Cover-Bild Mein Name ist Leon

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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 30.05.2016
  • ISBN: 9783499272301
Kit de Waal

Mein Name ist Leon

Katharina Naumann (Übersetzer)

Leon ist neun und ziemlich dunkelhäutig, sein Halbbruder Jake dagegen ganz blond und erst sechs Monate alt. Als ihre Mutter Carol mal wieder richtig Pech mit einem Kerl hat, bleibt sie einfach im Bett liegen. Und Leon muss sich um Jake kümmern, ihn wickeln, etwas zu Essen besorgen. Das fliegt natürlich irgendwann auf, das Sozialamt schaltet sich ein. Es bringt die beiden Jungs erst einmal bei Pflegemutter Maureen unter: übergewichtig, rothaarig, etwas nah am Wasser gebaut - man muss sie schon ein bisschen kennenlernen, um zu merken, was für ein riesengroßes Herz Maureen hat. Bald findet sich auch eine richtige Adoptivfamilie. Allerdings nur für Jake, denn der ist ja klein und blond. Leon weiß nicht mehr ein und aus vor Schmerz. Und er fasst einen Plan. Einen gefährlichen Plan, in diesem heißen Londoner Sommer 1981 …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2017

Leon hat mich in seine Kindheit mitgenommen

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Mein Name ist Leon von Kit de Waal

Die Geschichte spielt in Großbritannien um das Jahr 1980. Leon ist ein (zunächst) neunjähriger, dunkelhäutiger Junge, der mit seinem Halbbruder Jake bei seiner Mutter ...

Mein Name ist Leon von Kit de Waal

Die Geschichte spielt in Großbritannien um das Jahr 1980. Leon ist ein (zunächst) neunjähriger, dunkelhäutiger Junge, der mit seinem Halbbruder Jake bei seiner Mutter Carol lebt. Seine Mutter schafft es aufgrund körperlicher und psychischer Probleme nicht, sich um die beiden Jungen zu kümmern und vernachlässigt sie mehr und mehr.
Leon übernimmt eine liebevolle Bruder-Rolle und versucht, die Verhältnisse zu verheimlichen und hilft so gut er es eben kann.
Doch alles kommt anders, als eines Tages die Behörden auf die Familie aufmerksam werden...

Kit de Waal hat viele Jahre als Anwältin für Familienrecht gearbeitet und selbst zwei Kinder adoptiert. Diese Erfahrungen setzt sie in ihrem Roman glaubwürdig um. Zudem gibt es noch eine weitere Ebene in diesem Buch: den Rassismus insbesondere gegenüber dunkelhäutigen Immigranten. Auch dieser Aspekt findet sich in der Biographie der Familie der Autorin.

Ich habe mich anfang schwer getan mit der Erzählweise und der Handlung. Nach und nach habe ich aber immer mehr mitgefühlt mit Leon und konnte mich auch wieder richtig erinnern, wie ich selbst als Kind Dinge wahrgenommen habe.
Die Sprache ist recht einfach und man benötigt eben Einfühlungsvermögen in die Gedanken eines Kindes, um Freude an diesem Buch zu haben. Die Darstellung des Unterschieds zwischen der (Erwachsenen-)Realität und dem Empfinden und Erleben eines Kindes ist faszinierend.

Interessant ist auch, wie ganz nebenbei historische Aspekte einfließen, wie etwa die Hochzeit im Königshaus oder die irischen Unruhen.

Mein Fazit:
Wer mal wieder die Welt durch die Augen eines Kindes sehen möchte und nicht davor zurück schreckt, dass diese Kindheit keine guten Voraussetzungen mitbringt, findet hier ein dramatisches Buch, das einen aber auch immer wieder zum Lächeln bringt.






Veröffentlicht am 15.09.2016

Mein Name ist Leon

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Inhalt: Als die allein erziehende Carol völlig überfordert vom Leben und der Erziehung ihrer Kinder Leon und Jake ihr Bett nicht mehr verlässt, übernimmt der 9 jährige Leon die Versorgung des Haushaltes ...

Inhalt: Als die allein erziehende Carol völlig überfordert vom Leben und der Erziehung ihrer Kinder Leon und Jake ihr Bett nicht mehr verlässt, übernimmt der 9 jährige Leon die Versorgung des Haushaltes und seines kleinen Bruders. Das geht so lange gut, bis er kein Geld mehr für Lebensmittel hat und eine Nachbarin um Hilfe bittet und diese das Jugendamt einschaltet. Leon und Jake kommen zu Maureen in Pflege und alles scheint gut zu werden bis Jake adoptiert wird und Leon allein bei seiner Pflegemutter zurückbleibt. Als auch Maureen krank wird und Leon bei ihrer Schwester unterkommt, lernt er auf seinen Streifzügen Tuffty kennen der einen Schrebergarten besitzt und ihn in die Geheimnisse des Gärtnerns einweiht.

Meine Meinung: Kit de Waal, zeichnet ein recht realistisches Bild vom Leben des kleinen Leon, der sich abmüht damit er zusammen mit seinem kleinen Bruder bei der Mutter bleiben kann und dem es sehr schwer fällt die Verantwortung für das Baby abzugeben. Als Jake adoptiert wird, wird Leon wohl das erste Mal bewusst, das er in einer Welt lebt in der ein Unterschied gemacht wird zwischen schwarz und weiß, denn im Gegensatz zu seinem Bruder ist Leon farbig und hat somit keine Chance ebenfalls adoptiert zu werden. Aber das will er auch gar nicht, er will gemeinsam mit Jake zurück zu seiner Mutter.
Es sind die leisen Töne die dieses Buch ausmachen, die Autorin verzichtet, darauf jemanden anzuprangern, weder die Mutter noch das britische Sozialsystem werden in irgendeiner Form schlecht gemacht im Gegenteil ich konnte mich gut in die psychisch labile Carol hineinversetzen die trotz aller Schwierigkeiten ihre Kinder über alles liebt und sie deswegen aufgibt und die Bemühungen der Jugendamtsmitarbeiter den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden sind deutlich spürbar auch wenn es ihnen nicht immer gelingt.
Und Maureen? Maureen ist die Pflegemutter die man jedem Kind das nicht bei seinen Eltern bleiben kann wünscht, mit einer schier unerschöpflichen Liebe und Weisheit, dem instinktiven Wissen darum was Kinder brauchen, gibt sie Leon den Halt den er braucht und die Hoffnung auf eine Zukunft in der sicher nicht alles so ist wie er es sich wünscht aber so wie es für alle das Beste ist.
Man muss schon genau hinhören um alle leisen Töne Kit de Waals auch zu hören, das macht es an manchen Stellen klein wenig schwierig die Kritik die die Autorin ausspricht auch zu verstehen, sie vermittelt ihre Botschaft in Bildern die erst im Nachklang verständlich werden.
In dem Buch werden auch die Rassenunruhen im Sommer 1981 angesprochen, Unruhen die ausgelöst durch die Verhaftung eines farbigen Jugendlichen eine Welle der Gewalt nach sich zogen und England in einen Schockzustand versetzten. Dieser Aspekt kam mir definitiv zu kurz, denn es wird kaum noch jemand in Erinnerung haben was damals geschah.
Ich vergebe gern eine absolute Leseempfehlung, für dieses sehr berührende Buch.