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Veröffentlicht am 13.11.2019

Poppy

Poppy
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Als die sechsjährige Poppy in einer Nacht und Nebelaktion mit ihrer Mutter, zu deren neuen Freund zieht, scheint sie zunächst im Paradies gelandet zu sein. Der freundliche Mann den die Mutter Pick-Up nennt, ...

Als die sechsjährige Poppy in einer Nacht und Nebelaktion mit ihrer Mutter, zu deren neuen Freund zieht, scheint sie zunächst im Paradies gelandet zu sein. Der freundliche Mann den die Mutter Pick-Up nennt, überschüttet sie mit Aufmerksamkeit und Geschenken und für Poppy beginnt die Hölle auf Erden.


Meine Meinung:

Ihr seht, ich habe euch nicht viel vom Inhalt verraten und ich weiß auch gar nicht wie ich meine Meinung zum Buch in Worte fassen soll.

Wer mich kennt, weiß das ich keine Angst vor Thrillern und Horrorromanen habe, je härter, desto besser, meine Grenzen sind da weit gesteckt. Und dann kommt da, dieses kleine Mädchen, das mich an meine Grenzen gebracht hat, weil diese Geschichte eben nicht erfunden ist, sie ist so passiert und sie passiert immer noch, täglich vielleicht sogar in unserer Nachbarschaft.

Ich wollte das kleine Mädchen aus dem Buch holen, sie in den Arm nehmen und beschützen. Diese Gefühle wird jeder normal denkende Mensch haben.

Aber mich hat nicht nur Pick-Up entsetzt, seine Taten sind widerlich und unentschuldbar, aber er ist nicht der alleinige Täter. Ihr engstes Umfeld, allen voran ihre Mutter schaut weg. Was mich so sicher macht, das sie Bescheid weiß:

Poppy erzählt ihre Geschichte, mit ihren Worten und wir erleben mit wie sie leidet und wie sie mehr und mehr erkennt, das etwas absolut nicht stimmt am Verhalten des Stiefvaters und sie erzählt, wie sich ihre Mutter verhält und ihre Verwandtschaft und die Familie Pick Ups, als Leser wird schnell klar, dass sie alle Bescheid wussten. Meiner Meinung nach verschließt ihre Mutter aus Gier die Augen. Zuerst mag es Naivität gewesen sein, sie gehört eher zu den schlichteren Gemütern aus sehr einfachen Verhältnissen, sie kann kaum ihren eigenen Namen schreiben, da habe ich noch ein kleines bisschen Verständnis aufbringen können, dafür das sie sich dem erstbesten der sie aus ihrem Umfeld herausholt in die Arme wirft, dass sie das Geld mit vollen Händen ausgibt, aber schon am ersten Tag hätten alle ihre Alarmglocken schrillen müssen und sie haben geschrillt, da bin ich mir sicher.Und da war es mit meinem Verständnis schnell vorbei und zurück blieb nur Wut und Trauer.

Astrid Korten hat ein aufrüttelndes Buch geschrieben, Poppy die ihr diese Geschichte erzählt hat,steht stellvertretend für alle Kinder dieser Welt, die unter Missbrauch leiden müssen. Und wenn dieses Buch nur einem von Ihnen hilft, weil ein aufmerksamer Nachbar, Freund oder Verwandter den Mut fasst zu helfen, hat es seinen Sinn erfüllt.

Das Cover steht in krassem Gegensatz zum Inhalt und passt doch so gut. Die Mohnblüte, deren Zerbrechlichkeit das kleine Mädchen symbolisiert und die zarten Farben, sind hervorragend gewählt.


Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung, aber das Buch ist wirklich schwer verdaulich.

Veröffentlicht am 10.10.2019

Die Bibliothek der flüsternden Schatten: Der Bücherkrieg

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherkrieg
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Inhalt: Den Freunden Sam, Nusar und Kani haben die Fabelwesen zum Tor des Himmels geführt, dort planen sie ihr weiteres Vorgehen, sie müssen verhindern das die Sahira Layl die Namen der Fabelwesen erneut ...

