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Veröffentlicht am 08.05.2026

Ein raffinierter Fall

Strandopfer
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Im Rowohlt Verlag erscheint Frank Goldammers Krimi Strandopfer.

Zur Aufklärung eines ungeklärten Todesfalls fährt Kriminaloberkommissarin Lena Schuldt vom BKA Berlin auf die polnische Ostseeseite nach ...

Im Rowohlt Verlag erscheint Frank Goldammers Krimi Strandopfer.

Zur Aufklärung eines ungeklärten Todesfalls fährt Kriminaloberkommissarin Lena Schuldt vom BKA Berlin auf die polnische Ostseeseite nach Swinemünde. Dort wurde am Strand ein deutscher Tourist tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Badeunfall hin, doch bei näherer Untersuchung findet sich im Hals des Toten ein Bernstein. Kurze Zeit später wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, es ist die Tochter einer Freundin des Toten. Lena bekommt den polnischen Kommissar Adam Krawczyk an die Seite gestellt, sie befragen Freunde und Angehörige und versuchen den Mörder und das Kind zu finden. Wie bei allen Vermisstenfällen ist es ein Wettlauf gegen die Zeit.

Frank Goldammer stellt uns ein deutsch-polnisches Ermittlerduo vor, die beide zum ersten Mal miteinander arbeiten und sich aneinander gewöhnen müssen. Lenas Heimat war auf der deutschen Ostseeseite, sie hat einige negative Erinnerungen an diese Zeit und seitdem hat sie auch Vorurteile gegen Nachbarn auf der polnischen Seite. Adam ist ein junger Mann, der seine Jugend hinter einem ernsten Auftreten verbergen möchte. Er begegnet Lena mit Vorsicht und muss sich erst noch an ihre Arbeitsweise und ihr Temperament gewöhnen. Im Laufe der Handlung gestehen sie sich private Probleme ein und reden offen über Vorurteile. Ich konnte mit beiden Charakteren nicht so recht warm werden, sie blieben recht distanziert und dennoch fand ich es interessant zu verfolgen, wie sie zusammen arbeiten und sich ergänzen.

Der Tote war früh am Morgen mit dem vermissten Mädchen unterwegs, welche Verbindung und welches Motiv versteckt sich in dieser Konstellation? Diese Ausgangslage hat mich von Anfang an gepackt und ich habe den Krimi gespannt verfolgt. Doch die Suche nach dem Mädchen zieht sich in die Länge und ein weiterer Todesfall brachte für mich noch mehr Fragezeichen mit sich.

Mysteriös und unheimlich ist der Fund vom Bernstein, der in der Kehle des toten Urlaubers steckt. Welche Bedeutung hat dieser Stein? Ich habe lange gerätselt und bin einer Spur aufgesessen, die Lena als Vermutung erwähnt hat. Doch auch das war nur eine von mehreren Wendungen, die den Krimi insgesamt so fesselnd machen.

Die Spannung steigt allmählich an, phasenweise nehmen die Befragungen und Erinnerungen in Lenas Vergangenheit mehr Raum ein, als ich erwartet hatte. Frank Goldammer lenkt damit gezielt den Blick auf die Probleme vor allem junger Menschen in dieser Region nach der Wende. Auch die Vorurteile zwischen Deutschen und Polen kommen hier

Die Urlauber in der Villa verbergen unterschiedliche Geheimnisse und es ist nicht klar, wer hier Opfer oder Täter sein könnte. Was für Außenstehende wie eine freundschaftliche Urlaubsgruppe aussieht, birgt jede Menge Konflikte und enthält Potenzial für mögliche Motive.

Misdroy ist mir von einem Urlaub bekannt und ich habe mich den landschaftlichen Beschreibungen erfreuen können und einiges wiedererkannt. Den schönen langen Sandstrand oder die übervolle Promenade beispielsweise, die gefüllt von Buden und Imbissen schon wie ein Jahrmarkt anmutet. Frank Goldammer baut diese und andere atmosphärische Eindrücke so stimmig in die Geschichte ein, dass man sich die Gegend, die Arbeitsweise bei der Polizei oder die Wohnsituation einiger Personen gut vorstellen kann.

