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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2017

einfach genial

Die Frauen, die er kannte
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Sebastian Bergmann, sexsüchtig, egozentrisch, fies, charakter- und skrupellos, aber in diesem Buch auch mit einem kleinen Portiönchen Herz ausgestattet!

Er vermisst noch immer stark seine vor einigen ...

Sebastian Bergmann, sexsüchtig, egozentrisch, fies, charakter- und skrupellos, aber in diesem Buch auch mit einem kleinen Portiönchen Herz ausgestattet!

Er vermisst noch immer stark seine vor einigen Jahren beim Tsunami in Thailand verschollene Frau und vor allem seine kleine Tochter. Im ersten Band um Sebastian Bergmann erfuhr dieser, dass er eine uneheliche Tochter hat und diese arbeitet auch noch bei der Reichsmordkommission, für die Sebastian gelegentlich als Profiler arbeitet. Er bemüht sich um Nähe zu Vanja und möchte ihr am liebsten alles erzählen. Aber sie hasst ihn aufgrund seiner uncharmanten Art und liebt ihren Ziehvater dagegen umso mehr. Was tun, fragt Sebastian sich. Da wird er wieder von der Reichsmordkommission zu einem Fall hinzugezogen. Es werden Serienmorde an Frauen begangen, die bis ins kleinste früheren Mordfällen nachempfunden wurden. Der damalige Täter wurde von Sebastian gefasst und überführt. Noch immer sitzt er im Gefängnis. An dem letzten Tatort muss Sebastian Erschreckendes feststellen: es geht um ihn selbst!

Mir hat die Story gut gefallen, auch wenn mir manches ein wenig zu langatmig war. Aber die Spannung steigt mit den vielen Seiten stetig und endet in einem gelungenen Show-down. Sebastian hat sich dieses Mal auch zu ein paar Emotionen hinreißen lassen, das war mal was anderes und machte ihn unerwartet menschlich. Ich hoffe, die sich auf den letzten beiden Seiten anbahnende Handlung findet im nächsten Band ihre Fortsetzung. Da ist einiges an Potential drin, worauf ich mich freue.

Veröffentlicht am 17.01.2017

zerbrechliche Kinderseelen

Das eiserne Haus
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In diesem Buch geht es um zwei Brüder, die als Kleinkinder ausgesetzt wurden und bis sie 9 und 10 Jahre alt waren im Waisenhaus Iron House aufwuchsen Hier war es vor allem für den jüngeren Julian die ...

In diesem Buch geht es um zwei Brüder, die als Kleinkinder ausgesetzt wurden und bis sie 9 und 10 Jahre alt waren im Waisenhaus Iron House aufwuchsen Hier war es vor allem für den jüngeren Julian die Hölle auf Erden und gipfelte darin, dass Julian einen anderen Jungen, der ihn unmenschlich gequält hatte, ermordet. Michael, der ältere Bruder, flieht mit der Tatwaffe in die Kälte hinaus, um seinen Bruder zu schützen, indem er den Mord auf sich nimmt. An diesem Tag war Abigail, Ehefrau eines reichen Senators, auf dem Weg zum Iron House und wollte beide Brüder adoptieren. Nun konnte sie nur Julian mitnehmen. Michael wurde nach einer Zeit auf der Straße von einem Mafioso gefunden und aufgezogen. Er arbeitete später als rechte Hand des Gangsterbosses und auch als Killer. Nun will er aussteigen, denn seine Freundin ist schwanger. Der alte Boß liegt im Sterben und hat Michael auf dessen Wunsch hin entlassen, aber der Sohn des Alten will Michael nicht gehen lassen und die Situation eskaliert. Die Ereignisse führen Michael wieder zu Julian, der als Sohn des Senators ein gutes Leben hatte, aber mit den Dämonen seiner Vergangenheit schwer zu kämpfen hat. Und auf einmal ist diese Vergangenheit wieder greifbar nah....

Die Handlung ist vielschichtig mit immer neuen Wendungen und dramatischen Szenen und durchgängig spannend. Die eindringlichen Schilderungen haben mich manchmal sehr berührt. Man glaubt teilweise, es könne kaum schlimmer kommen, aber dem Autor ist es immer wieder gelungen, noch 'einen drauf ' zu setzen und die Verschnaufpausen sind kurz. Der Schreibstil ist sehr ausdrucksstark und gefühlvoll, manchmal fast poetisch. Das habe ich aber nicht als kitschig empfunden, sondern fand es als Abwechslung zu den dramatischen, harten Szenen sehr erholsam. Erstaunt hat mich, dass ich mit einem Killer so mitfühlen und mitfiebern konnte. Hier wird der Böse ganz subtil zum Guten! Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und hab hinterher erst einmal tief durchgeatmet!

Veröffentlicht am 17.01.2017

sehr spannend, aber auch brutal

Mein bist du
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In London wird die Leiche eines jungen homosexuellen Mannes gefunden, der ausgesprochen grausam ermordet wurde. DI Sean Corrigan macht sich an die mühsame Ermittlungsarbeit. Er hat es mit einem Killer ...

In London wird die Leiche eines jungen homosexuellen Mannes gefunden, der ausgesprochen grausam ermordet wurde. DI Sean Corrigan macht sich an die mühsame Ermittlungsarbeit. Er hat es mit einem Killer zu tun, der das personifizierte Böse ist, mit herausragender Intelligenz und Voraussicht seine Taten begeht und davon ausgeht, dass er nicht aufgespürt werden kann. DI Corrigan allerdings ist ein außergewöhnlicher Ermittler, der sich in Täter sehr gut einfühlen kann. Daher ist schnell ein Verdächtiger trotz der geringen Spuren gefunden. Der Fall jedoch ist sehr viel komplexer….

Wer gern über brutale Morde und psychopathische Serienkiller liest, für den ist dieses Buch empfehlenswert. Schon gleich am Anfang werden die kranken Denkweisen und Motive eines Mörders gezeigt, der Leser wird in die Gedankenwelt des pathologischen Killers geradezu hinein katapultiert. Die Szenen, die den Mord beschreiben, sind m.E. nichts für schwache Nerven. Denn hier geht es richtig zur Sache. Für mich war es ein wenig zu viel des Guten (ähm, Bösen), so hautnah, da auch noch aus der Ich-Perspektive erzählt, hätte ich bei den Morden nicht dabei sein müssen. Die Handlung ansonsten war geschickt aufgebaut und fesselnd, auch mit einigen Überraschungen gespickt. Der Schreibstil liest sich gut, so dass ich das Buch an 2 Tagen ausgelesen hatte. Es ist wohl der Auftakt einer Krimiserie. Bin auf Fortsetzungen gespannt!

Veröffentlicht am 17.01.2017

nicht so gut wie "Noah"

Passagier 23
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Leider erreicht "Passagier 23" dieses Niveau nicht im Mindesten. Sicherlich war auch dieses Buch ein sehr spannender Roman vom der ersten bis zur letzten Seite, der mich gut unterhalten hat, aber das gewisse ...

Leider erreicht "Passagier 23" dieses Niveau nicht im Mindesten. Sicherlich war auch dieses Buch ein sehr spannender Roman vom der ersten bis zur letzten Seite, der mich gut unterhalten hat, aber das gewisse Etwas hat eben gefehlt. Eine gute Idee, hier die auf Kreuzfahrten verschwundenen Passagiere, allein reicht eben nicht aus, um daraus auch einen sehr guten Roman zu machen. Dazu war die Geschichte in sich zu verwirrend geschrieben; mir hat der rote Faden in der Geschichte gefehlt, bzw. er hätte besser herausgearbeitet sein können. Dies gilt besonders für den Anfang des Romans.
Zwar wird dem Leser der Zusammenhang mit der Zeit klarer, doch irgendwie fehlt das gewisse Etwas, welches zu einem perfekten Buch gehört.

Dennoch ist dieses Buch in meinen Augen ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Roman, der das Potential zu einem Meisterwerk gehabt hätte, es aber dann doch deutlich verfehlt hat. Ein Schuss Gradlinigkeit hätte dem Roman nicht geschadet.
Trotzdem ist jeder, der spannende Thriller mag, mit diesem Buch gut bedient. 4 Sterne ist es allemal wert.

Veröffentlicht am 17.01.2017

ein wenig enttäuschend

Märzgefallene
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Nachdem ich die ersten vier Fälle von Gereon Rath recht interessiert gelesen habe, hat mich der aktuelle Titel "Märzgefallene" enttäuscht. Hauptkritikpunkt ist, dass es sich um eine Verwechslungsgeschichte ...

Nachdem ich die ersten vier Fälle von Gereon Rath recht interessiert gelesen habe, hat mich der aktuelle Titel "Märzgefallene" enttäuscht. Hauptkritikpunkt ist, dass es sich um eine Verwechslungsgeschichte handelt, dem Leser aber nicht alle verwechselten Figuren vorgestellt werden, sondern er sie sich z.T. aus Erzählungen anderer Figuren erschließen muss, sodass im Kopf ein ständiges "Wer war das jetzt nochmal? Ist der nicht für den gehalten worden?" usw. entsteht. Zudem ist der Text mit über 600 Seiten (geb. Ausgabe) auch für Volker Kutscher recht lang geraten - der Plot hätte sich auch auf 2/3 des Textumfangs eindampfen lassen, ohne wesentlich an Spannung zu verlieren.
Gelungen - soweit ich das beurteilen kann - ist die Darstellung der historischen Kulisse: Dies ist der erste Rath-Fall, der während und nach der Machtergreifung spielt. Er spiegelt eindrücklich wider, für wie ungefährlich viele Deutsche die Nationalsozialisten noch 1933 hielten, auch wenn Judenverfolgung, Bücherverbrennung etc. hier schon auftauchen.