Geschichte über die Lebensfreude, mit schwachem ersten Teil und gutem Ende!
Das glückliche LebenEric und Amelie opfern beide ihr Privatleben der Arbeit, stellen jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten fest, dass sie dieses Leben nicht glücklich macht. Eric eröffnet ein Geschäft, das Scheinbestattungen ...
Eric und Amelie opfern beide ihr Privatleben der Arbeit, stellen jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten fest, dass sie dieses Leben nicht glücklich macht. Eric eröffnet ein Geschäft, das Scheinbestattungen anbietet und Lebensmüdigkeit heilen soll, und dazwischen suchen die beiden noch nach der wahren Liebe.
Meine Meinung
Das Buch ist in drei Teile untergliedert und nach dem ersten Teil dachte ich mir: Auweh, das wird nichts mehr, das Buch holt mich gar nicht ab. Ich war genervt davon, wie passiv Eric sich verhielt, wie herrisch und kontrollierend Amelie war, und dass Eric sie dann trotzdem in einem wichtigen Moment ihres Lebens im Stich lässt, weil er auf einmal den Quell der Lebensfreude wiederentdeckt zu haben scheint. Die Geschichte an sich ist spannend, aber ich wurde mit den Charakteren nicht warm und war nach dem ersten Abschnitt frustriert - auch von dem Schreibstil. Jetzt am Ende denke ich mir, das sollte vielleicht sogar so. Denn im Vergleich zum ersten Teil sind die zwei weiteren deutlich besser, sehr poetisch geschrieben und wir erhalten endlich mehr Einblicke in das Leben der Hauptpersonen. Mir hat es gefallen, wie wir langsam erfahren, wo genau in ihrem Leben sie falsch abgebogen sind und wie sie sich langsam wieder zusammenraufen. Eric erlebt zunächst eine Transformation, die den zweiten Teil einnimmt, und über Amelie erfahren wir im dritten Teil mehr.
Mir hat es auch gefallen, wie der Autor aktuelle Geschehnisse wie die Coronapandemie in den Roman eingebaut und beschrieben hat, wie dieser Stillstand im Arbeitsleben dazu geführt hat, dass Eric und Amelie sich umorientiert haben. Dazwischen werden auch französische Entwicklungen in der Politik gestreut und auch die Dichte an französischen Fremdwörtern ist höher als in anderen Romanen, würde ich sagen. Im zweiten und dritten Teil habe ich mit den Figuren mitgefühlt und konnte mich in sie hineinversetzen, im ersten Teil war das noch schwer. Über weite Teile des Romans ist auch nicht klar, ob Eric und Amelie am Ende des Romans zueinanderfinden werden, da beide sich auch anderweitig (neu) verlieben. Bis zum Ende bleibt es spannend, welcher Natur genau dann ihre Beziehung sein wird.
Für mich war es das erste Buch von diesem Autor und während ich anfangs nicht vollständig überzeugt war, hat sich meine Meinung im Verlauf des Buches geändert und ich hatte schöne Lektürestunden. Ich kann den Roman empfehlen und würde auch ein zweites Buch des Autors lesen.