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Veröffentlicht am 22.09.2024

Berührende Familiengeschichte - äußerst lesenswert

Vaterländer
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Sabin Tambrea schildert in seinem autobiografischen Roman „Vaterländer“ eine bewegende Familiengeschichte über drei Generationen, die tiefe Spuren hinterlässt.
Im ersten Teil, in dem er selbst im Mittelpunkt ...

Sabin Tambrea schildert in seinem autobiografischen Roman „Vaterländer“ eine bewegende Familiengeschichte über drei Generationen, die tiefe Spuren hinterlässt.
Im ersten Teil, in dem er selbst im Mittelpunkt steht, erzählt er die Ausreise als Kind mit seiner Mutter und älteren Schwester aus der Heimat Rumänien nach Deutschland, wohin der Vater bereits zwei Jahre zuvor geflohen ist. Trotz aller Widrigkeiten und Entbehrungen gelingt es der jungen Familie im für sie zunächst fremden Land Fuß zu fassen und dennoch die Wurzeln zu Großeltern und weiteren Verwandten in Rumänien nicht zu verlieren. In seiner besonderen Sprache gelingt es ihm dies aus der Sicht des kleinen Sabin darzustellen und man kann in jedem Satz mitfühlen, wie er sich damals gefühlt haben mag.
Nur schwer erträglich ist der zweite Teil, in dem der Großvater in seinem Tagebuch in die dunkelsten Zeiten der rumänischen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg eintaucht, als das neu an die Macht gelangte kommunistische Regime mit unvorstellbarer Brutalität alle vermeintlichen Kritiker und Gegner einschüchtern, foltern und hinrichten ließ. Hier werden teilweise Details aus den Gefängnissen geschildert, die der Großvater dort am eigenen Leib erlebt oder selbst gesehen hat und die einem fassungslos machen. Somit wird das Buch dadurch auch zu einer Warnung, wohin der Verlust der Demokratie und des Rechtsstaates führen kann – auch wenn dieser Teil des Buches an manchen Stellen einige Längen hat.
Zuguterletzt wird das Schicksal von Sabins Vater erzählt, der zunehmend an der Unterdrückung und den Zuständen des diktatorischen Ceaucescu-Regimes leidet und sich nach Freiheit sehnt. Dabei liegt ihm jedoch nichts mehr am Herzen als das Wohl seiner Familie, was mehr und mehr zu einer inneren Zerrissenheit führt, die beim Lesen zu spüren ist.
„Vaterländer“ ist somit nicht nur eine berührende Familiengeschichte, sondern beinhaltet auch eine traurige Episode der jüngeren europäischen Geschichte. Beides verwebt Sabin Tambrea, der als Autor genauso großes Talent beweist wie als Schauspieler, zu einem äußerst lesenswerten Buch, das ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 29.07.2024

Ein literarisches Meisterwerk!

Die Unvollkommenheit des Glücks
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Ich war schon von Clara Maria Bagus‘ vorigem Buch „Die Farbe von Glück“ sehr begeistert, aber mit ihrem neuen Werk „Die Unvollkommenheit des Glücks“ hat sie sich noch einmal übertroffen und ein literarisches ...

Ich war schon von Clara Maria Bagus‘ vorigem Buch „Die Farbe von Glück“ sehr begeistert, aber mit ihrem neuen Werk „Die Unvollkommenheit des Glücks“ hat sie sich noch einmal übertroffen und ein literarisches Meisterwerk geschaffen, dass lange nachhallen wird. In einer sehr feinen, gefühlvollen Sprache erzählt sie nicht nur die Lebensgeschichten von Ana und Lew, deren Wege sich vor längerer Zeit nur einmal sehr kurz gekreuzt haben, ehe das Schicksal sie vermeintlich unüberwindbar trennt, sondern sie schildert sehr tiefsinnig auch die Schrecken des Krieges - sowohl das moralische Dilemma der Soldaten an der Front als auch das unvorstellbare Leid der Bevölkerung eines überfallenen und immer mehr zerstörten Landes. Ohne dass der Schauplatz und der Aggressor nur ein einziges Mal direkt genannt werden, ist ziemlich schnell klar, dass es sich um den Krieg in der Ukraine handeln muss. In kurzen, sehr ausgefeilten Artikeln schafft es Bagus auf etwas mehr als 400 Seiten eine Lebens- und Liebesgeschichte, eine Anklage an Krieg und Diktatur und immer wieder eingestreute philosophische Exkurse über den Sinn des Lebens und die Bedeutung von Schicksal und Glück derart perfekt zu verknüpfen, dass am Ende alles gesagt, aber kein einziges Wort zu viel ist. Schon lange hat mich kein Buch emotional so sehr in seinen Bann gezogen wie dieses mit all seinen Facetten.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Weniger wäre mehr gewesen - hatte mir mehr versprochen

In den Farben des Dunkels
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Zu Beginn verliert der Autor nicht viel Zeit und man ist sehr schnell mitten im Geschehen. Der 13-jährige Joseph, von allen nur Patch genannt, beobachtet durch Zufall wie ein Unbekannter versucht eine ...

