Profilbild von timmy333

timmy333

Lesejury Profi
offline

timmy333 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit timmy333 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2024

Pubertärer Witz

Frau zündet Penis an (Bebildert)
0

45 / 100
Naja, mit 14 oder 15 Jahren fand man solche Exzesse von bizarren Stories über pseudo-witzige Namens-/Berufskombinationen und verrückten amerikanischen Gesetzen noch spaßig, mittlerweile sind sie ...

45 / 100
Naja, mit 14 oder 15 Jahren fand man solche Exzesse von bizarren Stories über pseudo-witzige Namens-/Berufskombinationen und verrückten amerikanischen Gesetzen noch spaßig, mittlerweile sind sie kaum noch ein müdes Lächeln wert.

Hinzu kommen groteske Interpunktionsfehler, Formfehler, fehlende Wörter (teilweise fehlt sogar die Pointe), mehrfache Dopplungen im Abstand weniger Seiten und die allgemeine Frage, wie viel ist Wahrheit, wie viel „urban myths“. Die „Bebilderung“ erfolgt durch lieblos eingescannte Zeitungsschnipsel, wobei die Dreckflecken auf dem Vorlagenglas stets mitgescannt wurden.

Und: Bei den Absätzen, die tatsächlich belegbar sind, ist inhaltlich der Rotstift anzusetzen, etwa bei dem Schicksal von Garry Hoy: Nicht das Fensterglas zersprang (das blieb – wie oft von ihm demonstriert – heil), sondern die Verankerung löste sich durch die Krafteinwirkung seines Körpers. Wenn solche Details schon nicht ganz stimmen, was ist dann erst mit dem ganzen Rest?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.06.2024

Die Zeitung, das Internet, die Welt

Redaktionsschluss
0

61 / 100
Tja, was wollte uns Stefan Schulz eigentlich sagen, außer, dass mit Frank Schirrmacher gefühlt jeder Funke Hoffnung in Zeitungsredaktionen gestorben ist?

Provokant, durchaus. Im Gegensatz dazu ...

61 / 100
Tja, was wollte uns Stefan Schulz eigentlich sagen, außer, dass mit Frank Schirrmacher gefühlt jeder Funke Hoffnung in Zeitungsredaktionen gestorben ist?

Provokant, durchaus. Im Gegensatz dazu fehlt mir die Geradlinigkeit in diesem Buch. Anfangs geht es noch um Auflagen und Reichweite, dann um die Frage, was Journalismus eigentlich ist, inwieweit soziale Medien, allen voran Facebook, den Diskurs und journalistische Arbeit beeinflussen und schließlich, wie und welche Nachrichtenquellen nach nicht ersichtlichen Kriterien ausgewählte Gesprächspartner konsumieren.

In dieser Struktur, vom Hundertsten ins Tausendste zu stürzen, liegt das Hauptproblem für mich im Text. Auch die Wahl der Wörter wirkt am Publikum vorbei gewählt (nicht unbedingt geschwollen, aber schon ein Stück weit inhaltlich aufgeblasen). Mir fehlt schlicht der rote Faden.

Am Ende ist es eine ironische Analogie, dass Teile des (gedruckten) Buchs schon nach acht Jahren (Stand jetzt, 2024) deutlich überholt sind. Für mich gab's leider wenig neue Erkenntnisse, da hilft auch die nette Idee mit dem Ausschnitt der Ente auf dem Cover nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 27.06.2024

Die Geister, die ich nicht rief

Unheimlich nah
0

71 / 100
Drei Jahre nach seinem ersten Buch zum Thema schiebt Johann Scheerer einen deutlich autobiografischen Roman hinterher.

Angenehmerweise schließt die Geschichte unmittelbar an den Post-Entführungsaufenthalt ...

71 / 100
Drei Jahre nach seinem ersten Buch zum Thema schiebt Johann Scheerer einen deutlich autobiografischen Roman hinterher.

Angenehmerweise schließt die Geschichte unmittelbar an den Post-Entführungsaufenthalt in den USA an, dabei bleibt es allerdings auch, denn ansonsten gibt es oft zeitliche Sprünge, und sei es nur für die eine oder andere Anekdote. Der Schreibstil ist weiterhin ansprechend, das Folgen der Handlung nur gelegentlich bei den genannten Zeitsprüngen schwierig.

