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Veröffentlicht am 01.05.2022

Krindelsdorfer Geheimnisse

Edelweiß und Heckenschere
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Bei der Eröffnung des Krindelsdorfer Brauhauses geraten Felix Feuchthuber und sein Freund Franz in Streit. Am nächsten Morgen wird Felix tot auf dem Friedhof gefunden - erstochen mit seiner Heckenschere. ...

Bei der Eröffnung des Krindelsdorfer Brauhauses geraten Felix Feuchthuber und sein Freund Franz in Streit. Am nächsten Morgen wird Felix tot auf dem Friedhof gefunden - erstochen mit seiner Heckenschere. Hauptkommissar Hirschberg hat alle Hände voll zu tun, denn der Tote hatte nicht nur genug Feinde, auch dessen Familie verbirgt etwas vor ihm. Zu allem Überfluss nervt ihn auch noch Tante Isobel mit ihrer Hochzeit - gilt es doch, die perfekte Garderobe auszuwählen.

Jessica Müller macht es Hauptkommissar Hirschberg in seinem neuesten Fall "Edelweiß und Heckenschere" wieder einmal nicht leicht. Diesmal bekommt er es natürlich wieder mit einem spannenden Fall zu tun, der den Leser von Beginn an fesselt. Hier ist man sofort mitten im Geschehen und versucht, dem Mörder selbst auf die Schliche zu kommen. Was sich jedoch als schwierig gestaltet, denn man bekommt immer neue Spuren präsentiert und es kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht. Dieser Krimi punktet bei mir mit Spannung, die ohne Action und brutale Szenen auskommt. Ganz so, wie ich es von einem guten Regionalkrimi erwarte. Dazu kommt noch eine kleine (manchmal auch größere) Prise Humor, die jedoch nie in Albernheit endet. Extrem dafür sorgt Isobel, die Hirschberg in so manch peinliche Situation bringt, aus der er sich stets nur knapp retten kann. Trotz dieser kleinen Querelen mögen sich die Charaktere und ich glaube, ohne einander wären sie nicht glücklich. Sie gehören zusammen. Auch als Leser möchte ich auf keinen dieser sympathischen Charaktere verzichten. Klar haben sie alle ihre Ecken und Kanten, aber genau diese machen sie so liebenswert und authentisch. Jessica Müller schreibt hier auf angenehm lockere Art, läßt ab und zu Dialekt reden, der aber verständlich ist und das gewisse Bayern-Flair aufkommen läßt. Ich mag diese Serie sehr, bei der übrigens jeder Band selbstständig gelesen werden kann. Natürlich entwickeln sich die Charaktere familiär weiter, jedoch wird dies für Neulinge keine Schwierigkeit darstellen.
Auch dieser Band bekommt von mir eine absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 29.04.2022

Irrungen und Wirrungen

Die Ladys von Somerset – Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ich
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London 1807. Die junge Emma ist Waise und lebt bei ihrem Vormund. Emma hat dort ein angenehmes Leben. Sie ist begeistert vom Theater und träumt davon, einmal ein Stück zu schreiben, das auf einer Bühne ...

London 1807. Die junge Emma ist Waise und lebt bei ihrem Vormund. Emma hat dort ein angenehmes Leben. Sie ist begeistert vom Theater und träumt davon, einmal ein Stück zu schreiben, das auf einer Bühne in London aufgeführt wird. Als ihr Vormund in finanzielle Schwierigkeiten gerät, muss Emma sich eine Stelle suchen. Sie wird bei Lady Darlington als Gesellschafterin eingestellt. Emma hat von ihr den Auftrag, ihre älteste Tochter Anthea an den reichen Nachbarn Mr. Livingston zu verkuppeln. Leider stört dabei immer wieder der berüchtigte Frauenheld Ambrose Beauchamp. Da hat Emma die Idee, ein Theaterstück aufzuführen, damit Anthea und Mr. Livingston sich näher kommen und ihre Liebe zueinander entdecken. Doch bei den Proben geht einiges schief und Emma verliert bald den Überblick, welche Gefühle gespielt sind und welche echt sind. Und seltsamerweise schlägt Emmas Herz ausgerechnet bei Ambrose schneller als es sollte...

