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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Wissenschaftsvermittlung mit Humor - typisch Science Busters

Aus! Die Wissenschaft vom Ende
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Tja was soll ich zu diesem Buch sagen- typisch Science Busters eben. Wer diese Gruppe aus Wissenschaftlern und Comedians kennt, dem reicht diese Rezension wahrscheinlich schon. Für Personen, die die Science ...

Tja was soll ich zu diesem Buch sagen- typisch Science Busters eben. Wer diese Gruppe aus Wissenschaftlern und Comedians kennt, dem reicht diese Rezension wahrscheinlich schon. Für Personen, die die Science Busters nicht kennen: es handelt sich um eine Gruppe von Wissenschaftlern die gemeinsam mit Kabarettisten auf der Bühne verschiedene wissenschaftliche Fragen erklären und so dem Laienpublikum mit entsprechendem Witz nahebringen.

Dieses Buch ist nun eine weitere Verschriftlichung ihres Tuns- hier mit der Fragestellung wie man sich das Ende der Welt vorstellen darf, was Unendlichkeit ist und so vieles mehr in dem Zusammenhang. Alles ist für Laien verständlich aufbereitet und wird mit ordentlich Witz serviert.

Dennoch empfiehlt es sich, sich für das Buch Zeit zu nehmen, um eben möglichst viele Fakten zu sammeln. So mancher Witz ist auch vielleicht sehr Österreich typisch, aber sicher ohne Probleme auch für andere verständlich.

Manche der Witze und Pointen funktionieren sicher in der Interaktion besser als in der Niederschrift. Doch dafür hat man die Science Busters mit diesem Buch einfach immer dabei.

Für mich definitiv lesenswert, so wie die Vorgängerbücher. Science Busters gehen für mich einfach immer.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Gesellschaftskritik und Loyalitätsfrage

Schwanentage
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Yu Ling ist Kindermädchen bei einer reichen und politisch einflussreichen chinesischen Familie. Eines Tages plant sie mit ihrem Freund den Jungen Kuan Kuan zu entführen, um Lösegeld zu erpressen, um unter ...

Yu Ling ist Kindermädchen bei einer reichen und politisch einflussreichen chinesischen Familie. Eines Tages plant sie mit ihrem Freund den Jungen Kuan Kuan zu entführen, um Lösegeld zu erpressen, um unter anderem auch Schulden zu bezahlen. Doch am Tag der geplanten Entführung, für den Jungen als Frühjahrsausflug getarnt, überschlagen sich die Ereignisse. Der Großvater und der Vater des Jungen werden festgenommen, da sie unter Korruptionsverdacht stehen. Auch seine Mutter ist nicht mehr erreichbar.

Sehr viel wird in diesem Buch gestreift, ein bisschen Krimi, ein bisschen Satire und der Gesellschaftsroman. Insgesamt steht über allem eine kritische Betrachtung der chinesischen Gesellschaft. Es geht um das Verständnis von Klassenunterschieden, politischen Absprachen und Korruption, die Rolle der Frau und der chinesischen Partei. Eliten teilen sich die Macht und schanzen sich gegenseitig Geld und Aufträge zu. Im Gegensatz dazu die anderen, Wanderarbeiter, einfache Personen und speziell die Landbevölkerung die abschätzig behandelt wird.

Der Roman schildert die Geschehnisse aus der Sicht von Yu Ling. Man folgt ihr durch den Alltag der paar Wochen der Geschichte und bekommt all die angesprochenen Themen durch Rückblicke Yus und im Gespräch Yus mit anderen mit. Über weite Strecken plätschert die Geschichte dahin und es wird vor allem die die Beziehungen von Kuan Kuans Eltern zu deren Sohn und Yu geschildert. Über allem schwebt die Frage, wie loyal Yu sein muss oder sein will und was mit dem Jungen geschehen soll. Im letzten Teil kommt es dann doch eher unerwartet zu einem Spannungsgipfel. Das Ende bleibt in gewisser Weise offen.

Definitiv zu empfehlen, wenn man ein Buch aus der chinesischen Literaturwelt lesen möchte, zumal ich die Charaktere sehr schön gestaltet fand.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

spannend- man kann die Vergangenheit nicht einfach abschütteln

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
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Hauptkommissarin Hannah Bülow zieht es zurück in ihre Heimat nach Ostersande. Nach dem Tod ihres Mannes, mit erwachsenen Kindern aus dem Haus, kommt das Arbeitsangebot ihrer alten Freundin Constanze wie ...

Hauptkommissarin Hannah Bülow zieht es zurück in ihre Heimat nach Ostersande. Nach dem Tod ihres Mannes, mit erwachsenen Kindern aus dem Haus, kommt das Arbeitsangebot ihrer alten Freundin Constanze wie gerufen, auch um ihren immer älter werdenden Vater im Blick zu behalten. Doch schon rasch verläuft der neue Job nicht so ruhig wie in den ersten Stunden vermutet- man findet eine Leiche am Strand, nahe einer Klinik. Dem nicht genug, ist es ihr Freund, und alte Liebe- Phillip. Eine kryptische Notiz in seiner Tasche wird gefunden und die Kriminalpolizei im nahen Wismar übernimmt die Ermittlungen. War es ein Unfall oder doch Mord? Hannah und Constanze sehen sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert unter anderem auch einen Bootsunfall, der sich im Jahr 1993 im Ort ereignet hat und ihre Leben nachhaltig verändert hat.

Dies ist das erste Buch einer neuen Serie um Hannah Bülow aus der Hand von Jan F. Wielpütz und nach Idee von Nina Ohlandt. Wie schon in Vorgängerwerken, der Autoren ist hier das Setting im hohen Norden und lebt natürlich durch diverse lokale Beschreibungen und Eigenheiten. Für mich war es jedoch nicht nur ein typischer Regionalkrimi, da man sich doch sehr schnell in rasanten kriminalistischen Fahrwassern mit vielen offenen Fragen befindet.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und transportiert gut ein Bild des eher kleinen Ortes Ostersande. Man spürt durch die Schilderungen richtiggehend die Fischbrötchen und die salzigen Meeresbrisen, also auch wundervoll atmosphärisch. Doch auch das Rätseln kommt nicht zu kurz, schnell ergeben sich viele offene Fragen, falsche Spuren, mögliche Täter. Man möchte nicht aufhören zu Lesen und freut sich, dass die Lösung trotz allem hin und her davor schlüssig ist.

Die Charaktere, speziell Hannah und ihren Vater fand ich sehr gelungen. Hannah kehrt mit Lebenserfahrungen und nach Schicksalsschlägen wieder zurück an den Ort ihrer Kindheit, der sich im Laufe der Zeit auch verändert hat. Auch die neue Beziehung zu ihrem alternden Vater wird authentisch geschildert.

Ich freue mich definitiv schon auf den nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

spannende Fiktion - die gläserne Decke im Bonn der 1970er

Die Frau der Stunde
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Die 1970er Jahre im politischen Bonn sind doch eher eine Männerwelt. Als der Außenminister und Vizekanzler überraschend zurücktritt, wird Catharina Cornelius seine Nachfolgerin, wie von ihm gewünscht. ...

Die 1970er Jahre im politischen Bonn sind doch eher eine Männerwelt. Als der Außenminister und Vizekanzler überraschend zurücktritt, wird Catharina Cornelius seine Nachfolgerin, wie von ihm gewünscht. Die Politikwelt wundert sich, ob der Frau in ihren Reihen. Sie wird von allen mit Argusaugen beobachtet- von allen Seiten Politik, Journalisten und Bevölkerung. Auch die leichtfüßigen Zeiten mit ihrer Mädels Clique aus Internatszeiten, sind so nicht mehr so leicht durchzuführen. Immer schneller dreht sich auch das Rad der Weltpolitik und Catherina findet sich mit Veränderungen in verschiedensten Orten konfrontiert.

Auch wenn diese Geschichte rein fiktiv ist, wie uns die Geschichte beweist, könnte man sie durchwegs für Realität halten, ob der detaillierten Schilderungen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, aber spart nicht mit gut recherchierten Hintergründen und passt die fiktive Geschichte gekonnt in die historische Realität. Jeden geschilderten Kampf, den sie gegen die eigenen Ängste oder die Hürden anderer ausfechten fühlt sich wahr und authentisch an, und wird das zum Teil sicher auch noch heute sein.

Ich mochte außerdem die Figuren, speziell die Frauen Clique mit und um Catharina, sehr. Alle sind sehr charismatisch gestaltet und zeigen in verschiedenen Berufsfeldern, wie Frauen immer mehr und höhere Karrieren anstreben. Doch auch abseits der drei, gibt es mit den Vorzimmerdamen, Büroleitern und Referentinnen schöne gestaltete Charaktere. Man darf sich auch unterhaltsame Dialoge freuen.

Definitiv ein gelungenes, lesenswertes Gedankenexperiment.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Die Welt wieder mit Kinderaugen betrachten

Drei Tage im Schnee
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Hannah lebt in der Großstadt und führt dort ein doch eher übliches Arbeitsleben. Sie hetzt zwischen Terminen, hat einen Beruf, der sie fordert. Zeit für sich selbst findet sie nicht viel und steckt diese, ...

Hannah lebt in der Großstadt und führt dort ein doch eher übliches Arbeitsleben. Sie hetzt zwischen Terminen, hat einen Beruf, der sie fordert. Zeit für sich selbst findet sie nicht viel und steckt diese, wenn in Selbstoptimierungskurse. Vieles ist der Karriere untergeordnet. Als sie sich ein abgelegenes Holzhäuschen für ein paar Tage mietet, tut sie das mit dem Wunsch abzuschalten. Schön idyllisch in beschneiter Landschaft an einem See. Dann steht plötzlich die kleine Sophie im Garten und möchte Schneeengel formen. Die beiden freunden sich an – und Hannah wird immer wieder an ihre eigene Kindheit erinnert und sieht ihr Leben nun etwas mehr aus Kinderaugen.

Die Autorin erzählt in einem sehr angenehmen Stil von der Suche nach sich selbst. Ein sehr philosophisches Thema, dass auch durch den Schreibstil gespiegelt. Ruhig und sehr bildlich werden die Tage in der Hütte geschildert. Man kommt beim Lesen selbst durch die detaillierten Schilderungen selbst gut zur Ruhe.

Aktion reiche Handlung darf man auf Grund des Themas nicht erwarten. Auch die Anzahl der Charaktere ist auf zwei limitiert. Diese sind in meinen Augen aber sehr liebevoll und authentisch gestaltet. Ein junges Mädchen, dass natürlich alles aus Kinderaugen sieht und entsprechend hinterfragt. Speziell mit Hannah konnte ich mich sehr identifizieren, das die Fragen sehr viele Erwachsene wohl schon einmal umgetrieben haben.

Ein schönes Buch, auch in der Gestaltung, für eine angenehme Leseauszeit, speziell wenn es einmal philosophischer sein soll.

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