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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2017

rundum gelungener Thriller

Eisenberg
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Rachel Eisenberg ist erfolgreiche Strafverteidigerin. Mit ihrem Exmann Sascha arbeitet sie zusammen in einer Kanzlei. Sie übernimmt das Mandat, einen Obdachlosen, der wegen Mordes vor Gericht steht, zu ...

Rachel Eisenberg ist erfolgreiche Strafverteidigerin. Mit ihrem Exmann Sascha arbeitet sie zusammen in einer Kanzlei. Sie übernimmt das Mandat, einen Obdachlosen, der wegen Mordes vor Gericht steht, zu verteidigen und erlebt eine Überraschung: es ist ihr zu Studentenzeiten ehemaliger Geliebter, Prof. Heiko Gerlach. Was ist mit ihm passiert, dass er sozial so abgestiegen ist? Rachel glaubt nicht an seine Schuld und macht sich engagiert daran, die gegen ihn vorliegenden Indizien zu zerpflücken. Zwischendurch gibt es einen weiteren Handlungsstrang mit einer aus Albanien wegen Blutrache geflohenen Frau und ihrer Tochter.

Ich fand das Buch sehr spannend. Die Handlung ist geschickt aufgebaut, beide Handlungsstränge laufen irgendwann zusammen. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich gehalten, auch durch den Schreibstil, der einen mitfiebern lässt. Rachel war mir dazu sehr sympathisch, sie wurde als Protagonistin gut herausgearbeitet. Ich habe oft Schwierigkeiten mit einem Buch, wenn ich die Protagonisten nicht mag. Hier war ich gleich in die Handlung eingesogen. Es gab einige Überraschungen, nichts war wirklich vorhersehbar und ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt. Ein rundum gelungener Thriller.

Veröffentlicht am 17.01.2017

albtraumhafte Schnitzeljagd

Schuld bist du
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Der Journalist Jacob Auerbach kommt von einer Dienstreise nach Hause und findet seine Wohnung leergeräumt vor. Hat seine Frau den geplanten Umzug vorverlegt, ohne ihm Bescheid zu geben? Warum hat jemand ...

Der Journalist Jacob Auerbach kommt von einer Dienstreise nach Hause und findet seine Wohnung leergeräumt vor. Hat seine Frau den geplanten Umzug vorverlegt, ohne ihm Bescheid zu geben? Warum hat jemand ans Fenster "Schuld bist Du" geschrieben? Jacob kann seine Frau auch nicht erreichen. Seine Tochter Mia ruft dann an und erklärt sie habe sich verlaufen, Jacob solle sie abholen. Aber wo ist Mia? Für Jacob beginnt eine albtraumhafte Schnitzeljagd durch Berlin.

In einem zweiten Handlungsstrang sitzt eine Frau im Krankenhaus am Bett eines komatösen Mannes. Sie berichtet über eine verhängnisvolle Freundschaft zu einer Frau Namens Grit. Wer ist sie und wer der Patient?

Das Buch ist gut geschrieben und liest sich flüssig. Am Anfang fand ich die Handlung spannend. Dann wurde es aber immer surrealistischer und man ahnte, worauf das Ganze hinauslief. Damit war für mich denn auch die Spannung weg. Irgendwann haben mich die Wendungen und neuen "Erlebnisse" Jacobs nur noch genervt und ich habe die Seiten zum Teil überflogen, um voran zu kommen, in der Hoffnung auf eine Überraschung zum Ende. Aber es kam so, wie ich es erwartet habe, daher war ich ein wenig enttäuscht.

Veröffentlicht am 17.01.2017

ich fand es leider langweilig

Das Labyrinth
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Asa und Martins elfjährige Tochter Magda ist verschwunden. Asa überlegt immer wieder, was an dem Abend passiert sein kann, während sie und ihr Mann in einem nahegelegenen Restaurant beim Essen waren. Sie ...

Asa und Martins elfjährige Tochter Magda ist verschwunden. Asa überlegt immer wieder, was an dem Abend passiert sein kann, während sie und ihr Mann in einem nahegelegenen Restaurant beim Essen waren. Sie ist wie betäubt. Auch die Ehe kriselt. Martin steht unter Verdacht, hatte eine Schulkrankenschwester doch auf Magdas Körper blaue Flecken entdeckt….
Lt. Klappentext „eine nervenaufreibende Spurensuche“. Ja, aber nicht so, wie es gemeint ist. Genervt hat nämlich der Inhalt dieses Romans und die schleppende Darstellung der Ereignisse vor und nach Magdas Verschwinden aus der Sicht von 4 Personen: Asa und Martin, die Eltern und dann Tom, der ein enger Mitarbeiter von Martin ist, und Katja, Toms Exfreundin und Schulkrankenschwester. Überschrieben werden die Kapitel mit den jeweiligen Namen und verschiedenen Zeiten. Das zeitliche Hin- und Her ist schon mal ein wenig beschwerlich für den Leser. Man erfährt dann jeweils Bruchstücke in epischen Beschreibungen, teilweise sogar bis in die Kindheit abschweifend aus der Sicht der jeweiligen Betroffenen. Ich war zwischenzeitlich geneigt, einzelne Passagen nur zu überfliegen, da ich es sehr ermüdend fand, den Ausführungen des Autors zu folgen. Immer wieder hab ich noch auf einen Knallepeng gewartet, kam aber nicht. Es wird hin und wieder geschrieben: „Und da passierte es“. Jaaa, endlich… Aber dann kam wieder nichts, nur wieder Gedankenblasen. War immer nur ein Stilmittel, um den Leser bei der Stange zu halten. Und am Ende darf man sich seinen Teil sogar noch denken. Ich habe mich selten so gelangweilt bei einem Buch. Mich erinnerte das Ganze mehr an ein modernes Theaterstück, von Spannung keine Spur.

