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Veröffentlicht am 08.05.2026

Splitterschreie

Splitterschreie
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Ich kenne schon einige Bücher des Autors Roman Klementovic und die meisten davon konnten mich auch überzeugen, aus dem Grund habe ich mich sehr gefreut endlich wieder etwas neues von ihm lesen zu dürfen.
In ...

Ich kenne schon einige Bücher des Autors Roman Klementovic und die meisten davon konnten mich auch überzeugen, aus dem Grund habe ich mich sehr gefreut endlich wieder etwas neues von ihm lesen zu dürfen.
In "Versagt" dem ersten Kurzkrimi in diesem Band treffen wir wieder auf Kommissar Mück, für den ich in dem Thriller "Verspielt"von 2017 hoffte das er seinen emotionalen Ballast abwerfen kann, so ganz hat er es nicht geschafft. Mück fühlt sich als Versager, die Knie machen nicht mehr mit, die Kondition ist eher schlecht und sein Privatleben, na ja schweigen wir lieber darüber. Im Moment ist die Bevölkerung in Unruhe ein Serientäter macht die Stadt unsicher, er dingt in die Häuser ein, überwältigt die Bewohner und bleibt über Stunden im Haus. Und bisher gibt es keine Spuren die auf die Identität des "Donaustadt-Casanovas" hindeuten. Mück gehen die Ideen aus und er streift durch die Stadt in der Hoffnung auf Hinweise, vergeblich bis er einen verdächtigen Mann beobachtet der vor ihm flieht. Kann Mück den "Donaustadt-Casanovas" endlich dingfest machen?

Der zweite Kurzkimi ist: Wenn die Nacht ertrinkt” in der die Investigativ Journalistin Alma Toth einer Spur aus einem nie aufgeklärten Mordfall nachgeht. Vor Jahren wurde im Nachbarhaus von Romy und Mark eine junge Frau brutal ermordet. Klementovic wechselt in dieser Story immer mal wieder zu dem was in der Vergangenheit geschehen ist, zu den Gegenwärtigen Ereignissen. Wir erfahren wie unglücklich Romy schon zur Zeit des Mordes in ihrer Ehe und in ihrem drögen, anstrengenden Job im Supermarkt war. Das hat sich in all den Jahren seit dem Mord nicht geändert, Romy und Mark leben nebeneinander her, von ihrem Sohn hört sie nur sporadisch. Alma verspricht sich einen Karriereschub von der Aufklärung des Mordes. Nach und nach enthüllt Klementovic was genau damals geschah und welch weitreichende Folgen das für die Gegenwart hat.

“Wenn der Nebel brennt” Julia ist allein zuhause als Fremde eindringen, zunächst glaubt sie das ihre Eltern von einer Feier zukamen doch auch wenn die Stimmen denen der Eltern gleichen, es sind Fremde für Julia, die aus ihr unverständlichen Gründen behaupten die Eltern zu sein. Für Julia beginnt eine Nacht voller Angst und Schrecken mit einem wirklich überraschenden Ende.

"Wenn die Stille schreit" habe ich schon 2021 gelesen und rezensiert, diese Story hat nichts von ihrer Faszination verloren:

Während zwei entflohene Mörder die Gegend unsicher machen, fegt ein gewaltiger Schneesturm über das Land. Der Strom ist ausgefallen, viele Straßen sind nicht mehr passierbar. Tim erreicht erst kurz vor Mitternacht das abgelegene Landhaus, in dem er mit seiner Frau Natalie wohnt. Doch von dieser fehlt jede Spur. Dabei hat sie eben noch am Telefon beteuert, wach bleiben und auf ihn warten zu wollen. In völliger Dunkelheit begibt Tim sich auf die Suche nach ihr. Und macht bald eine verstörende Entdeckung.



