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Veröffentlicht am 19.09.2024

Nett, prickelnd, aber nicht ganz meins

Hidden Tracks 1. All Your Secret Songs
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Bei Büchern, bei denen sich alles um Musik dreht, bin ich immer mit dabei. Deshalb war auch "All your secret Songs" auf meiner Wunschliste, denn es ist mir eigentlich egal, welchem Genre das Buch angehört.
Im ...

Bei Büchern, bei denen sich alles um Musik dreht, bin ich immer mit dabei. Deshalb war auch "All your secret Songs" auf meiner Wunschliste, denn es ist mir eigentlich egal, welchem Genre das Buch angehört.
Im New Adult Bereich lese ich ja eigentlich weniger, habe aber auch bereits Romane aus dem Genre zum Thema Musik gerne gelesen.
Nun war ich gespannt auf Nina Brenkes Roman, in dem die Journalismus-Studentin Allie ihr Praktikum bei der Irish Times erfolgreich abschließen möchte. Allie ist eine große Musikliebhaberin, aber als ihr Chef sie als Begleitung der neuen Boyband "Lovesuckerz" engagiert, ist es für sie mehr Strafe als Spaß. Boygroups bestehen doch immer nur aus meistens einem Mitglied, welches singen kann, während der Rest wie aufgezogene Marionetten herumtanzen. Mit dieser Musik kann Allie kaum was anfangen. Als sie jedoch auf die Jungs trifft, erkennt sie dessen Lead-Sänger sofort wieder, denn diesen hat sie erst vor wenigen Tagen kennengelernt und im Hinterhof einer Bar geküsst! Dass lässt sich nuu absolut nicht mit ihrem Job vereinbaren! Wähhrend der Tour versichern sich beide Abstand zueinander zu halten, was alles andere als einfach ist....

Direkt zu Beginn findet man jeweils eine Playlist von Allie und Conor und lernt ihren eigentlichen Musikgeschmack kennen. Die beiliegenden Charakterkarten und der wunderschöne Farbschnitt sind ein zusätzliches Gimmmick, welches nicht nur junge Mädchen, sondern auch mich angesprochen hat ;) Auch das Cover wurde vom Moon Notes Verlag sehr ansprechend gestaltet und ist ein kleiner Eyecatcher.

Das Zusammentreffen von Allie und Conor fand ich äußerst humorvoll! Wie die eher rebellische Allie zwischen ihrer Pflicht und der Anziehung zu Connor immer wieder schwankt, war amüsant zu lesen. Auch Conor weiß, dass er nichts mit der begleitenden Journalistin anfangen darf. Zusätzlich hat er keine gute Meinung von dieser Berufsgruppe und wäre lieber mit seiner früheren Band unterwegs, statt sich als Boyband-Mitglied auf der Bühne zu verrenken. Doch Conor möchte sich seinen Traum erfüllen und Musik machen. Allie möchte wiederum aufzeigen, dass sie im Musikjournalismus genauso Erfolge feiern kann, wie ihr Vater, der als Journalist im Wirtschaftsressor eine Berühmtheit erlangt hat.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Conor und Allie erzählt. Dazwischen gab es immer wieder Chat-Verläufe, die ich anfangs nicht richtig einordnen konnte.
Der Einstieg in die Story war allerdings ein bisschen holprig und verwirrend. Allie hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Die Journalismus-Studentin, die Musik liebt und nicht in die Fußstapfen ihres Vaters treten will, tritt klar für ihren Traum ein. Conor, der eigentlich glücklicher mit seiner früheren Band war, versucht über einen anderen Weg zu Erfolg zu kommen und ist dabei nicht wirklich glücklich. Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Trotzdem fehlte mir etwas Tiefe und vorallem die Kommunikation. Außerdem gab es einige kleine Längen, während andere Bereiche wieder viel zu schnell abgehandelt wurden.
Ebenso war die Geschichte doch etwas vorhersehbar.

Der Gedanke und die Aussage von Nina Brenke hat mir sehr gut gefallen. Sie animiert die Leser:innen dazu, sich nicht zu Dingen überreden zu lassen, die nicht den eigenen Erwartungen und Wünschen entsprechen. Sich verbiegen lassen oder gegen den eigenen Wünschen zu handeln, sind kleine Fallstricke, die besonders oft in der Musikbranche vorkommen...

