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Veröffentlicht am 21.11.2022

Spannungsvolle tödliche Weihnachtstage

Einsame Nacht
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In einer kalten, einsamen Nacht beobachtet eine Frau ein merkwürdiges Vorkommnis. Ein Mann dringt in das Auto der Frau, die vor ihr fährt, ein. Aus Angst fährt die Beobachterin weiter und beruhigt sich ...

In einer kalten, einsamen Nacht beobachtet eine Frau ein merkwürdiges Vorkommnis. Ein Mann dringt in das Auto der Frau, die vor ihr fährt, ein. Aus Angst fährt die Beobachterin weiter und beruhigt sich damit, dass die Frau diesen Mann sicher kannte und alles harmlos war. Doch am nächsten Tag wird die Frau ermordet aufgefunden.

Kate Linville recherchiert gemeinsam mit ihrer neuen Chefin. Dabei stoßen sie auf einen ungelösten alten Fall, denn die Fingerabdrücke im Auto der ermordeten gleichen denen, die vor Jahren an einem Tatort hinterlassen wurden. Ob es ihnen gelingen wird nicht nur diesen aktuellen Fall zu lösen, sondern auch den mysteriösen Fall der Vergangenheit? Obwohl es Weihnachten ist, stürzen sich die Ermittlerinnen in den Fall und setzen dabei beide unvorsichtigerweise ihr Leben aufs Spiel. Ihre Aktivität lenkt sie zumindest ein bisschen von der Einsamkeit ab, die für sie an den Feiertagen immer besonders schlimm ist.

Neben dieser Geschichte gibt es einen zweiten Erzählstrang. Ein Kind wächst heran und hat mit sehr viel Ablehnung und Lieblosigkeit zu kämpfen. Der Frust dieses Jungen führt zu emotionalen Essen und zu starkem Übergewicht, was zu noch mehr Schmach führt. Im Kind entwickelt sich ein unbändiger Hass.

Dieses Buch ist so spannend, dass man es - einmal angefangen - nur schwer weglegen kann. Schnell scheint es logisch zu sein, wer der Täter ist, doch dann geschieht etwas, dass alles in Frage stellt. Der zweite Handlungsstrang lässt bis zum Schluss rätseln, wie alles zusammenhängt. Die Auflösung ist dann spannend und führt alle offene Fäden zusammen.

Dieses Buch ist der vierte Teil einer Serie über Kate Linville, einer unscheinbaren, doch intelligenten Kommissarin. In diesem Buch erfährt der Leser viel über ihre Sehnsucht nach einem Partner und über ihre Einsamkeit, die an den Festtagen besonders unerträglich zu sein scheint. Auch ihr guter Freund Caleb taucht in diesem Band wieder auf.

Fazit: Ein spannender Thriller, der den Leser bis zum Schluss rätseln lässt. Themen wie Einsamkeit und Mobbing kommen neben den dramatischen Geschehnissen rund um einen Mordfall zur Sprache. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 21.11.2022

Die persönliche Reise einer Gebetsmissionarin

Amen: Wie die Luft zum Atmen
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In diesem Buch erzählt die Gebetsmissionarin Jill Weber aus ihrem Leben, und verknüpft dabei ihre Erlebnisse mit geistlichen Wahrheiten oder Wegweisungen. Jeden Tag kann der Leser in wenigen Minuten eins ...

In diesem Buch erzählt die Gebetsmissionarin Jill Weber aus ihrem Leben, und verknüpft dabei ihre Erlebnisse mit geistlichen Wahrheiten oder Wegweisungen. Jeden Tag kann der Leser in wenigen Minuten eins der vierzig Kapitel lesen, zum Beispiel als Begleiter in der Passionszeit.

Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Bibelvers. Danach erzählt die Autorin eine Anekdote aus ihrem Leben; dabei beginnt sie in ihrer Kindheit mit ihrer Hinwendung zum Glauben und der Frage nach Berufung, und endet mit einem Neubeginn in ihrer Tätigkeit als Berufs-Beterin. Dazwischen erzählt sie von einer schwierigen Ehe, ihrer Ausbildung, und vor allem von ihren Erfahrungen mit gemeinschaftlichen Leben und als Leiterin einer Gebetsbewegung.