Inhalt: Den Freunden Sam, Nusar und Kani haben die Fabelwesen zum Tor des Himmels geführt, dort planen sie ihr weiteres Vorgehen, sie müssen verhindern das die Sahira Layl die Namen der Fabelwesen erneut verliest um sie wieder in die Bücher zu sperren. Während sich Sam und Shagyra auf den Weg nach Mythia macht, erfährt Kani von den Thalia wer sie wirklich ist und mehr über ihre Rolle im Bücherkrieg.



Meine Meinung:

Ihr seht schon:



DIE BIBLIOTHEK DER FLÜSTERNDEN SCHATTEN - BÜCHERKRIEG
von
AKRAM EL-BAHAY
kann man nicht allein lesen, es ist zwingend erforderlich auch die beiden Vorgängerbände zu lesen. Das ist bei einer Trilogie auch nicht weiter verwunderlich.
Ich habe also alle drei Teile der Serie gelesen und ich war von jedem der vorigen Bücher begeistert.
In den ersten Bänden führt uns Akram EL- Bahay in viele Geheimnisse der Bücherstadt ein, deren Auflösung allerdings enthielt er seinen Lesern bis zum letzten Band zum größten Teil vor.
Meine Erwartungen waren also hoch. Wird die Auflösung schlüssig sein oder verirrt sich der Autor zwischen den Gängen Paramythias, der Bücherstadt?

Die Bewohner Mythias sind mir sehr ans Herz gewachsen und so bangte ich mit jedem von ihnen, wohl wissend das es in einem Krieg auch Verluste geben wird. Die Trilogie ist sicherlich kein Kinderbuch, auch wenn es keine blutigen Schlachten gibt, sind die spannenden und für die Freunde auch sehr gefährlichen Momente, der finalen Kämpfe nicht zu vergleichen mit Kindermärchen.
Die Botschaft allerdings kann jeder verstehen, so verschieden wir auch sind, wir haben alle das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, egal wie die äußere Hülle aussieht.

Ich hatte Bedenken was die Beziehung zwischen Kani und Sam betrifft, vollkommen Grundlos, wie sich herausstellte: Kani bleibt eine selbstbestimmte und starke junge Frau, die sich ihrer Rolle im Bücherkrieg immer mehr bewusst wird und die sie auch annimmt, zwar zieht sie Kraft aus ihrer Liebe zu Sam, aber sie ordnet sich ihm nicht unter, sie braucht keinen strahlenden Helden der sie am Ende der Geschichte retten muss um alles zu einem guten Ausgang zu führen.
Zwar könnte Der Bücherkrieg, mit den klassischen Märchenworten:
Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute enden.
Aber das war es dann auch schon mit den Ähnlichkeiten.

Die Bibliothek der flüsternden Schatten, wird wohl als eine der besten Trilogien in meiner Erinnerung bleiben und so vergebe ich eine uneingeschränke Leseempfehlung für die Trilogie.

  • Cover
  • Geschichte
  • Fantasie
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 06.10.2019

Das Erbe der Elfen

Das Erbe der Elfen
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Das Löwenjunge, die Thronfolgerin Ciri überlebt als einzige den blutigen Angriff auf Cintra, alle die sie kannten, sind tot, einschließlich ihrer Großmutter der Königin von Calanthe. Der mächtige Hexer ...

Das Löwenjunge, die Thronfolgerin Ciri überlebt als einzige den blutigen Angriff auf Cintra, alle die sie kannten, sind tot, einschließlich ihrer Großmutter der Königin von Calanthe. Der mächtige Hexer Geralt nimmt sie unter seine Fittiche und bringt sie nach Kaer Morhen, dort werden schon seit Ewigkeiten junge Hexer in Hexerei und Kampfkunst ausgebildet, so geschickt das kleine Mädchen im Kampf ist, so unbegabt scheint sie zu zunächst für die Hexerei zu sein, erst die Zauberin Triss Merrigold erkennt ihr Potenzial.