Klingt der Klappentext nicht großartig? Jeder Krimi und Thrillerfan, kriegt da dieses Kribbeln in den Fingern, das ihn zum Buch greifen lässt, um es in einer Nacht durchzulesen. Na gut, es ist eine Kurzgeschichte, da braucht man keine ganze Nacht, es genügt höchstens eine Stunde, aber diese Stunde hat es dann in sich.

Tim ist ein sehr sympathischer Mann, der alles daran setzt während eines üblen Schneesturms nach Hause zu seiner schwangeren Frau Nathalie zu kommen, als er es endlich geschafft hat, kann er sie nicht finden. Auf seiner Suche nach ihr, schafft er es zum Haus seiner Nichte, doch dort trifft er auf Fremde, sind das die zwei entflohenen Mörder?

Mit Splitterschreie beweist Roman Klementovic einmal mehr, wie viel Spannung er auch auf engem Raum erzeugen kann. Die vier Kurzkrimis sind unterschiedlich angelegt, greifen teils ernste und düstere Themen auf und leben vor allem von der dichten Atmosphäre, den glaubwürdigen Figuren und den überraschenden Wendungen. Besonders gelungen ist dabei, dass jede Geschichte ihren eigenen Ton hat und trotzdem klar die Handschrift des Autors trägt. Für mich ist dieser Band ein intensives, kurzweiliges Leseerlebnis, das deutlich macht, dass Klementovic sehr überzeugend erzählen kann.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Der andere Arthur

Der andere Arthur
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Arthur Opp lebt zurückgezogen in seinem New Yorker Stadthaus. Der ehemalige Professor hat kaum noch Kontakt zur Außenwelt; nur Lieferdienste klingeln täglich an seiner Tür. Sein Haus verlässt er lediglich, ...

Arthur Opp lebt zurückgezogen in seinem New Yorker Stadthaus. Der ehemalige Professor hat kaum noch Kontakt zur Außenwelt; nur Lieferdienste klingeln täglich an seiner Tür. Sein Haus verlässt er lediglich, um den Müll hinauszustellen. Sein früheres Leben endete, als er beschuldigt wurde, ein Verhältnis mit seiner Studentin Charlene gehabt zu haben. Arthur betritt die Universität nie wieder.
Der Kontakt zu Charlene reißt dennoch nicht sofort ab. Über Jahre hinweg stehen sie in Briefkontakt. Arthur schildert darin Begegnungen, einen Alltag, ein Leben außerhalb seiner vier Wände. Doch nichts davon ist wahr. Er verschweigt, dass er stark übergewichtig ist, dass er vereinsamt und dass er zunehmend die Kontrolle über sein Leben verliert. Die Scham ist zu groß. Als auch der Briefkontakt schließlich abbricht, versinkt Arthur vollends in Isolation.

Bevor es zu einem Treffen zwischen Arthur und Kel kommt, geraten beide Leben noch einmal in Bewegung. Ein Anruf von Charlene rüttelt Arthur auf. Er fasst den Entschluss, etwas zu verändern, engagiert eine Reinigungskraft und versucht, wieder Ordnung in sein Leben zu bringen. Yolanda, eine junge schwangere Frau, begegnet ihm offen, freundlich und ohne Vorurteile. Sie räumt nicht nur sein Haus auf, sondern erreicht auch etwas, das Arthur längst für unmöglich gehalten hat: Er verlässt wieder sein Zuhause.

Parallel dazu kämpft der siebzehnjährige Kel in Brooklyn um ein Sportstipendium, das ihm den Ausweg aus Armut und der Verantwortung für seine kranke Mutter ermöglichen soll. Sie trinkt zu viel, und Kel schwankt zwischen Fürsorge, Wut und Schuldgefühlen. Er will Baseballprofi werden, um sich und ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Von seinem Vater weiß er nur, dass er Mets-Fan war und die Familie verließ, als Kel noch klein war. Ein Zettel an der Tür seiner Mutter mit der Aufschrift „Komm nicht rein. Ruf die Polizei.“ und ein Brief, der alles verändert, markieren Wendepunkte in seinem Leben.

