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Veröffentlicht am 22.06.2022

Alltagssituationen satirisch beleuchtet

Die Seehunde haben heute Ruhetag
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28 kurze Satiregeschichten auf 132 Seiten. Der Autor präsentiert Alltägliches auf skurrile Art und recht fantasievoll. So nimmt er etwa das Smart Home, einen Restaurantbesuch oder die Frauenquote gehörig ...

28 kurze Satiregeschichten auf 132 Seiten. Der Autor präsentiert Alltägliches auf skurrile Art und recht fantasievoll. So nimmt er etwa das Smart Home, einen Restaurantbesuch oder die Frauenquote gehörig auf die Schippe. Das geschieht äußerst humorvoll, was den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringt. Manchmal war es mir schon zu viel des Wortwitzes, weshalb ich empfehle, das Büchlein nicht in einem Rutsch zu lesen, sondern immer wieder Lesepausen einzulegen.

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Die Anfänge des sich ankündigenden Umbruchs in der Sowjetunion

Zukunftsmusik
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Wir wohnen an einem ganz besonderen Tag, dem 11. März 1985, als Gorbatschow das Amt des Generalsekretärs der KPdSU übernimmt, dem Leben von Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin in einer sowjetischen ...

Wir wohnen an einem ganz besonderen Tag, dem 11. März 1985, als Gorbatschow das Amt des Generalsekretärs der KPdSU übernimmt, dem Leben von Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin in einer sowjetischen Kommunalka bei. Von der Perestroika und Glasnost ist noch nichts zu spüren. Das Leben der Bürger ist sehr trostlos – die beengte Gemeinschaftsunterkunft, Mangel, fehlende Meinungsfreiheit usw.
Die Romanfiguren blieben für mich sehr distanziert. Den Schreibstil empfand ich als etwas umständlich. Schade, denn das Thema des sich ankündigenden Umbruchs finde ich sehr interessant.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Autobiographie über eine Kindheit in Persien

Ein vibrierendes Kind
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Der inzwischen verstorbene Autor ist 1947 im Iran geboren und 1965 zum Studium nach Deutschland gekommen. Seither war er nur einmal kurzzeitig in seine Heimat zurückgekehrt. Im vorliegenden Buch gibt er ...

Der inzwischen verstorbene Autor ist 1947 im Iran geboren und 1965 zum Studium nach Deutschland gekommen. Seither war er nur einmal kurzzeitig in seine Heimat zurückgekehrt. Im vorliegenden Buch gibt er nicht chronologisch und bruchstückhaft seine Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend wieder. Der Iran ist für deutsche Leser schon gegenwärtig fremd. Erst recht fremd aber mutet die gegenständliche Zeit an. Das Land hieß noch Persien und ihm stand noch der Schah vor. Über die politischen und religiösen Zustände zu lesen, ist sehr interessant und Vieles davon war für mich neu. Sehr bedrückend ist der Umgang mit den Menschen, vor allem dem einfachen Volk. Hausangestellte sind Analphabeten, die Frauen unter ihnen sind offen sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Auch der Vater des Autors beansprucht als Mann eine dominierende Stellung. Seine Frau, die Mutter von Said, hat er im Alter von 14 Jahren geschwängert und schon vor dessen Geburt verstoßen; in der Folgezeit war er mehrere Male verheiratet. Seinem Sohn gegenüber verhält er sich aber stets recht liebevoll. Das Familienbild entspricht der Vorstellung, wie wir sie von einer islamischen Familie haben – Großfamilie mit sehr viel Zusammenhalt. Inhaltlich erfährt der Roman eine Krönung durch seine besondere formale Gestaltung. Er liest sich wie ein langes Gedicht, die einzelnen Kapitel sehen äußerlich wie Strophen aus und sind komplett in Kleinschrift gehalten.
Sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Polit-Satire mit gestörtem Protagonisten

Salonfähig
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Auch für nicht-österreichische Leser ist unschwer zu erkennen, dass der Protagonist dem (inzwischen Ex-)Kanzler Sebastian Kurz – hier die Person Julius Varga – als Vorbild nacheifert. Um Authentizität ...

Auch für nicht-österreichische Leser ist unschwer zu erkennen, dass der Protagonist dem (inzwischen Ex-)Kanzler Sebastian Kurz – hier die Person Julius Varga – als Vorbild nacheifert. Um Authentizität bedacht und deshalb kontraproduktiv handelnd, imitiert er ihn in jeglicher Hinsicht. Selbst bekleidet er nur eine niedere Position in der Jugendorganisation der Partei des Kanzlers. Er ist massiv persönlichkeitsgestört und verfällt immer mehr dem Wahn. Es kommt einem das Schaudern beim Lesen, wie menschenverachtend es in der jungen, auf Macht und Spaß bedachten Partei zugeht, umso mehr als hier ein Körnchen Wahrheit verarbeitet sein wird. Gruselig sind das Interesse des Protagonisten an weltweiten Terroranschlägen und seine wiederkehrenden Albträume.
Ein moderner Roman, sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Eine Zeitreise durch Tagebücher

Früher war ich auch mal jung
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Die Autorin ist ja als Moderatorin aus dem Fernsehen recht bekannt. In diesem Buch schildert sie anhand von Originaltagebucheinträgen seit ihrem Jugendalter bis zum Alter von etwa 30 Jahren und sich jeweils ...

Die Autorin ist ja als Moderatorin aus dem Fernsehen recht bekannt. In diesem Buch schildert sie anhand von Originaltagebucheinträgen seit ihrem Jugendalter bis zum Alter von etwa 30 Jahren und sich jeweils anschließenden persönlichen Überlegungen aus der Gegenwart ihr Leben und ihren Werdegang. Alles ist in einer Art Plauderton gehalten, ganz so, wie sie auch in den Medien daherkommt. So manche der Offenbarungen wäre mir persönlich zu peinlich. Da die Autorin nur wenige Jahre älter als ich ist, hatten einige Begebenheiten Wiedererkennungswert bei mir, was mich letztlich beim Lesen an der Stange gehalten hat. Ansonsten fand ich das Lesen etwas ermüdend.

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