Die Geschichte regt zum Nachdenken an
Ruf der WellenAm Neujahrstag 1855 bricht über Borkum eine fürchterliche Sturmflut herein. Die Bewohner der Insel drängen sich Schutz suchend in den Leuchtturm. Darunter auch Grete und ihre Kinder. Die Männer der Insel ...
Am Neujahrstag 1855 bricht über Borkum eine fürchterliche Sturmflut herein. Die Bewohner der Insel drängen sich Schutz suchend in den Leuchtturm. Darunter auch Grete und ihre Kinder. Die Männer der Insel versuchen, den Deich zu erhalten, sonst wird Borkum von der tosenden See vernichtet. Doch sie bemühen sich vergeblich. Grete wird für sich und ihre Familie kämpfen müssen, denn ein hartes Leben steht ihnen bevor.
Im Jahr 2025 schreibt die Geologin Helen an ihrer Doktorarbeit über die Wanderung der ostfriesischen Inseln. Dafür reist sie nach Borkum. Bei der stürmischen Überfahrt lernt sie Julia kennen. Die Frauen werden schnell gute Freundinnen und Julia zeigt Helen die schönsten Punkte der Insel. Von Julias Bruder Carl erfährt sie nach und nach die Geschichte seiner Familie und Helen erkennt, was es wirklich heißt, auf Borkum zu leben.
Anna Jessens Roman "Ruf der Wellen" ist der Auftakt einer neuen Familiensaga. Gleichzeitig ist dieser Roman eine Chronik der Nordseeinsel Borkum. Man erfährt viel über das Leben der Inselbewohner in den Jahren ab 1855. Die Abhängigkeit von den Gezeiten und vom Wetter war damals beängstigend und ist heute noch fast genauso. Eine zweite Geschichte beschreibt, wie die Menschen auf Borkum in der heutigen Zeit mit dem Klimawandel fertig werden müssen. Sie sehen die Gefahr für die Inseln, können aber nichts dagegen tun. Sie müssen damit leben, daß einige kleine Inseln bald ganz verschwinden werden. Anna Jessen führt das den Lesern sehr eindringlich vor Augen und bringt sie damit zum nachdenken. Man kann erahnen, daß beide Geschichten miteinander verbunden sind. Das erhöht nochmal die Neugierde auf den zweiten Teil!