Meine Meinung:

Der Name des Autors Andrzej Sapkowski war mir vollkommen unbekannt, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, ich hatte zwar schon vom Witcher Universum als Computerspiel gehört, aber das war es dann auch schon. Und dann sah ich in den Verlagsvorschauen des DTV Verlags, dieses Cover und schon war es um mich geschehen. Ich gebe es zu, ein schönes Cover, ein ansprechender Klappentext und schon bin ich verführt. Nun stelle ich mir natürlich die schönen Bücher nicht nur ins Regal, ich lese sie auch. Das Erbe der Elfen hat mich, Gott sei Dank, nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich überzeugt. Die Charaktere sind recht gut beschrieben, ich hatte recht schnell ein klares Bild der Hauptprotagonisten vor Augen: Geralt der Hexer, ist ein reservierter Mann, der aufgrund seiner Erfahrungen im Leben, sein eigenes Ding macht, er will sich nicht mehr vor den Karren der Mächtigen spannen lassen, er beschützt sich selbst und die Seinen. Ciri, das Löwenjunge, ein kleines Mädchen das schon viel zu viel Leid erleben musste, sie ist clever, freundlich und fröhlich ich bin sehr gespannt wie sie sich noch entwickeln wird. Mit den Beschreibungen der Nichtmenschen, wie
z. B. die Elfen und Zwerge auch schon mal genannt werden, bedient Andrzej Sapkowski zugegeben das eine oder andere Klischee, aber das stört mich persönlich überhaupt nicht, ich wäre verwirrt, wären z. B. die Charaktereigenschaften der Zwerge und Elfen vertauscht.

Manchmal schwirrte mir der Kopf, ob der vielen Personen, die schon in diesem ersten Band der Reihe auftauchten, nicht immer war klar zu erkennen auf welcher Seite sie stehen, denn natürlich gibt es zwei Seiten, die die Ciri benutzen wollen, um die Macht über Cintra zurückzugewinnen und die, die Ciri um jeden Preis beschützen wollen.

Erst nach und nach gibt der Autor alle Zusammenhänge preis und obwohl in mir manchmal das Gefühl aufkam ich bräuchte noch mehr Informationen, war am Ende alles Rund, ich weiß oder eher ich ahne, wo der Autor mit seiner Geschichte hin will. Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig.

Die eher düstere Atmosphäre, die die Grundstimmung des Buches ausmacht, wird durch einige humorvolle Passagen aufgelockert, diese sind aber nie dazu gedacht bestimmte Personen oder Ereignisse ins Lächerliche zu ziehen, sondern ergeben sich ganz natürlich aus der Situation heraus und kommen so völlig unerwartet.

Von mir bekommt
Das Erbe der Elfen
eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.10.2019

Connect

Connect
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Inhalt: Der achtzehnjährige Colt lebt den größten Teil seines Lebens in einer von ihm selbst geschaffenen virtuellen Welt, in dieser Welt ist er der gefeierte Star, während er in der realen Welt nicht ...

Inhalt: Der achtzehnjährige Colt lebt den größten Teil seines Lebens in einer von ihm selbst geschaffenen virtuellen Welt, in dieser Welt ist er der gefeierte Star, während er in der realen Welt nicht mit seinen Mitmenschen zurecht kommt. Heimlich beendet er eine Arbeit über Biotechnologie seiner Mutter und reicht sie bei einem Komitee ein. Noch bevor die bahnbrechende Arbeit an die Öffentlichkeit kommt, wird sie von der NDSA (National Domestic Security Agency) für die sein Vater arbeitet, beschlagnahmt.Cody und seine Mutter müssen fliehen und Cody muss sich der Realität stellen.