Am Ende jedes Kapitels spricht die Autorin eine Einladung aus und lädt Leser ein die Gedanken auf ihr persönliches Leben anzuwenden. Diese Abschnitte beginnen zumeist mit einem Bibelvers oder Zitat und schließen mit einem Gebet ab.

Die erzählten Geschichten sind sehr unterschiedlich und bei einigen fällt die Identifikation leichter als bei anderen. Die Autorin gehört eher zur charismatischen Bewegung, aber sie liebt die ganze Gemeinde Gottes und ist sehr darum bemüht das Gemeinsame anstatt das Trennende zu sehen.

Mir persönlich haben einige Geschichten sehr gut gefallen und ich konnte mich sofort wiederfinden, aber andere waren mir sehr fremd, sodass ich insgesamt nicht allzu viel Freude an diesem Buch hatte. Aber so unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich werden das verschiedene Leser wahrnehmen.

Sehr positiv ist, dass die Autorin nichts beschönigt. Sie erzählt offen von Schwierigkeiten, Zweifeln und dunklen Tagen, doch über allem strahlt ihr großes Vertrauen zu Gott heraus. Viele ihrer Erlebnisse sind beeindruckend und machen Mut Gewohntes loszulassen, um mehr mit Gott zu erleben.

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Anmerkungen und die Lesetipps am Ende des Buchs. Da die Bücherliste thematisch geordnet ist, können so wiederkehrende Themen des Buchs vertieft werden.

Dieses Buch ist ein bisschen wie ein persönliches Gespräch mit der Autorin: „Stellen Sie sich beim Lesen vor, ich sitze mit Ihnen in meinem Büro. … Wir atmen nur und lassen uns an dem stillen Ort unserer Seele nieder, um auf seine Einladung zu hören, wie auch immer sie heute für uns aussehen mag.“

Fazit: Die Erlebnisse einer Gebetsmissionarin auf ihrem Weg des Glaubens laden Leser ein eine tiefere Beziehung mit Gott zu suchen und mehr mit ihm zu erleben. Vor allem zu empfehlen für Menschen, die sich für die Gebetshausbewegung interessieren.

Veröffentlicht am 21.11.2022

Das liebende Vaterherz Gottes

Flieh, mein Sohn
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Pappys Familie lebt zwar in einfachen Verhältnissen, doch er hat eine glückliche Kindheit im Kongo, damals Zaire. Jäh endet diese friedliche Zeit. Verschiedene Rebellengruppen morden, entführen und vergewaltigen ...

Pappys Familie lebt zwar in einfachen Verhältnissen, doch er hat eine glückliche Kindheit im Kongo, damals Zaire. Jäh endet diese friedliche Zeit. Verschiedene Rebellengruppen morden, entführen und vergewaltigen in den Dörfern und Städten Kongos. Schon als kleiner Junge muss Pappy Grauenhaftes mitansehen.

Pappys Vater will auf keinen Fall, dass sein ältester Sohn als Kindersoldat kämpfen muss, darum bereitet er alles für seine Flucht vor. Pappy hat keine Wahl als mit zwölf Jahren seine Familie zu verlassen und ins Ungewisse aufzubrechen.

Seine Reise führt ihn durch sechs andere afrikanische Länder. Unterwegs trifft er einige Jungen, die aus demselben Grund aus ihrer Heimat fliehen, und sie werden ihm zu einer neuen Familie. Doch die Sehnsucht nach seiner eigenen Familie trägt er immer als dumpfen Schmerz mit sich.