Ein raffinierter Fall des deutsch-polnischen Ermittlerduos, der mich gefesselt hat und einige Vorurteile offenlegt!

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein Roadtrip der besonderen Art!

Reise mit zwei Unbekannten
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Im Eichborn Verlag erschien 2021 Zoe Brisbys Roman Reise mit zwei Unbekannten.

Student Alex hat Liebeskummer, leidet unter Depressionen und um seinem Leben neuen Input zu verleihen, plant er eine Reise ...

Im Eichborn Verlag erschien 2021 Zoe Brisbys Roman Reise mit zwei Unbekannten.

Student Alex hat Liebeskummer, leidet unter Depressionen und um seinem Leben neuen Input zu verleihen, plant er eine Reise nach Brüssel. Doch ihm fehlt das Geld für die Fahrt und so bietet er eine Mitfahrgelegenheit an. Die ist schnell gefunden, es ist die über 90-jährige Maxine, die in einem Seniorenheim lebt und glaubt, dass sie Alzheimer hat. Sie will nach Belgien, um dort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. In dem uralten Twingo von Alex machen sich beide auf eine außergewöhnliche Reise und vertrauen sich Dinge an, die sie vorher niemandem erzählt haben. Die Tatsache, dass Maxine von der Polizei gesucht wird, sorgt für aufregende Abenteuer, die das ungleiche Paar zusammen wachsen lässt.

"Ich bin nicht alt, ich bin vintage! Und wie alles, was vintage ist, bin ich absolut auf der Höhe der Zeit!" Zitat Seite 385

Was für ein großartiger Roadtrip, in dem uns Zoe Brisby das ungleiche Paar mit viel Humor und gleichzeitig auch ernsthafter Tiefe beschrieben hat. Alex und Maxine misstrauen sich anfangs, durch ihre gemeinsamen Gespräche öffnen sie sich, freunden sich an und lernen voneinander. Ich mochte die energische Maxine, die zeigt, dass auch alte Menschen Mut haben und vor allem über jede Menge Lebenserfahrung verfügen. Maxine erkennt schnell, wie schüchtern Alex ist und bringt ihn dazu, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Denn ihre gemeinsamen Abenteuer haben es in sich, sie werden sogar von der Polizei verfolgt und Alex muss sich beweisen. Diese Fahrt schweißt sie enger zusammen, als beide anfangs noch ahnen.

Der Erzählstil ist wunderbar locker und enthält lebendige Dialoge, die auf verschiedene ernste Themen im Leben eingehen. Darin bieten sich Maxine und Alex gegenseitig Paroli und ich musste häufig schmunzeln, denn trotz der ernsten Themen gehen die Protagonisten humorvoll und unverblümt aufeinander ein. Einige Szenen fand ich etwas überzogen, doch das zufriedenstellende Ende konnte mich dann versöhnen.

Ein kurzweiliger Roadtrip mit liebenswerten Charakteren, Humor und Fragen des Lebens!

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Mord in exklusiver Lage

Arrivederci am Lago Maggiore
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Der Krimi "Arrivederci am Lago Maggiore" von Alexandra Holenstein erscheint im Emons Verlag. Es ist der Folgeband von "Mord am Lago Maggiore", jedoch eigenständig lesbar.

Tabea Kummer ist Lehrerin und ...

Der Krimi "Arrivederci am Lago Maggiore" von Alexandra Holenstein erscheint im Emons Verlag. Es ist der Folgeband von "Mord am Lago Maggiore", jedoch eigenständig lesbar.

Tabea Kummer ist Lehrerin und wird von ihrem Vermieter gebeten, ihn als Hausdame in den Sommerferien in seinem exklusiven Boutiquehotel in Ascona zu vertreten und sich um die Belange und Wünsche der Gäste zu kümmern. Sie nimmt gerne an, lernt die Hausgäste näher kennen und genießt das Ambiente des Hotels, bis eine junge Influencerin, die Gast im Hotel war, tot aufgefunden wird. Und es wird nicht bei der einen Toten bleiben!