Was mir weniger gefallen hat, war die ewige Anschmachterei und die spicy Szenen. Für mich sollte mehr die Musik im Vordergrund stehen und nicht die Liebesgeschichte. Bei dem Genre wird es allerdings schwierig, denn die eigentliche Zielgruppe erwartet genau das.
Mittlerweile habe ich jedoch auch schon einige New Adult Romane gelesen, die mich mehr angesprochen haben. Das ist allerdings Geschmacksache und deshalb sollte sich jeder selbst ein Bild von diesem Roman machen.

Fazit:
Nette Geschichte mit prickelnden Momenten, die für mich etwas mehr Tiefe hätte haben können, auch wenn das Thema Musikbranche und die dazugehörigen Vor- und Nachteile kritisch und sehr gut erläutert wurden. Mir war die Liebesgeschichhte aber too much - dass ist aber Geschmackssache. Sonst aber gute Unterhaltung mit humorvollen Dialogen und viel Musik.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Nette Spukhausgeschichte für Kinder ab 11 Jahren

The House Trap
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Deliah und Claude sind seit Jahren gute Freunde, doch nun sollen Claude und seine kleine Schwester Amity bald wegziehen. Außerdem ist da auch noch Sam, der "neue beste" Freund von Claude, der für Deliah ...

Deliah und Claude sind seit Jahren gute Freunde, doch nun sollen Claude und seine kleine Schwester Amity bald wegziehen. Außerdem ist da auch noch Sam, der "neue beste" Freund von Claude, der für Deliah alles noch ein bisschen schwieriger macht. Bevor Claudes Familie tatsächlich aufbricht, gehen die Kinder nach draußen, um zu spielen. Der naheliegende Wald soll jedoch nicht betreten werden, denn dieser soll angeblich verflucht sein. Seit Jahrzehnten sind darin Kinder "verloren" gegangen und nie wieder aufgetaucht. Als plötzlich die kleine Amity nicht mehr bei ihnen ist, dringen die Kinder auf der Suche nach Claudes kleiner Schwester immer tiefer in den Wald hinein und stehen plötzlich vor einer alten Villa: Manvers Hall. Kurz bevor sie es betreten wollen, hören sie drinnen einen Schrei, der eindeutig von Amity stammt. Die drei laufen ins Haus, in dem alles für eine Party vorbereitet zu sein scheint. Als hinter ihnen die Tür ins Schloss fällt, ahnen sie noch nicht, dass damit das Spiel beginnt....ein Spiel, das ihnen das Verlassen des Hauses verwehrt. Nur wenn das Rätsel gelöst wird, können sie Manvers Hall wieder verlassen. Was sie nicht wissen ist, dass bisher keines der verschwundenen Kinder das Rätsel lösen konnte....

Das angesprochene Escape-Room Feeling ist nur zu Beginn vorhanden. Dann entwickelt sich die Geschichte eher zu einem Spukroman und auch mitraten ist schwer möglich. Das fand ich etwas schade!
Neben dem Rätsel um das mysteriöse Haus, seinem ehemaligen exzentrischen Hausbesitzer und seiner verschwundenen Tochter, dreht sich viel um die Freundschaft der vier Kinder. Ist Deliah zu Beginn noch wütend auf Sam, den neuen Freund von Claude und auch auf Claude selbst, lernen die Kinder voneinander und beginnen auch ihre Eigenschaften zu akzeptieren. Deliah liebt zum Beispiel Mathemaik und Rätsel und glaubt nicht an Geister, die anscheinend im Haus herumspuken, denn Amity hört immer wieder Stimmen zwischen den Wänden. Claude ist dem Mystischen hingegen eher aufgeschlossen und Sam scheint schwer durchschaubar. Nur Amity, mit ihrer kindlichen Unbekümmertheit, habe ich sofort ins Herz geschlossen.

Der Schreibstil der Autorin ist lebendig und dialoglastig. Die Geschichte lebt auch von der mysteriösen Stimmung und die Charaktere entwickeln sich weiter. Für Kinder ab 11 Jahren sicherlich ein spannender Gruselroman und Figuren, mit denen sie sich identifizieren können. Nur das Ende konnte mich nicht gänzlich überzeugen.