"Die Ladys von Somerset - Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ich" ist ein ganz bezauberndes Buch. Julie Marsh bedient sich darin einer wunderschön eleganten Sprache. Man merkt sofort, daß ihr Idol Jane Austen auf sie abgefärbt hat. Dabei sollte man aber jetzt nicht denken, daß sie Jane Austen kopiert. Julie Marsh hat trotzdem ihren eigenen Stil gefunden. Die Geschichte ist sehr vielseitig. Manchmal konnte ich lachen, ein anderes Mal bekam ich tiefes Mitgefühl für einige Personen. Die Menschen in dieser Geschichte leben in ihrer eigenen kleinen Welt und der Eine oder Andere blickt etwas naiv auf das Leben. Über ihren Tellerrand schauen sie dabei nicht. Deshalb sind sie aber nicht böse. Sie kennen es nur nicht anders. Das Buch ermöglicht einen interessanten Blick auf das Leben zu Anfang des 19. Jahrhunderts in der "besseren" Gesellschaft. Es kommt nicht gesellschaftskritisch daher, deshalb kann man es einfach nur genießen. Das tut der Seele mal so richtig gut!

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Veröffentlicht am 29.04.2022

Eine Zeitreise

Die Radioschwestern
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Frankfurt im Jahr 1927. Der Südwestdeutsche Rundfunkdienst ist neu gegründet, als die drei Freundinnen Greta, Inge und Margot dort eine Stelle antreten. Für sie liegt im Radio die Zukunft und sie träumen ...

Frankfurt im Jahr 1927. Der Südwestdeutsche Rundfunkdienst ist neu gegründet, als die drei Freundinnen Greta, Inge und Margot dort eine Stelle antreten. Für sie liegt im Radio die Zukunft und sie träumen von einer glänzenden Karriere. Gesa will Hörspielsprecherin werden, Inge als Sängerin die Bühnen erobern und Margot als Cellistin im Rundfunkorchester Anerkennung finden. Doch die drei Freundinnen müssen gegen die herrschenden Konventionen kämpfen. Ein Kampf für ihren gemeinsamen Traum: Freiheit und Glück!

Eva Wagendorfer nimmt den Leser mit ihrer Trilogie "Die Radioschwestern" mit auf eine Reise in die Geschichte des Rundfunkes. Der erste Band, "Klänge einer neuen Zeit", beginnt im Jahr 1927. Man erfährt von den Anfängen des Rundfunkes, erlebt hautnah, um wie vieles es damals schwieriger war z. B. ein Hörspiel zu senden. Dies hat mich sehr beeindruckt. Trotz dieser Lerneffekte ist das Buch interessant und kurzweilig. Sehr interessant gestalten sich die Anfänge jedes Kapitels. Denn jedes beginnt mit einer Radiomeldung aus dem Jahr 1927. Hier erfährt man Dinge, von denen man zum Teil noch nichts gehört hat. Alle drehen sich um Frauen, die in dieser Zeit etwas gravierendes geleistet haben oder Meilensteine in der Geschichte geschrieben haben. Die drei Freundinnen werden hier äußerst sympathisch beschrieben, so daß man ihren Weg sehr gern verfolgt und sich mit ihnen freut, leidet und kämpft. Geschickt verflechtet Eva Wagendorfer ihre Geschichte mit der Geschichte des Rundfunkes und schafft es, daß man beide Geschichten mit großem Interesse verfolgt. Am Ende des Buches befindet sich ein sehr interessantes Glossar mit Erläuterungen zu wichtigen Ausdrücken, Bauwerken und Persönlichkeiten.
Mir hat der Auftakt dieser Trilogie imponiert und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Greta, Inge und Margot weitergeht.

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Diese Möwen sind zum verlieben

Die Möwen von Fehmarn
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Mattis, Berti, Pit, Haui und Fiete - das sind "die Wilden", eine Gruppe von Möwen am Südstrand von Fehmarn. Sie haben Spaß am Leben, spielen gern "Mensch-ärgere-dich" mit den Strandläufern, indem sie denen ...

Mattis, Berti, Pit, Haui und Fiete - das sind "die Wilden", eine Gruppe von Möwen am Südstrand von Fehmarn. Sie haben Spaß am Leben, spielen gern "Mensch-ärgere-dich" mit den Strandläufern, indem sie denen die Brötchen klauen und verehren die Seidenfedern, junge Hybridmöwinnen. Es könnte ein unbeschwertes Leben sein, gäbe es nicht eine rivalisierende Möwenbande, "Die Biester", deren Anführer Raudi ist. Als es am Südstrand zu Morden an Möwen kommt, schließen Mattis und Raudi einen Wettkampf ab. Wer siegt, darf am Südstrand bleiben - der Verlierer muß sein Revier zum Leuchtturm von Staberhuk verlegen. Kann Mattis den Mörder als erster überführen?

