Profilbild von streifi

streifi

Lesejury Star
offline

streifi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit streifi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2024

Schicksale in Ost und West

Die Sterne von St. Pauli – Eine junge Frau, die Beatles und die Große Freiheit
0

Abby hat nach einem Überfall Probleme das Haus zu verlassen. Ihr Freund Heiner findet aber eine Möglichkeit Abby den Weg nach draußen zu zeigen und so beschließt sie, Fotografin zu werden. Auf dem Weg ...

Abby hat nach einem Überfall Probleme das Haus zu verlassen. Ihr Freund Heiner findet aber eine Möglichkeit Abby den Weg nach draußen zu zeigen und so beschließt sie, Fotografin zu werden. Auf dem Weg zur Hochschulzulassung trifft sie auf eine junge, englische Band, die Beatles. Besonders Stu Sutcliffe hat es ihr angetan und auch er scheint Interesse an ihr zu haben.

Sofia lebt in Ost-Berlin und liebt westliche Musik. Eines Tages landet sie in einer Klinik für Geschlechtskrankheiten, da man ihr unterstellt wechselnde Geschlechtspartner zu haben. Dort trifft sie auf einen jungen Arzt, der ihr hilft zu fliehen. Doch wo wird sie in Zukunft leben können?

Die Autorin erzählt uns in zwei Handlungssträngen abwechselnd die Geschichte von Abby und Sophia. Erst ganz am Ende laufen die Stränge dann zusammen. Bis dahin wechselt man Kapitelweise zwischen Ost und West.

Beide Geschichten sind sehr unterschiedlich. Während Sophia sich der staatlichen Willkür in der DDR ausgesetzt sieht, muss Abby mit ihren eigenen Dämonen zurecht kommen. Abbys Geschichte ist angelehnt and die Fotografin Astrid Kirchherr, die den Look der Beatles maßgeblich verändert und geprägt hat.

Mir haben beide Geschichten gut gefallen. Jede war auf ihre Art spannend und berührend. Ich war beim Lesen allerdings ein wenig irritiert, weil die Handlungsstränge so lange nichts mit einander zu tun haben und erst am Ende aufeinander treffen. Irgendwie hat das bei mir den Eindruck eines unfertigen Buches hinterlassen. Allerdings handelt es sich hier wohl um einen ersten Band einer zweiteiligen Reihe, was den Aufbau wiederum erklärt. Leider ist Band 2 noch nicht angekündigt.

Ich kann daher das Buch durchaus empfehlen und hoffe dass Band zwei nicht mehr all zu lange auf sich warten lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2024

Halt mich leider nicht erreicht

Das Haus am Gänsemarkt
0

Hamburg während der napoleonischen Besetzung. 1812 ist Hamburg schon seit 6 Jahren besetzt und es machen sich die Einschränkungen immer mehr bemerkbar. Der Familie Brestetten geht es dabei immer noch gut, ...

Hamburg während der napoleonischen Besetzung. 1812 ist Hamburg schon seit 6 Jahren besetzt und es machen sich die Einschränkungen immer mehr bemerkbar. Der Familie Brestetten geht es dabei immer noch gut, doch auch Arnold muss sein Haus mit den französischen Besatzern teilen und um seine Geschäfte fürchten. Durch die Kontinentalsperre Napoleons gegen Großbritannien werden die Geschäft der Hamburger Kaufleute immer mehr eingeschränkt. Als Napoleon dann seinen Russlandfeldzug verliert beginnt die Stimmung immer mehr zu kippen.

Petra Oelker zeichnet in diesem Buch wortgewaltig die Situation in der Stadt. Von den Armen über die kleinen Leute und natürlich auch die gehobene Gesellschaft hinweg schildert sie die Auswirkungen der Besetzung. Dabei werden Umgebung und Stimmung recht ausführlich beschrieben.

Ich hatte tatsächlich ein Problem mit dem Buch. Mir kamen die Protagonisten überhaupt nicht nah und mir fehlte einfach ein roter Faden in der Geschichte, ein Ansatz , wo es hingehen soll. Selbst nach einem Drittel des Buches gab es immer wieder Szenen in neuen Settings mit neuen Protagonisten. Die Sprache war dabei, wie von der Autorin gewohnt, sehr passend für die Zeit und man konnte sich das Setting gut vorstellen.

Mich hat das Buch leider nicht erreicht, für andere mag es aber trotzdem spannend und interessant sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

wie immer gelungen

Seelenfutter! Das Goldene von GU
0

Wie eigentlich in allen Büchern aus der Reihe der Goldenen Rezeptsammlungen, finden sich auch hier wieder leckere Rezepte für alle Geschmäcker. Rezepte mit und ohne Fleisch, mit Fisch und auch Süßspeisen. ...

Wie eigentlich in allen Büchern aus der Reihe der Goldenen Rezeptsammlungen, finden sich auch hier wieder leckere Rezepte für alle Geschmäcker. Rezepte mit und ohne Fleisch, mit Fisch und auch Süßspeisen. Da ist bekanntes dabei, wie Käsespätzle aber auch Rezepte aus der asiatischen und mediterranen Küche. Alle Rezepte sind bebildert, was mir immer ganz wichtig ist, um sich ansatzweise vorstellen zu können was man zu erwarten hat. Ich habe ja das elektronische Exemplar bekommen, auch in diesem lässt sich schön blättern.

