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Veröffentlicht am 04.07.2018

Witzige paradoxe Verwechslungs-Komödie, etwas klischeebehaftet, typisch englisch!

The Importance of Being Earnest
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Die Gentlemen John "Jack" Worthing und Algernon Moncrieff sind Freunde und Lebemänner und um ihr Freizeitleben gesellschaftsfähig zu machen, erfinden sie beide Personen, um die sie sich kümmern müssen. ...

Die Gentlemen John "Jack" Worthing und Algernon Moncrieff sind Freunde und Lebemänner und um ihr Freizeitleben gesellschaftsfähig zu machen, erfinden sie beide Personen, um die sie sich kümmern müssen. Algernon denkt sich den ewig kranken Bunbury auf dem Land aus und Jack sorgt sich um seinen imaginären missratenen Bruder Earnest in der Stadt. Diese erfundenen Personen ermöglichen ihnen ganz nach Belieben dem öden Landleben zu entfliehen oder aber dort in Ruhe abzutauchen.

Jack hat das Anliegen, Zeit mit Algernons Cousine Gwendolen verbringen zu können, während Algernon sich in Jacks Mündel Cecily verliebt.
Es wird problematisch, denn beide stellen sich ihrer jeweiligen Angebeteten unter einem falschem Namen - Earnest - vor. Während die jungen Damen den Namen Earnest für eine sehr wichtige Voraussetzung halten, um einen Mann lieben zu können.


Diese humorvolle, manchmal regelrecht alberne Verwechslungskomödie hat inhaltlich keinen großen Tiefgang. Die Idee dahinter ist recht verrückt und mit Klischees und Konflikten nur so gespickt. Dennoch ist es ein unterhaltsames und humorvolles Stück, das gerade durch die sprachliche Umsetzung äußerst gelungen ist. Das liegt hauptsächlich an Wildes sprachlicher Fähigkeit und den kurzweiligen und geistreichen Dialogen und vielen Pointen. Es ist amüsant zu sehen, wie sich die Gentlemen aus ihrem Lügengebilde herauswinden.

Wenn man die bissigen Dialoge genauer betrachtet, zeigen sie unterschwellig eine Sozialkritik gegen die viktorianische Gesellschaft auf.
Ein unterhaltsames Theaterstück, dass am besten auf Englisch gelesen werden sollte. So kommen die herrlichen Dialoge und witzigen Pointen am schönsten zur Geltung.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Schwungvoll, amüsant und mit viel Wortwitz, die Krimihandlung ist beinahe nebensächlich!

Kreuzstich Bienenstich Herzstich
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Dieses Buch hat mich sehr erfreut: es ist so wunderbar ironisch geschrieben und hat immer wieder humorvolle Kapitelüberschriften und komische Polizeiberichte für die lokale Tageszeitung, da kann man immer ...

Dieses Buch hat mich sehr erfreut: es ist so wunderbar ironisch geschrieben und hat immer wieder humorvolle Kapitelüberschriften und komische Polizeiberichte für die lokale Tageszeitung, da kann man immer wieder lachen.
Folgende Beispiel als Zitate:
Spätestens mit den dritten Zähnen drängt es den Mann zur Zweitgattin!
Alle Lust und alle List wachsen auf der Weiber Mist!

Man wird hier auch von den Charakteren her gut unterhalten. Seifferheld ist ein ungewöhnlicher und schrulliger Typ und seine weiblichen Familienmitglieder sind allesamt durchgeknallt und machen ihm das Leben schwer. Besonders die Küche im Hause Seifferheld ist eine ganz besondere und besonders schwierig für den Hausherren. Was hier abläuft, ist sehr amüsant zu lesen.

Die unblutige Krimihandlung läuft allerdings mehr am Rande und ist eher schmückendes Beiwerk als Hauptthema.
Da steht das alltägliche Leben Seifferhelds mehr im Mittelpunkt und unterhält auch ganz prima. Die vielen Erlebnisse sind teilweise recht überspitzt dargestellt, so wie der Kochkurs für Männer oder Seifferhelds Stickerei.

Wie gesagt ist die Mordserie eher leicht und lustig zu beobachten, zu viele humorvolle Einlagen machen es einem schwer, hier kriminalistischen Ernst walten zu lassen.
Aber das hat mir gar nicht groß gefehlt. Ich wurde sehr gut unterhalten und habe diesen unkonventionellen Kommissar richtig gern gewonnen.

Dieser leichte Kriminalroman voller witziger Ironie macht einfach Spaß! Schwungvoll, amüsant und mit viel Wortwitz!

Veröffentlicht am 04.07.2018

Witziger Krimi mit tollem Lokalkolorit und sehr mitreißend geschrieben! Bitte mehr davon!

