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Veröffentlicht am 11.11.2017

Ein wundervoller Roman über Frauen in der Malerei und über die Liebe.

Das letzte Bild der Sara de Vos
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"Im Winter mag sie die Stadt fast am liebsten. Die blasse Morgensonne, die Regengüsse, die bizarren Formationen aus Sandstein und Farn vorn am Wasser, der Moosgeruch, der sie immer an Grotten... erinnert." ...

"Im Winter mag sie die Stadt fast am liebsten. Die blasse Morgensonne, die Regengüsse, die bizarren Formationen aus Sandstein und Farn vorn am Wasser, der Moosgeruch, der sie immer an Grotten... erinnert." Zitat Seite 95

Vorab-Info:

Im 17. Jahrhundert regelten in den Niederlanden Malergilden die Rechte und Pflichten der Maler. Neben Rembrandt, Vermeer und Frans Hals gab es auch weibliche Gildemitglieder, von denen bis heute nicht alle bekannt sind. Besonders den Frauen blieb das Recht auf Signatur mit Datierung verwehrt und somit konnten viele Bilder nicht ihren Malerinnen zugeordnet werden.

Die Malerin im Roman heißt Sarah de Vos und steht für die wirkliche Sarah van Baalbergen, die ab 1631 als erste Frau in die Haarlemer Lukasgilde der Maler aufgenommen wurde.




Der Roman bewegt sich in drei Handlungs- und Zeitebenen und dreht sich um das scheinbar einzig erhaltene Bild der fiktiven Sara de Vos, die Barockmalerin zur Zeit Rembrandts und Mitglied der Lukasgilde war.

Der Autor schildert Saras Leben sehr anschaulich. Er zeigt ihre persönlichen Erfahrungen, den erlittenen Schicksalsschlag durch den Tod ihrer einzigen Tochter an der Pest und stellt ihre große malerische Begabung vor, die sie immer unter die Interessen der Gilde oder ihres Mannes stellen musste. Dabei kommt man Sara als Person aber nicht richtig nahe, zu sehr bleiben ihre persönlichen Empfindungen unerwähnt.

Es wird allerdings sehr deutlich wie Frauen in der Malerei um Anerkennung kämpfen mussten.


Gleichzeitig gibt es einen verbindenden Handlungsstrang, der im 20. Jahrhundert die Kunstfälscher-Szene zeigt und Einblicke in Auktionen und den Handel mit Gemälden und Kunstgegenständen aufzeigt.


Marty de Groot ist 1957 Anwalt in New York. Er besitzt das Originalbild von Sara de Vos, das gestohlen wird, aber gegen eine fast perfekte Kopie des Bildes ausgetauscht wird. Diese Kopie wurde angefertigt von Ellie Shipley das Bild kopiert hat. Marty kommt Ellie auf die Spur, sie verliebt sich in ihn. Er jedoch hat nur die Fälschung und ihren Betrug im Sinn. Jahrzehnte später treffen die beiden Bilder, die Fälscherin und der Anwalt noch einmal aufeinander.


Dominic Smith hat einen schönen, teilweise sehr bildhaften Erzählstil, dem man gern folgen mag. Wobei mich besonders die Handlung um Ellie und Marty überzeugen konnte, denn hier wird der Autor sehr glaubhaft und emotional genau. Während er Saras Lebensphasen eher sachlich beschreibend vorbringt und dort die emotionale Tiefe eher fehlt. Man sieht von außen auf Sara, sieht sie arbeiten, trauern und hört nie ihr persönliches Empfinden.


Herausragend sind aber unbedingt die Beschreibung der unterschiedlichen Malvorgänge, die Bildbeschreibungen und sogar die Vorbereitung der Leinwand, die Herstellung der Farben und Firnis. Man hat das Gefühl,hier befindet sich Dominic Smith in seinem Metier als Künstler oder Kunstpädagoge, zumindest als Kenner der Szene. Ich habe diese Beschreibungen sehr genossen, die Farbenpracht bewundert und mich ganz der Betrachtung der Bilder hingegeben.


Für Kunstliebhaber ist dieser Roman ein schönes Buch über die Kunst, über Fälschung und Original und über die Liebe, in der auch nicht alles wahr ist.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Spannender Krimiauftakt im idylischen Greetsiel

Tod am Deich. Ostfrieslandkrimi
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Dieser Krimi deckt einige Dinge auf, die mit der Vergangenheit zu tun haben. Der Dorfrowdy und Fiesling Enno Duwe hat vor 20 Jahren einigen Bewohnern Greetsiels großen Ärger bereitet, zog dann aber weg ...