Als ermittelnde Hobbydetektivin ist Tabea auf die Informationen von Haushälterin Esmeralda angewiesen, die die Gäste, bzw. deren persönliche Gegenstände bis ins kleinste Detail beäugt und somit sogar ein paar hilfreiche Details beisteuern kann. Sie weiß genau Bescheid, welche Kosmetik oder welchen Duft die Gäste bevorzugen, welche Kleidung sich in ihrem Schrank befindet und was sie vor den Augen der Öffentlichkeit verstecken.

Beim Lesen war ich umfangen von der herrlichen Atmosphäre des Lago und fühlte mich selbst als Gast des eleganten Hotels, in dem Sonderwünsche auch prompt erfüllt werden.

Schon nach dem ersten Mord habe ich gespannt mitgerätselt und versucht, zwischen den vielen Verdächtigen und einigen sehr raffinierten Wendungen noch den Überblick zu behalten. Ständig führt uns Alexandra Holenstein in die Irre und bringt neue Opfer, viele Geheimnisse und zahlreiche Verdachtsmomente aufs Parkett des edlen Hotels. Wo liegt das Motiv und warum finden die Morde gerade hier statt?

Die Dialoge wirken sehr lebendig und enthalten passend zum Lokalkolorit ein paar Aussprüche in italienischer Landessprache, wodurch man sich automatisch an den schönen Lago Maggiore versetzt fühlt. Das habe ich genossen, einige Begriffe musste ich aber nachschlagen, was den Lesefluss etwas hemmt. Die Figuren sind dieses Mal recht zahlreich, zu den Gästen und Hotelangestellten gesellen sich noch Freunde und Familie von Tabea und von Hotelchef Armando. Ein Personenregister wäre da durchaus hilfreich gewesen.

Die Story überzeugt mit interessanten, vielfältig gezeichneten Charakteren und einem subtilem Wortwitz, der besonders bei Tabea zum Zuge kommt. Die Sprache ist flüssig und ganz in gewohnter Holenstein-Manier, zuweilen etwas eigenwillig. Besonders aus Tabeas Sicht werden die Vorgänge und Fakten ganz genau hinterfragt. Manche Vorgänge und Gedanken werden dadurch ein wenig auf die Spitze getrieben, was meistens mit feinem Humor begleitet ist.

Die Ermittlungen werden natürlich von der Polizei geleitet, doch Tabea lässt sich nicht beirren und mischt munter mit. Wer den Vorgängerband kennt, darf sich wieder auf ihren treuen Basset Bruno freuen, der träge durch die Spuren tappt. Zum Ende wird es noch einmal besonders spannend, da Tabea vom Täter beim Schnüffeln erwischt wird und sie als nächstes Opfer auserkoren wird.

Dieser Krimi unterhält wunderbar, ist mit einer feinen Spannung durchzogen und besticht durch das unnachahmliche Flair des Lago Maggiores. Herrlich als Urlaubslektüre oder einfach für Daheim!

Veröffentlicht am 01.05.2026

Liebes-Chaos auf Malta

Ein Sommer auf Malta
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Im Atlantik Verlag erscheint der Liebesroman Ein Sommer auf Malta von Marlies Ferber.

Nach dem Ende ihrer enttäuschenden Beziehung will Linda Abstand gewinnen und nimmt eine Stelle als Sprachlehrerin ...

Im Atlantik Verlag erscheint der Liebesroman Ein Sommer auf Malta von Marlies Ferber.

Nach dem Ende ihrer enttäuschenden Beziehung will Linda Abstand gewinnen und nimmt eine Stelle als Sprachlehrerin auf Malta an. Sie hat die Nase voll von Männern, glaubt sie jedenfalls, denn schon auf dem Flug nach Malta lernt sie den Scheidungsanwalt Clive kennen. Zufälligerweise hat er für gemeinsame Freunde den Ehevertrag aufgesetzt. In der Sprachschule trifft sie auf den lebenslustigen Niko, den sie gut leiden kann und wie aus dem Nichts taucht plötzlich auch noch ihr Ex David auf und möchte Linda zurückgewinnen. Gerade war sie noch Single und nun sind da drei Männer, die sich für sie interessieren.

