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Veröffentlicht am 08.04.2020

Natürlich sauber

Simply Clean für ein gesundes Zuhause
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Hauptsache sauber und keimfrei, so denken wir oft. Dabei ist uns oft nicht bewusst, wie schädlich Putzmittel sein können; nicht nur für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit.

Voller Schrecken ...

Hauptsache sauber und keimfrei, so denken wir oft. Dabei ist uns oft nicht bewusst, wie schädlich Putzmittel sein können; nicht nur für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit.

Voller Schrecken sieht die Autorin dieses Buchs einmal, wie ihr Kind sich großzügig mit einem Putzspray einnebelt. Zum Glück geschieht ihrem Kind nichts, aber dieses Erlebnis öffnet ihr die Augen dafür, wie schädlich viele Putzmittel sind. Sie beschäftigt sich mit den Inhaltsstoffen von Putz- und Pflegemitteln und sucht gesündere Alternativen. Das Ergebnis findet sich in diesem Buch.

Zuerst möchte die Autorin ihren Lesern bewusst machen, welche Gesundheitsrisiken in ihren Haushalten lauern, ob es Allzweckreiniger, Spülmittel oder Handseife ist. Dann fordert sie ihre Leser auf sich radikal von all diesen Mitteln zu trennen. Doch sie zeigt Verständnis, wenn das zu schwer fällt, denn so ging es ihr auch. Aber aus ihrer jetzigen Perspektive meint sie, ein schneller Wechsel ist besser.

Als Nächstes geht die Autorin mit ihren Lesern Raum für Raum durch das Haus. Für Küche, Bäder, Schlafzimmer, Wohnräume und andere Zimmer gibt sie jeweils detaillierte Vorschläge, wie ausgemistet und sauber gemacht werden kann. Zu jedem Raum gibt sie auch mehrere Rezepte weiter. Grundlagen sind oft einfache und natürliche Mittel, wie Essig oder Kernseife. Manche Zutaten sind jedoch vermutlich in Deutschland teurer und schwerer zu finden als in Amerika, der Heimat der Autorin.

Am Ende des Buchs gibt die Autorin noch hilfreiche Tipps, wie mit wenig Aufwand der Haushalt immer sauber und ordentlich sein kann. Die wichtigsten Hausarbeiten werden auf die Wochentage aufgeteilt. Damit ist der Zeitaufwand überschaubar, und selbst bei außergewöhnlichen Ereignissen, wie eine Magen-Darm-Grippe, kann das Versäumte schnell aufgeholt werden.

Trotz der vielen nützlichen Informationen ist dieses Buch schnell gelesen. Die Autorin ist wie eine gute Ratgeberin, die mit ihren Lesern durch das Haus geht und liebevolle Vorschläge gibt. Der Leser wird sicher nicht alle Tipps beherzigen, denn die Autorin scheint wirklich sehr viel Wert auf Sauberkeit zu legen, zum Beispiel mit ständigem Staubsaugen oder täglichem Waschen. Schade ist auch, dass das Buch nicht stärker den deutschen Lesern angepasst wurde, was Forschungsergebnisse, vor allem aber Produktempfehlungen betrifft. Aber trotz dieser geringfügigen Mängel, ist dieses Buch wirklich empfehlenswert. Es ist mit Sicherheit wichtig sich bewusst zu machen, mit welchen Mitteln wir uns im Haushalt täglich umgeben.

Fazit: Gut geschrieben und mit vielen wertvollen Informationen schafft dieses Buch nicht nur ein Bewusstsein für ungeeignete Putz- und Pflegemittel, sondern gibt dem Leser auch gleich viele Rezepte an die Hand, um kostengünstige und einfache Alternativen herzustellen. Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 07.04.2020

Schöne Bastelideen aus Verpackungen und anderem Abfall

Mein großes Bibel-Bastelbuch
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Dieses hochwertige Buch, mit seinem festen Pappeinband und den leuchtenden bunten Bildern, ist sehr ansprechend gestaltet. Es ist ein Buch, in dem Kinder sicher gerne blättern, um das nächste Bastelprojekt ...

Dieses hochwertige Buch, mit seinem festen Pappeinband und den leuchtenden bunten Bildern, ist sehr ansprechend gestaltet. Es ist ein Buch, in dem Kinder sicher gerne blättern, um das nächste Bastelprojekt zu suchen.