Mordsrausch
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In Maria Steinbach im Allgäu ist alles so ruhig, beschaulich und idyllisch. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn in der Dorfgemeinschaft gibt es so manchen Streithammel, Dauerlärmer und nymphomanische ...

In Maria Steinbach im Allgäu ist alles so ruhig, beschaulich und idyllisch. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn in der Dorfgemeinschaft gibt es so manchen Streithammel, Dauerlärmer und nymphomanische Ehefrau. Als der unbeliebte Harry Bröckle tot aufgefunden wird, beginnen Sissi Sommer und ihr Kollege Klaus Vollmer von der Kripo Memmingen zu ermitteln. Doch es gibt etliche Personen, die Harrys Tod verschuldet haben könnten. Er war wirklich kein netter Zeitgenosse. Was Sissi in diesem vermeintlich friedlichen Dorf alles aufdeckt, ist schon erstaunlich.

Dieser Krimi zeigt wunderbar das Leben in dem Allgäuer Dorf Maria Steinbach, in dem einige eigenbrötlerische Bewohner so ihre Geheimnisse haben und recht skurile Zeitgenossen leben. Die Feste sind ausufernd und mit gehörigem Alkoholkonsum, sodass manche Aussage vor der Kripo sehr fragwürdig erscheint. Wie der Mord dieses Dorf aufwühlt und die schöne Idylle nur noch landschaftlich erhalten bleibt, ist toll beschrieben. In diesem Dorf ist mehr los als man auf den ersten Blick sieht.

Der Mordfall ist brutal und könnte von vielen Personen begangen worden sein. Es wurde viel getrunken und so tappt Sissi von einem Verdächtigen zum nächsten. Erst allmählich entwickeln sich die Ermittlungen weiter und man ist als Leser lange auf der Suche nach dem Täter. Dieser Rausch ist wie ein Nebel, der sich langsam lichtet.

Wie die Personen im Buch charakterisiert werden, ist sehr unterhaltsam und ein genaues Bild bildet sich auch dort erst allmählich. Immer mehr Details zeigen schliesslich die wahren Charaktere und mit diesen eigenwilligen Personen ist man gut unterhalten.

Es ist nicht die Spannung, die diesen Krimi so außergewöhnlich macht, sondern der Blick hinter die Kulisse der Dorfromantik. Es tun sich hier wahre Abgründe auf.
Die Autorin überzeugt mit ihrem frischen und heiteren Schreibstil und zieht den Leser mit sich. Mit witzigen Dialogen und lockeren Bauernweisheiten wird der Berliner Kollege Klaus ein Sympathieträger des Krimis.

Dieser Lokalkrimi überzeugt mit skurilen Figuren, einem sympathischen Ermittlerduo und einem witzigen, mitreissenden Schreibstil! Ich möchte bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 04.07.2018

Fesselnder Schwedenkrimi mit interessanten Familieneinblicken

Die Schneelöwin (Ein Falck-Hedström-Krimi 9)
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Fjällbacka: Bei einem Unfall auf schneeglatter Strasse wird ein junges Mädchen getötet, sie wurde seit Wochen vermisst und man stellt fest, dass sie schwer misshandelt wurde. Da in der Gegend mehrere Mädchen ...

Fjällbacka: Bei einem Unfall auf schneeglatter Strasse wird ein junges Mädchen getötet, sie wurde seit Wochen vermisst und man stellt fest, dass sie schwer misshandelt wurde. Da in der Gegend mehrere Mädchen vermisst werden, arbeitet Kommissar Patrik Hedström und sein Team unter Hochdruck an den Ermittlungen. Wenn es hier einen Serientäter geben sollte, muss man ihn schnellstens fangen, um eventuell noch Mädchen retten zu können.
Gleichzeitig recherchiert Patriks Frau Erica Falck für ein Buch über einen zurückliegenden Mord, zu dem die inhaftierte Täterin schweigt.
Doch sie kommt zu Erkenntnissen, die die Fälle ihres Mannes betreffen. Sie mischt sich wie gewohnt aktiv in die Polizeiarbeit ein und ist auch dieses Mal nicht unschuldig an der Auflösung des Falls.

Diese Geschichte hat mich von Beginn an gefesselt. Es ist mein erster Krimi aus der Feder der schwedischen Erfolgsautorin und ihr flüssiger Schreibstil und der stimmungsvolle Plot sagen mir sehr zu.