Vegane Rezepte sind jetzt nicht extra gekennzeichnet, ich gehe mal davon aus, dass Veganer hier nicht wirklich fündig werden. Aber dafür gibt es ja auch ein passendes veganes Buch aus dieser Reihe.

Alles in allem ist das Buch, wie alle anderen aus dieser Reihe des Verlags wieder ein schönes Buch mit vielen Anregungen in allen Schwierigkeitsgraden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

magisch

Friesenmeermagie
0

Malin erwirbt bei einer Auktion einen kleinen Kinderkoffer. Darin vermacht die Besitzerin eines Hauses in St. Peter-Ording ihr genau dieses. Malin und ihre Freundin machen sich auf den Weg um das Haus ...

Malin erwirbt bei einer Auktion einen kleinen Kinderkoffer. Darin vermacht die Besitzerin eines Hauses in St. Peter-Ording ihr genau dieses. Malin und ihre Freundin machen sich auf den Weg um das Haus zu suchen und herauszufinden, was die Vorbesitzerin dazu gebracht hat ihr das Haus zu geben. Dabei lernt sie den Zusammenhalt des Ortes kennen und verliebt sich nicht nur in die Gegend, sondern auch noch in Carl, einem Helfer.

Tanja Janz nimmt uns auch dieses Weihnachten wieder mit nach St. Peter-Ording, in die Gemeinschaft des Ortes, wo zusammengehalten wird und Unmögliches möglich gemacht wird. Irma Witt, die Vorbesitzerin, ist im Ort bekannt und sehr beliebt und so finden sich alle zusammen um das Haus zu retten.

Ich fand das Buch schön zu lesen, allerdings muss ich sagen, dass das Setting schon ein bisschen drüber war. Wer fängt schon an ein wildfremdes Haus zu renovieren und eigenes Geld hineinzustecken, um dieses dann der unbekannten Vorbesitzerin zurückzugeben. Und auch ansonsten lief mir vieles einfach zu glatt.

Trotzdem war es ein schönes vorweihnachtliches Buch, dass ich gerne gelesen habe. Es eignet sich ganz hervorragend für einen Nachmittag mit Tee und Keksen auf der Couch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2024

Spukt es?

Der Totengräber und der Mord in der Krypta (Die Totengräber-Serie 3)
0

In der Gruft des Stephansdoms liegt ein Toter und auf der Tatortfotografie erscheint eine schemenhafte Gestalt, die sich scheinbar über den Toten beugt. Hat sich hier ein Geist an dem Kritiker spiritistischer ...

In der Gruft des Stephansdoms liegt ein Toter und auf der Tatortfotografie erscheint eine schemenhafte Gestalt, die sich scheinbar über den Toten beugt. Hat sich hier ein Geist an dem Kritiker spiritistischer Methoden gerächt? Leopold von Herzfeldt ermittelt zusammen mit Julia Wolf und auch der Totengräber Augustin Rothmeyer trägt seinen Teil zur Lösung dieses Falls und dem der verschwundenen Waisenkinder von Margareten bei.

In diesem Buch dreht sich alles um Geister und deren Beschwörung. Im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts waren spiritistische Sitzungen ganz groß in Mode. Der Tote war ein Freund des Chefs von Leopold und noch dazu Jude und hat vehement gegen den Spiritismus protestiert und versucht die diversen Scharlatanerien aufzudecken. So taucht Leopold wieder einmal in die High Society von Wien ein und muss feststellen, dass nicht nur Betrügereien hinter dem Ganzen stehen. Zusätzlich kommt ein Fall auf, in dem immer wieder Kinder aus dem Waisenhaus in Margareten verschwinden. Gemeinsam mit Rothmayer, Anna und kurioserweise auch Arthur Conan Doyle, der sich gerade in Wien aufhält, versucht Leopold herauszufinden was dahinter steckt.

Das Buch liest sich wieder sehr flüssig und das Kopfkino läuft von der ersten Seite an. Das Verhältnis zwischen Julia und Leopold ist wieder ein zentrales Thema der Geschichte. Leopold ist eifersüchtig und Julia fragt sich, wie es mit ihnen beiden weitergehen soll. Das Eintreffen von Leopolds Mutter in Wien zeigt immer mehr, dass Julia gesellschaftlich ganz anders aufgewachsen ist und sich solche Unterschiede nicht so leicht überbrücken lassen.

Alles in allem war es ein spannendes Buch, dass allerdings an manchen Ecken zu ausführlich war. Und manch einen Schlenker hätte man sich durchaus schenken können. Trotzdem werden am Ende alle Knoten sauber aufgelöst. Ich mag vor allem die gelungenen Beschreibungen des Lokalkolorits und die nebenbei einfließenden Informationen zur Wiener Gesellschaft der damaligen Zeit.

Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird, ein weiterer Band der Reihe ist bereits angekündigt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere