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Veröffentlicht am 10.05.2022

Mit Freunden ist es schöner!

SAMi - Ferdis Freundschaftsglück
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Ferdi, das Meerschweinchen, hat ein wohlgeordnetes, ruhiges Leben. Jeden Tag macht er ganz genau dasselbe, und immer zur gleichen Zeit. Er fühlt sich ganz zufrieden damit. Eines Tages, als er auf den Markt ...

Ferdi, das Meerschweinchen, hat ein wohlgeordnetes, ruhiges Leben. Jeden Tag macht er ganz genau dasselbe, und immer zur gleichen Zeit. Er fühlt sich ganz zufrieden damit. Eines Tages, als er auf den Markt geht, sieht er dort einen neuen Stand. Die zwei Mäuse Moritz und Mia bieten scheinbar alles an. Sie wollen Ferdi einen Wunsch erfüllen. Doch Ferdi hat keine Wünsche, er hat alles, was er braucht.

Doch Moritz und Mia haben etwas für ihn, sie verhelfen Ferdi zu einem spannenden, ungewöhnlichen Tag. Auch wenn das alles für Ferdi ungewohnt ist, merkt er dabei, wie schön es ist Spaß mit Freunden zu haben.

Die Bilder in diesem Buch sind wunderschön. Auf einigen der bunten Seiten wimmelt es nur so von netten Details, die es zu Entdecken gilt. Auf andere Seiten finden sich viele Einzelbilder, die der Geschichte folgen. Die Tiere sind niedlich, dabei fallen vor allem die ausdrucksstarke Augen auf.

Die Erzählstimme ist sehr angenehm, und die passenden Geräusche, wie Wind und Wasser, Vogelgezwitscher und Marktgeräusche machen Spaß.

Fazit: Ein schönes Bilderbuch für Kinder im Kindergartenalter, das zusammen mit dem Lesebär Sami noch mehr Spaß macht. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 10.05.2022

1x1 der Selbstversorgung

Selbstversorgung
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Wenn es um den eigenen Garten geht, ist Marie Diederich mit Leidenschaft dabei. In diesem Buch geht es vor allem um den Anbau von Obst und Gemüse, doch auch andere Themen rund um die Selbstversorgung werden ...

Wenn es um den eigenen Garten geht, ist Marie Diederich mit Leidenschaft dabei. In diesem Buch geht es vor allem um den Anbau von Obst und Gemüse, doch auch andere Themen rund um die Selbstversorgung werden angeschnitten. So geht es neben dem Gartenbau um die Kleintierhaltung, das Einmachen und das Brotbacken.

In den ersten zwei Dritteln dieses umfangreichen Buchs geht es um den Garten. Von Anfang bis Ende erklärt die Autorin, wie man sein eigenes Gemüse anbaut. Dabei ist das Ziel die vollständige Selbstversorgung, doch beim Lesen kommt deswegen kein Stress auf, denn viele kleine Schritte führen zum Ziel.

Die Auswahl der angesprochenen Themen ist reichhaltig und hilfreich. Es geht beispielsweise um den Kompost, um das Heranziehen von eigenen Pflänzchen, um Schädlinge und um Dünger. Besonders interessant sind die Aufzählungen von Pflanzen, die gerne beieinander wachsen, und die Vorschläge für die Fruchtfolge.

Vierzig Pflanzen werden genauer vorgestellt. Neben ein paar Kräutern und Obstsorten erfährt der Leser allerlei über Salat- und Gemüsesorten wie Bohnen, Feldsalat, Gurken, Kohlrabi oder Kürbisse. Dass die Autorin sich in der Praxis auskennt, zeigen ihre vielen praktischen Tipps und Ratschläge.

Im letzten Drittel geht es um die Haltung von Hühnern und Ziegen, um das Konservieren von Gemüse und um das Backen von Brot mit eigenem Sauerteig. Dieser Teil kann eher als Einführung gesehen werden. Die Vorschläge machen Lust zum Experimentieren, doch fehlen konkrete Ratschläge, z.B. zum Bau eines Hühnerstalls oder zum Beginn der Imkerei. Auch die Themen Einmachen und Backen werden nur kurz angerissen.

Die Gestaltung dieses Buchs ist hochwertig und einladend. Das schwere Buch mit Lesebändchen enthält viele ansprechende Bilder, dabei finden sich neben Bildern von Gemüsesorten viele Fotos der Autorin, die ja durch ihren erfolgreichen YouTube Kanal bekannt geworden ist.

Das Buch hat eine starke persönliche Note. Die Autorin lässt den Leser an ihren Erfolgen und Misserfolgen ebenso teilnehmen, wie an ihre Träume und Wünsche. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Fazit: Ein ansprechendes Einsteigerwerk für den Selbstversorger. Neben vielfältigem Wissen rund um den Anbau von Gemüse, erfährt der Leser einiges über das Halten von Nutztieren und der Verarbeitung der angebauten Lebensmittel. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 09.05.2022

Wo ist Gott, wenn Menschen leiden?

Ein Haus in Brooklyn
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September 1943. Die 12jährige Esther und der 9jährige Peter erfahren, dass ihr Vater in den Krieg ziehen will. Verzweifelt versuchen sie ihn festzuhalten, aber er ist fest entschlossen seinen Beitrag zu ...

September 1943. Die 12jährige Esther und der 9jährige Peter erfahren, dass ihr Vater in den Krieg ziehen will. Verzweifelt versuchen sie ihn festzuhalten, aber er ist fest entschlossen seinen Beitrag zu leisten. Dazu kommt, dass er nicht über den Tod seiner geliebten Frau hinwegkommt.

Da die Großmutter nicht auf die beiden Kinder aufpassen kann, erklärt sich eine Nachbarin der Oma bereit sich um die zwei zu kümmern. Solange diese Frau, Penny, sich erinnern kann, ist sie in den Vater der Kinder verliebt.

In der Wohnung unter den Kindern lebt ein grimmiger, alter Mann, Jakob. Auch er trauert über den Tod seiner Frau, sie verunglückte als sie mit der Mutter der Kinder unterwegs war. Dazu hat er schon lange nichts mehr von seinem Sohn gehört, der in Ungarn lebt. Jakob ist Jude, doch er ist wütend auf Gott, der ihn so leiden lässt.

Der Leser begleitet Penny, Jakob und die Kinder von 1943 bis zum Ende des Kriegs im Jahr 1945. Sie wachsen zusammen, sie unterstützen und ermutigen einander und sie machen alle ein große Entwicklung durch.

Penny, die sehr behütet aufgewachsen ist, lernt auf eigenen Füssen zu stehen und sogar für andere Verantwortung zu tragen. Doch sie erfährt auch ein schreckliches Geheimnis, das über ihrem Leben liegt.

Esther wächst zu einer jungen Frau heran. Langsam kann sie ihre Bitterkeit loslassen und sie lernt sich in andere hineinzufühlen. Peter kommt langsam aus seinem Schneckenhaus heraus.

Jakob lernt Gott ganz neu kennen und sein erstarrtes Herz erwärmt sich, als er die Kinder ins Herz schließt. Mit seiner Weisheit ist er ein gern gesehener Ratgeber.

Dieses Buch ist wunderschön geschrieben. Nach dem Lesen schmerzt es sich von den liebgewordenen Charakteren zu verabschieden. Besonders interessant sind die Beschreibungen von jüdischen Bräuchen und Festen.

Fazit: Ein spannendes Buch, das das Leben in Amerika in den 40er Jahren beschreibt. Themen sind Judentum, Holocaust und Familiengeheimnisse. Die Botschaft, die sich durch das Buch zieht, ist, dass Gott ein guter Gott ist, der sich liebevoll um seine Kinder kümmert, auch wenn es in dunklen Zeiten nicht so scheint. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 13.04.2022

Wunderschöne Gute-Nacht Geschichte

Wie sagst du Gute Nacht?
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Zoey, das kleine, süße Zebrakind, muss jetzt schlafen. Doch wie es so ist, wenn es Schlafenszeit ist, hat es noch eine dringende Frage. Es sieht über die Steppe hinaus und fragt sich, wie sagen wohl die ...

Zoey, das kleine, süße Zebrakind, muss jetzt schlafen. Doch wie es so ist, wenn es Schlafenszeit ist, hat es noch eine dringende Frage. Es sieht über die Steppe hinaus und fragt sich, wie sagen wohl die anderen Tiere Gute Nacht?

Zoey macht sich gleich auf den Weg. Zuerst spricht das kleine Zebra mit den Löwen, dann mit den Warzenschweinen, den Elefanten, den Straußen, den Affen und schließlich den Flusspferden. Jetzt ist Zoey aber sehr erschöpft und läuft ganz schnell wieder nach Hause. Geborgen schläft das kleine Zebra ein.

Die zart gezeichnete Bilder dieses Kinderbuchs strahlen Ruhe und Geborgenheit aus. Die Tiere sehen fröhlich aus und ihre Reime machen Spaß. Neben einer Antwort, die zur jeweiligen Tierart passt, preist jedes Tier auf seine Weise den Schöpfer. So betet das eine Tier um Bewahrung, das andere Tier dankt Gott für den Spaß des Tages und ein drittes Tier lobt ganz einfach Gott.

Dieses Buch eignet sich für Kinder im Kindergartenalter, doch auch Erstleser haben sicher ihren Spaß an den Reimen und am Entdecken der Tiere. Mit zehn Doppelseiten beträgt die Lesezeit zehn bis fünfzehn Minuten, je nach Interaktion mit den kleinen Zuhörern.

Fazit: Eine wunderschöne kurze Gute-Nacht Geschichte, die Geborgenheit ausstrahlt und auf selbstverständliche Weise auf den Schöpfer hinweist. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 13.04.2022

Endlich frei

Rebellin
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Januar 2019. Ein Fluchtversuch. Lange geplant und sehnsüchtig erwartet. Rahaf ist auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie. Das 18jährige Mädchen kommt aus Saudi-Arabien, einem Land, in dem Frauen kaum ...

Januar 2019. Ein Fluchtversuch. Lange geplant und sehnsüchtig erwartet. Rahaf ist auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie. Das 18jährige Mädchen kommt aus Saudi-Arabien, einem Land, in dem Frauen kaum Rechte haben. Da sie sich außerdem vom Islam abgewandt hat, ist ihr Leben in Gefahr.

Aber ihre sorgfältig geplante Flucht gelingt nicht. Sie möchte nach Australien, doch auf dem Weg dorthin wird sie in Thailand aufgehalten. Die Flughafenmitarbeiter wollen sie auf Wunsch ihres Vaters zurück nach Saudi-Arabien schicken. Da gerät Rahaf in Panik. Sie appelliert an die Öffentlichkeit, indem sie verzweifelte Hilferufe und Videos übers Internet sendet. Nach mehreren panischen Tagen wird sie gerettet, denn Kanada gewährt dem verzweifelten Mädchen Asyl.

In diesem Buch beschreibt Rahaf nicht nur ihre Flucht, sie lässt den Leser vor allem teilhaben an ihren Kindheits- und Jugenderfahrungen in Saudi-Arabien. Schon früh merkt sie, dass sie als Mädchen weniger zählt als ihre Brüder. Sie versteht nicht, warum ihre Brüder so viel mehr dürfen – Fahrrad fahren, draußen spielen, das alles bleibt ihr verwehrt.

Als sie in die Pubertät kommt wird es ganz schlimm. Zu dem formlosen Gewand, das sie schon lange trägt, kommt ein Schleier. Sie darf nicht mehr allein das Haus verlassen. Selbst bei Arztbesuchen muss ein männlicher Vertreter der Familie für sie sprechen. Ihre Brüder nutzen ihre Macht aus. Rahaf leidet nicht nur unter den Repressionen, sie wird regelmäßig von ihren Brüdern körperlich misshandelt.

Im Internet entdeckt sie, dass das Leben nicht überall so ist. Sie findet Gleichgesinnte, Mädchen, die teilweise schon fliehen konnten. Mit ihrer Hilfe plant sie ihre eigene Flucht, denn sie will endlich selbstbestimmt leben.

Dieses Buch beschreibt neben der scheinbar unmöglichen Flucht aus einer stark kontrollierenden Familie, wie es ist als Mädchen in Saudi-Arabien aufzuwachsen. Rahafs inneren Kämpfe und Fragen werden ebenso deutlich, wie die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die sie sogar in eine Depression führen.

Während ich nicht alle persönliche Lebensentscheidungen Rahafs gutheiße, freue ich mich, dass es ihr gelungen ist endlich in Freiheit zu leben. Dieses Buch zeugt von einer großen Portion Mut, denn Rahaf scheut sich nicht offen die Religion und Politik ihres Landes zu kritisieren.

Fazit: Ein authentischer Blick in eine konservative saudi-arabische Familie, der zeigt, wie stark Frauen in diesem Land immer noch benachteiligt werden. Spannend und gut geschrieben, ist dieses Buch besonders empfehlenswert für Menschen, die sich für fremde Kulturen und für Frauenrechte interessieren.

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