Ein sehr spannender Jugendkrimi mit besonderer Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen mit etwas Luft nach oben.
Who's to blame - Direkt, brutal, realitätsnah: ein spannender Jugendthriller über ein brandaktuelles ThemaEin Lehrer. 15 Schüler. Eine ursprünglich zusätzlich angesetzte Unterrichtsstunde wird zum Albtraum der Schüler als der Lehrer die Tür verriegelt, eine Waffe herausholt und die Stunde plötzlich zur Geiselnahme ...
Ein Lehrer. 15 Schüler. Eine ursprünglich zusätzlich angesetzte Unterrichtsstunde wird zum Albtraum der Schüler als der Lehrer die Tür verriegelt, eine Waffe herausholt und die Stunde plötzlich zur Geiselnahme wird...
Die Story an sich war richtig spannend und hatte viel Potenzial. Es war mal was ganz anderes als ich bisher gelesen habe. Von Amokläufen hat man (leider) schon öfter gehört, aber dass ein Lehrer seine Schüler als Geiseln nimmt, war neu.
Erzählt wird das Geschehen aus den Perspektiven von zwei Schülern und einer Polizistin. Es war sehr spannend und interessant wie unterschiedlich die Schüler auf die Situation reagieren und wie die Polizei in einem solchen Fall arbeitet. Man überlegt automatisch wie man selbst in dem Alter auf diese Situation reagiert hätte und ich muss sagen, dass ich das Verhalten der Jugendlichen echt super und vorallem clever fand. Es gab einen tollen Zusammenhalt und die Menschlichkeit wird innerhalb der Gruppe groß geschrieben. Die Spannung stieg von Kapitel zu Kapitel und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.
Allerdings war das Ende nicht so ganz rund für mich und die Sache mit Brandls Frau und alles drum herum hätte gerne noch etwas detaillierter erklärt werden können. Vielleicht auch aus Brandls Perspektive.
In dem Buch wird gegendert, was für mich den Lesefluss eher gestört hat bzw. einfach ungewohnt war, da ich viele Wörter noch nie gehört hatte (niemensch, Neffte, usw.). Leider fehlten auch öfter mal Wörter, was mich zusätzlich gestört hat.
Außerdem fand ich manche Themen etwas unpassend für das eigentliche Thema der Geiselnahme. Das Gendern und ein queerer Schüler haben zb einen recht großen Anteil ausgemacht. Allerdings wirkte das in diesem Fall sehr gezwungen und zu gewollt, so als ob das Thema unbedingt immer wieder reingebracht werden musste. Es hatte die meiste Zeit nichts mit der eigentlichen Story zutun und hätte anders gelöst werden können.
Die Sprache der Schüler war authentisch gewählt und man merkte daran auch, dass es sich um ein Jugendbuch handelt.