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Veröffentlicht am 01.01.2026

Honoras Odyssee: Tragisch, bitter und auch poetisch schön!

Sing, wilder Vogel, sing
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Im Diogenes Verlag erscheint Jacqueline O´Mahonys Roman Sing, wilder Vogel, sing.

1849: In Irland herrscht die Zeit der großen Hungersnot. Auch im kleinen Dorf Dooloogh spielen sich schreckliche Tragödien ...

Im Diogenes Verlag erscheint Jacqueline O´Mahonys Roman Sing, wilder Vogel, sing.

1849: In Irland herrscht die Zeit der großen Hungersnot. Auch im kleinen Dorf Dooloogh spielen sich schreckliche Tragödien menschlicher Schicksale ab, es gibt zahlreiche Tote und keine Aussicht auf Überleben. Dort lebt die junge Honora, die das Grauen und den Hungermarsch überlebt und ohne Unterstützung auf sich allein gestellt ist. Sie schmuggelt sich auf ein Schiff nach Amerika. Auch dort liegt das Glück nicht auf der Straße und sie muss weiterhin Not leiden. Doch sie gibt nicht auf und hofft und kämpft weiter für ihre Freiheit.

Was für eindringlich geschriebner, berührender und tragischer Roman, der einfach nur unter die Haut geht. An Honoras Seite erleben wir ihre verletzten Gefühle in ihrer Ehe, den Verlust ihres Kindes, die entsetzliche Hungersnot in Irland, schliesslich ihren Überlebenskampf als Einzige aus ihrem Dorf und ihren Kampf um Freiheit und ein wenig Glück auf Leben. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin das schwierige Leben in dieser Zeit und zeigt damit auch, dass Honora nur eine Chance hat, die Flucht in ein besseres Leben in Amerika. Doch ihr Weg enthält viele Hürden und Stolperfallen, die ich bewegt und tief berührt mitverfolgt habe. Honoras gibt nicht auf, auch wenn sie in Amerika nicht das verheißene Glück erlebt, sondern Zwangsarbeit und Prostitution. Wie sie dennoch ihren Traum nach wahrer Freiheit weiter verfolgt, ist bewundernswert, bewegend und sehr spannend zu lesen.
O’Mahony zeigt in ihrer Geschichte die Parallelen zwischen ausgewanderten Iren und den vertriebenen indigenen Cayuse auf. Beide sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe, einer Heimat, wo sie Wurzeln treiben können.

Neben den menschlichen Tragödien gibt es immer wieder poetisch wirkende bildhafte Landschaftsbeschreibungen und Eindrück aus der Prärie. In der Schönheit der Natur findet Honora Frieden und Kraft und auch ich hatte beim Lesen das Gefühl, diese Kraftorte zu brauchen, um das Gelesene verkraften zu können.

Mit diesem großartigen Roman beginnt mein neues Lesejahr. Ein echtes Highlight, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Ein neues lustiges Abenteuer der kleinen Nagetiere!

Die Muskeltiere und die Fliegenden Teigtaschen
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Im cbj Verlag erscheint Ute Krauses Kinderbuch Die Muskeltiere und die Fliegenden Teigtaschen (Band 8).

Vor Kurzem ist in der Hamburger Nachbarschaft der Muskeltiere aus einem fernen Land eine Familie ...

Im cbj Verlag erscheint Ute Krauses Kinderbuch Die Muskeltiere und die Fliegenden Teigtaschen (Band 8).

Vor Kurzem ist in der Hamburger Nachbarschaft der Muskeltiere aus einem fernen Land eine Familie mit einem Zwerghamster namens Hamza eingezogen. Als die Vermieterin von dem Hamster erfährt, kündigt sie Mutter Amina und ihren beiden Kindern Sonia und Luki sofort. Weil Hamza an seinen Menschenkindern hängt, möchte er ihnen wieder zu einer neuen Bleibe verhelfen. Die Muskeltiere sind sich einig und versprechen zu helfen, doch wie können sie das schaffen? Nachbarsjunge Ben, dessen Mutter eine Kochschule betreibt, ist pfiffig und tüftelt einen Plan aus. Nun müssen sie nur noch die Teigtaschen nach Berlin bringen. Wird ihnen das gelingen?

Dieser Band über die Muskeltiere ist eine weitere, spannende und schön bebilderte Folge der witzigen und unterschrockenen Nagetiere, die sich hilfreich für andere Menschen und Tiere in Not einsetzen. Dieses Mal geht es um eine Flüchtlingsfamilie, die wegen ihres kleinen Hamsters Hamza ihre Wohnung verlieren. Zum Glück war Hamza mit Mäuserich Picandou befreundet und hat ihm alles erzählt. Die Muskeltiere sind mal wieder einer Meinung und haben auch Ben auf ihrer Seite, dessen Vater beim Bundespräsidenten als Koch arbeitet. Mit einigen Teigtaschen im Gepäck fahren sie nach Berlin und erleben ein tolles Abenteuer.

