Was die Menschen schon oft hörten
Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten60 / 100
Es ist nicht infrage zu stellen, dass Bücher wie dieses trotz all der vergangenen Zeit weiterhin einen kaum greifbar wichtigen Beitrag leisten, unsere Gesellschaft für alle Menschen lebenswert ...
60 / 100
Es ist nicht infrage zu stellen, dass Bücher wie dieses trotz all der vergangenen Zeit weiterhin einen kaum greifbar wichtigen Beitrag leisten, unsere Gesellschaft für alle Menschen lebenswert zu gestalten. Alice Hasters vereint in diesem Buch allerdings sehr viele Aspekte rund um den riesigen Themenkomplex Rassismus, ich möchte sagen: zu viele.
Versteht mich nicht falsch, die Inhalte und deren Aufzeigen sind nach wie vor notwendig. Doch ich finde, insbesondere bei diesen hochsensiblen Themen bedarf es einer gewissen Struktur, Konzeption und Tiefe, um wirklich in den Geist der Lesenden vorzudringen – beides ist in diesem Buch nicht ausreichend gegeben. Schon die ungleiche Mischung aus sachlichen und subjektiven Eindrücken macht es schwer, etwas für sich selbst mitzunehmen. Es hilft irgendwann nur noch bedingt, jedes Mal dieselben unübersehbaren Elefanten im Kontext von Missständen anzusprechen, da ist dieses Werk leider nicht anders. Klar versteht man plakative Äußerungen besser, aber dieser niederschwellige Anspruch kann auf Dauer nicht die Lösung sein (das gilt ebenfalls für den Pathos am Ende des Buchs).
So bleibt für mich als jemand, der schon einige Zeit versucht, sich selbst für Rassismus zu sensibilisieren, kaum etwas hängen. Das ist sehr bedauerlich und ich hoffe, es wird in Zukunft im großen Stil tiefergehende Literatur auf dieser stilistisch greifbaren Ebene geben.