Es spricht für den Autor, sich nicht weiter den (Ver)urteil(ung)en der Leserschaft auszusetzen, indem er das vorliegende Buch als Roman klassifiziert und der Anteil an realen Begebenheiten im Dunklen bleibt. Es bleibt zu wünschen, dass sich vor allem die besonderen schrägen Stories (Stichwort Verstärker) bei all dem Unheil, dass die Rahmengeschichte mit sich brachte, so ähnlich tatsächlich abgespielt haben. Bei der Beschreibung der Jahre, die sich an die eigentliche Entführung anschlossen, bleibt einem doch immer wieder der Atem weg, wenn man sich hineinversetzt.

Der Witz und der Tiefgang der menschlichen Entwicklung sind gut abgewogen und so liest sich das Buch ideal. Nur das Ende, das kommt leider wieder überstürzt (mit einer großen zeitlichen Lücke) und abrupt, bisweilen unvollständig daher.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2024

Draußen und doch im Keller

Wir sind dann wohl die Angehörigen
0

73 / 100
Dieselbe Geschichte, zwei Perspektiven. 22 Jahre nach seinem Vater schreibt der Sohn von Jan Philipp Reemtsma seine Erlebnisse für die Öffentlichkeit nieder.

Es wird leider nicht klar, anhand ...

73 / 100
Dieselbe Geschichte, zwei Perspektiven. 22 Jahre nach seinem Vater schreibt der Sohn von Jan Philipp Reemtsma seine Erlebnisse für die Öffentlichkeit nieder.

Es wird leider nicht klar, anhand welcher Eindrücke das Buch entstanden ist (ausschließlich Erinnerungen oder doch tagebuchähnliche Notizen o. Ä.). Dennoch sind die geschilderten Ereignisse plastisch, nahbar und vor allem ohne besonders viel Füllstoff. Gerade durch die kindliche Sicht wird besonders deutlich, welche Fürchterlichkeit sich in den Menschen abgespielt haben muss, die in irgendeiner Weise näher mit dem Entführungsfall zu tun hatten.

Vor allem durch das Ineinandergreifen mit dem Buch seines Vaters, also aus der tatsächlichen Situation im Keller, eine gelungene, wenn auch allzu kurz geratene Nacherzählung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 24.06.2024

Das alte Grauen in neuem Gewand

Der Saboteur: Was passiert, wenn Geschichte sich wiederholt?
0

65 / 100
Leander Bauer, ein junger aufstrebender Schriftsteller in verschiedenen Sparten, versucht mit dem vorliegenden Werk die grauenhaften Situationen, die sich im Zweiten Weltkrieg so (ähnlich) zugetragen ...

65 / 100
Leander Bauer, ein junger aufstrebender Schriftsteller in verschiedenen Sparten, versucht mit dem vorliegenden Werk die grauenhaften Situationen, die sich im Zweiten Weltkrieg so (ähnlich) zugetragen haben, in Form einer Zukunftsdystopie zu projizieren.

Nun wirkt die Geschichte leider relativ unausgereift, ohne Tiefgang (als den alles überdeckenden der Unmenschlichkeit) und ohne ganzheitliche Struktur. Das Ende, mag es noch so heroisch wie vorhersehbar sein, kommt unvermittelt und bleibt halb-offen, obwohl es gut getan hätte, es einfach auszuschreiben. Überhaupt ist die Story von Anfang an etwas zu groß aufgezogen, denn der Fokus bleibt auf wenigen, meist farblosen Charakteren.

Angeblich wurde das Buch lektoriert, das kann aber allenfalls flüchtig erfolgt sein; Fehler gibt es leider zuhauf (insbesondere bei der Kommasetzung), teilweise sind auch Silben falsch getrennt und doppelt in einem Wort vorhanden (das nur am formalen Rande).

Als Erstlingswerk ist das Buch sicherlich ehrbar; ich hätte mir aber durchaus mehr Subtilität im Kontext des brachialen Überthemas gewünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere