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Veröffentlicht am 20.12.2023

Die Schuld die man trägt

Die Schuld, die man trägt
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Der Fund einer weiblichen Leiche in einem Schweinemastbetrieb und die mit roter Farbe an die Wand geschrieben Worte

»Löse den Fall, Sebastian!«

zwingen Bergman und die Reichsmordkommission dazu wieder ...

Der Fund einer weiblichen Leiche in einem Schweinemastbetrieb und die mit roter Farbe an die Wand geschrieben Worte

»Löse den Fall, Sebastian!«

zwingen Bergman und die Reichsmordkommission dazu wieder zusammenzuarbeiten, das wird von den meisten Mitgliedern der Kommission nicht allzu gern gesehen, sein egoistisches und rücksichtsloses Verhalten haben ihm in der Vergangenheit keine Freunde gemacht. Zusätzlich hat die Reichsmordkommission damit zu kämpfen, dass ihre direkte Vorgesetzte einen Sündenbock für die Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit sucht, in der ein Polizist sich als Serienmörder entpuppte (Band 7. Die Früchte, die man erntet) diesen findet sie in Torkel dem bisherigen Leiter der Kommission, seine Stelle muss Vanja übernehmen und diese setzt alles daran, nicht nur den Fall zu lösen, sondern auch die Reichsmordkommission vor der Auflösung zu bewahren.
Der Mörder belässt es nicht bei diesem einen Mord, weitere Tote und mit ihnen weitere Hinweise tauchen auf, bald schon wird klar, dass alle Morde etwas mit Sebastians Vergangenheit zu tun haben. Dazu kommt noch, dass auch andere Begebenheiten aus Sebastians Vergangenheit, die eine wichtige Rolle spielen. Da ist Ellinor, die ihn trotz Kontaktverbots stalkt oder Cathy, die Tochter eines Freundes, der ebenso wie Bergman während des Tsunamis in Thailand ein verloren hat.

Dies ist nun schon der 8. Fall für Sebastian Bergman und die Reichsmordkommission, ich hatte die Reihe irgendwann aus den Augen verloren. Da war ich natürlich nicht nur auf den Fall gespannt, sondern auch darauf, ob es Freude macht, das Buch ohne die direkten Vorgänger zu kennen. Ich habe das Buch innerhalb von vier Abenden durchgelesen, also die Frage nach der Freude beantwortet sich damit ja schon. Der Fall an sich ist spannend und gut durchdacht, etwas anderes hatte ich bei dem Autorenteam auch nicht erwartet, es gibt die eine oder andere Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe. Ebenso macht Sebastian in diesem Band eine Wandlung durch, es gibt diese kleinen Momente in denen er sein Verhalten tatsächlich zu reflektieren scheint.

Ich hatte fast nie das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen aus den Vorgängerbänden fehlten, die Autoren verraten immer genug, um die Zusammenhänge zu erkennen. Das ist aber wohl gerade für die Kenner der kompletten Reihe ein Nachteil, weil sich eben vieles im Kreis dreht.

Die Story endet mit einem fiesen Cliffhanger, der einen Ausblick auf Band 9 gibt und wieder viel Spannung verspricht.

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Veröffentlicht am 29.11.2023

Solider Island Krimi

Reykjavík
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Die Handlung von »Reykjavík« von Ragnar Jónasson und Katrín Jakobsdóttir entführt die Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, genauer gesagt in das Jahr 1956. Das mysteriöse Verschwinden von Lára, einer ...

Die Handlung von »Reykjavík« von Ragnar Jónasson und Katrín Jakobsdóttir entführt die Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, genauer gesagt in das Jahr 1956. Das mysteriöse Verschwinden von Lára, einer fünfzehnjährigen Haushaltshilfe auf einer abgelegenen Insel südlich von Reykjavík, bildet den Ausgangspunkt für ein rätselhaftes Geschehen, das die Menschen auf Island auch nach 30 Jahren nicht loslässt.

Ragnar Jónasson und Katrín Jakobsdóttir haben mit ihrem ruhigen Schreibstil eine Atmosphäre geschaffen, die die nordische Umgebung eindringlich einfängt. Diese kühle, einnehmende Erzählweise könnte jedoch für manch Lesenden gelegentlich als zu gemächlich erscheinen, da die Autoren sich ab und zu in etwas zu ausführlichen Beschreibungen verlieren und dies in einigen Passagen die Spannung etwas abflachen lässt.

Besonders gelungen empfand ich allerdings die gut ausgearbeiteten Protagonisten, allen voran den damals ermittelnde Polizist Kristian und den ehrgeizigen Journalist Valur. Die gute Darstellung von Valurs Beziehung zu seiner Schwester Sunna trrug zusätzlich zur emotionalen Tiefe der Geschichte bei. Dennoch blieb ich lange nur spärlich darüber informiert, was sich vor 30 Jahren tatsächlich ereignet hatte.