Die Geschichte eignet sich wunderbar zum Vorlesen, Kinder ab acht Jahren können sich selbst durch die 23 Kapitel lesen. Einige schwierige Wörter und Sätze im Hamburger und Berliner Dialekt dürften aber für Verständnisprobleme sorgen. Ansonsten ist die Handlung abwechslungsreich und witzig, es wird spannend und mit etwas Glück und neuen Freunden kommen die Nager ihrem Ziel am Ende näher.

"Einer für alle und alle für einen!" Mit diesem Motto wagen sich die Muskeltiere unerschrocken auf eine abenteuerliche Reise nach Berlin ins Schloß Bellevue.

Nicht nur für Fans der Reihe eine weitere tolle Folge der liebenswerten Nagetiere! Diese Muskeltiere haben ihr Herz auf dem rechten Fleck und setzen sich für Menschen und Tiere in Not ein.

Sehr schön geschrieben und wunderbar illustriert. Das Rezept für die arabischen Teigtaschen habe ich aber vermisst.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Was für ein packender Thriller!

Der Kuckucksjunge
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Im Goldmann Verlag erscheint der Thriller Der Kuckucksjunge von Søren Sveistrup.

Silje Thomsen ist Mutter einer Tochter, lebt in Scheidung und ist spurlos verschwunden. Die letzte Nachricht auf ihrem ...

Im Goldmann Verlag erscheint der Thriller Der Kuckucksjunge von Søren Sveistrup.

Silje Thomsen ist Mutter einer Tochter, lebt in Scheidung und ist spurlos verschwunden. Die letzte Nachricht auf ihrem Handy lautet: Hab dich. Das weckt bei Kommissarin Naia Thulin Erinnerungen an einen anderen Fall, bei dem eine 19-jährige Schülerin vor ihrer Ermordung die gleiche Nachricht bekam. Gemeinsam mit Mark Hess übernimmt sie die Ermittlungen, dabei hatte sie gehofft, ihn nicht mehr wiedersehen zu müssen. Doch bevor sie der neuen Fall weiter untersuchen können, finden sie eine übel zugerichtete Leiche. Wer schickt diese merkwürdigen Nachrichten und warum?

Der Prolog startet scheinbar harmlos mit einem Versteckspiel auf einem Schulausflug in den Neunziger Jahren, wo ein Leichenfund dem Spiel ein bedrohliches Ende setzt. Danach entwickelt sich die Geschichte zu einem spannenden Thriller, der Todesfälle in der Gegenwart behandelt, bei dem der Abzählreim des Versteckspiels eine Rolle spielt.

Die flüssig erzählte Handlung verteilt sich auf verschiedene zeitliche Perspektiven, die das Erlebter der Figuren beschreiben und die sich abwechslungsreich aufbauen. Nachdem die ersten Morde sichtbar geworden sind, sorgen zahlreiche Personen dafür, dass man immer einen neuen Verdächtigen als Täter im Auge hat. Sveistrup setzt in seinem Thriller geschickte einige falsche Fährten und zögert damit die Spannung immer weiter hinaus.

Aber auch die anonymen Nachrichten beschwören eine bedrohliche Stimmung herauf, der man sich beim Lesen kaum entziehen kann. Obwohl die Ermittler erkennen, dass sie es mit einem Stalker zu tun haben, kommen sie nicht an ihn heran und er treibt seinen teuflischen Plan immer weiter voran, mit weiteren Opfern.

Die Vorgänge sind nicht unblutig, doch mehr geht es um psychologische Tiefen, die sich um die Folgen von Gewalt, Stalking und verletzte Gefühle drehen. Dabei wird man Zeuge der Angstgefühle der Stalking-Opfer und will einfach nur wissen, wer ihnen auf der Spur ist.

Die Charaktere werden vielseitig und mit unterschiedlichen Eigenheiten und Problemen dargestellt, das macht sie lebendig und authentisch. Die Szenen mit der Mutter der toten Studentin fand ich zunächst anstrengend, doch ihre Suche war dann doch sehr aufschlussreich. Leider konnte ich mich weder für die hartnäckige, aber eigenwillige Thulin erwärmen, noch fand ich Hess besonders sympathisch, er war bis auf die Gefühle um seinen Bruder sehr reserviert und irgendwie undurchschaubar. Allerdings haben sie sich als Team gut geschlagen und ihr Handeln wirkte authentisch wie echte Ermittlungsarbeit.

Ein brutaler Showdown sorgt dafür, dass man am Ende noch einmal richtig gepackt wird, aber auch entsetzt und überrascht von der Auflösung ist.

Weil mich dieser fesselnde Thriller nicht wieder losgelassen hat und auch vollends überzeugen konnte, vergebe ich dafür die volle Sternezahl!

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Großer Such- und Entdeckerspaß zum Thema Museum!

Ein Tag im Museum. Das Wimmelbuch
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Das Wimmelbuch Ein Tag im Museum wurde von der amerikanischen Künstlerin Cynthia Cliff illustriert, es erscheint im Prestel Verlag und eignet sich für Kinder ab 3 Jahren.

Ein Museumsbesuch ist immer ...

Das Wimmelbuch Ein Tag im Museum wurde von der amerikanischen Künstlerin Cynthia Cliff illustriert, es erscheint im Prestel Verlag und eignet sich für Kinder ab 3 Jahren.