Die Innengestaltung ist gelungen. Vor jedem Kapitel gibt es eine Zeichnung der Spukvilla, die jedoch nicht variiert. Hier hätte man noch mehr rausholen und verschiedene Darstellungen des Hauses abbilden können.

Cover:

von links nach rechts:
sowohl das französische links, als auch das englische sind ident und passen eigentlich besser zur Geschichte, als das deutschsprachige, welches mir aber auch gefällt.

Fazit:
Keine Esacpe Room Geschichte, sondern mehr ein gruseliges Spukhauserlebnis mit vier Kindern, die dem Geheimnis von Manvers Hall auf den Grund gehen. Für das Zielpublikum sicher eine spannende Geistergeschichte, die unterhält. Ich hatte etwas mehr Escape Room Feeling und Rätselspaß erwartet.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Stimmungsvolles Ende der Trilogie

Zeit der Schwestern
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Leider ist die Trilogie um die Schwestern der Familie Hohenhausen nun zu Ende. Mit "Traubenfest" sind wir nicht nur meterologisch, sondern auch buchtechnisch im Herbst angekommen.
Veronika, die älteste ...

Leider ist die Trilogie um die Schwestern der Familie Hohenhausen nun zu Ende. Mit "Traubenfest" sind wir nicht nur meterologisch, sondern auch buchtechnisch im Herbst angekommen.
Veronika, die älteste Schwester des "Dreimäderlhauses", ist die vernünftigste und bodenständigste. Sie liebt ihren Beruf als Winzerin und das Weingut, welches sie gemeinsam mit ihrem Mann Stefan bewirtschaftet. Die Weinlese steht bald an und trotz des Trubels träumt Veri von neuen beruflichen Wegen. Auch am Weingut möchte sie Neuerungen einführen, doch ihr Mann weist alle ihre Pläne rigoros zurück. Zusätzlich bekommt Veri die Chance als Dozentin an der Uni einige Vorträge zu halten, was Stefan ebenfalls sauer aufstößt. Die Ehe der Beiden steht schon seit einiger Zeit auf wackeligen Beinen. Stefan nimmt Veronikas Arbeit als selbstverständlich an, weigert sich neue Ideen zu überdenken und ist generell sehr zurückweisend. Auch Teenagertochter Rosalie wälzt einige Probleme und verliebt sich zum ersten Mal richtig.
Als Veronika ein idyllisches Öko-Weingut entdeckt, ist sie begeistert von der Umsetzung. Die aufmunterenden Worte der Professoren an der Uni, die sie unbedingt als Vortragende dabei haben möchten, lässt sie vieles überdenken. Auch Carolin und Romy unterstützen ihre ältere Schwester - nicht nur beim großen Weinlesefest - sondern auch bei ihren privaten Problemen.

Ich habe mich gefreut, dass der dritte Teil der "Zeit der Schwestern" Reihe so bald nach Band 1 und 2 erscheint. So ist noch vieles im Gedächtnis geblieben und man fühlt sich sofort wieder am Bodensee heimisch.
Es ist sinnvoll die Bücher der Reihe nach zu lesen, weil man sich sonst spoilert und weil es einfach netter zu lesen ist, wie alle ihr Glück finden und wie sich auch die Familienstruktur verändert.
Tanja Huthmacher schreibt sehr bildhaft und atmosphärisch. Auch diesmal hat sie neben der idyllischen Herbststimmung und der wunderschönen Region am Bodensee tiefgreifende Themen, wie Ehekrisen, Ängste und Teenagersorgen miteinbezogen. Dabei spielen ein neuer Praktikant, nebst Vater und Großvater, eine größerer Rolle.
Nebenbei erfährt man auch einiges über den Weinbau und die Arbeit am Weingut. Neben der herbstlichen Atmosphäre in diesem dritten Teil, hat mich auch wieder die Familienbande überzeugt. Nicht nur der geschwisterliche Zusammenhalt, sondern auch die Unterstützung aller Familienmitglieder ist durch die Zeilen spürbar. Dabei steht zwar Veronika diesmal im Mittelpunkt, doch auch Carolin und Romy sind immer wieder präsent, genauso wie der restliche Familienanhang. Man hat das Gefühl alle Charaktere persönlich zu kennen und lebt und fühlt mit ihnen mit.