Es gibt insgesamt knapp fünfzig Projekte, die nachgebastelt werden können. Die Bastelarbeiten passen zu biblischen Geschichten. Dabei gibt es fünf Schwerpunkte: die Schöpfung, Noah und die Tiere, Mose, Weihnachten und Jesus.

Es sind vor allem Tiere und Figuren, die gebastelt werden. Die Materialien sind günstig und das meiste hat man vermutlich schon Zuhause. Klopapierrollen, Eierschachteln, Safttüten und andere Wegwerfartikel werden zuerst bemalt. Nach einer Trockenzeit werden Augen, Arme, Beine und so weiter aufgeklebt, und schon ist die Bastelarbeit fertig. Das Buch enthält keine Vorlagen zum Abpausen, aber die Projekte sind so einfach gehalten, dass das nicht unbedingt nötig ist.

Auch wenn Mitarbeiter hier Ideen finden für Kinderstunden und Freizeiten, lässt sich alles auch alleine von geübten Kindern nacharbeiten. Da auch die fertigen Projekte eher einfach sind, dürfte dieses Buch eher jüngere Kinder interessieren, vielleicht bis zu einem Alter von etwa zehn Jahren. Malen und Klecksen muss man mögen, und eine Trockenzeit muss eingerechnet werden, denn die Verpackungen und andere Materialien werden immer zuerst bemalt.

So schön das Buch auch ist, es wird nicht unbedingt seinem Titel gerecht, weil es nur zu wenigen biblischen Geschichten eine Bastelarbeit gibt. Die meisten Bastelarbeiten haben nicht wirklich mit einer biblischen Geschichte zu tun, zum Beispiel die vielen Tieren, die zur Arche passen.

Fazit: Ein schönes Buch mit einfachen Bastelideen, das mit der Aufwertung von Abfallprodukten beeindruckt. Auch wenn es weniger hilfreich ist für Mitarbeiter, die ein passendes Projekt zur biblischen Geschichte suchen, ist es empfehlenswert, um einfach etwas Schönes aus Klopapierrollen und ähnlichem herzustellen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2020

Der gläserne Mensch: Vorteile und Gefahren

Digitalisierung: Datenhype mit Werteverlust?
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Unsere Welt wird immer digitaler. Ob Computerprogramme und Logistiklösungen, die ein effizienteres Arbeiten ermöglichen, künstliche Intelligenz zur schnellen Diagnose eines Patienten, intelligente Häuser ...

Unsere Welt wird immer digitaler. Ob Computerprogramme und Logistiklösungen, die ein effizienteres Arbeiten ermöglichen, künstliche Intelligenz zur schnellen Diagnose eines Patienten, intelligente Häuser und Haushaltsgeräte, oder selbstfahrende Fahrzeuge; alle Lebensbereiche werden in einem rasanten Tempo digitalisiert. Das bietet viele Vorteile. Leben können gerettet werden, Kosten werden eingespart, Arbeiten können präziser ausgeführt werden. Gibt es aber eine Kehrseite des Fortschritts?

Eingerahmt von zwei Beiträgen der Herausgeber, enthält dieses Buch neun Aufsätze über verschiedene Themen im Bereich der Digitalisierung und der Wirtschaft. In mehreren Artikeln werden die großen wirtschaftlichen Vorteile der neusten Entwicklungen aufgezeigt, doch in einem anderen Artikel weist ein Theologe eindringlich auf die Gefahren hin. Die Möglichkeiten und ethische Unklarheiten des autonomen Fahrens werden erläutert, und am Beispiel von Estland wird gezeigt, welche Vorteile eine e-Goverance bietet, also die Möglichkeit alle Amtsvorgänge online zu tätigen. Ein weiterer Artikel gibt wichtige Impulse für Führungspersönlichkeiten in dieser schnell wandelnden Welt, und zeigt wie wichtig christliche Werte sind.

Die äußere Gestaltung dieses Buchs überzeugt nicht unbedingt. Papier und Schriftart sind nicht besonders angenehm, und die Grafiken sind schwer lesbar. Der Inhalt ist aber interessant und wichtig, denn dieses Buch bietet viele unterschiedliche Denkanstöße zu den Vor- und Nachteilen der Digitalisierung. Manche Beiträge setzen einiges an Vorwissen in den Bereichen Informatik und Wirtschaft voraus, andere sind auch für Laien gut zu verstehen.

