzlmeier, Steffen Butz und vielen mehr. Das Buch ist ein gemeinsames Projekt von Komische Künste Wien und Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz.

Dieses kleine Büchlein beeinhaltet eine vielfältige und witzige Sammlung von verschiedenen Cartoons über Bären. Es ist der besondere Mix von unterschiedlichen Cartoonisten und Illustratoren und ihren Darstellungen, der für abwechslungsreiche und humorvolle Unterhaltung sorgt.

Mit Bären verbinden wir kuschelige Plüschtiere und putzige Bärenkinder auf der Honigsuche, wir kennen aber Problembären und wissen von der Notlage der Eisbären am Pol, denen die Klimakatastrophe ihren Lebensraum förmlich entreißt. In diesem Buch dreht sich alles um Bären und verschiedenste Darstellungen der Cartoonisten sorgen für eine bunte Mischung von Stilen und Anschauungsweisen, bei denen man immer wieder schmunzeln muss.
Dieses Buch arbeitet auf humoristische Weise den Winterschlaf der Bären und andere Szenen auf,

manche Darstellungen verleihen den Bären auch menschliche Züge und Verhaltensweisen, die alles noch komischer scheinen lassen.

Hier kommen nicht nur Bärenfreunde auf ihre Kosten, denn die Cartoons sorgen für lustige Abwechslung.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Hervorragend recherchiert und fesselnd erzählt

Alte Feinde
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Gleich vorab: Dieser 8. Band lässt sich auch ohne vorherige Kenntnis der anderen Bände lesen.

Im Mittelpunkt dieser Krimireihe stehen die Zürcher Staatsanwältin Regina Flint und der Kriminalpolizist Bruno ...

Gleich vorab: Dieser 8. Band lässt sich auch ohne vorherige Kenntnis der anderen Bände lesen.

Im Mittelpunkt dieser Krimireihe stehen die Zürcher Staatsanwältin Regina Flint und der Kriminalpolizist Bruno Cavalli, der US-indianische Wurzeln hat. Beide hatten bereits eine gemeinsame Beziehung hinter sich, sie zerbrach an ihren unterschiedlichen Charakteren und weil Cavalli auch anderen Frauen nicht abgeneigt war.

Regina lebt mit ihrer kleinen Tochter und ihrem neuen Lebensgefährten, Cavalli ist zur Zeit in Amerika untergetaucht und untersucht eine Mordserie in einem Cherokee Reservat.


In diesem Band gibt es mehrere Handlungsstränge und einige Handlungsorte. Für mich war besonders die Reise in die Vergangenheit sehr interessant, denn sie gibt detailliert Aufschluß über den amerikanischen Bürgerkrieg und die Kriegsgräuel der damaligen Kämpfe.

Die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird durch die alte Kriegswaffe hergestellt, die auch beim Tod von Albert Gradwohl in der Schweiz eingesetzt wurde. Dieser Revolver wanderte von Besitzer zu Besitzer und zeigt die schaurigen Kriegsgemetzel und das Elend in den erbärmlichen Gefangenenlagern der Südstaaten Amerikas. Der zuständige Lagerkommandant war der Schweizer Henry Wirz, der später unter Lincoln wegen Kriegsverbrechen angeklagt und zum Tode verurteilt wurde. Dieses Urteil ist umstritten, es sollte auf jeden Fall ein Exempel statuiert werden.

Petra Ivanov ist es trotz der Zeitsprünge und vielen Schauplatzwechsel geschickt gelungen, die verschiedenen Fäden der Handlung zu einem kompletten Bild zu verknüpfen, sodass man alles als ein großes Ganzes sehen kann und die Hintergründe versteht. Die amerikanischen Handlungsorte wechselten sehr häufig und ich konnte sie nicht immer genau zuordnen. Doch das ist mein einziger Kritikpunkt an dem Buch. Eine geografische Karte wäre hier von Vorteil gewesen.



Man kommt in diesem Buch auch Regina Flint und Bruno Cavalli persönlich näher. Cavalli besucht seine alte Heimat und dank ihm wandert man durch die urwüchsige Gegend der Smoky Mountains, erfährt wie er aufgewachsen ist und wie ihn seine indianischen Wurzeln geprägt haben.

Ihre Zusammenarbeit bringt beide an ihre Grenzen, ihre Gefühle füreinander erwachen wieder und man darf auf den nächsten Band sehr gespannt sein. Vielleicht passen sie ja trotz ihrer Gegensätze doch perfekt zueinander.