Fazit:
Ein Wohlfühlroman und eine richtig heimelige Trilogie, die ich sehr gerne gelesen habe. Schade, dass es keine weitere Fortsetzung gibt.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufälllig

Freunderlwirtschaft
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Das neue Buch von Petra Hartlieb habe ich dankenswerter Weise über Lovelybooks bekommen. Ich war schon sehr neugierig auf diesen ganz speziellen Krimi und den Genrewechsel der Autorin. Ich habe bereits ...

Das neue Buch von Petra Hartlieb habe ich dankenswerter Weise über Lovelybooks bekommen. Ich war schon sehr neugierig auf diesen ganz speziellen Krimi und den Genrewechsel der Autorin. Ich habe bereits Hartliebs Jahreszeitenreihe, die unter anderem auch im Hause Schnitzler und im 20. Jahrhundert spielt, sehr gerne gelesen. Ich glaube ich habe nicht alle vier Bände hier rezensiert, aber ich mochte die Reihe wirklich sehr!
Und nun schreibt Petra Hartlieb, eine gebürtige Deutsche, die 2004 in Wien eine ehemalige Buchhandlung übernommen hat, einen Krimi, der sich um die österreichische Politik und der sogenannten Freunderlwirtschaft beschäftigt. Kann sie das wirklich? Und ob!

Hauptkommissarin Anna Oberkofler hat sich von Linz nach Wien versetzen lassen, als bereits in ihrer ersten Woche ein aufsehenerregender Todesfall passiert. Der Landwirtschafts- und Tourismus-Minister Max Langwieser wird in seiner schicken Penthouse-Wohnung tot aufgefunden. Seine Verlobte Jessica Pollauer ist seitdem spurlos verschwunden - genauso wie das Notebook von Max. War es Mord oder ein Unfall?
Anna Oberkofler und ihr neues Team beginnen dem Fall nachzugehen, der von den Politikerfreunden und vom Bundeskanzler persönlich als tragischer Unfall abgetan wird. Max Langwieser war bei allen beliebt und erfolgreich. Niemand würde dem jungen aufsteigenen Politiker Böses wünschen oder gar antun, ist die einhellige Meinung in seinem Umkreis.
Doch warum ist Jessica so plötzlich verschwunden? Hat sie etwas zu verbergen? Oder ist sie auf der Flucht und selbst in Gefahr?

Der Krimi besteht aus zwei Handlungssträngen, die sich abwechseln. Wir begleiten Alma und ihr Team bei den Ermittlungen, bei denen ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Alma fragt sich, wer hier versucht die Schuld auf Jessica abzuwälzen bzw. alles als Unfall darstellen zu lassen? Als es einen weiteren Toten gibt, ist sie überzeugt, dass dies kein Zufall sein kann. Doch die Hauptkommissarin wird massiv unter Druck gesetzt und hat alle Hände voll zu tun, den Fall doch noch aufzuklären.

Im zweiten Handlungsstrang begleiten wir Jessica auf ihrer abenteuerlichen Flucht. Dabei erfahren wir mehr über ihre frühe Bekanntschaft mit Max während der Schulzeit, private Hintergründe und näheres über den Vorzeigepolitiker, der in Wirklichkeit keine so reine Weste hatte, wie alle dachten. Es geht um Geld, Macht und Privilegien. Dabei ist der Leser dem Ermittlerteam immer eine Spur voraus.

Natürlich sind Parallelen oder Ähnlichkeiten zu realen Personen nicht erkennbar...hüstel. Petra Hartlieb hat mit Humor die österreichische Politik aufs Korn genommen. Dabei hat man des öfteren einige kleine Déjà-vus, auch wenn die Autorin darauf hinweist, dass alles frei erfunden ist. Gewisse Ähnlichkeiten kann man allerdings nicht ganz ausschließen.

Der unblutige Cosy Crime unterhält, hat in der Mitte kleine Längen und nimmt die sogenannte Freunderlwirtschaft bei uns in Österreich aufs Korn. Man sollte den Krimi mit Humor nehmen, denn wer weiß, wie es in Zukunft in diesem Land weitergehen wird...

Fazit:
Ein unblutiger Krimi, der mit der typischen österreichischen Kultur und einiger Gesellschaftskritik aufwartet. Dieser liest sich locker leicht und lässt erahnen, dass die sogenannte Freunderlwirtschaft nicht nur in meinem Heimatland zuhause ist.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Die weiße Dame

Blütenweiße Träume
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Hinter dem Pseudonym Charlotte Jacobi stecken Eva-Maria Bast und Jørn Precht, die bereits gemeinsam die Reihe rund um die Douglas-Schwestern geschrieben haben. Davon habe ich den ersten Band gelesen, der ...

Hinter dem Pseudonym Charlotte Jacobi stecken Eva-Maria Bast und Jørn Precht, die bereits gemeinsam die Reihe rund um die Douglas-Schwestern geschrieben haben. Davon habe ich den ersten Band gelesen, der für mich eigentlich abgeschlossen war und ich die Trilogie nicht fortgesetzt habe. Auch bei der Reihe rund um die Villa am Elbstrand habe ich nur den ersten Band gelesen....das hätte mir eigentlich schon alles sagen müssen, obwohl ich beide Bücher mochte und mit vier Sterne bewertet habe. Vorallem der erste Band der Douglas Schwestern war sehr interessant - wie gesagt, aber für mich abgeschlossen und ich brauchte keine weiteren Fortsetzungen, denn rund um das Unternehmen Douglas und der Eröffung ihrer ersten Parfümerie war alles gesagt.
Trotzdem interessierte mich auch die Geschichte um die großartige Erfindung der Familie Henkel um ein Waschpulver, welches wir heute noch benutzen und das jeder kennt: Persil.

Lotte wächst mit ihrem Vater bei ihrer Großmutter auf. Ihr Vater ist Chemiker bei der Firma Henkel, ihr Patenonkel ist Hugo Henkel, der 1907 eine bahnbrechende Entdeckung macht. Sein Waschmittel reinigt ohne zu schrubben. Damals war Wäsche waschen eine sehr mühsame Angelegenheit und mit Hilfe dieser neuen Entdeckung gab es einige Erleichterungen für uns Frauen. Doch dann beginnt der Erste Weltkrieg und die Mittel zur Herstellung werden immer knapper....
Nach Kriegsende unterstützt Lotte, die bereits erwachsen ist, ihre Tante Emmy bei der Werbung für die Waschmittel aus dem Hause Henkel. Als Fotografin hat sie viele tolle Ideen und ist dabei, als "Die weiße Dame" zur Personifiaktion des Waschmittels wird. Sie ist ab diesen Zeitpunkt die Verkörperung von Persil - bis heute.

Nach dem kleinen und amüsanten Epilog, der uns mit Lotte als kleines Mädchen bekannt macht, waren die folgenden Seiten sehr anstrengend zu lesen. Ich hatte das Gefühl einen Wikipedia Eintrag vorgesetzt zu bekommen, der Fakten von chemischen Zusammensetzungen und Erklärungen über diverse Handgriffe beschreibt. Ich war schon am Überlegen das Buch abzubrechen und zurück in die Bücherei zu bringen. Ich habe dann aber weiter gelesen und eine interessante Story über die Entdeckung und den beginnenden Erfolg von "Persil" bekommen.

Das Autoren-Duo hat Fiktion und Wirklichkeit sehr gut miteinander verwoben. Nach dem steifen Einstieg wurde die Geschichte runder und zunehmend spannender. Der Schreibstil ist allerdings teilweise zu modern für die damalige Zeit, der Zeitgeist aber gut eingefangen.
Die historisch belegten und die fiktiven Charaktere sind lebendig dargestellt, wenn auch oftmals zu wenig facettenreich.

Trotz meiner Kritikpunkte war es interessant zu lesen, wie es zur Entdeckung von Persil und zum Aufstieg der Firma Henkel kam. Ich denke, mir wird aber wieder der erste Band dieser Trilogie genügen, wie schon bei den anderen Reihen von Charlotte Jacobi.

Fazit:
Die Geschichte über die Entstehung und den damals bereits interessanten Werbemaßnahmen eines Produktes, welches uns schon unser Leben lang begleitet, fand ich sehr informativ. Die Umsetzung war mir manchmal jedoch etwas zu einseitig und zu platt.

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