Er reist mit seinen Freunden immer weiter nach Süden, bis sie am südlichsten Punkt Afrikas sind. Dort schlagen sie sich mehr schlecht als recht durch, indem sie ihre Dienste als Parkplatzwächter anbieten oder betteln. Als Pappy eines Tages von zwei freundlichen jungen Männern zu einem christlichen Zentrum eingeladen wird, beginnt seine Reise zu dem liebenden Vaterherz Gottes. Sein Leben beginnt neu, mit der Zeit heilen seine inneren Verletzungen, und er beginnt seine Gaben einzusetzen, um anderen zu dienen.

Dieser Lebensbericht ist spannend erzählt und gibt gut die Gefühle eines einsamen jungen Mannes auf der Flucht wieder. Todesangst, Hunger, Durst, Ausweglosigkeit – all das beschreibt Pappy so gut, dass man als Leser während der gesamten Reise mitfiebert und unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Im letzten Drittel beschreibt der Autor, wie er eine christliche Lebensgemeinschaft kennenlernt. Zuerst willigt er ein dort zu leben, weil er verzweifelt Nahrung und einen Dach über den Kopf braucht. Aber als seine wichtigsten Bedürfnisse gestillt sind, nimmt er wahr, wie besonders die Gemeinschaft in seinem neuen Zuhause ist. Er kann nur staunen über die gelebte Liebe, die er hier miterlebt. Pappy schreibt, „Mich überkam eine unbändige Freude. Ich strahlte übers ganze Gesicht. Zum ersten Mal, seit ich von zu Hause weggegangen war, fühlte ich mich frei. In dieser Gemeinschaft zu sein bewegte nicht nur meinen Körper. Auch in mir veränderte sich allmählich etwas, das ich nicht in Worte fassen konnte.“ Das zu lesen ist berührend und fordert Christen heraus tatsächlich so zu leben, dass andere diese Liebe spüren können.

Fazit: Eine Lebensgeschichte, die den Leser in seinen Bann zieht. Authentisch, emotional und sehr berührend. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2022

Wahrheit macht frei

Live No Lies
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Was ist Wahrheit? Auf jeden Fall nicht das, was uns die Medien tagtäglich präsentieren! So viele Informationen werden uns andauernd schmackhaft dargeboten. Und letztlich wollen wir ja manche Lügen glauben, ...

Was ist Wahrheit? Auf jeden Fall nicht das, was uns die Medien tagtäglich präsentieren! So viele Informationen werden uns andauernd schmackhaft dargeboten. Und letztlich wollen wir ja manche Lügen glauben, versprechen sie doch unsere innere Sehnsucht zu stillen.

In diesem Buch bezeichnet Pastor John Mark Comer unser Leben als Kampf, und er benennt drei Feinde von Menschen, die Jesus nachfolgen wollen; den Teufel, das Fleisch und die Welt. Das klingt altmodisch und fromm, und diese drei Gegner haben tatsächlich eine lange Geschichte, sind sie doch sowohl in der Bibel als in Texten von alten Kirchenvätern zu finden. Doch Comer zeigt, dass diese Feinde auch in unserer gegenwärtigen Welt eine große Rolle spielen.

Das Buch ist in drei Teilen aufgeteilt. Im ersten Teil untersucht Comer, was die Bibel über den Teufel sagt. Er spricht von seinen Strategien und schlägt eine Taktik vor, um siegreich gegen seine Angriffe vorzugehen. Im zweiten Teil geht es um unsere Leidenschaften. Der Autor zeigt, dass wir uns durch Lügen verführen lassen, wenn diese Lügen die Erfüllung unserer Wünsche versprechen. Wir sehnen uns nach etwas, das unsere innere Leere wegnimmt, suchen aber an der falschen Stelle. Im dritten Teil geht es um unsere Kultur, und wie sie uns prägt. In einem Anhang gibt Comer Anregungen, um Lügen im eigenen Leben aufzudecken. Dazu zeigt er Wege auf, diesen Lügen Wahrheit entgegenzusetzen.

Die Gestaltung dieses Buchs ist sehr schön, und ein nützliches Plus ist das Lesebändchen. Der Inhalt ist hilfreich und herausfordernd. Die Überlegungen Comers dienen als Augenöffner, denn wir leben in einer Blase, besser gesagt, einer Filterblase. Wir sind durch die Medien so sehr von Gedanken umgeben, die dem Reich Gottes widersprechen, dass wir sie kaum noch als solche wahrnehmen.