Die Autorin schreibt flüssig, sehr detailliert und bildhaft beschreibend und treibt die Handlung fesselnd voran. Dabei gibt es zwar Schusswechsel und Übergriffe, von blutigen Szenen wird man aber weitgehend verschont. Da berühren die unhygienischen und miserablen Zustände in den Gefangenenlagern schon viel mehr. Unter welch schlimmen Umständen die Menschen dort vor sich hinvegetierten, lässt sich nicht ohne Schaudern vorstellen. Diesem Krimi merkt man eine hervorragende Recherchearbeit an und der historische Hintergrund macht dabei den entscheidenden Punkt aus, dass man hier die zeitliche Verknüpfung gespannt verfolgt.


Der 8. Fall dieser Reihe ist ein einzigartiger und historisch interessanter Krimi. Wer intelligent aufgezogene Krimis mag, sich für amerikanische Geschichte interessiert, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 27.08.2018

Biotinte aus Blüten gewinnen

Zauberhafte Blütentinten
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In diesem bunt bebilderten Sachbuch lädt die Autorin dazu ein, mal selbst zu experimentieren und so die wunderbare Farbenvielfalt der Natur auf eine neue, sinnliche Weise zu erleben. Neben altbekannten ...


In diesem bunt bebilderten Sachbuch lädt die Autorin dazu ein, mal selbst zu experimentieren und so die wunderbare Farbenvielfalt der Natur auf eine neue, sinnliche Weise zu erleben. Neben altbekannten Färberpflanzen wie Malve und Rose werden auch neuere Züchtungen und Neophyten vorgestellt. So finden Sie hier unter anderem Rezepte mit den Blüten von bunten Stiefmütterchen, Indischem Springkraut und farbenprächtigen Gladiolen. Über die Herstellung der Tinten hinaus hat die Autorin zahlreiche Anregungen und Anwendungsbeispiele.


Wir alle kennen bunte Tintenpatronen und haben in unserer Kindheit viel Spaß mit der Farbvielfalt im Tuschkasten gehabt. Doch ist damit die Kreativität schon erreicht? Warum nicht mal Tinte selbst herstellen, die Natur bietet dazu eine unglaubliche Fülle von Farben. Das komplette Farbspektrum findet sich in Pflanzen, besonders farbenfroh natürlich in den Blüten. Diese Farben werden schon seit Jahrhunderten zum Färben von Ostereiern, Wolle und natürlich als Grundstoff für Farbpigmente genutzt. Dieses Sachbuch bietet Vorschläge zur Farbgewinnung von Tinten auf natürliche Weise.

Im Grunde unterscheidet man zwei verschiedene Möglichkeiten bei der Herstellung von Blütentinten: entweder kann die Farbe aus frischen und getrockneten Pflanzen durch kochen extrahiert werden oder aus frischen Pflanzenteilen z.B. durch Raspeln oder Pressen. Im Buch werden die verschiedenen Hilfsmittel wie Sieb, Mörser, Kochtopf etc. genau angegeben.


Mein Versuchsobjekt waren meine letzten Rosenblüten, die konnte ich zu etwas Tinte verarbeiten. Man kann mit der Tinte auch Schreibpapier in kreativer Weise verzieren, ein bunter Rand oder eine farbige Ecke bringen schöne Effekte.

Mit den vorgestellten Blumen erfahren wir auch ihre lateinischen Namen, das ist gleichzeitig ein toller Lerneffekt. Besonders erstaunlich ist auch zu sehen, wie unterschiedlich die Farben der entstehenden Tinten bei nur einer Sorte Blume doch sein können. Die Natur überrascht uns doch immer wieder mit besonderer Vielfalt.

Es macht einfach richtig Spaß mit Dingen aus der Natur zu arbeiten und die unglaubliche Farbvielfalt zu entdecken. Das ist auch für Kinder eine tolle Erfahrung. Warum also nicht mal für die nächste Geburtstagsfeier verschiedene Blüten sammeln und mit den Kindern die Tinten herstellen.


Die schönen Farbbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten machen dieses Buch zu einem wunderschönen und farbenfrohen Sach- und Bastelbuch. Es lohnt sich, kreativ zu werden und ohne Chemie und Tuschkasten zu experimentieren. Die Natur selbst gibt uns die geeigneten Grundlagen in Form von Blüten.