Veröffentlicht am 17.01.2017

ich fand es super spannend

Weißer Schlaf
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Auf einer Zugtoilette wird eine junge Asiatin tot aufgefunden. Schnell ist klar, dass sie als Drogenkurierin missbraucht wurde und an einer Überdosis der Drogen in ihrem Magen starb. Ihre mitreisende Freundin ...

Auf einer Zugtoilette wird eine junge Asiatin tot aufgefunden. Schnell ist klar, dass sie als Drogenkurierin missbraucht wurde und an einer Überdosis der Drogen in ihrem Magen starb. Ihre mitreisende Freundin hat den Halt des Zuges genutzt, um zu verschwinden. Wer hat sie am Bahnhof Norrköping abgeholt, wie ein Zeuge gesehen haben will? Die Kommissare Henrik und Mia sowie die Staatsanwältin Jana nehmen die Ermittlungen auf.

Mir hat auch dieser Band um Jana Berzelius wieder sehr gut gefallen. Von Anfang an wird der Leser durch einen angenehmen Schreibstil und kontinuierlichen Spannungsaufbau gefesselt. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und hab es in einem Rutsch durchgelesen. Jana ist eine vielschichtige Person mit einem dunklen Geheimnis. Ebenso arrogant wie auch verletzlich, in Kampfkunst bewandert. Damit hat es seine Bewandtnis, man sollte "Nebelkind" möglichst vorher gelesen haben. Jana stellt schnell fest, dass ihr Fall verknüpft ist mit ihrer eigenen Vergangenheit und sie muss sich ihren Dämonen stellen. Das Ermittlerduo Henrik und Mia sind sehr unterschiedliche Charaktere, Mia ausgesprochen unsympathisch, Henrik etwas flach. Die Passagen um Jana sind somit auch die spannendsten. Gegen Ende des Buches wird noch mal eine Schippe drauf gelegt und die Seiten flogen nur so dahin. Die Auflösung gegen Ende war für mich eine Überraschung. Ich hoffe auf weitere Bände um Jana Berzelius, dieses Buch war für mich ein absolutes Thriller-Highlight.

Veröffentlicht am 17.01.2017

sehr gelungen und spannend

Kalte Fährte
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Ein Junge findet in einem abgelegenen dunklen alten Brunnenschacht einen Mann. Er hält ihn aber für einen Geist. Da die Geistergeschichte die Runde macht und ein paar Kinder deshalb nicht schlafen können, ...

Ein Junge findet in einem abgelegenen dunklen alten Brunnenschacht einen Mann. Er hält ihn aber für einen Geist. Da die Geistergeschichte die Runde macht und ein paar Kinder deshalb nicht schlafen können, entschließen sich einige Eltern, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie finden eine Leiche. Es ist Steffen Plate, von einem Haufen Ratten ziemlich arg zugerichtet. Vor Jahren war er in einen Überfall auf eine Familie verwickelt, wobei eine der Töchter zu Tode kam. Hat die alte Geschichte damit zu tun? Francesca Dante und ihr Chef Carolus Jessen nehmen die Ermittlungen auf.

Ich hatte von Susanne Mischke zwar schon viel gehört, aber von der Hannover-Krimi-Reihe bisher nichts gelesen. Dieser Krimi ist kein Regionalkrimi, der nur für Ortskundige interessant wäre, sondern einfach ein toller Krimi, den man lesen kann, egal woher man kommt und ob man Hannover bzw. Niedersachsen kennt oder nicht. Auch das Ermittlerteam ist ein neues. Susanne Mischkes Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen. Bildhaft und detailliert beschreibt sie Gegebenheiten und Handlungen sowie die Protagonisten. Mir hat die italienischstämmige Ermittlerin Francesca sehr gut gefallen, temperamentvoll, quirlig, klug und recht direkt. Auch die Handlung fand ich gelungen, spannend und bis zum Schluss fesselnd. Ich hatte wegen der von Ratten angenagten Leiche befürchtet, dass die Handlung zu grausam wäre, aber nein, das Buch ist auch für Zartbesaitete gut zu lesen. Ich werde mir noch weitere Romane der Autorin besorgen und hoffe auch, von diesem charismatischen Ermittlerteam noch mehr zu hören.