Neben den vielen Vorteilen der Digitalisierung, haben sogar einige Entwickler Bedenken, zum Beispiel Tesla-Chef Elon Musk. „Der Gedanke an die Künstliche Intelligenz lasse ihn nachts nicht mehr schlafen, denn sie sei deutlich gefährlicher als Atomwaffen.“ Auch ethische Fragen werden angesprochen. Was ist mit dem Pflege-Roboter, der einer alten einsamen Dame geduldig zuhört? Wer hat Zugriff auf die vielen Daten, die wir täglich generieren? Wie reagiert ein autonomes Fahrzeug im Notfall, wird das Leben der ältere oder der jüngeren Person gerettet? Wird mit mancher Entwicklung etwas angestoßen, dass später nicht mehr kontrolliert werden kann?

Entwicklungen in Ländern wie China, in denen eine totale Überwachung und Bewertung der Staatsbürger jetzt schon stattfindet, zeigen die Kehrseite. So werden Arbeitsstellen oder Wohnungen anhand des überwachten Verhaltens des Staatsbürgers vergeben, ähnlich einer Schufa-Bewertung. Es gibt natürlich Vorteile einer elektronischen Verwaltung aller Bürger, doch, „Die Grenze zur Kontrolle und Überwachung des Einzelnen bleibt im Dunklen. Damit ist Prämierung des individuellen Wohlverhaltens (‚social scoring‘) ebenso möglich wie ein fließender Übergang zur Diskriminierung und Verfolgung im Einzelfall.“

Fazit: Ein wichtiger Diskussionsbeitrag zur Digitalisierung, der viele Vorteile aufzeigt, aber auch moralische und christliche Bedenken zur Sprache bringt. Vor allem interessant für Menschen, die Vorkenntnisse im IT-Bereich haben und an wirtschaftliche Fragestellungen interessiert sind.

Veröffentlicht am 05.04.2020

Im Leid verbunden

Spuren deines Lichts
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Wren ist eine junge, alleinstehende Frau, der alles Leidvolle und Traurige sehr nahe geht. Immer wieder ist sie vor Angst und Sorge wie gelähmt.

Ihr ungewöhnlicher Name erinnert an den kleinen Vogel, ...

Wren ist eine junge, alleinstehende Frau, der alles Leidvolle und Traurige sehr nahe geht. Immer wieder ist sie vor Angst und Sorge wie gelähmt.

Ihr ungewöhnlicher Name erinnert an den kleinen Vogel, der ihre Mutter getröstet hat, als sie unerwartet mit ihr schwanger war. Wren glaubt an Gott, und dieser Glaube ist ihre große Stütze, aber wenn es ihr schlecht geht, können die Bemerkungen von anderen Christen sehr verletzend sein. Sie verstehen nicht, wie es ist eine Depression zu haben, und meinen es fehle ihr an Glauben oder Disziplin.

Wrens Mutter sorgt sich sehr um ihre erwachsene Tochter. Sie leidet mit, wenn es Wren schlecht geht und sie ist sich oft unsicher, wie sie sich verhalten soll.

Als Wren mal wieder von Kummer überrollt wird, bittet sie selbst um Aufnahme in einer psychiatrischen Klinik. In der Zeit dort ist sie zwar vor den Abgründen ihrer Verzweiflung sicher, aber das Erleben auf der Krankenstation ist schrecklich. Als es ihr etwas besser geht, wird sie von einer liebevollen Verwandte begleitet. Sie beginnt sich langsam zu erholen, bis ein sehnsüchtig vermisster Freund wieder in ihr Leben tritt.

Dieser Freund, Casey, ist bipolar und es scheint ihm gerade nicht gutzugehen. Wren fühlt sich für ihn verantwortlich, aber sie spürt, dass ihre Sorge für ihn sie schwer belastet. Und dann spitzt sich die Situation zu, und sie weiß gar nicht mehr, wo sie Halt finden kann.

Dieses Buch ist ein trauriges Buch. Die Zeit im Krankenhaus wird sehr authentisch beschrieben. Das zu lesen ist vermutlich schwer für Menschen, die selbst Erfahrungen mit psychiatrische Kliniken haben, weil die Beschreibungen so echt sind und traurige Erinnerungen wecken können.

