Plätscherte für mich zu sehr dahin
Die Trümmerschule – Jahre der KinderDer zweite Band der Trümmerschule hat mich leider nicht wirklich abgeholt bzw. fehlte es mir irgendwie an Höhen und Tiefen.
Nachdem Direktor Pfeifer in den Ruhestand entlassen wurde, brechen schwere Zeiten ...
Der zweite Band der Trümmerschule hat mich leider nicht wirklich abgeholt bzw. fehlte es mir irgendwie an Höhen und Tiefen.
Nachdem Direktor Pfeifer in den Ruhestand entlassen wurde, brechen schwere Zeiten für Stella im Lindengymnasium an. Deimel, der neue Direktor hat ihr schon im Vorfeld Steine in den Weg gelegt und übt nun seine Macht gegenüber Stella noch mehr aus. Mit seiner NS Gesinnung und den dementsprechenden Erziehungsmethoden macht er es nicht nur Stella schwer, sondern auch einigen Schülern. Vor allem Norbert, der aus der Hauptschule ins Gymnasium wechseln durfte, möchte er mit ungerechtfertigten Noten wieder hinausschmeißen. Stella und eine ihrer Kolleginnen kämpfen für Norbert, wobei beide mit viel Vorsicht vorgehen müssen, um nicht ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Leopold bekommt Bruno, einen neuen Lehrling an seine Seite gestellt. Dieser kommt aus dem berüchtigten Hyrtl'schen Waisenhaus, verheimlicht aber seine Vergangenheit. Gemeinsam mit Günther, einem der neuen Schüler in Stellas Klasse, war er auf der Flucht. Bruno flüchtetet aus dem Waisenhaus und Günther vor der Einberufung, um nicht im Volkssturm an die Front gerufen zu werden.
Beate Maly widmet sich neben Stellas Problemen an der Schule den Traumata der verlorenen Generation. Das Schicksal von Bruno und Günther hat mich sehr bewegt. Beider erleiden schlimme Dinge, die sprachlos machen. Als Bruno plötzlich ohne ein Wort verschwindet und Leopold sich über seinen bisher pflichtbewussten Lehrling wundert, kommen nach und nach einige Dinge ans Licht, die einiges verändern könnten.
Angelehnt an die Lebensgeschichte der Pädagogin Stella Klein-Löw hat die Autorin Historie und Fiktion gekonnt verbunden. Wie immer ist der damalige Zeitgeist perfekt eingefangen und den LeserInnen wird vieles über die Kinder der Kriegsgeneration vermittelt. Der leicht lesbare Schreibstil lässt einem - trotz mancher schweren Themen - durch die Geschichte eilen.
Trotzdem konnte mich "Jahre der Kinder" nicht wirklich mitreißen.
Fazit:
Der zweite Band plätscherte für meinen Geschmack leider etwas zu sehr vor sich hin und blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Geschichte der Flucht von Bruno und Günther war für mich der spannendste und emotional bewegendste Teil. Im Vergleich dazu fehlte es den übrigen Abschnitten an Dynamik, Höhen und Tiefen, sowie an echter Spannung.