Die vorgeschlagenen Taktiken, um in der Wahrheit zu leben, sind wertvoll und herausfordernd. Der Autor berichtet dabei offen von seinen eigenen Schwierigkeiten, was dem Geschriebenen wert verleiht. Allerdings kann es deutsche Leser etwas irritieren, dass sich mehrere Beispiele auf amerikanische Verhältnisse beziehen. An manchen Stellen scheint auch der Autor sich selbst zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Doch trotz dieser geringen Mängel steckt in diesem Buch sehr viel Weisheit, das gerade in der heutigen Zeit dringend benötigt wird. Der große Vorzug dieses Buchs ist, dass der Autor nicht bei der Beschreibung des Problems bleibt, sondern, dass er konkrete, praktische Schritte aufzeigt, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Fazit: Ein wertvolles Buch, das zur Heiligung aufruft, indem es Lügen aufzeigt, die uns von dem bestmöglichen Leben, das Gott uns bieten will, weglocken wollen. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 13.11.2022

Jeder kann Teil eines Wunders sein

Anatomie eines Wunders
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Marianne und ihre Familie leben schon seit Jahren in Afrika, als sie im Rahmen ihrer Arbeit als Therapeutin zwei außergewöhnliche Menschen kennenlernt. Beide wurden unsagbar gequält und sind selbst jetzt ...

Marianne und ihre Familie leben schon seit Jahren in Afrika, als sie im Rahmen ihrer Arbeit als Therapeutin zwei außergewöhnliche Menschen kennenlernt. Beide wurden unsagbar gequält und sind selbst jetzt nicht in Sicherheit. Verfolgt werden sie deshalb, weil sie sich für andere Menschen eingesetzt haben.

Marianne nimmt das Schicksal dieser beiden Menschen sehr mit. Mit Kräften setzt sie sich für sie ein und versucht diesen übergangenen Geflüchteten Gehör zu verschaffen. Ihr Umgang mit ihnen berührt sie auf eine unerwartet persönliche Weise. Sie begreift nicht, wie diese Menschen an Gott festhalten können, der sie anscheinend in Stich gelassen hat. Selbst ist sie katholisch aufgewachsen und muss feststellen, dass der Glaube ihrer Kindheit nicht mehr zu ihr passt. Sie ringt darum zu verstehen, wie diese bedrängten Menschen an einen guten und allmächtigen Gott glauben können, obwohl er zulässt, dass sie leiden.

In diesem Buch geht es nicht nur um die Situation der Flüchtenden, die Marianne betreut. Es ist gleichzeitig eine Geschichte darüber, wie es einer österreichischen Familie in ihrer neuen afrikanischen Heimat geht, und außerdem ein Mit-Hineinnehmen in die Überlegungen einer Therapeutin, die so gut wie möglich sowohl für ihre Patienten als auch für ihre Familie da sein will.

Die Beschreibung dieses Buchs könnte vermuten lassen, dass es bei dieser Geschichte vor allem um Flüchtlinge und Korruption geht, doch mindestens genauso viel Raum nehmen die Erfahrungen der Autorin als Therapeutin ein. Immer wieder geht es um einen therapeutischen Ansatz der Autorin, das Lebenshaus.

Der Leser erfährt Interessantes und Hilfreiches über den Umgang mit Schwierigkeiten und Emotionen, über das Gebet, und über die afrikanische Kultur. Gut und herausfordernd bei dieser Geschichte ist die Überlegung, dass jeder Teil einer Wunderkette sein kann, wenn er seinem Gewissen folgt.

Fazit: Nicht nur eine Geschichte über Flüchtlinge, sondern auch die Erzählung einer persönlichen Reise hin zum Glauben, durch das Erleben von Gottes Eingreifen bei leidenden Menschen. Empfehlenswert für Menschen, die sich für menschliche Schicksale und für den Glauben interessieren.