Ein Museumsbesuch ist immer interessant, gemeinsam mit Carlo gehen wir durch die Ausstellungsräume. Carlos Hund Pepe darf nicht mit hinein. Aber er hat sich einfach reingeschmuggelt und Carlo ist ständig auf der Suche nach ihm.

Dieses Wimmelbuch führt seine Besucher in ein Museum, wo man einen Dinosaurier-Raum und einen Saal mit unterschiedlichen Fahrzeugen bestaunen kann. In der Kunst Abteilung gibt es Bilder und Skulpturen und eine Ausstellung informiert über die alten Zivilisationen der Römer, Griechen und Ägypter. Und wer sich für die Natur interessiert, findet in der Ausstellung über das Meer verschiedene Pflanzen und Lebewesen.

Wer bereits das Ferien-Wimmelbuch "Wir fahren weg!" von Cynthia Cliff kennt, wird daraus einige Figuren wieder erkennen. Hier sehen sich Said und Sally Gemälde an und die frechen Zwillinge Rufus und Ronja spielen einfach mal Verstecken, während Tom sogar im Museum nur Interesse für sein Buch hat.

Die bunten Illustrationen zeigen unterschiedliche Ausstellungsobjekte, aber auch eine vielfältige Mischung an Besuchern, die die diverse Gesellschaft widerspiegelt. Was manche Besucherkinder hier allerdings treiben, möchte ich selbst eher nicht erleben. In so einem trubeligen Museum hätte ich keine Ruhe für das Ansehen der Objekte. Doch darum soll es in diesem Buch auch nicht gehen.

An diesem Buch aus Hartpappe im großen Format haben alle Wimmelfans ihren Spaß! Denn hier passiert wirklich viel und auch ohne Text erzählen die bunten Bilder eigene Geschichten und stellen die vielen Exponate des Museums vor und was die Besucher so alles anstellen. Die vielen lustigen Details gilt es zu entdecken und das Beobachtete in eigene Worte zu fassen. Ein Buch zur Förderung der Sprachfähigkeit und für das Verständnis von Aktivitäten und Emotionen.

Die gezeigten Personen werden auf der Buchrückseite vorgestellt und man kann sie bei ihren verschiedenen Aktivitäten im Buch suchen.

Die vielseitigen Szenen im Museum zeigen Ausstellungsstücke und Besucher gleichermaßen, das bietet jede Menge Anregung für Kinder, um darüber zu sprechen. So wird dieses Buch zu einem Such- und Entdeckerspaß für kleine Kinder!


Veröffentlicht am 20.12.2025

Eine schöne Geschichte, die zur Weihnachtszeit passt!

Das verlorene Rentier
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Bei arsEdition erscheint das Bilderbuch Das verlorene Rentier von Sharon Harmer für Kinder ab 24 Monaten.

Am Tag vor Weihnachten kocht der Weihnachtsmann seinen Rentieren zur Stärkung vor ihrer Reise ...

Bei arsEdition erscheint das Bilderbuch Das verlorene Rentier von Sharon Harmer für Kinder ab 24 Monaten.

Am Tag vor Weihnachten kocht der Weihnachtsmann seinen Rentieren zur Stärkung vor ihrer Reise eine leckere Suppe und backt Kekse. Weil das kleine Rentier Schnupfen hat, kann es den köstlichen Duft nicht schnuppern und es verläuft sich im Wald. Hilflos irrt es umher, bis einige Tiere des Waldes beschliessen, ihm zu helfen und seine Familie zu suchen. Aber werden sie noch rechtzeitig vor dem Fest eintreffen?

Bei diesem Bilderbuch aus stabiler Pappe begeistern vor allem die niedlichen Illustrationen verschiedener Waldtiere und es ist eine Augenweide, wie wunderschön die winterliche Pracht des Waldes mit vielen verschneiten Bäumen abgebildet wurde.

Das kleine Rentier irrt im Wald umher und ist einsam, doch dann begegnen ihm Maus, Bär, Frosch, Hase, Eichhörnchen und Fuchs und helfen, seine Familie wiederzufinden.
Die Geschichte wird in kindgerechter Sprache erzählt, der Text ist von der Länger her kurz genug, um die nötige Aufmerksamkeit der Kinder nicht zu überfordern. Und die Tiere sind einfach nur allerliebst anzusehen. Das Gefühl sich verlaufen zu haben oder sich allein zu fühlen ist Kleinkindern bekannt und so fiebern sie gespannt mit dem Rentier mit und sind froh, als alles sich zum Guten fügt und die Tiere zum Dank auch Weihnachtsgeschenke bekommen.

Die Botschaft hinter dieser Geschichte ist die der Weihnachtsbotschaft, die in diesem Fall auf Hilfe, Zusammenhalt und Unterstützung zwischen Tieren aufmerksam macht. Genauso sollten sich Menschen gegenseitig helfen und wie man sich fühlt, wenn man sich verlaufen hat, können auch schon kleine Kinder sehr gut verstehen.

Eine schöne Geschichte, die die Weihnachtszeit feiert!

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