Das Gemeinschaftswerk des Autorenduos präsentiert sich insgesamt als solider Krimi. Die Auflösung des Rätsels um Lára ist schlüssig und gut nachvollziehbar. Die Autoren beweisen ein Gespür für die Feinheiten eines nordischen Krimis und hielten mein Interesse trotz manchmal etwas langatmiger Szenen bis zur letzten Seite aufrecht. Ich wollte unbedingt erfahren, was mit dem jungen Mädchen geschehen war.
Mit »Reykjavík« bieten sie nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch einen Einblick in die raue und geheimnisvolle Landschaft Islands. Fans von nordischen Krimis und ungelösten Rätseln werden von diesem Buch sicherlich begeistert sein.

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Veröffentlicht am 25.11.2023

Miez Marple

Miez Marple und die Pfote des Todes
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Mein letzter Tierkrimi ist schon eine Weile her, da wird, es ja mal wieder Zeit dachte ich mir, als ich »Miez Marple und die Pfote des Todes« entdeckte. Ich hoffte auf leichte und dennoch spannende Lektüre ...

Mein letzter Tierkrimi ist schon eine Weile her, da wird, es ja mal wieder Zeit dachte ich mir, als ich »Miez Marple und die Pfote des Todes« entdeckte. Ich hoffte auf leichte und dennoch spannende Lektüre mit einer guten Prise Humor und ich wurde nicht enttäuscht.
»Miez Marple und die Pfote des Todes« von Fabian Navarro ist ein spannender Tierkrimi, den ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe. Als Tierhalterin war ich sofort begeistert von der Idee, dass die Hauptcharaktere des Buches Tiere sind. Die Katzendetektivin Miez Marple, ihr Gefährte Kater Watson und die Taube Betti bilden ein ungewöhnliches, aber sympathisches Ermittlerteam.

Watson trägt den Fall eines verschwundenen Katzenkindes an Miez Marple heran, doch sie nimmt den Fall nicht an, Katzenkinder verschwinden nun mal aus dem einen oder anderen Grund, meist kommen sie allerdings wohlbehalten wieder heim. Brösels Eltern allerdings vermuten, dass Miez Marple nicht nach ihrem Baby suchen will, weil es aus der Streunerkolonie stammt.

Obwohl es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, konnte ich das Buch problemlos lesen, ohne den ersten Band zu kennen. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und die Charaktere werden ausreichend eingeführt.

Besonders gut gefallen hat mir die Vielfalt der Tiercharaktere. Katzen, Hunde, Vögel und Reptilien bilden eine interessante Gesellschaft, in der unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinandertreffen. Dadurch wird die Geschichte sehr abwechslungsreich und unterhaltsam. Die Konflikte, mit denen sich die Tiere auseinandersetzen müssen, sind auf eine angenehme Art und Weise menschlich. Es geht um Themen wie Arm und Reich, Macht und Manipulation. Dadurch wird die Geschichte nicht nur für Tierliebhaber interessant, sondern spricht auch gesellschaftliche Probleme an.

Der Schreibstil von Fabian Navarro ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Spannung wird konstant aufrechterhalten und durch den von mir erhofften Humor immer wieder aufgelockert, doch manchmal wirkt gerade der von mir erhoffte Humor etwas zu gewollt.

Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die mich schon ziemlich früh an eine bestimmte Auflösung des Falls um das verschwundene Katzenbaby Brösel denken ließen. Hier war ich ziemlich froh über mein Talent immer den falschen Fährten, die von den Autoren gelegt werden, auf den Leim zu gehen.

Alles in allem kann ich »Miez Marple und die Pfote des Todes« allen Tierfreunden und Krimifans empfehlen. Der Roman bietet spannende Unterhaltung und interessante Charaktere.



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Veröffentlicht am 21.09.2023

Die Kathedrale des Königs

Die Kathedrale des Königs
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Alles beginnt, als Henri einen dringenden Brief von König Heinrich III. von England erhält. In dem Schreiben wird er aufgefordert, nach London zu kommen und eine majestätische Kathedrale zu errichten. ...

Alles beginnt, als Henri einen dringenden Brief von König Heinrich III. von England erhält. In dem Schreiben wird er aufgefordert, nach London zu kommen und eine majestätische Kathedrale zu errichten. Der König wendet sich jedoch eigentlich an seinen Baumeister, nicht direkt an Henri. Dennoch nimmt Henri die Herausforderung an, und das Schicksal führt ihn nach England.

Während der Überfahrt über den ungestümen Kanal gerät die Fähre plötzlich in einen heftigen Sturm. Henri kann nicht anders, als in dieser gefährlichen Situation eine göttliche Strafe für seine Lüge zu sehen. In einem Moment der Verzweiflung schwört er, dass er, wenn er unbeschadet in England ankommt, eine einzigartige Kirche errichten wird, die ihresgleichen sucht. Diese Reise wird sein Leben für immer verändern, denn auf dieser gefährlichen Fahrt lernt er den Baron von Farnham, der mit seinen Kindern Oliver und Carol reist. Oliver will seine Schwester mit Guy, dem Sohn Simon de Montforts verheiraten und ist somit nicht davon begeistert, dass seine sture Schwester sich in Henri verliebt.