"Die Möwen von Fehmarn - Mord am Südstrand" von Rebecca Schulz ist einfach zu gut! Die Freunde Mattis, Berti, Pit, Haui und Fiete sind direkt in mein Herz geflattert und haben ihren Platz dort erobert. Sie sind so liebenswert unbekümmert, machen ihr Ding und denken an nichts Böses. Dabei kann man an einigen Stellen durchaus menschliche Züge bei ihnen entdecken. Rebecca Schulz hat sie so bildhaft dargestellt, daß sie richtig lebendig wirken. Obwohl sie sich bei manchem Verhalten Freiheiten gegönnt hat, wirken die sympathischen Vögel authentisch und man hat direkt die typische Möwe vor Augen, die an der Strandpromenade mit wachem Auge die Touristen beobachtet. Bei mir hatten sie ohnehin leichtes Spiel, denn ich mag sie sowieso. Wer bisher nicht so dachte, wird die gefiederten Freunde jetzt wohl mit anderen Augen sehen. Die Handlung ist durchaus spannend und ungewöhnlich. Hat man es hier tatsächlich mit einem reinen Vogelkrimi zu tun. Als Polizei dienen hier Enten, das Gefängnis befindet sich unter einem Bootssteg. Dies sorgt streckenweise für Lacher, wenn man sich dies vorstellt. Man merkt Rebecca Schulz die Liebe zu den Möwen an. Ebenso ihre Liebe zu ihrer Insel Fehmarn. So schön kann man Örtlichkeiten nur beschreiben, wenn man sie kennt und sich mit ihnen verbunden fühlt!
Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Angefangen bei dem wunderbaren und liebevollen Cover über die spannende Handlung bis hin zu den sympathischen Möwen und der Kulisse von Fehmarn. Ich hoffe sehr, daß die Möwenbande noch viele weitere Abenteuer erleben darf. Ich wäre sofort dabei!

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Ein Krimi zum wohlfühlen

Lady Hardcastle und das tödliche Autorennen
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Im Jahre 1909 erlebt Gloucestershire eine Woche voller Dinner, Partys und Autorennen. Lady Hardcastle und ihre Zofe Florence folgen der Einladung Lord Riddlethorpes auf dessen Landsitz - klingt doch alles ...

Im Jahre 1909 erlebt Gloucestershire eine Woche voller Dinner, Partys und Autorennen. Lady Hardcastle und ihre Zofe Florence folgen der Einladung Lord Riddlethorpes auf dessen Landsitz - klingt doch alles vielversprechend nach Zerstreuung. Doch direkt beim ersten Autorennen geschieht ein Unfall, ein Fahrer stirbt. Der Rennwagen wurde manipuliert. Ein Fall für Lady Hardcastle und Florence, die den Täter auf ihre ganz eigene Art überführen wollen!

T E Kinsey schickt seine Heldinnen Lady Hardcastle und ihre Zofe Florence mit "Lady Hardcastle und das tödliche Autorennen" nun zum dritten Mal ins Rennen. Und auch diesmal hat mich die Geschichte voll überzeugt. Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und wandelt durch die herrlich beschriebene Landschaft. Diesen Landsitz würde ich gern einmal selbst besuchen! Die Handlung überzeugt wieder durch Spannung, die durch mehrere Handlungsstränge und viele überraschende Wendungen überzeugt. Immer wieder hat man neue Verdächtige, bis man letztendlich niemandem mehr traut. Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind sehr gut zu verfolgen, fließen zum Schluß gekonnt zu einem sinnvollen Ganzen zusammen und ergeben Sinn. Der Schreibstil ist so gewählt, daß er in das Jahr 1909 passt. Trotzdem wirkt der Text zugänglich, locker und leicht lesbar, so daß man nur so durch die Seiten fliegt. Wohltuend auf ihren Stand nichts gebend sind Lady Hardcastle und Florence. Sie sind trotz Standesunterschied Freunde auf Augenhöhe, geben nichts auf die Meinung anderer dazu und kommen damit nicht überall gut an. Doch sie wissen gut damit umzugehen, wirken dadurch einfach sympathisch und haben mein Herz erobert. Ich kann es schon jetzt kaum erwarten, bis es wieder auf Ermittlungstour mit den beiden wunderbaren Damen geht!

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