Dieser Krimi deckt einige Dinge auf, die mit der Vergangenheit zu tun haben. Der Dorfrowdy und Fiesling Enno Duwe hat vor 20 Jahren einigen Bewohnern Greetsiels großen Ärger bereitet, zog dann aber weg und taucht nun unverhofft und unmittelbar zum Mord wieder auf. Es scheinen noch mehrere Personen nicht gut auf ihn zu sprechen zu sein. Sind da noch Rechnungen offen, die mit dem Mordfall zu tun haben?

Auch für Tammo, der ja als Kommissar eigentlich objektiv bleiben sollte, ist Enno der Hauptverdächtige Nr. 1. Ein Glück, das die toughe Fenna Stern ihn nun beruflich unterstützt, sie hat mit dem alten Dorfzwist nichts am Hut. Sie sorgt für den distanzierten Durchblick im Dorfzwist und hat sozusagen von außen den Blick auf das Geschehene.

Dank Ulrike Buschs genauer Charakter-Beschreibungen sind mir die Kommissare schnell vertraut und auch sympathisch. Im Polizeidienst stellen sich die Beiden schnell aufeinander ein und Fenna besitzt die Gabe, bei Befragungen zwischen den Zeilen lesen zu können und dann gleich nachzuhaken. Sie ist hat mehr Einfühlungsvermögen als Tammo, stellt intuitiv die richtigen Fragen stellt und kann Situationen gut einschätzen. Tammo wirkt dagegen eher etwas unüberlegt und unbeholfen, aber seine Orts- und Einwohnerkenntnisse geben ihm natürlich einen Heimvorteil.

Bei diesem Krimi kann man gut mitraten und ist als Leser dank der umfassenden Befragungen auch immer gut informiert. Dabei sorgen einige Wendungen für unvorhergesehene Dinge, die das Täterbild immer wieder in ein anderes Licht rücken. Die Dialoge sind sehr umfangreich, man hat das Gefühl, hier einen Film ablaufen zu sehen. Weniger Gespräche und mehr Andeutungen hätten meiner Meinung nach die Sache rätselhafter aussehen lassen und auch die Spannungskurve erhöht. Am Ende gibt es dann noch einen spannenden Countdown, der diesem Cosy-Krimi eine spektakuläre Note verleiht.

Wie es in Ostfriesland und speziell in Greetsiel so aussieht, erfährt man nicht sehr ausführlich. Aber es geht in der Handlung häufig in die Natur und ins Watt, auch wird im Buch jede Menge Ostfriesentee getrunken. Wenngleich Tammo nach Feierabend wohl lieber einen Rioja dem Tee vorzieht. Ein wenig vermisse ich die friesische Küche mit Krabben und Schwarzbrot, sowie die Friesentorte, die mich immer sehr für diese Gegend einnimmt.

Bei dieser Ermittlung kommen sich Tammo und Fenna näher und es ist nicht auszuschliessen, dass sie im weiteren Verlauf der Krimireihe ihre Beziehung noch enger knüpfen werden.

Dieser toll geschriebene Ostfrieslandkrimi macht Lust auf eine neue Reihe! Ein interessantes Ermittlerteam, der Schauplatz im idyllischen Greetsiel und die Nähe zur Nordsee geben viele Möglichkeiten für weitere spannende Abenteuer.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Loretta haut mich dieses Mal nicht so ganz von der Rolle, denn die Krimihandlung war etwas dünn!

Voll von der Rolle
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"Genau wie JuppZwo pflegte er endlos herumzulabern und kam vom Hölzken aufs Stöcksken, ohne die eigentlich Frage zu beantworten." Zitat Seite 122

Lotte Minck hat mit Loretta Luchs, Telefonistin von einer ...

"Genau wie JuppZwo pflegte er endlos herumzulabern und kam vom Hölzken aufs Stöcksken, ohne die eigentlich Frage zu beantworten." Zitat Seite 122

Lotte Minck hat mit Loretta Luchs, Telefonistin von einer Sexhotline im Ruhrgebiet, schon eine ganz spezielle Kultfigur erfunden. Loretta ist eine Frau, die immer wieder als Hobbyermittlerin tätig wird, ihr Herz auf dem rechten Fleck trägt und auch richtig austeilen kann. Das beweist sie auch in diesem Buch wieder mit unterhaltsamen Erlebnissen und Abenteuern rund um Franks Büdchen, genannt: Kropkas Klümpchenbude.

