Angst um Alafair
Angst um AlafairDer mittlerweile 20. Band der Reihe um Dave Robicheaux und Clete Purcel hat es wieder einmal in sich. Daves Tochter Alafair hat das Gefühl, dass der Serienmörder Asa Surette nicht wie vermutet bei einem ...
Der mittlerweile 20. Band der Reihe um Dave Robicheaux und Clete Purcel hat es wieder einmal in sich. Daves Tochter Alafair hat das Gefühl, dass der Serienmörder Asa Surette nicht wie vermutet bei einem verunglückten Gefangenentransport ums Leben kam, sondern noch lebt und sie beobachtet. Alafair hatte nach Besuchen bei ihm im Gefängnis sehr kritische Artikel über Asa veröffentlicht. Gleich zu Beginn des Buchs wird Alafair fast von einem Pfeil getroffen und zunächst verdächtig ist Wyatt Dixon, der später auch im Mittelpunkt der Ermittlungen steht, als die Enkeltochter des Ölunternehmers Love Younger ermordet aufgefunden wird. Aber sogar Dave bezweifelt ihre Behauptung, dass der Mörder noch am Leben ist, doch Alafair vertraut auf ihr Bauchgefühl, das sie bei ihren Studien über ihn gewonnen hat.
James Lee Burkes Romane haben eines gemeinsam, sie sind sehr umfangreich und komplex. Wer sich einen Krimi für zwischendurch erhofft, wird schnell merken: Nicht mit Burke, denn der gehört zu den Meistern der Erzählkunst, seine Personen und Landschaftsbeschreibungen sind wohl einzigartig und ich persönlich liebe sie wirklich, mit ihm kann man beim Lesen auf Reisen durch die faszinierenden Landschaften Amerikas reisen. Das sind die leichten Momente in den Krimis. Schwieriger und die volle Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser fordernd, sind die Krimi-Elemente. Alles ist miteinander verwoben und es dauert seine Zeit bis jedes Geheimnis gelüftet ist und bis dahin geraten unsere liebgewordenen Protagonisten in die eine oder andere verzwickte Situation.Burke hat mit Asa Surette seinen wohl abscheulichsten Kriminellen erschaffen. Auch wenn ich manchmal denke, es geht um viel mehr als die spannenden Kriminalfälle, und dieses Gefühl hatte ich schon bei meinem ersten Robicheaux-Krimi. Burke zeigt das Gute und das Böse in der Welt auf, das untrennbar miteinander verbunden ist. Auch Dave und Clete haben ihre dunkle Seite und wagen sich oft an den Rand der Legalität, um der Gerechtigkeit zu ihrem Recht zu verhelfen. Und es geht um die Freundschaft der beiden, die schon so manche Prüfung überstehen musste. Ihre Beziehung ist kompliziert, ich war mir, wie auch schon in den vorigen Bänden oft nicht ganz sicher, ob sich die Beiden überhaupt mögen, aber eines ist sicher, sie würden für sich und die Familie des anderen durchs Feuer gehen, da ist mehr als Freundschaft, denn eine Freundschaft kann zerbrechen, diese Beziehung für die ich kein Wort finde, wird das niemals.
Mit Wehmut habe ich dieses Buch aus der Feder »Der Stimme des Südens«, wie er schon früh in seiner Laufbahn von Literaturkritikern genannt wird, denn bald endet die Reihe um Dave Robicheaux und Clete Purcel.