Liz Moore erzählt diese Geschichte ohne Pathos. Mit schlichten, schnörkellosen Worten entstehen eindringliche Bilder. Besonders die Passagen aus Arthurs Perspektive haben mir sehr gefallen, sie wirken für mich authentischer als Kels jugendliche Sicht, die mir altersbedingt etwas ferner bleibt. Der Roman thematisiert Einsamkeit, Schuld und Fürsorge und zeigt, wie Menschen durch kleine Gesten und leise Begegnungen wachsen können.



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Veröffentlicht am 07.10.2025

Zwei Leben

Zwei Leben: Das Versprechen
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Ich kannte bereits den Vorgängerroman: Zwei Leben: Hinter dem Schweigen, der mich tief beeindruckt hat, allerdings kann man die beiden Bücher absolut unabhängig voneinander lesen. Mit zwei Leben: Das Versprechen ...

Ich kannte bereits den Vorgängerroman: Zwei Leben: Hinter dem Schweigen, der mich tief beeindruckt hat, allerdings kann man die beiden Bücher absolut unabhängig voneinander lesen. Mit zwei Leben: Das Versprechen gelingt Astrid Korten nun eine noch intensivere und eindringliche Erzählung, die mich sehr berührt hat.
Astrid Kortens Roman erzählt auf eindrucksvolle Weise zwei miteinander verwobene Geschichten. Im Jahr 2014 begegnet Juna, erschöpft von einem Burn-out, dem älteren Vincent Molen. Sie will die Zeit die sie zur Erholung braucht sinnvoll nutzen bevor sie zurück in den Beruf geht, und arbeitet als ehrenamtlicher Buddy. Nach und nach entwickelt sich zwischen dem alten Mann und Juna eine ganz besondere Beziehung und er öffnet sich Während Juna ihm zuhört, entfaltet sich Stück für Stück Vincents Leben, das von Mut, Verlust und einer großen Liebe geprägt ist.

Die zweite Erzählung führt in das Jahr 1942 nach Antwerpen, wo Vincent als junger Mann die Liebe zu Esther findet und sich mit den dunklen Zeiten der Besatzung und dem Grauen von Auschwitz konfrontiert sieht.Die Beiden lernen sich in einer Diamantschleiferei kennen in der Esther in der Buchhaltung arbeitet. Die Stadt ist von den Deutschen besetzt und Esther leidet als Jüdin unter den Repressalien der Besatzer, weg kann sie nicht, da sie ihre kranke Mutter und ihre Großmutter nicht allein lassen will, auch wenn nach und nach immer mehr Nachbarn und Freunde deportiert werden. Vincent ist im Widerstand und versucht alles um Esther in die er längst verliebt ist zu schützen.

In der Gegenwart versucht Juna, mit der Hilfe von Florent einem Nachbarn Vincents, mehr über Vincent und seine große Liebe Esther herauszufinden (fun fact, Florent hat eine Katze die er an der Leine spazieren führt, da sie sonst abenteuerlustig wie sie ist abhauen würde und er hängt doch sehr an dem Tier, damit hatte Florent mein Herz auf jeden Fall schon mal gewonnen).

Ich mag die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart in der die Geschichte erzählt wird, sie sind flüssig und tragen dazu bei, die emotionale Tiefe der Geschichte spürbar zu machen.

Ein besonderer Aspekt ist, dass in dieser Geschichte auch ein Teil der eigenen Familienvergangenheit von Astrid Korten verarbeitet ist, was der Erzählung eine zusätzliche Authentizität und Tiefe verleiht. Das darin zentrale Versprechen, ich wusste schon aus dem Klappentext, wurde dabei nicht aus Eigennutz oder Feigheit gebrochen, sondern aus dem aufrichtigen Willen heraus, etwas Gutes zu tun, getragen von Liebe und Verantwortung.

