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Veröffentlicht am 15.09.2016

Portugiesisches Erbe

Portugiesisches Erbe
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Inhalt:
Henrik Falkner tritt das Erbe seines kürzlich in Portugal verstorbenen Onkels an, von dem er nur wusste das seine konservative Familie ihn ausgestoßen hatte und zu dem er deshalb auch nie Kontakt ...

Inhalt:
Henrik Falkner tritt das Erbe seines kürzlich in Portugal verstorbenen Onkels an, von dem er nur wusste das seine konservative Familie ihn ausgestoßen hatte und zu dem er deshalb auch nie Kontakt hatte, aber dieser Onkel schien einiges von ihm zu wissen, das er Ablenkung braucht, nach dem Tod seiner Frau und seinem daraus resultierenden Ausscheiden aus dem Polizeidienst.
Zu dem Erbe gibt es eine Bedingung, Henrik muss das Haus und alles was darin ist behalten.
Als Henrik in Lissabon eintrifft stößt er auf Ablehnung und Misstrauen von Seiten der Hausbewohner und der Mitarbeiterin die das Antiquariat des Onkels weiterführt und er entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Immer im Zweifel ob er das Erbe antreten soll oder nicht, stößt er auf Spuren die auf ein Verbrechen hinweisen, ein Verbrechen das Onkel Martin aufdecken wollte. Henriks Polizistenseele erwacht und er macht sich auf die Suche nach weiteren Hinweisen, die irgendwo im Antiquariat versteckt sein müssen.

Meine Meinung:
Mein erster Portugal Krimi, angezogen durch das ansprechende Cover und den Klappentext habe ich mich mal rangewagt und im Endeffekt habe ich mich auch gut unterhalten gefühlt. Der Autor Luis Sellano, versteht es mit Worten umzugehen und entführt seine Leser in die Altstadt von Lissabon durch seine ausführlichen Beschreibungen konnte ich mir die Umgebung, in der das Buch spielt gut vorstellen ohne jemals dort gewesen zu sein. Manchmal war das aber auch zu viel des Guten, so das ich das eine oder andere Mal versucht war einfach ein kleines bisschen vorzublättern, das habe ich mir allerdings verkniffen, denn vielleicht hätte ich dann übersehen wie Henrik ein wichtiges Puzzleteil findet, das zur Lösung des Geheimnisses um sein Erbe führt. Stück für Stück setzt sich dieses Puzzle zusammen und enthüllt ein grausames Verbrechen das vor Jahrzehnten vertuscht wurde.
Beim Lesen des Klappentextes dachte ich zugegebenermaßen eher an Kunstdiebstahl und war dementsprechend überrascht, als ich herausfand um was es wirklich geht.
Zu den Protagonisten: Normalerweise mag ich es nicht, wenn die Ermittler ein allzu großes privates Problem mit sich tragen, etwas an dem sie fast zerbrechen, in diesem Fall scheint es mir aber notwendig, Henriks Geschichte erfahren zu haben, sie ließ mich verstehen warum er den Polizeidienst in Deutschland verlassen hatte und da es sich um den ersten Fall Henrik Falkners handelt, ist es sicher nicht verkehrt ihn genauer zu kennen. Die anderen Protagonisten kommen noch etwas kurz, ich hätte gern noch mehr über die Hausbewohner erfahren, aber ich vermute das das im nächsten Buch der Fall sein wird, schließlich weiß man nie was zwischen alten Büchern, Kunst und Krempel noch alles versteckt ist.
Mein Fazit: Das Buch ist auf der einen Seite sehr spannend, ich musste unbedingt wissen was es mit dem Erbe und den Hinweisen auf sich hat und war von der Auflösung und dem begangenen Verbrechen ziemlich überrascht auf der anderen Seite war es für meinen Geschmack stellenweise etwas langatmig. Ein Widerspruch in sich? Mag sein, aber manchmal passiert auch das.

Ich kann auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden, dort findet ihr auch ein Lesenswertes Special. Henrik Falkner zeigt euch sein Lissabon und mit einem Klick seid ihr schon da.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wild Cards die erste Generation

Wild Cards. Die erste Generation 01 - Vier Asse
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Inhalt: Der Wild Cards Virus wird kurz nach dem zweiten Weltkrieg von einem verrückten Wissenschaftler freigelassen und bewirkt bei den befallenen Menschen eine mehr oder weniger schreckliche Veränderung, ...

Inhalt: Der Wild Cards Virus wird kurz nach dem zweiten Weltkrieg von einem verrückten Wissenschaftler freigelassen und bewirkt bei den befallenen Menschen eine mehr oder weniger schreckliche Veränderung, sie mutieren entweder zu Assen, die teils enorme Fähigkeiten entwickeln oder zu Jokern, die mit abnormen körperlichen Veränderungen zu leben haben.
Sie alle erinnern an Superhelden und die Menschheit muss lernen mit ihnen zu leben.