Die Gefühle von Wren in ihren depressiven Phasen werden gut wiedergegeben, ebenso wie manche verletzende Urteile von Christen. Aber es gibt auch gute Beispiele gelebten Glaubens. Die biblischen Motive, die im Vordergrund stehen, sind der leidende Christus in der Passionszeit und der Vater, der Jesus seinen kranken Sohn bringt und sagt, „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Ein besonderer Trost für Wren ist die Malerei. Sie malt selbst und beschäftigt sich intensiv mit dem Leben von Vincent van Gogh, denn sie identifiziert sich mit seinem Leiden und seiner zerrissenen Seele. Im Buch werden viele seiner Werke durch die Augen Wrens beschrieben und interpretiert.

Wer die anderen Bücher der Autorin kennt, wird sich freuen einige geliebte Charakter wiederzusehen. Die Geschichte in diesem Buch spielt neun Jahre nach dem letzten Buch über die Glaubensreise der beliebten vier Frauen.

Fazit: Ein ernstes, trauriges und ergreifendes Buch über seelische Krankheiten. Am Beispiel einer leidenden jungen Frau erfährt der Leser den Trost, den der Glaube geben kann. Auch wenn Antworten und Lösungen fehlen, steht im Zentrum dieser Erzählung der leidende Christus, der mit seiner Gegenwart tröstet.

Veröffentlicht am 04.04.2020

Die langsame Machtübernahme der Nazis

Die goldenen Jahre des Franz Tausend
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Kommissar Heinrich Ahrndt darf an einem geheimen Treffen teilnehmen. Er erlebt wie Franz Tausend verschiedene Elemente zusammenmischt, um seine Zuschauer von seinen Fähigkeiten als Alchemist zu überzeugen. ...

Kommissar Heinrich Ahrndt darf an einem geheimen Treffen teilnehmen. Er erlebt wie Franz Tausend verschiedene Elemente zusammenmischt, um seine Zuschauer von seinen Fähigkeiten als Alchemist zu überzeugen. Seine reichen Zuschauer sind begeistert. Sie wollen seine großen Anlagen zur Herstellung von Gold unterstützen, und überschütten ihn mit Geld.

Obwohl Kommissar Ahrndt große Zweifel an den Fähigkeiten Tausends hat, verbieten ihm seine Vorgesetzten der Sache auf den Grund zu gehen. Stattdessen soll er eine mittellose Mutter einschüchtern, die ihren wertlosen Goldgutschein zurückgeben möchte, da sie das Geld dringend braucht.

Weil Ahrndt sich in Tausends Geschäfte einmischt, wird er entlassen. Wie gut, dass ihm eine vielversprechende Stelle in der Hauptstadt angeboten wird. Von München zieht er nach Berlin. Dort soll er vor allem einen aufrührerischen Mann beschatten, Carl Ossietzky. Weil dieser Pazifist offen darüber schreibt, dass das deutsche Volk unerlaubterweise aufrüstet, soll er unschädlich gemacht werden.

In diesen aufregenden Vorkriegsjahren lebt und wirkt auch der Dichter Thomas Mann. Sowohl seine Schaffenskunst als auch sein gespaltenes Verhältnis zum nationalsozialistischen Reich werden in diesem Buch thematisiert.

Dieser historische Roman vermittelt einen guten Einblick in die Stimmung unter den Volk in diesen bewegten Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Der ganz normale Alltag wird gut dargestellt. Da gibt es die stolzen Automobilisten, die über ihre neuen Fahrzeuge fachsimpeln, die Angst wegen der vielen Menschen, die einfach spurlos verschwinden, die unerwartete Popularität der Nationalsozialisten, erschreckend ist aber vor allem, wie Menschen zum Schweigen gebracht werden, die eine andere Meinung vertreten.

Diese Geschichte ist gut recherchiert. Viele der Charaktere sind bekannte historische Figuren. Die Geschichten von Tausend, Ossietzky und Mann sind gut erzählt und faszinierend, gelegentlich wirkt das Buch jedoch fast wie ein Sachbuch oder Lexikontext.

Wer eine Geschichte über Franz Tausend erwartet, wird vielleicht enttäuscht, denn die spannendste Geschichte in diesem Buch ist eigentlich die vom mutigen Journalist Carl Ossietzky. Doch da diese Geschichte so wichtig ist, ist das mit Sicherheit kein Nachteil.

Fazit: Ein historischer Roman, der die Stimmung in Deutschland vor der Machtübernahme der Nazis begreifbar macht. Sehr gut recherchiert, verfolgt der Leser an der Seite von einem sympathischen, authentischen Kommissar, wie schwer Gewissensentscheidungen in einer solchen Zeit sein können. Ein wichtiges und wertvolles Buch!