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Veröffentlicht am 03.07.2022

Eine Freundschaft im Mafia-Milieu

Die Familie
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Die äußere ansprechende Gestaltung des Buch-Covers, der auf ihm befindliche Hinweis „Der New York Times Bestseller“ und die Inhaltsbeschreibungen halten nicht, was sie versprechen.
Ein typischer Mafia-Roman ...

Die äußere ansprechende Gestaltung des Buch-Covers, der auf ihm befindliche Hinweis „Der New York Times Bestseller“ und die Inhaltsbeschreibungen halten nicht, was sie versprechen.
Ein typischer Mafia-Roman mit vielen Darstellungen von Gewalt ist es nicht, was ich als positiv empfand. Im Vordergrund stehen zwei junge Frauen, die ins Milieu hineingeboren wurden und von klein auf befreundet sind. Der Vater der einen wird aufgrund von Ausstiegsabsichten beseitigt, was das Leben seiner kleinen Familie und der befreundeten auf immer prägen wird, die beide im Milieu verhaftet bleiben. Eine wirkliche Handlung mit rotem Faden habe ich vermisst. Vieles wird aus der Gedankenwelt der beiden Frauen wiedergegeben. Nicht selten gehen die Passagen betreffend die eine oder andere übergangslos ineinander über, so dass nicht immer deutlich ist, von wem gerade die Rede ist. Der Schreibstil ist sehr poetisch gehalten und steht damit eigentlich im Widerspruch zum Inhalt.
Alles in allem nur ein durchschnittlicher Roman, der sich mir nicht besonders einprägen wird. Am ehesten zu empfehlen für Leser*innen von Familiengeschichten.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Ernste Themen humorvoll erzählt

Ewig währt am längsten – Tante Ernas letzter Tanz
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Der Erzähler Bjarne Mädel gibt die kurze Geschichte sehr gut wieder, so dass sich allem folgen lässt. Es geht um den etwa 40jährigen Benno, der einen Wochenendbesuch bei seinen Eltern jenseits der 80 in ...

Der Erzähler Bjarne Mädel gibt die kurze Geschichte sehr gut wieder, so dass sich allem folgen lässt. Es geht um den etwa 40jährigen Benno, der einen Wochenendbesuch bei seinen Eltern jenseits der 80 in einer niederrheinischen Kleinstadt macht. Die Mutter ist sehr redselig, der Vater macht immer Witze. Außerdem gibt es noch die sich von ihrer erwachsenen Tochter vernachlässigt fühlende Nachbarin, die ihr Kind unter einer List zu sich lockt, und deren pflegebedürftige Tante. Die Geschichte ist sehr humorvoll, z.T. auch makaber. Es werden auf diese Weise viele ernste Themen angeschnitten – wie Altersgebrechlichkeit, Krankheit,Tod, Vereinsamung und Nähebedürfnis von Eltern zu ihren Kindern.
Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Lesenswerter Science Fiction-Roman für Einsteiger

Der Mann, der vom Himmel fiel
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Als ich dieses Buch begonnen habe zu lesen, war mir gar nicht bewusst gewesen, dass es sich um einen Science Fiction-Roman handelt, der normalerweise zu einem von mir verschmähten Genre gehört. Auch der ...

Als ich dieses Buch begonnen habe zu lesen, war mir gar nicht bewusst gewesen, dass es sich um einen Science Fiction-Roman handelt, der normalerweise zu einem von mir verschmähten Genre gehört. Auch der gleichnamige Science Fiction-Film aus dem Jahr 1976 und die entsprechende Serie aus diesem Jahr sind mir gänzlich unbekannt. Ich bin also völlig unbedarft an die Lektüre herangegangen und ganz überrascht gewesen, wie sehr mich der bereits 1963 verfasste und jetzt neu übersetzte Roman doch angesprochen hat.
Die Handlung, die zwischen 1985 und 1990 spielt, hat eine gewisse Spannung. Ein Außerirdischer – T.J. Newton - taucht urplötzlich in Kentucky auf. Sein Aussehen ist auf das eines Menschen getrimmt, allerdings ist er körperlich sehr empfindlich. Er verfügt über eine enorme Intelligenz und sein Erfindergeist lässt ihn Technologien bauen, die ihn äußerst vermögend machen. Kontakte hält er eigentlich nur zu seiner Haushälterin und einem von ihm angestellten Chemiker. Doch was sind seine Absichten auf der Erde?
Die voranstehende Frage wird uns so richtig bis zum Schluss gar nicht beantwortet, was ich sehr schade finde. Es werden mehrere Alternativen eingebracht. Die Person des Protagonisten ist sehr gelungen dargestellt. Berührt hat mich, wie er an der Lebensform auf der Erde zu zerbrechen scheint. Andere Romanfiguren werden zunächst mit einer wichtigen Rolle eingeführt, dann aber ist von ihnen kaum noch die Rede. Sehr erstaunt war ich, welches Wissen der Autor im Zeitpunkt des Abfassens der Geschichte schon verarbeitet hat, etwa die weltweite atomare Bedrohung, und welche Erfindungen er vorausgeahnt hat.
Sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Origineller Roman über Bäume als Lebensberater

Erzähl es den Bäumen
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Die 31jährige Martina hadert mit ihrem Job bei einem unbedeutenden Lokalblatt und dem Drängen ihres Freundes nach einem Kind. Als eine frühere Mitschülerin (Kat) nicht auf einem Klassentreffen erscheint, ...

Die 31jährige Martina hadert mit ihrem Job bei einem unbedeutenden Lokalblatt und dem Drängen ihres Freundes nach einem Kind. Als eine frühere Mitschülerin (Kat) nicht auf einem Klassentreffen erscheint, wittert sie eine Chance, diese Geschichte zu einem Roman zu verarbeiten. Sie beginnt akribische Recherchen, die sie Gespräche mit der Mutter der Verschwundenen, ihrer Chefin, ihrer Freundin, ihrem Ehemann und dem Anführer einer Öko-Sekte führen lassen. Eine Spur führt sie bis in einen Urwald in Polen, wo die an psychischen Problemen in Form einer Geräuschüberempfindlichkeit leidende Kat als Einsiedlerin leben soll. Ob Martina sie findet, muss jeder selbst lesen. Auf jeden Fall findet sie selbst ihren Lebensweg.
Ein sehr ungewöhnliches Thema wird zum Gegenstand eines Romans gemacht. Aber wenn man sich darauf einlässt, erscheint alles recht logisch und nachvollziehbar. Sehr zufrieden war ich damit, dass alles aus der Perspektive von Martina erzählt wird, ohne dass – wie so oft in anderen Romanen mit einer Protagonistin ähnlichen Alters – ein Chicklit dabei herauskommt. Ihre Recherchen haben Hand und Fuß und lesen sich recht spannend, weil sie nicht chronologisch erzählt werden, sondern sich wie ein Puzzle zusammensetzen. In ihrem Rahmen treffen wir auf skurrile weitere Romanfiguren. Auflockernd sind die im Stillen formulierten Gedanken von Martina, mit denen sie Äußerungen ihrer Gesprächspartner kommentiert. Ganz nebenbei erhalten wir interessante Informationen zu Bäumen.
Sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 22.06.2022

Moderne Darstellung der Geschichte der deutschen Sprache

Die außergewöhnliche Geschichte unserer Wörter
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Wer sich für die Geschichte der deutschen Sprache interessiert, sollte unbedingt dieses Buch aus dem Duden-Verlag lesen. Untergliedert in mehrere zeitliche Etappen, beginnend 9000 v.Chr. und endend in ...

Wer sich für die Geschichte der deutschen Sprache interessiert, sollte unbedingt dieses Buch aus dem Duden-Verlag lesen. Untergliedert in mehrere zeitliche Etappen, beginnend 9000 v.Chr. und endend in der Gegenwart, erfahren wir viel Interessantes zur Entwicklung unserer Sprache, die sich aus dem Indogermanischen bis hin zum Neuhochdeutsch entwickelt hat. Zu vielen Wörtern werden kleine Geschichten erzählt. Äußerst gelungen ist die optische Darstellung. Es sind viele Illustrationen eingearbeitet, die aus Buchstaben und Sonderzeichen bestehen und farblich in Textmarkerfarbe gehalten sind.

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