Frank hat Probleme mit einer Gruppe von Jugendlichen, die sich regelmäßig in seinem Kiosk mit Tabak, Alkohol und Süßigkeiten eindecken, allerdings ohne zu zahlen. Auf seine Drohungen hin, bombardieren die Jungs seine Bude mit Farbbeuteln, also lässt Frank sie gewähren, auch wenn er damit große finanzielle Einbußen hinnehmen muss. Als Loretta von der Sache erfährt, wird sie fuchsteufelswild und schreitet ein.

Wieder einmal kann man sich dem Charme der speziellen Charaktere in diesem Buch nicht entziehen. Mit ihrem Ruhrpottslang geben sie der Geschichte ihre besondere Note und die Krimihandlung sorgt für unterschwellige Spannung. Leider war die mir etwas zu dünn geraten. Auch wenn ich Loretta gern als Heldin sehe, wären hier realistischerweise die gestandenen Männer in diesem Buch gefragt gewesen, der Jugendgang die Stirn zu bieten. Aber noch mehr fehlt mir hier die polizeiliche Ermittlung, schließlich liegt ja ein Unfall mit Todesfolgen vor.

Ebenso vermisse ich einige aus den Vorgängerbänden bekannte Freunde, die stets mit ihrer Art für gute Unterhaltung gesorgt haben.
Allerdings sind dafür auch die Truppe der Rentner-Bank-Inhaber Lock, JuppZwo und Steiger als personelle Aufstockung zugegen und geben mit ihrem Gebahren schon ein humorvolles Trio ab.

Bei "Voll von der Rolle" müssen Fans der Reihe unbedingt wieder reinlesen, denn der Humor ist wieder voll zu spüren, auch wenn er etwas klischeehaft daherkommt. Hier geht es mit der Devise: "Freunde für immer" wieder um die Unterstützung Franks durch Loretta & Co und es geht hier wieder gut zur Sache.


Als Fan von Loretta habe ich wieder über die humorvollen Wortspielereien und den Pottslang geschmunzelt, doch wie bei so vielen Serien und Reihen kann ich mich nicht mehr so begeistern wie zu Anfang.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Unterhaltsamer Sommerroman, der einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt!

Olivensommer
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"Manchmal weiß man nicht, dass etwas fehlt, bis man es gefunden hat."

In diesem Roman geht es um eine Liebesgeschichte, die auf dem Hintergrund eines Familiendramas langsam erwächst.

Holly lebt in einer ...

"Manchmal weiß man nicht, dass etwas fehlt, bis man es gefunden hat."

In diesem Roman geht es um eine Liebesgeschichte, die auf dem Hintergrund eines Familiendramas langsam erwächst.

Holly lebt in einer Beziehung mit Rupert und geniesst seine Gefühle, ohne ihn selbst wirklich zu lieben. Dabei stellt sie sich auf seine Wünsche ein und ordnet sich regelrecht unter. Eigene Ziele scheint sie nicht zu haben oder dabei auszublenden. Es sind jedenfalls keine tiefen Gefühle, die sie für Rupert empfindet. Man hat das Gefühl, sie braucht eine gewisse Zugehörigkeit.
Diese Beziehungsschwierigkeiten erklären sich, wenn man ihre Jugend kennt. Hollys Mutter Jenny war Alkoholikerin, Hollys Kindheit war für sie schwierig, dennoch versuchte sie, ihrer Mutter beizustehen. Für ein Kind natürlich eine unlösbare Aufgabe.

Von ihrer verstorbenen Tante Sandra erbt Holly auf der griechischen Insel Zakynthos ein Haus, das ihr bei einem Besuch auf der Insel sehr gut gefällt. Sie wird von den Griechen der Nachbarschaft freundschaftlich aufgenommen und fühlt sich dort sehr wohl. Daran hat auch ihr irischstämmiger Nachbar Aiden großen Anteil. Sie lernen sich näher kennen und bei ihm fühlt sich Holly genau richtig.
Hier erkennt man die Begeisterung der Autorin für die Insel in den schönen Landschaftsbeschreibungen und erlebt griechische Esskultur und Gastfreundschaft hautnah mit.