Die stille Kraft seiner Erzählweise macht das Buch zu etwas ganz besonderem. Ohne übermäßige Dramatik oder Pathos gelingt es der Autorin, mit viel Feingefühl historische und persönliche Schicksale lebendig werden zu lassen. "Zwei Leben: Das Versprechen" ist eine berührende Geschichte über die Kraft von Erinnerungen und das Versprechen, das über Generationen hinweg trägt.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

We burn daylight

We Burn Daylight
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Bret Anthony Johnston nimmt uns in We Burn Daylight mit nach Texas, ins Jahr 1993 – und damit mitten hinein in die beklemmende Atmosphäre rund um die Ereignisse von Waco. Der Roman orientiert sich eng ...

Bret Anthony Johnston nimmt uns in We Burn Daylight mit nach Texas, ins Jahr 1993 – und damit mitten hinein in die beklemmende Atmosphäre rund um die Ereignisse von Waco. Der Roman orientiert sich eng an den historischen Geschehnissen, bleibt durch seine fiktiven Figuren Lamb, Jaye und Roy jedoch eigenständig und überraschend persönlich.

Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen Roy und Jaye. Roy ist der jüngste Sohn des Sheriffs Elias „Eli“ Moreland, der in Kontakt mit dem FBI steht. Die US-Behörden beobachten bereits Perry, den charismatischen Sektenführer, im Gegensatz zu seinem Hilfsheriff Sammy, sieht Eli, allerdings keine Gefahr die von Perry ausgehen könnte. Roys Bruder Mason dient in der Army und wird in der Familie schmerzlich vermisst. Das Picking Set, das Mason ihm geschenkt hat, wird zu einem wichtigen Begleiter; mit ihm verfeinert Roy seine Fähigkeiten im Schlösserknacken. Als Sohn des Sheriffs hat er es in der Schule nicht leicht.

Jaye zieht mit ihrer Mutter aus Kalifornien nach Waco. In der Schule war sie eher eine graue Maus – nicht gemobbt, aber auch kaum beachtet.Jaye ist eine sehr kluge junge Frau, die ihre Umgebung und die Menschen um sie herum aufmerksam beobachtet. Ihre Mutter hat den Vater verlassen, um sich Perry (genannt Lamb) und seiner abgelegenen Sekte anzuschließen, sie ist blind vor Bewunderung für den Sektenführer. Die Mitglieder geben ihr altes Leben auf, um Gott näher zu sein. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit Waffenhandel, Reparaturarbeiten und einem Schießstand. Ihr Leben ist einfach, fast schon erbärmlich; sie ernähren sich von dem, was die Farm abwirft, und von abgelaufenen Lebensmitteln, die sie in der Stadt geschenkt bekommen.


Für mich stellt sich immer wieder die Frage, wie unzufrieden oder verzweifelt Menschen sein müssen, um einem Blender wie Perry zu folgen und ihm bedingungslos zu vertrauen. Jaye bleibt skeptisch: Sie misstraut Lamb von Anfang an und hofft, dass ihre Mutter sich besinnt und die Sekte verlässt.


Die Beziehung zwischen Roy und Jaye entwickelt sich leise und glaubwürdig. Ihre Begegnungen wirken wie Lichtblicke in einer zunehmend bedrohlichen Umgebung. Die Liebesgeschichte ist behutsam in die Handlung eingewoben und steht in starkem Kontrast zur Eskalation auf der Farm.


Besonders gelungen sind die Einschübe in Form von Podcast-Transkripten: Zeitzeug*innen berichten darin 30 Jahre später von den damaligen Ereignissen. Diese Passagen verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe und reflektieren die Geschehnisse aus heutiger Sicht. Im Podcast kommen auch Überlebende zu Wort. Die Ereignisse von Waco sind allgemein bekannt, daher verrate ich damit nicht zu viel. Tatsächlich scheinen viele immer noch genauso verblendet wie vor Jahrzehnten.