Meine Meinung: Im Kappentext heißt es Cody ist der clevere Sohn ... Clever ist absolut untertrieben, Cody ist ein genialer Computercrack, mühelos programmiert er virtuelle Welten und bügelt in diesen Fehler seiner Mitprogrammierer aus, er schreibt die Arbeit über Biotechnologie seiner Mutter zu ende. Intellektuell ist Cody auf einem kaum vorstellbaren Level, dem steht seine soziale Intelligenz gegenüber, ohne Skrupel räumt er die Konten seiner Mutter leer um sich Computerzubehör zu kaufen, er hat keine echten Freunde und ist kaum in der Lage mit seiner Mutter zu kommunizieren, geschweige denn mit anderen.
Ich war teilweise wirklich überfordert mit dem Buch, viel zu viel Programmiersprache für meinen Geschmack, bzw. für mein Alter, jeder der sich etwas besser auskennt als ich und das dürften die Meisten sein liest und versteht die teils wirklich simplen Begriffe ( ich habe mich ja schlau gemacht und bei meinem persönlichen Computerspezialisten nachgefragt) problemlos.
Ich habe das Buch also nochmal von vorn begonnen und mich auf die Menschen konzentriert, auf Cody der lernen muss im richtigen Leben zu agieren, auf Naomi bei der ich so manches Mal dachte: Wie kannst du zulassen das sich dein Kind komplett von der Welt zurückzieht? Cody besucht keine Schule und auch beim Hausunterricht tricksen sie die Behörden aus. Möglich das Cody in einer Schule unterfordert wäre, aber für seine soziale Kompetenz wäre das Zusammensein mit anderen mehr als hilfreich gewesen, für alles andere hätte sich bestimmt auch eine Lösung gefunden.
Verpackt in einen Wissenschaftsthriller, mit selbstfahrenden Autos, elektronischen Haushaltshelfern und virtuellen Realitäten, verbirgt sich eine Geschichte über das erwachsen werden und den damit nicht unkomplizierter werdenden zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Frau und Mann.
Eine durchaus lesenswerte Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Melmoth

Melmoth
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Inhalt: Über einen Freund bekommt die Engländerin Helen Franklin in Prag ein seltsames Manuskript in die Hände. Sie erfährt von Melmoth einer geheimnisvollen Frau, die der Legende nach die Wiederauferstehung ...

Inhalt: Über einen Freund bekommt die Engländerin Helen Franklin in Prag ein seltsames Manuskript in die Hände. Sie erfährt von Melmoth einer geheimnisvollen Frau, die der Legende nach die Wiederauferstehung Jesu leugnete und deshalb dazu verdammt ist einsam auf der Erde zu wandeln.
Als ihr Freund Karel scheinbar grundlos verschwindet, vertieft sich Helen immer weiter in die Manuskripte und Briefe. Je mehr sie sich damit beschäftigt desto mehr ist sie bereit an die Existenz Melmoth zu glauben und sie fühlt sich verfolgt.

Meine Meinung:
Ich hatte zugegeben meine Schwierigkeiten in das Buch einzusteigen, aber als ich mich erst einmal auf den ruhigen Schreibstil und die besondere Art die Geschichte zu erzählen einlassen konnte, lies es mich nicht mehr los. Der Autorin ist es gelungen mit ihrer Art zu schreiben eine Sogwirkung zu erzielen die den Leser mitreißt.
Zunächst glaubt man es handele ich bei Melmoth um eine klassische Schauergeschichte, bis nach und nach die Hintergründe an Tageslicht kommen. Der Leser erfährt mehr aus den Manuskripten und auch Helens Geschichte wird offenbart, ich kann euch natürlich nicht mehr erzählen nur soviel, es geht um Schuld und Reue um den Versuch Buße zu tun für Verfehlungen die man aus Bosheit oder aus Sorglosigkeit begeht.
Buße die dazu neigt zu übertreiben und an Selbstkasteiung grenzt.
Auch Helen hat, wie wir spät erfahren Schuld auf sich geladen und sie bedarf der Hilfe und der Unterstützung von Menschen die sie lieben und von denen sie nicht erwartet hat das sie ihr Sympathie entgegen bringen.
Jetzt habe ich euch doch etwas verraten, aber vielleicht macht euch das neugierig auf dieses außergewöhnlich Buch.
Mir ist es wirklich ans Herz gewachsen.