Diese Geschichte ist flüssig zu lesen und sehr schön erzählt. In Briefen nähert sich Holly der problematischen Beziehung der Schwestern Jenny und Sandra und erfährt so von ihrer Familie, die sie als Kind nie hatte. Wie Holly langsam auftaut und wieder eigenen Lebensmut und Ziele entwickelt, ist interessant zu verfolgen. Allerdings wird das Ganze sehr detailliert und ausführlich beschrieben und die Handlung zieht sich in die Länge.
Leider konnte ich mich mit Holly nicht so recht anfreunden.

Dieser Roman zeigt griechisches Flair abseits der touristischen Pfade und eine junge Frau, die durch ihr neu wiedergewonnenes Selbstbewusstsein wieder eigene Ziele und neuen Lebensmut entwickelt. Ein unterhaltsamer Sommerroman mit Familiendrama und etwas Liebe.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Ein Wohlfühlroman, der glücklich und zufrieden stimmt

Die Blütensammlerin
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"Neuanfänge sind ein großes Thema hier im Ort, im Großen und im Kleinen." Seite 325

Dieser Roman hätte auch "Die Maierhofener Magie" heißen können. Denn mit viel Charme, schönen Beschreibungen des ländlich-dörflichen ...

"Neuanfänge sind ein großes Thema hier im Ort, im Großen und im Kleinen." Seite 325

Dieser Roman hätte auch "Die Maierhofener Magie" heißen können. Denn mit viel Charme, schönen Beschreibungen des ländlich-dörflichen Flairs und unterhaltsamen Charakteren bringt Petra Durst-Benning den Leser in eine Wohlfühlstimmung, die einfach glücklich und zufrieden macht.

Es geht um Neuanfänge, um neue und alte Liebe, Beziehungen und neuen Lebensmut für Veränderungen im Leben der Protagonisten, die Teilnehmer an dem regionalen Kochwettbewerb sind.

Neben Christines Pensionsanlauf, lernen wir die Teilnehmer kennen, da hat jeder so seine speziellen Beweggründe für die Anmeldung zum Kochevent. Der Roman zeigt eine gelungene Mischung von zwischenmenschlichen Problemen und den Ideen und Planungen für das Kochevent. Es geht hinaus in die Natur, in die Wiesen zum Kräutersammeln und auf die Alm, um frischen Käse zu kaufen, aber auch die regionalen Gewerbe um Imkerei, Forellenzucht und Likörherstellung werden angesteuert. Es ist so richtig Urlaub und Erholung in der Natur.
Man fühlt sich beim Lesen mittendrin und erlebt ein buntes Spektrum diverser Genüsse des Landlebens hautnah mit. Es ist schön zu beobachten, wie die Gruppe fremder Personen langsam zusammenwächst und sich die einzelnen Teilnehmer entwickeln und wie sie ihre Mitmenschen wahrnehmen.


Natürlich geht es auch um die Liebe. Doch dieser Roman ist kein seichter Frauenroman mit Gefühlsduselei. Man kommt den Figuren sehr nahe, leidet, lacht und geniesst mit ihnen und wünscht sich ebenfalls einen Urlaub in dieser Gemeinschaft und Gegend.

Wie die rein zufällig zusammengewürfelten Personen sich der gemeinsamen Aufgabe, die Teilnahme am Kochevent, stellen und dafür jeder seine persönlichen Fähigkeiten bestens einbringt, macht Spaß zu beobachten.
Mal wieder ein Wohlfühlroman, der positiv ausgeht. Das ist zwar etwas unrealistisch, aber auch total schön. Man klappt das Buch mit einem behaglichen Gefühl zusammen und ist einfach glücklich und zufrieden.

Im Nachwort in Form eines Briefes, informiert die Autorin die Leser zum Thema Single-Börsen und anderen Treffen. Einige Rezepte für Sirup, Bowle und Likör mit Obst und Kräutern runden diesen Landleben-Roman effektvoll ab.

Ich habe mich in Maierhofen wieder richtig wohlgefühlt und dazu hat auch der wunderbar einnehmende Schreibstil von Petra Durst-Benning beigetragen.

Ein schöner Wohlfühlroman, der glücklich und zufrieden stimmt und Hoffnung weckt, wenn es im Leben nicht so glatt läuft.