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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2024

Der Engländer

Feuerjagd
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„Feuerjagd“ ist die Fortsetzung von „Der Sucher“, das ich vor etwa drei Jahren mit großer Freude gelesen hatte. Und auch Tana Frenchs neues Werk überzeugt. Worum geht es?
Es geht um Rache und Vergeltung, ...


„Feuerjagd“ ist die Fortsetzung von „Der Sucher“, das ich vor etwa drei Jahren mit großer Freude gelesen hatte. Und auch Tana Frenchs neues Werk überzeugt. Worum geht es?
Es geht um Rache und Vergeltung, Intrigen und Geheimnisse. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Cal Hooper, ehemaliger Cop aus Chicago. Wie schon im Vorgänger kümmert er sich rührend um die inzwischen 15-jährige Theresa „Trey“ Reddy, die Schreinerin werden will. Auch Cals Freundin Lena ist wieder mit von der Partie.
Es ist ungewöhnlich heiß in Ardnakelty, im Westen von Irland, als Treys Vater Johnny völlig unerwartet nach vier Jahren Abwesenheit aus London zurückkehrt. Gefolgt von einem Fremden, der sich Cillian Rushborough nennt. Sie wollen nach Gold suchen, das hier angeblich liegen soll.
Ein Mord passiert und es gibt auch einen Ermittler. Nichtsdestotrotz ist „Feuerjagd“ kein klassischer Kriminalroman. Die Geschichte ist vielschichtig und komplex, herausfordernd und anspruchsvoll. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Die Spannung wird langsam aufgebaut und steigert sich bis zum dramatischen Ende.
Wie so oft hätte der Originaltitel »The Hunter« (Der Jäger) m.E. besser gepasst. Ich empfehle dringend, „Der Sucher“ gelesen zu haben. Denn ab und zu finden sich Verknüpfungen zum Vorgänger.

Fazit: Band 2 der Cal Hooper-Reihe. Atmosphärisch!

Veröffentlicht am 19.06.2024

Jemand weiß, was du getan hast

Dunkler Abgrund
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„Tiefer Fjord“ von Ruth Lillegraven hatte mich begeistert und auch Band 2 der Thriller-Trilogie, „Dunkler Abgrund“, überzeugt. Worum geht es?
Clara Lofthus wird kurz nach dem Tod ihres Ehemannes Haavard ...


„Tiefer Fjord“ von Ruth Lillegraven hatte mich begeistert und auch Band 2 der Thriller-Trilogie, „Dunkler Abgrund“, überzeugt. Worum geht es?
Clara Lofthus wird kurz nach dem Tod ihres Ehemannes Haavard zur neuen Justizministerin Norwegens ernannt. Einen Monat später verschwinden ihre 8-jährigen Zwillingssöhne Andreas und Nikolai. Wurden sie entführt? Von wem und warum? Liegt das Motiv in der Vergangenheit? Denn Clara hütet mehr als ein dunkles Geheimnis.
Zusammen mit ihrem Fahrer und Leibwächter Stian begibt sich Clara auf eine verzweifelte Suche…
Man sollte den Vorgänger gelesen haben. Denn „Dunkler Abgrund“ ist die direkte Fortsetzung und ich könnte mir vorstellen, dass Lesende, die „Tiefer Fjord“ nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
„Dunkler Abgrund“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven aus Sicht von Andreas, Clara, Claras Vater Leif usw. sorgen für Dynamik. Nebenbei erhalten wir auch einen Einblick in Claras fiese Geheimnisse.
„Dunkler Abgrund“ ist ein typisches Mittelstück einer Trilogie. Nichtsdestotrotz das Ende überrascht und schockiert, denn letztlich ist dann doch alles nicht so, wie es schien. Und so freue ich mich schon heute auf das Finale. Hoffentlich müssen wir nicht wieder 3 Jahre warten.

Fazit: Gut, aber nicht ganz so gut wie der Vorgänger.


Veröffentlicht am 16.06.2024

Schlimmer geht immer

Signum
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„Refugium“ von John Ajvide Lindqvist hatte mich enttäuscht. Aber jeder hat eine 2. Chance verdient, dachte ich. Worum geht es?
In „Signum“, Band 2 der Stormland-Reihe um Julia Malmros und Kim Ribbing, ...