Die atmosphärische Stimmung des schwedischen Winters liegt über dem ganzen Buch und diese Kälte setzt sich auch in einigen Personen fort.
Denn hier werden menschliches Elend und familiäre Probleme dargestellt, die zudem noch sehr authentisch wirken. Die Suche nach dem Täter findet unter Einbeziehung vieler Personen statt. Die Vielzahl der Namen hat mich anfangs verwirrt, liegt aber daran, dass mir auch die Ermittlernamen völlig fremd waren. Läckberg-Fans werden diese Probleme wohl nicht haben und hier bekannte "Gesichter" wiedersehen.


Auffällig ist die Häufigkeit von Familienszenen der Protagonisten Erica und Patrik, die uns damit ihr privates Umfeld näher vorstellen. Daher sehe ich in diesem Buch so etwas wie einen "Frauenkrimi", denn Mutterschaft und Familienglück und die damit zusammenhängenden Probleme werden in die Handlung eingebaut und stellen die Familie und Kinder ganz klar in den Vordergrund. Diese Ruhezonen des familiären Friedens geniesst man als Leser gern, um sich dann wieder der Ungewissheit und Spannung hinzugeben.

Es ist tragisch zu sehen, welche seelische Not die Angehörigen der Vermissten und Opfer erleiden. Man hat das persönliche Leid der Eltern deutlich vor Augen. Die häufig gleichzeitig stattfindenden Ermittlungen bringen Tatsachen ans Licht, die jeweiligen Aufklärungen werden aber immer noch ein wenig verzögert mitgeteilt, sodass die Spannungskurve nicht abfällt.

Eiskalter Schweden-Krimi mit interessanter Handlung und sympathischen Ermittlern, der mich nun noch in die Läckberg-Fans einreihen lässt.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Oma Renate sorgt für köstliche Unterhaltung und feiert Weihnachten mal ganz anders: mit Pute!

Über Topflappen freut sich ja jeder
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Bekanntlich ist Weihnachten ja das Fest der Liebe und der Familie und so bekommt Renate Bergmann von ihrer Tochter Kirsten eine Einladung nach Köln, um dort gemeinsam die Feiertage zu verbringen. Es kommt ...

Bekanntlich ist Weihnachten ja das Fest der Liebe und der Familie und so bekommt Renate Bergmann von ihrer Tochter Kirsten eine Einladung nach Köln, um dort gemeinsam die Feiertage zu verbringen. Es kommt jedoch ganz anders und dennoch wird dieses Weihnachtsfest zu einem der schönsten in Renates Leben.

Voller Vorfreude auf das gemeinsame Fest mit Kirsten packt Renate schon mal eine Gans und ein paar Flaschen Korn in ihrem Koffer. Denn eine Gans muss zu Weihnachten für sie einfach sein. Wer weiß was für veganes Zeug Kirsten sonst so auf den Tisch bringt.
Dieses Mal will Renate mit dem Flugzeug anreisen und lässt sich "einschiffen", nee, einschecken. Das Flugpersonal bietet ihr einen bequemen Rollstuhldienst an und Renate landet prompt fälschlicherweise "im London". Doch Renate wäre nicht Renate, wenn sie daraus nicht das Beste machen würde. Sie bekommt dank familiärer Bindungen einen schönen Aufenthalt im weihnachtlichen London und hat einige schöne und stimmungsvolle Erlebnisse sogar mit dem englischen Königshaus, die sie gewohnt humorvoll kommentiert.
So wundert sie sich über die englische "Ganspute", ach nee "Putentruthahn" und tröstet sich aber damit über den Verlust ihrer Gans im Koffer hinweg. Geschenke hat sie glücklicherweise dabei, die früh im Jahr reichlich gehäkelten Topflappen sind in ihrer Handtasche und machen ihrer Meinung nach allen viel Freude.

Aber richtig zufrieden ist Renate erst wieder im Kreise ihrer Familie und Freunde.
Zitat: "Ich wollte nirgendwo hin, nur hier sein bei meinen lieben Freunden und mit ihnen feiern, dass wir einander hatten. Mit allen Schrullen. Wissen Se, DAS ist nämlich Weihnachten!"

Wenn man die ersten Bände gelesen hat, freut man sich auch auf ein Wiedersehen mit Renates Freunden, die ja alle spezielle Charaktere sind und so ihre Altersallüren und Macken haben.

In dieser Geschichte nimmt man teil an Renates Glück im "Unglück" und wird wieder humorvoll unterhalten.

Positiv anmerken möchte ich vor allem, dass Renate in diesem Buch nicht mehr so häufig abschweift wie in den anderen Bänden.



Mit diesem Buch ist dem Autor wieder eine heitere Lektüre gelungen, die gerade zur Weihnachtszeit den Blick frei macht auf den wirklichen Sinn des Festes. Der Zusammenhalt und die Hilfe für die Nächsten wird hier gut deutlich gemacht.