Schon zu Beginn seiner Arbeit in England sieht sich Henri mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert. Die Fundamente, auf denen die Kathedrale errichtet werden soll, erweisen sich als brüchig, und die Rebellion des Adels schürt die Unsicherheit in der Region. Hinzu kommt die ständige Angst, dass seine wahre Identität und sein falsches Spiel entdeckt werden könnten.


Besonders fesselnd ist die Art und Weise, wie Claudius Crönert die historischen Fakten in die Geschichte einwebt. Die Bauprozesse, die politischen Intrigen und die Liebe zwischen Henri und einer jungen Baronin werden meisterhaft miteinander verwoben. Man spürt die akribische Recherche des Autors, die den Roman mit einer beeindruckenden Authentizität durchzieht.

Die Handlung wechselt geschickt zwischen dem Bau der Westminster Abbey ab 1260 und dem Konflikt zwischen König Heinrich und den rebellischen Baronen unter Simon de Montfort. Dies verleiht dem Buch eine faszinierende Tiefe und ermöglicht es dem Leser, in die Welt des Mittelalters einzutauchen.

Besonders beeindruckend ist die Darstellung des kurzen Bauabschnitts der Westminster Abbey, dem wir als Leserinnen und Leser beiwohnen dürfen, die erst lange nach dem Ende dieser Geschichte 1745 fertiggestellt wurde. Als Krönungskirche und letzte Ruhestätte für Tausende von Briten hat sie eine reiche Geschichte.
Alles in allem ist »Die Kathedrale des Königs Westminster Abbey« ein weiterer Beweis für Claudius Crönerts Talent, historische Fakten und fesselnde Fiktion miteinander zu verweben. Dieser Roman bietet nicht nur eine spannende Handlung, sondern auch einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Englands und den Bau einer der bedeutendsten Kirchen des Landes. Für Liebhaber historischer Romane ist dieses Buch ein absolutes Muss.


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Veröffentlicht am 21.09.2023

Schwarzvogel

Schwarzvogel
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Eine junge Frau läuft auf einen zugefrorenen See und bricht durch das viel zu dünne Eis, die herbeigerufenen Rettungskräfte können sie nicht mehr retten. Gun, die den tragischen Vorfall beobachtet hat, ...

Eine junge Frau läuft auf einen zugefrorenen See und bricht durch das viel zu dünne Eis, die herbeigerufenen Rettungskräfte können sie nicht mehr retten. Gun, die den tragischen Vorfall beobachtet hat, ist sich sicher, dass die Frau verfolgt wurde. Diese dramatische Szene zieht den Leser sofort in den Bann und lässt die Neugier auf den Verlauf des Falls wachsen. Selbstmord oder Mord, diese Frage stellt sich schnell.

Die beiden Hauptfiguren, Fredrika Storm und Henry Calment, sind gut ausgearbeitet und auf ihre eigene Art interessant. Fredrika, ist in Harlösa aufgewachsen, sie ist gerade erst aus Stockholm in ihre Heimat zurückgekehrt, die sympathische Ermittlerin, sieht sich bei ihrem ersten Fall mit dem exzentrischen Henry Calment konfrontiert. Henry ist ein unruhiger Geist, der immer neue Herausforderungen im Leben sucht. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich auf interessante Weise und trägt zur Dynamik der Geschichte bei.

Die Autorin lässt sich viel Zeit, um ihre Charaktere vorzustellen, das gibt ihren Leserinnen und Lesern die Gelegenheit, die einzelnen Protagonisten kennenzulernen, besonders Fredrika, die kaum einen Schritt tun kann, ohne jemanden zu treffen, den sie entweder kennt oder mit dem sie verwandt ist. Nicht immer ist das hilfreich für ihre Ermittlungen, die sie darüber hinaus in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie führen, es kristallisieren sich Zusammenhänge heraus, mit denen Fredrika nicht rechnen konnte. Geheimnisse, die seit 20 Jahren im Verborgenen liegen, werden ans Licht gezerrt.


Ich mochte den Schreibstil der Autorin, sie schafft es, die Landschaft rund um den kleinen Ort Harlösa so zu beschreiben, dass man ihn quasi vor sich sieht. Bei all den Familiengeheimnissen bleibt die Spannung allerdings manchmal leider etwas auf der Strecke, ich bin aber davon überzeugt, dass sich das in weiteren Bänden, wenn wir die Hauptcharaktere und auch die Umgebung schon kennen, wahrscheinlich ändert.

Insgesamt hat mir »Schwarzvogel« gut gefallen. Ich freue mich auf weitere Fälle mit Fredrika und Henry.

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