„Refugium“ von John Ajvide Lindqvist hatte mich enttäuscht. Aber jeder hat eine 2. Chance verdient, dachte ich. Worum geht es?
In „Signum“, Band 2 der Stormland-Reihe um Julia Malmros und Kim Ribbing, geht es um Sex, Drogen und Gewalt: Doc Martin kriegt nur einen hoch, wenn Kinder sexuell misshandelt werden. Auch Kim und Julia rammeln wie die Karnickel (O-Ton).
Kim Cracker entführt seinen Peiniger Dr. Martin Rudbeck, hält ihn im Keller seines neuen Hauses gefangen - und foltert ihn: „Ich will verstehen“. Als Astrid Helander, die Überlebende aus Band 1, „versehentlich“ auf einen Knopf drückt, muss Kim improvisieren.
Währenddessen recherchiert Julia zusammen mit Irma Ryding, einer Krimiautorin und Freundin, über die rechtsextreme Partei „Die Wahren Schweden“ und ihre Verbindungen zum Motorradclub „Apostates“. Um sich zu entspannen, wird Alkohol getrunken und eine Tüte geraucht.
Es dauert weit über hundert Seiten, bis die Polizei endlich feststellt, dass Martin Rudbeck tatsächlich verschwunden ist und Jonny Munther, Julias Ex, ermittelt...
Dass die vermeintlich Guten Verbrechen begehen, bei der Vertuschung helfen und damit auch noch durchkommen, hat mir nicht gefallen. Zudem viel wirres Geschwafel, manchmal ist weniger mehr.
Man sollte den Vorgänger gelesen haben. Denn „Signum“ ist die direkte Fortsetzung und ich könnte mir vorstellen, dass Lesende, die „Refugium“ nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
Lindqvists Enttäuschung, dass er den Zuschlag für Millennium nicht bekommen hat, hat der Autor anscheinend immer noch nicht verwunden. Also nichts Neues unter der Sonne.

Fazit: Das Buch war ein bisschen langatmig gewesen, um es milde auszudrücken (O-Ton des Autors).

Veröffentlicht am 13.06.2024

Neues vom Tegernsee

Totholz
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Hach, ich liebe diese Reihe! Als Fan der 1. Stunde habe ich bisher kein Buch versäumt und auch „Totholz“, der 11. Fall für Wallner & Kreuthner von der Kripo Miesbach, hat mich nicht enttäuscht. Worum geht ...

Hach, ich liebe diese Reihe! Als Fan der 1. Stunde habe ich bisher kein Buch versäumt und auch „Totholz“, der 11. Fall für Wallner & Kreuthner von der Kripo Miesbach, hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Leonhardt Kreuthner und seine Spezl gehen mal wieder eigene Wege. Währenddessen Clemens Wallner im Wald eine Leiche bergen muss. Wer ist der Tote und wer hatte einen Grund ihn umzubringen?
Andreas Föhr hat „Totholz“ packend in Szene gesetzt. Wallner und Kreuthner, die Figuren sind einfach Kult. Auch Wallners kauziger Großvater Manfred ist wieder mit von der Partie. Neu dabei, Pippa Trautmann, die Leo bei seinen „Nebengeschäften“ ins Gehege kommt.
„Totholz“ ist spannend und unterhaltsam. Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven. Immer wieder sind Rückblicke, „ein Jahr vorher“, eingestreut. Passagen in Dialekt versprühen viel Lokalkolorit. Auch der Humor kommt nicht zu kurz: Mangfall Hacking Council haha
Eine Wendung jagt die nächste. Die allerletzte habe ich nicht kommen sehen. Also, gut gemacht, Herr Föhr! Am Ende ist alles schlüssig aufgelöst. Und so freue ich mich schon auf Wallner & Kreuthners nächsten Einsatz.
Pippa ist eine ganz besondere Figur, ein belebendes Element. Ich hoffe, sie bleibt uns - und Leo erhalten.

Fazit: Fall Nr. 11 für Wallner und Kreuthner. Zum Schmunzeln, aber intelligent!

Veröffentlicht am 12.06.2024

Fakten, Fakten, Fakten

Partikel
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Die Romane von Wolf Harlander haben mal mehr mal weniger überzeugt. „Partikel“, der neue Ökothriller des Autors, ist ein Buch, das Mikroplastik thematisiert und hat mich bestens unterhalten.
Vor der marokkanischen ...


Die Romane von Wolf Harlander haben mal mehr mal weniger überzeugt. „Partikel“, der neue Ökothriller des Autors, ist ein Buch, das Mikroplastik thematisiert und hat mich bestens unterhalten.
Vor der marokkanischen Küste verschwindet ein Frachtschiff mit unbekannter Ladung vom Radar und löst eine Umweltkatastrophe aus.
Danach lernen wir Melissa kennen. Sie ist Journalistin und recherchiert in einem Fall von Lebensmittelvergiftung auf Sylt. Melissa ist die Tante der kleinen Zoe, die schwer erkrankt ist.
In einem weiteren Handlungsstrang gibt es ein Wiedersehen mit Nelson Carius und Diana Winkels, zwei BND-Agenten, die wir bereits aus „Systemfehler“ und „Schmelzpunkt“ kennen.
Last but not least handelt „Partikel“ von einem Start-up, das mit Algen-Experimenten die rettende Lösung gegen die tödliche Gefahr Mikroplastik verspricht.
„Partikel“ ist gleichermaßen unterhaltsam wie informativ. Zwischendurch sind Artikel, Briefe, Meldungen, Scripts etc. eingestreut. 100 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan. Die vielen Fakten gehen zu Lasten der Spannung.
Nelson verfolgt noch immer seine eigene Agenda: die Suche nach dem Waffenhändler und Söldnerführer Louis Favre sowie die Verbindung zum rätselhaften Tod seiner Eltern. Das hat mich zunehmend genervt.
Zoes Kampf ums Überleben wird sehr dramatisch geschildert. Gibt es für sie ein Happy End? Das wird hier natürlich nicht verraten.

Fazit: Packender, emotionaler Ökothriller mit einer brandaktuellen Thematik!