Meine Meinung: Das Buch beginnt mit der Entstehungsgeschichte der Wild Cards Stories, es wird erzählt wie George R. Martin mit Schriftstellerkollegen zusammen Rollenspiele spielte und dies immer mehr Zeit in Anspruch nahm, so das sie sich entscheiden mussten: Spiel oder Karriere und dann zu dem Schluss kamen beides miteinander zu verbinden und ihre Charaktere zum Leben zu erwecken. Zwar ist es ganz interessant einmal zu erfahren warum ein Buch entsteht, aber dieser Teil hätte deutlich kürzer ausfallen dürfen.
Das eigentliche Buch beginnt mit dem Anfang der Wild Cards, wie kam das Virus auf die Erde und wie kam es in die Hände des Irren Wissenschaftlers.
Überhaupt wird im Buch viel auf die Entwicklung der Einzelnen Charaktere eingegangen, das ist manchmal etwas langatmig und hätte für meinen Geschmack auch etwas gestrafft werden können.
Ich habe die anderen Wild Cards Bücher noch nicht gelesen, ich weiß nicht ob man diesen Band vor den anderen lesen sollte oder ob er an die anderen anschließt.
Wenn es dann um die Fähigkeiten und Aufgaben der Asse geht, wird es wieder interessant, Stellenweise mochte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich gebe für Fans der Reihe auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Liminale Personae von Allessandra Rees

Liminale Personae
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Inhalt:
Überlebende einer Zombieepedemie haben sich auf einer Insel abgeschottet, sie leben in einer Gemeinschaft die regiert wird von den Gesichtslosen, einer 6 köpfigen Gruppe, die unterstützt von Wächtern, ...

Inhalt:
Überlebende einer Zombieepedemie haben sich auf einer Insel abgeschottet, sie leben in einer Gemeinschaft die regiert wird von den Gesichtslosen, einer 6 köpfigen Gruppe, die unterstützt von Wächtern, das Leben der Stadtbewohner bestimmt.
Ihr Wort ist Gesetz und wer gegen das Gesetz verstößt oder die Regeln in Frage stellt wird bestraft, so wie Nihile, die nach einer Demonstration aus der Stadt verbannt wird. Nackt und Schutzlos soll sie sich im Klaren darüber werden ob die Regeln und Bevormundungen wirklich so unnötig sind, ob die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen wirklich höher bewertet werden darf, als das Wohl der Allgemeinheit. Erst wenn sie glaubhaft machen kann, das sie ehrlich und aufrichtig an das Konzept der Stadt glaubt, darf sie zurückkehren.
Sie trifft auf Liv und Milos, die ebenfalls verbannt wurden und stellt fest: Sie sind nicht allein auf der Insel und die Anderen haben eine ganz eigene Ideologie entwickelt.
Meine Meinung: Das Buch ist mit gerade mal 108 Seiten leider sehr dünn, was allerdings dem Lesevergnügen keinesfalls geschadet hat. Wer allerdings erwartet, auf Zombies zu treffen, der wird eher enttäuscht werden, der Titel verrät, mehr als der Klappentext, das es sich doch eher um ein Buch vom Erwachsenwerden handelt, eine Person auf der Schwelle, (ich musste allerdings auch erst mal googeln was Liminale eigentlich bedeutet). Die Hauptperson Nihile ist unzufrieden mit ihrem Leben, sie würde lieber etwas künstlerisches machen, etwas kreatives, sie hat die selben Träume wie sie Teenager auf der ganzen Welt haben und fühlt sich eingeengt und bevormundet, dabei weiß sie doch aus alten Büchern das die Welt doch ganz anders aussehen könnte, freier und unbeschwerter nur wird ihr das nicht gestattet, sie muss Kinder hüten alternativ hätte sie auch die Aborte reinigen oder Feldarbeit verrichten können, nichts was sich ein Teenager erträumt.
Nur langsam begreift sie wie wichtig Regeln im Zusammenleben sind und wie wichtig es ist um welche Art Regeln es sich handelt um ein sicheres und reibungsloses Zusammenleben zu gewährleisten.
Ich habe eigentlich schon zu viel verraten, darum sage ich jetzt nichts mehr über die Anderen und darüber was Nihile, Liv und Milos außerhalb der Stadt erleben.
Das Buch ist absolut lesenswert, die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hätte ehrlich nicht erwartet in einem Buch das in Zusammenhang mit einer Zombieepedemie spielt, eine so tiefgründige Botschaft zu finden. Welche? Das müsst ihr schon selber herausfinden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mein Name ist Leon

Mein Name ist Leon
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Inhalt: Als die allein erziehende Carol völlig überfordert vom Leben und der Erziehung ihrer Kinder Leon und Jake ihr Bett nicht mehr verlässt, übernimmt der 9 jährige Leon die Versorgung des Haushaltes ...