Als Fan von Marlies Ferbers Null-Null-Siebzig-Krimireihe war ich neugierig auf ihren neuen Liebesroman.

Die Geschichte liest sich kurzweilig und bietet mit dem eingebauten Humor und dem Liebesdrama eine lockere Sommerunterhaltung.

Die Figuren sind mit Ecken und Kanten versehen, das wahre Naturell entpuppt sich bei manchen Personen erst im Laufe der Geschichte. Etwas Romantik sorgt für den Spice und missverständliche Handlungen verleihen der Geschichte den nötigen Unterhaltungswert. Zum Glück ist neben den Intrigen der Humor ständiger Begleiter. Wir erleben chaotische Vorbereitungen für eine anstehende Hochzeit und ein Scheidungsdrama und sind mittendrin in Lindas Gefühlschaos. Sie ist eine sympathische, aber leichtgläubige Figur, die an Erinnerungen festhängt und als ihr Ex-Freund um eine zweite Chance bettelt, droht sie erneut auf ihn reinzufallen. Dabei bekommt sie Clive und ihre gemeinsame Zeit nicht aus dem Kopf.

Marlies Ferbers lebendiger und bildhafter Schreibstil ließ mich die sommerliche Atmosphäre und die bildhafte Darstellung des Settings auf Malta fühlen. Ich wandelte durch die engen Gassen, fuhrmit dem Boot durch Felsenhöhlen und bekam Appetit auf die genannten landestypischen Speisen.

Ein sommerlich-leichte Urlaubslektüre mit Liebes-Chaos vor der malerischen Kulisse Maltas!

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Nostalgisch mit englischem Charme

Mord in der Pension Möwennest
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Der Krimi Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd erscheint im Dumont Verlag.

Nach 30 Jahren beendet Nora Breen ihr Dasein als Nonne im Kloster, denn sie möchte herausfinden, was mit ihrer Freundin ...

Der Krimi Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd erscheint im Dumont Verlag.

Nach 30 Jahren beendet Nora Breen ihr Dasein als Nonne im Kloster, denn sie möchte herausfinden, was mit ihrer Freundin Frieda passiert ist. Sie zieht in Gore-on-Sea in die Pension Möwennest, die Adresse aus der sie Friedas letzter Brief erreichte. Dort wohnen mehrere Dauergäste, die alle irgendetwas zu verbergen haben. Über Friedas Verschwinden wird geschwiegen und kurz nach Noras Ankunft wird ein Mensch vergiftet aufgefunden. Das könnte ein Suizid gewesen sein, Nora ist allerdings skeptisch und nimmt die Ermittlungen in die Hand.

Bei diesem Krimi treffen bildhaft beschriebenes Küstenflair und britische Krimi-Nostalgie aufeinander.

An der Seite der ehemaligen Nonne Nora streifen wir auf ihren Ermittlungszügen durch die Gegend und erleben Meeresrauschen, kreischende Möwen und die vielen speziellen Figuren, die mit dem Veschwinden ihrer Freundin zu tun haben könnten. Ich wurde unweigerlich in die maritime Atmosphäre hineingezogen und habe versucht, hinter die Kulissen der Verdächtigen zu blicken und ein Motiv zu entdecken. Noras Scharfsinn war natürlich größer als meiner und als empathischer Mensch findet sie zu allen Personen den passsenden Zugang und kommt verschiedenen Details auf die Schliche. Als weitere Todesopfer zu beklagen sind und Nora merkt, dass Inspektor Rideout eher nachlässig ermittelt, macht sie sich in Eigeninitiative auf die Suche. Sie bilden ein gegensätzliches Paar, die sich ein Kräftemessen bieten. Am Ende gewinnt die Cleverness von Nora, doch das nimmt ihr der Inspektor nicht übel.

Jess Kidd hat eine wunderbare Erzählweise, die das Flair des Settings fühlbar einfängt und die Figuren zum Leben erweckt. Für mich machen die skurrilen Charaktere den Reiz der Handlung aus, die sich ganz wunderbar in die gezeigte Atmosphäre des Settings einfügen.

Ein wenig nostalgisch mit englischem Charme hat mich dieses Buch gefesselt und gut unterhalten!

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