Zu Beginn verliert der Autor nicht viel Zeit und man ist sehr schnell mitten im Geschehen. Der 13-jährige Joseph, von allen nur Patch genannt, beobachtet durch Zufall wie ein Unbekannter versucht eine Mitschülerin zu entführen. Er rettet diese, wird dafür jedoch selbst entführt und muss längere Zeit in einem dunklen Raum verbringen, wobei er viele intensive und tiefsinnige Gespräche mit einem Mädchen, das sich Grace nennt, führt. Als er schließlich aus seinem Gefängnis befreit wird, ist Grace verschwunden - niemand glaubt ihm so richtig, dass sie real ist und nicht nur in seinen Gedanken existiert. Nach diesem rasanten und insgesamt recht knappen Einstieg beginnt die eigentliche Handlung, die sich über fast drei Jahrzehnte zieht.

Die kurzen, teilweise nur eine knappe Seite langen Kapitel lassen sich zwar gut lesen, allerdings bleiben dadurch die Charaktere auch etwas eindimensional. Andererseits hat das Buch zu viele Längen und einige Wendungen zu viel, die dann jedoch recht kurz geschildert werden, so dass der Eindruck entsteht der Autor wollte jeden Gedanken, der ihm kam, unbedingt irgendwie unterbringen und möglichst viele Klischees bedienen. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Einiges hat mich zudem an die beiden Vorgängerwerke „Von hier bis zum Anfang“ und „Was auf das Ende folgt“ erinnert, so dass es mir manchmal so vorkam, als hätte Whitaker die gleichen Grundzutaten irgendwie neu zusammen gemischt – z.B. einen jugendlichen Underdog mit einer kranken, überforderten Mutter, einen Polizisten, der ein gut gehütetes Geheimnis mit sich trägt und einen zu Unrecht Verurteilten, der sein Schicksal schweigend auf sich nimmt, um andere zu schützen.

An manchen Stellen gelingt es Chris Whitaker zwar äußerst gut die Emotionen der Protagonisten zu beschreiben, aber dann wirkt vieles wieder sehr hölzern und aufgesetzt. Dadurch hat mich das Buch irgendwann nicht mehr mitgenommen und mein Interesse ist im Laufe der knapp 600 Seiten merklich abgeflacht. Am Ende wollte ich nur noch wissen wie es ausgeht.
Ich hatte mir mehr versprochen und nachdem mich auch Chris Whitakers drittes Werk trotz vieler Vorschusslorbeeren nicht wirklich überzeugen konnte, wird es wohl das letzte Buch von ihm gewesen sein, dass ich gelesen habe.

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Veröffentlicht am 24.06.2024

Alles auf einen Blick mit vielen hilfreichen Anregungen für den Alltag

Die Bewegungs-Docs – Unser Programm für mehr Gesundheit und Leichtigkeit
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Die erste Hälfte des Buches gibt einen guten, leicht lesbaren und verständlichen Überblick über Themen, die unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen wie Muskeln, Stress, Ernährung ...

Die erste Hälfte des Buches gibt einen guten, leicht lesbaren und verständlichen Überblick über Themen, die unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen wie Muskeln, Stress, Ernährung oder Schlaf. Im zweiten Teil folgen dann praktische Tipps, um mit einem dreiwöchigen leicht in den Alltag zu integrierenden Trainingsprogramm die Fitness schnell zu verbessern (man muss es aber natürlich auch wollen) sowie sehr wertvolle Selbsthilfetipps für akute Probleme wie Rücken- oder Kopfschmerzen durch 7-Minuten-Selbsthilfeprogramme. Abgerundet wird das Buch durch Ernährungstipps.
Zwar hat nicht alles einen fundierten medizinischen Tiefgang, doch dafür sind die Themen für den Laien sehr verständlich erklärt und schrecken nicht durch unnötige Komplexität ab. Wer motiviert ist, etwas an seinem Verhalten zu ändern, um gesünder zu leben, der wird hier auf jeden Fall fündig, aber nur durch Lesen des Buches ändert sich nichts - die Tipps müssen auch umgesetzt werden.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Sehr schön erzählter historischer Roman

Der König und der Uhrmacher
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Arnaldur Indridason ist mit "Der König und der Uhrmacher" ein sehr schöner historischer Roman gelungen, der durch seinen besonderen Erzählstil ein wenig an ein Märchen erinnert. Dabei trifft der nach Dänemark ...

Arnaldur Indridason ist mit "Der König und der Uhrmacher" ein sehr schöner historischer Roman gelungen, der durch seinen besonderen Erzählstil ein wenig an ein Märchen erinnert. Dabei trifft der nach Dänemark ausgewanderte isländische Uhrmacher Jon während der Reparatur einer besonderen antiken Uhr im Kopenhagener Königspalast auf den dänischen König Christian. Dieser besucht ihn in der Folgezeit regelmäßig und lässt sich von Jon dessen Familiengeschichte erzählen, die auf tragische Weise vom Vater und Vorgänger des Königs beeinflusst wurde. Dabei wird irgendwann klar, dass die beiden Protagonisten weit mehr verbindet, als aufgrund ihres Standes zu erahnen ist. Parallel zur Wiedenstehung der zerstörten Uhr entsteht so ein Gesamtbild der damaligen Zeit mit ihren teils grausamen Verfehlungen und einigen philosophischen Exkursen über Zeit und Wahrheit. Das Buch wirkt nach und hebt sich deutlich aus der Masse historische Romane ab - eine klar Leseempfehlung nicht nur für Freunde dieses Genres.

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