Johnston schildert die beklemmende Atmosphäre und die Dynamik innerhalb der Gemeinschaft eindringlich, ohne Effekthascherei. Die Figuren sind glaubwürdig und vielschichtig – besonders Jaye und Roy mit ihren Zweifeln und Hoffnungen. Die Handlung bleibt nah an den historischen Ereignissen, nutzt sie aber als Bühne für eine eigene, berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und den Wunsch nach Zugehörigkeit.


Das Ende überraschte mich wirklich – damit hatte ich nicht gerechnet.


Fazit:
Ein ruhiger, eindringlicher Roman, der durch seine Atmosphäre, authentische Figuren und die gelungene Verbindung von Fiktion und Zeitgeschichte überzeugt. Für alle, die psychologisch dichte Romane mit historischem Hintergrund schätzen, eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Mord im Wattenmeer

Mord im Wattenmeer
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chon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, direkt an der Nordsee zu sitzen – Salzluft in der Nase, Möwenrufe im Ohr und das Watt vor Augen. „Mord im Wattenmeer“ ist für mich die perfekte Urlaubslektüre, ...

chon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, direkt an der Nordsee zu sitzen – Salzluft in der Nase, Möwenrufe im Ohr und das Watt vor Augen. „Mord im Wattenmeer“ ist für mich die perfekte Urlaubslektüre, egal ob am Meer oder zu Hause auf dem Sofa, wenn das Fernweh nach der Küste zu groß wird.
Im Mittelpunkt steht Femke Janssen, 28 Jahre jung, die nach dem Abbruch ihrer Polizeiausbildung wegen Rückenproblemen ihren Weg sucht und sich mit einem Job als Reinigungskraft über Wasser hält. Dass sie dabei ausgerechnet in einem der Ferienhäuser eine Frauenleiche entdeckt, bringt nicht nur ihren Spürsinn auf Trab, sondern auch ordentlich Bewegung in ihr Leben.

Femke ist eine Protagonistin, wie ich sie mag: bodenständig, mit einer Schwäche für britische Krimis und einer Neugier, die sie einfach nicht abstellen kann. Sie ist eigentlich die geborene Detektivin – und so lässt sie sich auch von ihrem Exfreund Lasse, der als Polizist am Fall arbeitet, nicht davon abhalten, auf eigene Faust zu ermitteln. Die Dynamik zwischen den beiden hat mir besonders gefallen: Lasse ist zwar offiziell dagegen, dass Femke sich einmischt, nimmt ihre Beobachtungen aber nur zu gern entgegen.


Unterstützt wird Femke von ihrer Vermieterin Grete, einer Polizistenwitwe, die mit viel Herz und einer gewissen Übergriffigkeit versucht, das Privatleben der jungen Frau zu ordnen – inklusive Verkupplungsversuchen mit Lukas, dem neuen Pastor der Gemeinde. Und dann ist da noch der Kriminaltechniker Tim Schermbeck, der ein Auge auf sie geworfen hat, wären da nicht immer noch Femkes Gefühle für Lasse. Liebesgeschichten in Krimis sind normalerweise nicht mein Fall, hier aber hat die Autorin sich damit angenehm zurückgehalten und alles passt einfach gut in die Story und so manches sorgt auch für eine humorvolle Note, die die Handlung gut auflockert.

Der Schreibstil von Daniela Gesing ist angenehm und flüssig, sodass ich das Buch in kürzester Zeit ausgelesen habe. Einziger kleiner Kritikpunkt: Femkes Name wird sehr häufig wiederholt, auch wenn ich als Leserin wusste, dass gerade mit ihr oder von ihr gesprochen wurde.

Für mich ist „Mord im Wattenmeer“ ein gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe, der Lust auf mehr macht. Wer Regionalkrimis mit norddeutschem Flair, sympathische Ermittlerinnen und eine Prise Humor mag, wird mit Femkes erstem Fall bestens unterhalten. Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer an der Nordseeküste!





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