Inhalt: Als die allein erziehende Carol völlig überfordert vom Leben und der Erziehung ihrer Kinder Leon und Jake ihr Bett nicht mehr verlässt, übernimmt der 9 jährige Leon die Versorgung des Haushaltes und seines kleinen Bruders. Das geht so lange gut, bis er kein Geld mehr für Lebensmittel hat und eine Nachbarin um Hilfe bittet und diese das Jugendamt einschaltet. Leon und Jake kommen zu Maureen in Pflege und alles scheint gut zu werden bis Jake adoptiert wird und Leon allein bei seiner Pflegemutter zurückbleibt. Als auch Maureen krank wird und Leon bei ihrer Schwester unterkommt, lernt er auf seinen Streifzügen Tuffty kennen der einen Schrebergarten besitzt und ihn in die Geheimnisse des Gärtnerns einweiht.

Meine Meinung: Kit de Waal, zeichnet ein recht realistisches Bild vom Leben des kleinen Leon, der sich abmüht damit er zusammen mit seinem kleinen Bruder bei der Mutter bleiben kann und dem es sehr schwer fällt die Verantwortung für das Baby abzugeben. Als Jake adoptiert wird, wird Leon wohl das erste Mal bewusst, das er in einer Welt lebt in der ein Unterschied gemacht wird zwischen schwarz und weiß, denn im Gegensatz zu seinem Bruder ist Leon farbig und hat somit keine Chance ebenfalls adoptiert zu werden. Aber das will er auch gar nicht, er will gemeinsam mit Jake zurück zu seiner Mutter.
Es sind die leisen Töne die dieses Buch ausmachen, die Autorin verzichtet, darauf jemanden anzuprangern, weder die Mutter noch das britische Sozialsystem werden in irgendeiner Form schlecht gemacht im Gegenteil ich konnte mich gut in die psychisch labile Carol hineinversetzen die trotz aller Schwierigkeiten ihre Kinder über alles liebt und sie deswegen aufgibt und die Bemühungen der Jugendamtsmitarbeiter den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden sind deutlich spürbar auch wenn es ihnen nicht immer gelingt.
Und Maureen? Maureen ist die Pflegemutter die man jedem Kind das nicht bei seinen Eltern bleiben kann wünscht, mit einer schier unerschöpflichen Liebe und Weisheit, dem instinktiven Wissen darum was Kinder brauchen, gibt sie Leon den Halt den er braucht und die Hoffnung auf eine Zukunft in der sicher nicht alles so ist wie er es sich wünscht aber so wie es für alle das Beste ist.
Man muss schon genau hinhören um alle leisen Töne Kit de Waals auch zu hören, das macht es an manchen Stellen klein wenig schwierig die Kritik die die Autorin ausspricht auch zu verstehen, sie vermittelt ihre Botschaft in Bildern die erst im Nachklang verständlich werden.
In dem Buch werden auch die Rassenunruhen im Sommer 1981 angesprochen, Unruhen die ausgelöst durch die Verhaftung eines farbigen Jugendlichen eine Welle der Gewalt nach sich zogen und England in einen Schockzustand versetzten. Dieser Aspekt kam mir definitiv zu kurz, denn es wird kaum noch jemand in Erinnerung haben was damals geschah.
Ich vergebe gern eine absolute Leseempfehlung, für dieses sehr berührende Buch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Monsterseelen

Monsterseelen: Morgen seid ihr alle tot.
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Inhalt: Zwei Spezies kämpfen um die Weltherrschaft und die Menschheit steht dazwischen. Mehr verrate ich nicht zum Inhalt, ich habe echt Angst euch die Spannung zu nehmen.
Meine Meinung:
Ich bin ein klein ...

Inhalt: Zwei Spezies kämpfen um die Weltherrschaft und die Menschheit steht dazwischen. Mehr verrate ich nicht zum Inhalt, ich habe echt Angst euch die Spannung zu nehmen.
Meine Meinung:
Ich bin ein klein wenig zwiegespalten, mir gefiel das Buch, die Story ist toll, die Idee für mein Empfinden wirklich neu, ich habe etwas in der Art noch nicht gelesen. Der Schreibstil, die Wortwahl der einzelnen Kapitel, alles ganz toll, nur das ich mir beim Lesen die Kapitel selber in die richtige Reihenfolge rücken musste war ein bisschen anstrengend, vielleicht hätten mir Datumsangaben dabei geholfen, na ja nicht nur vielleicht, sondern bestimmt sogar. Die Handlungen der Protagonisten schienen im Moment des Lesens manchmal etwas unverständlich, zwischendurch hatte ich das Gefühl, dieses Buch nie zu verstehen, nie genau zu wissen was eigentlich vor sich geht und wer welche Ziele hat. Zum Glück fügt sich alles am Ende und mir ging ein Licht auf.
Als Warnung muss ich noch schreiben, das in dem Buch Folterszenen beschrieben werden die dem einen oder anderen den Magen umdrehen könnten, also auf keinen Fall lesen wenn euch beim Anblick eines überfahrenen Hasen schon übel wird.
Geduldigen und hartgesottenden Lesern, die mal ein etwas anderes Buch lesen wollen, kann ich das Buch nur empfehlen.